Naturverbunden mit sich ins Reine kommen mit Pflanzen & Kräutern, Kunst & Kultur; Küche & Garten, Reisen & Abenteuer, Pädagogik & Lebensweisheit
Autor: Monika Rauch
Ich bin Kräutermoni, Reisetante, Pädagogin, Poetin, Sängerin, Brotbäckerin, Gärtnerin und noch vieles mehr. Ich schaue positiv aufs Leben, nach dem Motto: "Ich mach mir die Welt widewidewide wie sie mir gefällt." Gerne nehme ich Euch mit auf meine Reise durch das Leben. Meine Fotos und Texte sind meine Sicht der Dinge.
Heute Abend kommen Freunde und wir machen es uns gemütlich mit Raclette und netten Gesprächen. Ich habe ein paar Ideen, wie wir den Abend (neben der Mampferei) gestalten könnten:
Das Jahr Revue passieren lassen: Was waren die wichtigsten Stationen?Was war schön, was weniger?Wovon möchten wir uns gerne verabschieden? Wovon möchten wir mehr?
Visionen für das neue Jahr entwickeln.
Ziele formulieren
Teilschritte ausdenken.
Vor dem Jahreswechsel Zettelchen schreiben, an Raketen kleben und in die Luft jagen – das, was weg kann und das, was wir uns vom Universum wünschen.
Das hatte ich schon mal vor ein paar Jahren getan, glaubt mir, es ist wirklich alles in Erfüllung gegangen; allerdings nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Euch allen wünsche ich einen schönen Jahresausklang und ein gutes 2020!
Wie war das noch mal mit der Weihnachtsgeschichte? Da reitet eine hochschwangere Frau auf einem Esel. Es rüttelt und schüttelt. Es ist heiß. Sie hat Durst. Sie spürt jeden Stein. Ab und zu zieht sich ihr Bauch zusammen. „War das eine Wehe?“ Ihr Mann macht sich Sorgen: „Wir müssen dringend irgendwo unterkommen.“
Wenn die werdende Mutter aufgeregt ist oder traumatische Erfahrungen macht, kann sich der Stress auf das Kind übertragen. Die Erfahrungen könnten sein weiteres Leben beeinflussen. War das bei Jesus auch so? Haben sich die Erlebnisse vor seiner Geburt auf sein Leben ausgewirkt?
Oder war Maria so voller Vertrauen, dass sie ganz gelassen bleiben konnte trotz der Umstände kurz vor der Niederkunft? Ihr wurde prophezeit, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen würde. Also ist auch dafür gesorgt, dass alles seine Richtigkeit hat.
Vielleicht ist das das Geheimnis: das Wissen, dass alles gut werden wird. Urvertrauen. Vielleicht hatte Maria dieses.
Weihnachten ist die Geschichte vom Licht, das die Dunkelheit vertreibt, ein Versprechen auf Erneuerung und Wiedergeburt. Warum sagt man, Weihnachten sei das Fest der Liebe? Weil Jesus von der Liebe predigte? Für mich ist Weihnachten die Erinnerung an unser Vertrauen. Vertrauen auf uns und auf die Schöpferkraft. Vertrauen bedeutet übrigens Glauben. Was glaubst Du?
Ab dem 21./22. Dezember werden auf der nördlichen Halbkugel die Tage wieder länger. Zeitgleich mit der Sonnenwende ist der astronomische Winteranfang. Die Sonne wird neu „geboren“ und steht für den Neubeginn allen Lebens. Der Jahresreigen beginnt von vorne. Das Licht besiegt die Dunkelheit. Unsere Vorfahren nannten die tiefste Nacht des Jahres Mutternacht (althochdeutsch Modranecht) aus dem Glauben heraus, dass die Erdmutter das Licht gebiert. In vielen Kulturen gab es ähnliche Feste zu dieser Zeit, z.B. gab es in den nordischen Ländern das Julfest. Noch heute wünscht man sich in Skandinavien zu Weihnachten „God Jul“.
Weihnachten wurde übrigens genau in diese Zeit gelegt, um die heidnischen Sitten auszumerzen. Lichter in den Tannen symbolisieren den Sieg des Lichtes über die Nacht – genau wie die Geburt Christi Licht in die Welt bringt und das Versprechen der Wiedergeburt. So bleibt uns doch noch etwas Kultur unserer Ahnen erhalten – trotz Christianisierung.
Es kommt Licht ins Dunkel, obwohl der Winter erst im Anmarsch ist. Es wird sicherlich kälter und stürmischer. Aber wir wissen, dass das nur eine Periode ist, die vorüber geht. Die Tage werden länger und die Sonne gewinnt an Kraft.
Zwischen dem 25.12. bis 6.1. liegen zudem die Rauhnächte, in denen sich die Grenzen zwischen unserer und der Geisterwe lt verwischen sollen. Blog: https://monika-rauch.com/2021/12/27/rauhnaechte/
Die Wintermonate bringen Kälte und Dunkelheit mit sich. Wir haben das Bedürfnis, uns auszuruhen. Ist ja auch klar: Im Sommer haben wir maximal 16 Stunden Tageslicht und im Winter um die 8 Stunden. Die Sonne als Stimmungsaufheller fehlt, unser Körper produziert z.B. weniger Vitamin D.
Die Dunkelheit lädt zum Verweilen, Ausruhen, Nachdenken an. Wir können die Zeit nutzen für Treffen mit der Familie oder Freunden, dabei wird erzählt, gelacht und nachgedacht. Wir mögen das vielleicht nervig finden – nachmittags ab 16.00 Uhr dämmert es bereits – aber diese Zeit hat durchaus ihre Qualität:
Arbeiten, die im Sommer liegen geblieben sind, werden jetzt erledigt. Ich rebele meine getrockneten Kräuter und mache daraus Tees, Auszüge, Tinkturen oder Salben. Oder ich reinige unsere Möbel gründlich. Manchmal überkommt es mich und ich flicke Wäschestücke oder nähe Knöpfe an. Gerne gehe ich raus und versuche etwas Tageslicht abzubekommen und ich liebe es zu saunieren, was eine Option ist, Altes rauszuschwitzen und Energie zu laden.
Jetzt haben wir Zeit und Muße für kreative Arbeiten. Denn alles, was Spaß macht, lässt Glückshormone im Körper kreiseln und das ist doch so ähnlich wie mit Sonnenlicht.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich mich darüber aufgeregt hatte, dass ich so wenig Tageslicht abbekomme. Doch mittlerweile ist die Dunkelzeit mein Freund geworden. Ich nehme sie als Geschenk an für das ich dankbar bin.
Wann habt Ihr Euch das letzte Mal Zeit genommen zum: Märchen und Geschichten erzählen, Kochen, Backen, Handarbeiten, Malen, Musizieren, Schnitzen, Werkeln …?
Und könnt Ihr es aushalten, stille zu werden und das Zeitenrad anzuhalten, einfach nichts tun und nichts denken?
Tatsächlich nennt sich der kürzeste Tag im Jahr „Thomastag“. Das Zeitenrad wird angehalten und nimmt nach der Sonnenwende wieder Schwung auf. In Norddeutschland gibt es seit Jahrhunderten die Sitte, dass alles, was Räder hat, weggestellt oder angehalten wird. Falls etwas mit Rädern draußen steht, wird es kurzerhand versteckt (oder gestohlen).
Habt eine gute Dunkelzeit und macht das, was Euch Spaß macht.
„Ein Mensch bemerkt mit bitterm Zorn, dass keine Rose ohne Dorn. Doch muss ihn noch viel erbosen, dass sehr viel Dornen ohne Rosen.” Eugen Roth (1895 – 1976)
Sie gilt als die Königin der Blumen – die Rose. Ursprünglich kommt die wilde Rose aus China und hat sich im Laufe der Zeit auf der ganzen Welt ausgebreitet.
Man unterscheidet zwischen Wildrosen und Kulturrosen. Wildrosen sind „unbehandelt“, sie haben keine gefüllten Blüten und bilden Hagebutten. Sie bieten Bienen und Hummeln ausreichend Nahrung. Kulturrosen sind das Ergebnis von Kreuzungen und Veredelungen. Mittlerweile gibt es über 30.000 Sorten und jede hat eine etwas andere Form, Größe und/oder Farbe. Die meisten Rosen haben – botanisch korrekt ausgedrückt – Stacheln, manchmal auch unter den Blättern.
Ihre Blüten haben ätherische Öle, denen sie ihren typischen Duft verdanken. Daher findet man Rosenöle in vielen Kosmetikprodukten. Auch als Heilpflanze hat die Rose einen guten Ruf, sie dient als Mittel bei Leber- und Gallenproblemen oder bei Stress, Kummer, Angst und zur Beruhigung. Früher diente die Rose auch als Nahrungsmittel.
Heute wird sie vor allem wegen ihrer „Schönheit“ und ihres Duftes verehrt. Rosen werden als Zeichen der Liebe, Freundschaft, Versöhnung, Respekt, Dankbarkeit … verschenkt. Jede Farbe hat eine andere Bedeutung.
Auch in der Kunst- und Kulturszene hat die Rose ihren festen Platz: Unzählige Lieder, Gedichte und Gemälde drehen sich um die Rose.
Oft wird der scheinbare Widerspruch zwischen ihrer Anmut und ihrer Gefährlichkeit aufgezeigt; so schön und doch so verletzend durch ihre Dornen (richtig: Stacheln) kann sie sein. Dabei haben die Stacheln durchaus einen Sinn – sie dienen vor allem als Fraßschutz und als Kletterhilfe beim Ranken.
Die Zeit um den Jahreswechsel sollte ähnlich wie eine Rose sein: Edel, duftend, bunt, harmonisch, ein Symbol der universellen Liebe. Wären da nicht auch noch diese Stacheln! Sie treten in Form von Streit, Konsumterror, Hektik und Erwartungsdruck auf. Auf diese Störungen würden wir gerne verzichten. Aber wir müssen ja schließlich einkaufen, Geschenke besorgen, das Weihnachtsessen vorbereiten, diverse Feiern besuchen. Müssen wir wirklich? Zu Bestzeiten war ich auf unzähligen Weihnachtsfeiern von Schulen und Kitas, Sportvereinen, Treffs mit Kollegen, Freunden und der Familie – oft mehr als 10 Veranstaltungen pro Saison. Und da war ich nicht nur Teilnehmerin, nein da habe ich mein Helfersyndrom schön ausgelebt mit Vorbereitungen, Aufräumen, Verkaufen, Kuchenbacken usw. Nach Weihnachten war ich fix und alle. Wem wollte ich eigentlich was beweisen?
Diese Dornen, die hätten wir manchmal gerne weggezüchtet. Wir wünschten, dass einmal alles glatt ginge, dass alles „vollkommen“ sei – wie bei einer schönen Rose. Aber eine schöne Rose ist nicht nur perfekt, sie braucht einen Schutz.
So ist das auch in der Zeit vor Weihnachten. Brauchen wir nicht auch Schutz vor den vielen Einflüssen, die über uns gegossen werden? Werbung gaukelt uns vor, was wir nicht wirklich brauchen. Wir lassen uns täuschen und vergessen uns dabei manchmal selbst.
Wir sehnen uns oft nach einem friedvollen Dezember. Und Weihnachten ist da ein willkommener Anlass: das Fest des Friedens und der Liebe. Wir wünschen uns Verbundenheit mit anderen Menschen, der Familie und guten Freunden. Und oft genug klappt das nicht, weil die anderen uns nicht geben können oder wollen, was wir erwarten.
Ich sehne mich besonders in der Zeit vor dem Jahreswechsel nach Ruhe. Statt meinem Bedürfnis nachzugehen, hatte ich mich jahrelang „gekümmert“. Ich musste – so dachte ich damals. Heute ist mir klar, dass einiges falsch lief. Ich strampelte in der Tretmühle und sah keinen Ausweg. Meinen Frust entlud ich in Streitereien mit meinem Partner. Oh du schöne Weihnachtszeit!
Heute entwickle ich mehr und mehr ein Bewusstsein dafür, was mir wirklich wichtig ist:
Was brauche ich jetzt?
Wie kann ich mich entlasten?
Wo kann ich mir Hilfe holen?
Wie viele Geschenke brauchen meine Kinder?
Wie schütze ich meine Kinder vor den Werbeeinflüssen?
Welche Feiern sind mir wichtig, welche nicht?
Wo schaffe ich mir Ruhe-Oasen?
Essen gehen oder selber kochen?
Um wirklich zur Ruhe zu kommen, werde ich kreativ: Ich singe, male oder schreibe. Ich versuche, alle Arbeiten, wie z.B. das Einpacken der Geschenke, das Plätzchenbacken, das Kochen usw. in einer schönen Atmosphäre zu gestalten – z.B. mit etwas Kerzenlicht und Musik. Ich konzentriere mich auf mich, indem ich meditiere oder energetisch austeste, was jetzt kommen oder gehen möchte. Ich halte einen Jahresrückblick und setze mir Ziele fürs neue Jahr. Das kann man auch gut mit Kindern tun; gemeinsam das Jahr Revue passieren lassen, sich an den guten Dingen erfreuen und sich von den schlechten verabschieden. Oder raus in die Natur gehen, egal bei welchem Wetter. Ich höre immer öfter auf mein Bauchgefühl und lerne dabei zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht.
Ich liebe sie, die Rosen. Alle! Wenn ich richtig überlege, ist sie mir am liebsten, die kleine zarte Wildrose mit ihrem dezenten Duft und ihren Stacheln. Es ist perfekt, wie sie ist; wild und frei. Sie dient als Nahrung und trägt Früchte. Viel mehr als die Kulturrose, die so edel gezüchtet wurde, dass sie manchmal ohne Schnitt und Stütze nicht überleben kann.
Die Rose als Symbol für die Weihnachtszeit: Was zeigen uns die Dornen? Wo tut es weh, wo werden wir verletzt und was können wir dagegen tun? Wie schaffen wir es, gute Nahrung für Leib und Seele zu finden, für uns und unsere Kinder? Und letztendlich: Trägt das, was wir tun, Früchte? Geht es uns damit gut?
Ich wünsche Euch eine gesegnete Weihnachtszeit! Sie wird Segen bringen, wenn wir es schaffen, uns mit uns selbst zu verbinden. Innen- nicht außen.
Geht es Euch auch so? Eure Kinder mögen nur ganz bestimmte Sachen essen? Z.B. trocknes helles Brot, möglichst ohne Kruste?
Wenn Ihr Zeit habt, oder am Vorabend, könnt Ihr mit Euren Kindern eine Müslimischung vorbereiten – jeder nach seinem Geschmack aus Getreideflocken, Samen, Nüssen, Obst, Trockenfrüchten.
Granatkerne zu puhlen, ist herausfordernd, aber es gibt ja noch anderes Obst.😊 Milch drübergießen, ich liebe z.B. Hafermilch – fertig. Süße bringen Bananen und Trockenfrüchte (oder zur Not Birkenzucker). Und schon habt ihr ein vollwertiges Frühstück.
Damit das auch gegessen wird, macht es Sinn, Eure Kinder in den ganzen Prozess einzubinden. Lasst sie entscheiden, mischen, schnibbeln, Milch drübergießen.
Sie lernen dabei auch eine ganze Menge: abwägen, abmessen, neues ausprobieren, schneiden, entscheiden, abschmecken. Das gemeinsame Tun fördert zudem die Verbundenheit untereinander und verhilft den Kindern zu mehr Selbstvertrauen und Eigenverantwortung.
Viel Spaß und Zutrauen! Vielleicht dauert es etwas, bis alles läuft. Gut Ding braucht eben Weile.
Ich streife gerne durch die Felder meines Heimatortes. Und wenn ich diese Wege auch schon hundert Mal gelaufen bin, sind sie doch nie gleich. Beim letzten Mal lagen noch Kürbisse, Zucchini und Kartoffeln auf den Äckern. Ein paar letzte Äpfel hingen an den Bäumen und leuchtend rote Hagebutten setzten farbige Akzente. Die Luft war ein wenig feucht. Es war nicht sonderlich kalt an diesem Novembertag. Es war still, Schwärme von Spatzen flogen auf und suchten sich neue Futterplätze. Von weitem hörte ich das Krächzen einiger Krähen. Diese Szenerie wirkte tief in mir, besonders, als sich die Sonne für einige Augenblicke durch den Dunst kämpfte.
Ich hätte es aber auch anders wahrnehmen können: „Es ist nass und trüb draußen, altes Gemüse modert auf den Feldern, es stinkt nach faulen Äpfeln und das Gekrächze der Krähen geht mir auf die Nerven. Alles stirbt.“ Wahrscheinlich hätte ich auch nicht bemerkt, dass mal kurz die Sonne herauskam.
Es stimmt ja: Der Sommer ist endgültig vorbei. Die Zugvögel fliegen in den Süden, Mensch und Tier bevorraten sich und richten die Winterquartiere her. Die Tage sind kurz, Dunkelheit und trübe Tage herrschen vor. In dieser Zeit verabschieden sich viele Menschen vom Leben. Nicht umsonst sind der Volkstrauertag und der Ewigkeitssonntag im November angesiedelt.
Und trotzdem: Diese Jahreszeit zeigt uns so viel: Die Ernte ist eingefahren, jetzt werden die Früchte verarbeitet. Sie werden gelagert, getrocknet, aufbereitet. Allein diese Tätigkeiten lassen uns zur Ruhe kommen und geben Gelegenheit, nachzudenken. Im übertragenen Sinn dürfen wir schauen, ob unser Tun Früchte getragen hat: Was habe ich dieses Jahr alles gemacht? Was war gut, was weniger? Welche Schmerzen musste ich aushalten und habe ich etwas gelernt? Was plane ich für die nächste Zeit? Wofür will ich den Winter nutzen? Komme ich zur Ruhe?
Wir haben die Wahl, wie wir mit den Gegebenheiten umgehen: Sehen wir z.B. den November als notwendiges Übel, mit dem wir uns irgendwie arrangieren müssen? Oder nehmen wir diese Zeit dankbar an, um zur Ruhe zu kommen und Kräfte zu sammeln? Den Augenblick genießen, mit der Familie und Freunden zusammen sein, erzählen, lesen, Tee trinken … dafür ist jetzt Gelegenheit. Wie in der Natur auch, ist die Saat doch schon gelegt für die kommende Saison – sie braucht aber noch die Ruhe, um richtig aufgehen zu können.
Novembersterben Sanft legt die Natur ihre Spur. Hält Nahrung bereit für die dunkle Zeit. Der Rest zerfällt und wartet, bis das Jahr von vorne startet. Friedlich und dankbar will ich es wagen, den Segen hinauszutragen. Wir sind ein Teil dessen was wächst und stirbt. In unsrer Hand liegt, wie was wirkt.
Novemberlicht Sanft durchdringt ein Strahl den Dunst. In Licht getaucht die Welt, erhabene Kunst.
Wenn Du Dich in der Natur bewegst, passiert ganz viel: Einerseits holt es Dich runter vom Baum, auf den es Dich getrieben hat. Und andererseits belebt es Dich, dass Du aus den Tiefen hervorkrabbeln kannst. Du erlangst inneres Gleichgewicht.
Wenn Du im Stress, also belastet bist, setzt Dein Organismus Hormone wie Adrenalin und Kortisol frei. Diese aktivieren den Körper und lassen ihn reagieren.
Diese Reaktionen sind erst einmal gut, denn Du kannst in Gefahrensituationen schnell und konzentriert aktiv werden. Alle nicht relevanten Funktionen werden kurzfristig abgeschaltet. In der Regel reagierst Du mit Angriff, Flucht, oder Erstarren.
Stehst Du allerdings dauerhaft unter Druck, ist Dein Körper permanent in „Habachtstellung“. Dein Körper ist überflutet mit Stresshormonen und die verursachen auf Dauer Schäden. Körperlich kann sich chronischer Stress in Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magengeschwüren, Ticks, Bluthochdruck, Gewichtszunahme usw. niederschlagen. Dauerstress wirkt sich auf Dein gesamtes System aus, Puls, Herzschlag und Atmung sind ebenso betroffen. Dein Unterbewusstes reagiert mit Gereiztheit, Abschotten, Genervtsein oder Clownerie und Hyperaktivität. Wenn Dein Stresslevel erhöht ist, bist Du weniger arbeits- und leistungsfähig. Das sieht man bei Prüfungsstress oder starkem Lampenfieber. Immer bist Du in Deiner Ganzheit betroffen, es ist schwer, so zu agieren, wie Du eigentlich gemeint bist.
Die Ursachen für chronischen Stress sind unterschiedlich: Traumata, also existenzbedrohende unverarbeitete Erlebnisse, Erwartungsdruck, Existenzängste, Krankheiten, aber auch Computerspiele oder Filme (auch Zeichentrick) könnten verursachen, dass in Deinem Körper permanent ein gefährliches Hormoncocktail wirkt.
Wenn Du also feststellst, dass Du leicht in Stress gerätst und in Nullkommanix „auf der Palme“ bist oder aber im Gegenteil, sehr lethargisch reagierst, und Du schwer da rauskommst, solltest Du handeln. Hast Du Kinder, die „hyperaktiv“ sind oder sich nur im „Schneckentempo“ bewegen, könnte das tatsächlich an Stress liegen.
1. Ursachenforschung betreiben: Was ist der ursprüngliche Stressauslöser?
Es gibt auch andere Methoden , seinen Stress zu „bearbeiten“, z.B. durch Mißbrauch von Alkohol und Drogen, sämtliche Süchte, Schuldzuweisungen … erleichtern kurzfristig vom inneren Druck. Letztendlich stresst man sich damit noch zusätzlich; schon allein, wenn man ein schlechtes Gewissen wegen seines selbstschädigenden Verhaltens hat.
Übrigens: Man unterscheidet zwei Arten von Stress; positiven Stress (Eustress) und negativen Stress (Disstress). Bei positiven Stress bist Du in leichtem Erregungszustand, der es Dir ermöglicht, gespannt Deine „Jobs“ mit Spaß zu erledigen.
Um mehr Lebensqualität zu erhalten und um gesund zu sein, solltest Du andauernden Stress ernst nehmen und handeln.
Schuhe (althochdeutsch scuoh, oder idg.*skeu- „bedecken“, „umhüllen“) sind sehr sinnvolle Kleidungsstücke. Man vermutet, dass diese bereits vor 40.000 Jahren von den Menschen getragen wurden. Schuhe sind ein Symbol für Erdung, Bodenständigkeit und Sicherheit. Sie schützen die Füße vor Verletzungen, Kälte oder Hitze und sie geben Halt. Außerdem dienen sie als Schmuck bzw. Accessoires. Mit Schuhen kann man schnell vorankommen. Trägt man allerdings die „falschen“ Schuhe, kann sich das auf die gesamte Haltung (Skelett und Muskeln) negativ auswirken. Sind z.B. die Absätze zu hoch, verliert man leicht die Bodenhaftung und kommt leichter ins „Straucheln“. Mit drückenden Schuhen kommt man schlecht voran, weil jeder Schritt mühsam ist.
In unserer Sprache gibt es viele Redewendungen zum Schuh als Hinweis dafür, dass manches von unten her schon nicht stimmt:
„Wo drückt der Schuh?“ Wenn ein Schuh drückt, tut es weh. Von außen sieht man vielleicht nur einen schmerzhaften Gesichtsausdruck. So ist das auch, wenn jemand mit einem Problem nicht herausrücken will. Wer kennt nicht die Verunsicherung wenn einer „komisch“ guggt oder auf eine WhatsApp nicht antwortet: Hat das vielleicht etwas mit mir zu tun? Nur was? Hab‘ ich jemanden verletzt? Soll ich direkt fragen? Oder wecke ich schlafende Hunde? Sehe ich vielleicht Probleme, wo gar nix ist?
„Etwas in die Schuhe schieben.“ Früher wurde Diebesgut öfter mal jemanden in die Schuhe gesteckt; also die Schuld wurde auf andere geschoben. Kommt auch heute noch vor. Schiebt mir vielleicht gerade jemand die Schuld für seine Misere in die Schuhe? Oder umgekehrt?
„Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ Handgefertigte Schuhe werden anfangs auf links gearbeitet und dann umgedreht. Wenn man etwas von einer anderen Seite aus betrachtet, kann es plötzlich einen Sinn machen. Vielleicht sollte ich einmal den Blickwinkel wechseln.
„Auf den Senkel gehen.“: Das meint, jemanden so nahe zu treten, dass man auf dessen Schuhsenkel steht und ihn somit behindert. Bin ich jemanden zu nahe getreten, d.h. behindere ich ihn? Oder tritt mir gerade jemand/etwas zu nahe und ich sollte mich nicht behindern lassen?
„Das ist ein anderes Paar Schuhe.“ oder: „Das sind zwei Paar Stiefel.“ Das sind zwei unterschiedliche Sachen, die nicht verwechselt werden sollten. Es kann ziemlich unangenehm sein, wenn man mit dem falschen Paar Schuhe herumläuft, weil man da etwas verwechselt hat.
Also frage ich ernsthaft: Drückt der Schuh, wenn etwas zugeschoben wurde oder weil man das falsche Paar erwischt hat oder sich einer auf den Senkel gestellt hat? Oder drückt der Schuh, weil etwas ganz anderes berührt ist? Für den Seelenfrieden ist es manchmal besser, wenn man sich manche Schuhe gar nicht erst anzieht. 🙂
Als Coachin oder auch als Erzieherin sehe ich eine ganze Menge drückender Schuhe. Ich schaue mit meinen Klientinnen und den Kindern, ob wir nicht die Schuhe wechseln oder ganz ausziehen sollten.
Nachdem wir ein nettes Hotel fanden, machten wir es uns auf einem Ministrand gemütlich, soweit man das von Kieselsteinen sagen kann. Ein Bad in der türkisfarbenen, klaren Adria erfrischte und machte etwas schläfrig.
Allerdings kamen wir nicht wirklich zur Ruhe. Denn eine Dame, Anfang 70, kam mit uns ins Gespräch. Marianne hat hier mit ihrem Mann seit 1978 ein Ferienhaus und kennt sich bestens aus.
Meerfenchel. Als Küchenkraut oder Heilkraut bei Leber-, Gallen-, Milz- und Nierenbeschwerden zu verwenden.
Sie zeigte mir Meerfenchel, erzählte, wie wirksam die Zistrose ist, die hier wächst. Außerdem gab sie uns einen wirklich guten Ausgehtipp, wo wie zuhause gekocht wird (Tipp: Nonina Kuchina, Štivan).
Leckereien bei Nonina und auf dem Balkon vom Hotel
Sie gab mir einen Blasentee (Tipp: Uvin Čaj) und empfahl das „Oil House“, wo reine ätherische Öle, Seifen, Olivenöl etc. zum kleinen Preis hergestellt und verkauft werden.
Oil-House in Martinšćica
Überhaupt: Cres ist die größte Insel der Kvarner Bucht. Ca. 3500 Menschen leben hier, davon wohnen 2000 im Hauptort Cres. Es gibt keinen Massentourismus. Die Bewohner versorgen sich weitestgehend selbst mit Fleisch, Käse, Fisch, Wein, Öle, Obst, Gemüse. Als Wasserreservoir dient ein streng geschützter See in den Bergen. Außerdem wird auf Cres nichts gespritzt, so dass die Lebensmittel superbio sind und eine tolle Qualität haben.
Blick von Martinšćica auf den höchsten Berg von Cres; ist dieser wolkenumhüllt, gibt’s Regen (laut Marianne).
Marianne erzählte noch einige Geschichten aus ihrem Leben, die so interessant sind, dass sie ein Buch darüber schreiben könnte.
Darauf hoffe ich sehr. Oder wir treffen uns zufällig wieder, denn oft sieht man sich mindestens zweimal im Leben …Danke, Marianne!
Cres ist so lebenswert. Wir kommen bestimmt wieder!
Kürzlich hatten wir eine Führung mit einem engagierten Naturschützer, der uns nicht nur die Landschaft erklärte, sondern auch die ein oder andere Geschichte erzählte:
Wusstet Ihr, dass es in Deutschland wieder Wölfe gibt? Seit einigen Jahren streifen vereinzelte Wölfe durch die Dingdener Heide. Als Nahrung dient ihnen auch ab und zu mal ein Schaf. Sehr zum Ärger der Schäfer, die mittlerweile die Tiere mit besonderen Hütehunden und/oder hohen Elektrozäune schützen.
Auf Schildern stehen Hinweise, wie man sich verhält, wenn man einem Wolf begegnet. Die Tiere ziehen sich in der Regel zurück, wenn sie Menschen sehen. Also muss man nicht panisch werden. Langsam rückwärts zurückziehen mit Blick auf dem Wolf, ist auch eine Möglichkeit.
Ich hatte mir vorsorglich einen Stock zurechtgestutzt 😉 – sicher ist sicher. Leider haben wir aber keinen gesichtet, noch nicht einmal einen Hund, und gejault hat da auch nix. Aber ich habe eine ruhige Landschaft aufgesogen, hatte gute Gespräche mit netten Menschen und nebenbei habe ich eine ganze Menge gelernt.
Und das steht auf der Homepage der Stadt Hamminkeln (Quelle):
Seit 1987 steht die Dingdener Heide unter Naturschutz. Die schrittweise Extensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung bot zahlreichen vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten hier ein neue Zuflucht.
In den Feuchtwiesen, Hecken, Krautsäumen und Feldgehölzen kann man allerlei seltene Vögel beobachten, doch auch Reptilien, Amphibien, Libellen, Heuschrecken und andere Insekten finden hier einen wertvollen Rückzugsraum.
Rund 20 % aller nachgewiesenen Gefäßpflanzenarten stehen auf der roten Liste der bestandsgefährdeten Arten in Nordrhein-Westfalen.