Heute war nichts normal. Unseren jüngsten Sohn zieht es in die Welt. Wir begleiteten ihn noch ein Stück und ließen ihn dann gehen, also fliegen. Auf dem Weg zum Flughafen und später in der Stadt zeigte es sich: Die Pandemie scheint vorbei zu sein. Es ist gefühlt mehr los als vor Corona. Durch die Straßen quälen sich die Autos langsam durch. Wohin eigentlich? Leider war das Wetter recht trüb – wie passend. Beim Suchen nach einer Outdoorjacke in einem großen Kaufhaus in der Innenstadt ging meine Laune noch mehr den Bach runter, weil es in meiner Größe nur Zelt-Verschnitte gab. Ich hab‘ dann was in der Herrenabteilung gefunden, in einem leuchtenden Orange. Damit man mich besser findet, falls ich mal in eine Felsspalte lande. Das nur am Rande. Heute konnte ich mich mit Frankfurt nicht so richtig anfreunden, was sicher an meiner Stimmung lag.
Merklich besser ging es mir in der Kleinmarkthalle. Hier kann man ein Fest der Sinne feiern. Es gibt so viel zu sehen, riechen und schmecken.
Am Ende des Tages sind wir mit einigen Häppchen oben beim Weinstand gelandet und plauderten mit Bekannten, die wir zufällig trafen. Das war schön.
Jetzt sitze ich im Garten mit einem frischen Kräutertee. Bin froh, wieder zuhause zu sein. Hier denke ich nach und kann den Tag (und was dahinter steckt) in Ruhe verarbeiten.
Ich rühre: Quark, Schmand, Creme Fraiche mit Kräutern aus dem Garten oder vom Wochenmarkt, Salz, Senf und gehackten Eiern.
Die klassischen Kräuter für das Gericht sind: Borretsch, Estragon, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch, Zironenmelisse. Man kann natürlich auch junge Wildkräuter dazugeben z.B. Vogelmiere, Knoblauchsrauke, Bärlauch.
Hier gibt es grüne Soße mit Kräutern aus unserem Garten: Vogelmiere, Petersilie, Knoblauchgrün, Schnittlauch, Vogelmiere, Günsel, Gundermann, Melisse, Portulak, Pimpinelle…
Wichtig: Es müssen mindestens 7 Kräuter drinnen sein. Warum auch immer.
Dazu gibt es Pellkartoffeln. Lecker!
Für die Soße nehme ich das, was im Kühlschrank so rumsteht. Meine Oma und meine Eltern rührten Dickmilch mit einem Stärkebrei an und schnitten die Kräuter ganz fein. Ich esse das so am liebsten, auch wenn sich das für manche befremdlich anhört. Dann gibt es noch die Menschen, die Mayonnaise reingeben und behaupten, dass sei ein Originalrezept. Das wäre für meine Oma allerdings Frevel. Manche reichen die hartgekochten Eier dazu und manche schnippeln sie rein; so wie ich. Für meine Vorfahren wäre es ebenso undenkbar, die Kräuter durch einen Fleischwolf zu quetschen. Ich muss zugeben: Ich mag alle Arten der Zubereitung. Hauptsache, es sind genügend Kräuter drin und das Ganze ist nicht zu fettarm. 😇
Kleines Update: Im frühen Frühling kommen nur die Spitzen einiger Kräuter heraus, hier habe ich etwas Schnittlauch, Bärlauch, Petersilie, Zitronenmelisse geerntet und kleingeschnitten. Ergänzt wurde das Ganze mit einem Tiefkühlkräutermix vom Discounter L… .
Das Originalrezept, für das Goethe angeblich so sehr schwärmte, hat jeder, auch die Mayonnaise-Fraktion. Es gibt sogar ein „Grie-Soß-Festival“ in Frankfurt, wo jährlich das beste Rezept gekürt wird.
Und was ist hierbei die Selbstbemächtigung?
Auch bei der Essenszubereitung darfst Du immer frei entscheiden, was Du magst und Deiner Kreativität freien Lauf lassen (und Deinen Senf dazugeben).
Gerade ist Erntezeit für die schwarzen Holunderbeeren. Man kann sie trocknen, zu Saft, Gelee, Likör oder zu Sirup verarbeiten. Ihre Anthocyane, die wasserlöslichen Farbstoffe, sind für die intensive Färbung der Beeren verantwortlich – und darüber hinaus sehr gesund. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, welche vor alterungs- und krankheitsbedingten Zellschäden schützen.
Dort wo der Hollerbusch wächst, ist Frau Holle, die Erdmutter, nicht weit. Der Baum ist der Sitz der Patronin der Spinner*innen und Kinder. Sie ist die Schutzgöttin der Unterwelt. Früher hat man Opfergaben für Frau Holle unter einen Holunderbusch gelegt. Ein Holunderstrauch birgt den Zugang zur Unterwelt. Manchmal verschwinden Menschen (besonders Kinder, die Schutz benötigen) in der Nähe … Das Märchen „Frau Holle“ bekommt mit diesem Wissen eine tiefere Bedeutung. Der Name leitet sich vom althochdeutschen Wort Holuntar (Holun = hohl, heilig, günstig, gnädig) ab. Der Holunderbaum gilt als Bauernapotheke, da Blätter, Blüten und Früchte große Heilkräfte (entwässernd, entzündungshemmend, gegen Rheuma, Infektionen …) haben und als Nahrungsmittel dienen. Hat man einen Holunder im Garten, gilt das als Segen. Fällt man ihn jedoch, muss man mit dem Zorn von Frau Holle rechnen. https://monika-rauch.com/2021/05/23/pflanzen-am-fluss/
Verarbeitung
Die Erntezeit der schwarzen Beeren liegt zwischen Mitte August bis Ende September. Zunächst werden die Dolden gepflückt.Nur die schwarzen Beeren werden verwendet, grüne Beeren und Stiele werden aussortiert. Waschen.Beeren in einem Topf mit Wasser 5 – 10 Minuten köcheln lassen. Rohe Beeren enthalten ein schwaches Gift (Sambunigrin), das durch Kochen zerstört wird. (Bei übermäßigem Verzehr von rohen Beeren kann es zu Durchfall und Erbrechen führen.)Absieben, Trester zur Seite stellen. Den Saft abwiegen und mit der gleichen Menge Zucker 20 Minuten köcheln lassen. Zitronensaft dazugeben. Ich habe noch Granberry-Muttersaft dazugegeben. Ist immer noch qietschsüß.Flaschen sterilisieren. Heiß in Flaschen füllen, schließen, beschriften.Den Trester könnte man zum Kompost geben. Aber ich bin sparsam …Den ungesüßten Trester mit Wodka ansetzen, ca. 3 Wochen ausziehen lassen, dann absieben und mit Holundersirup süßen. Fertig ist der Likör. „Hast Du Kummer, trink ein Likörchen, oder zwei, oder drei …“Ungeöffnet ist der Sirup ca. 1 Jahr haltbar.
Eigentlich hätte ich auch einen Direktsaft herstellen können, also die Beeren entsaften. Das war mir aber dann doch zu viel Arbeit und der Direktsaft ist nicht so lange haltbar.
Ein Jahr später
Dieses Jahr habe ich den Dampfentsafter meiner Mutter getestet. Wir haben den Holunder ziemlich stark stutzen müssen und daher den Baum zu 90% abgeerntet. Das bedeutete viel Arbeit. Der Vorteil beim Dampfentsaften ist, dass die Stiele dabei sein dürfen. Also muss man nix mit der Gabel abfisseln – Gott sei Dank!
Diesmal wurde der Holunder verarbeitet zu Gelee, als Saft/Sirup (Zucker und Zitronensaft)undals Likör light = Saft + ein ca. 1/4 Wodka Holundergelee mit „Schuss“: Holunderdirektsaft mit Zitronensaft und etwas Apfelsaft mit Gelierzucker (1:3) kochen und ein Schuss Obstler oder Kirschwasser mitköcheln lassen.Die restlichen Holunderbeeren wurden/werden im Ofen kurz über 100°C erhitzt und anschließend bei 50°C mit leicht geöffneter Tür getrocknet. Jetzt könnte ich einen Dörrautomatem gebrauchen.
Selbstbemächtigung = dankbar für die Geschenke der Natur (Frau Holle) sein
Ist schon etwas länger her, dass ich unten am Main war.
Das alte Dorf mit der evangelischen Kirche.Versteckte EckenEine Schwanenfamilie beim Grasfressen
Ich war ziemlich kaputt und konnte mich nur schwer aufraffen, eine Runde zu laufen. Gut, dass ich mich überwunden habe. So konnte ich ein paar Fotos schießen und mich über die Schwanenfamilie freuen … und … das Abschlußeis vom Costa genießen!
Rusty hat „Rücken“ und ich habe (bzw. hatte) „Zahn“ – so fiel die Tour etwas kleiner als sonst aus.
Ich sammelte ein paar Kräutlein und Rusty erschnüffelte die Welt.
Ich weiß jetzt, wo ich im Herbst Esskastanien sammeln kann. Es ist ein öffentlicher Ort. Früher bin ich an Pflanzen einfach so vorbei gelaufen. Heute bin ich glücklich, wenn mir die Namen und ihre Heilwirkung dazu einfallen. Oder ich nutze mal eben die Bestimmungs-App.Der Feuerdorn wächst ganz in der Nähe. Im Frühjahr blüht er weiß und im Herbst macht er mit seinen knallorangenen Beeren auf sich aufmerksam. Vögel lieben ihn. Die Pflanze schmeckt gekocht als Fruchtaufstrich, die Steine sollte man jedoch herausssieben.Schlehdorn,Pflaume, Birne, Schlehdorn. Wie weit die Früchte schon sind.Zwischendurch die Wetterauer Landschaft genießen. Wildwuchs: Klee, Pippau, Kamille und Indisches Springkraut.Noch wilder: Karde, Kamille, Klatschmohn, Kornblume, Malve, Französischer Milchlattich. Von manchen Blumen habe ich die Blüten gesammelt. Sammlertipps: Nicht direkt am Acker sammeln wegen Pestizide und nicht am Weg sammeln wegen Hundepipi. Und nicht gierig sein beim Sammeln, immer genug übrig lassen.Wetterau – die Kornkammer Hessens.
Ich hatte mir vorgenommen, Mutterkraut, Johanniskraut und Lindenblüten zu sammeln. Während meiner Runde sind mir viele Pflänzchen begegnet. Zurück in der „Zivilisation“ entdeckte ich genau diese beiden Kräuter. Sie ragten mir förmlich entgegen, wie ein Geschenk. Die Linde entdeckte ich abends im Dorf, in voller Blüte. Allerdings verzichtete ich aufs Sammeln, denn im Baum summten die Bienen um die Wette. Daher zollte ich dem Respekt und ließ das Sammeln bleiben. Rusty wälzt sich gerne im Gras.
Es ist erstaunlich, wie heilsam es ist, sich mit der Natur zu verbinden. Am Ende war ich entspannt und die Zahnschmerzen waren weg. Ich achtete auf Rusty, dass ich ihn nicht überforderte. Er musste zwangsläufig viele Pausen machen, weil es immer etwas zu fotografieren oder sammeln gab. Ich meine, dass er leichtfüßiger lief, so als schüttele er den alten Ballast ab.
Meine Ausbeute … was damit geschieht, erzähle ich ein andermal.
Ich bin dankbar für die vielen Gaben, die die Natur mir schenkt. Ich bin dankbar, dass ich die Geschenke erkenne und annehme. Ich bin dankbar für die vielen kreativen Ideen, die sich daraus entwickeln. Ich bin dankbar, dass sich mein Innerstes beruhigt hat.
Ich war gefangen in einem Käfig aus Schmerz. Wochenlang hatte ich mit einem entzündeten Zahn zu tun. Ich versuchte alles Mögliche: Ich war bei zwei verschiedenen Zahnärzten, habe Kügelchen genommen, Kräuterspülungen und -tees zubereitet und Energien ausgeleitet.
Es hat nichts genutzt. Die Schmerzen kamen immer wieder und nur mit Ibu und Antibiose war es einigermaßen erträglich. Jetzt hab‘ ich ihn mir ziehen lassen. Ich bin traurig und wund. Dieser Backenzahn hat mich immerhin knapp 50 Jahre meines Lebens treu begleitet.
An diesem Abend komme ich das erste Mal seit längerer Zeit zu mir. Ich bereite mir einen Kräutertee aus Salbei, Ysop, Cistrose, Holunderblüten, Melisse zu und verräuchere Beifuß um die trüben Gedanken loszuwerden.
Die Teemischung habe ich mir intuitiv zusammengestellt. Das mache ich mit dem Neigetest, das ist ein Tool aus der Kinesiologie.
Gerade eben fand ich etwas Interessantes über den Ysop: „Ysopwasser im Mund gehalten/ vertreibet das Zahnwehe/ so von Kälte verursacht wird.“ Tabernaemontanus (1522-1590) in seinem „New Kreuterbuch“ (1588)
Also hat mich meine Intuition wohl richtig geleitet.
Ich werde noch ein wenig in mich gehen und den Schmerz entlassen.
Obgleich ich bei meinen Streifzügen durch die Natur oft die selben Wege gehe, gibt es jedes Mal etwas zu staunen:
GärtenZaunschönheitenGesunde SchönheitWilde Schönheit Wiesenschönheit BaumschönheitZarte SchönheitGiftige Schönheitund Schönheiten im Garten meiner Mutter
Es liegt an uns, Schönheiten zu suchen und zu finden. Jedes Ding, jede Regung, jeder Mensch, wirklich alles, hat mindestens zwei Seiten. Wir dürfen uns den Blickwinkel aussuchen. Hast Du den Fokus auf das Schöne und Gute ausgerichtet, wird Dir immer öfter Schönes und Gutes begegnen. Umgekehrt genauso. Das was Du nährst, wächst – Selbstbemächtigung.
Aus unterschiedlichen Kräutern kann man ein ein hochdosiertes Mazerat bereiten: Ringelblumen, Kamille, Salbei, Malve, Minze, Melisse, Schafgarbe, Ingwer werden mit kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Hochdosiert bedeutet in meinem Fall, dass ich ungefähr das doppelte an frischen Kräuter in einen Papierteebeutel stopfte als üblich. (Fragt mich nicht nach Mengen, das geht so aus der Hand heraus). Den Aufguss und die Kräuter verwandte ich unterschiedlich:
1. als Tee 2. als Mundwasser: ein Teil des Aufgusses wurde mit Spitzwegerichtinktur versetzt (hilft gut bei Zahnfleisch- und Zahnentzündungen) 3. als Duftsträußchen fürs Wohlbefinden 4. zur Hautberuhigung: mit dem warmen Teebeutel tupfte ich Gesicht und Dekolleté ab und 5. Die Reste wurden zum Düngen im Kräuterbeet verteilt – ja, manchmal übertreibe ich etwas 😊.
Nachtrag: Von der Mischung trank ich zwei Kannen Tee über den Tag verteilt. Normalerweise brauche ich nicht viel Schlaf. Aber am Nachmittag war ich mit einer Unterbrechung insgesamt drei Stunden im Tiefschlaf. Nach dem „Tatort“ fiel ich dann wieder total erschöpft ins Bett und schlief bis zum Weckerklingeln tief und fest mit intensiven Träumen. Ich denke, das lag hauptsächlich am Tee aus frischen Kräutern. Daher schaue ich mir diese mal ganz genau auf deren beruhigenden Wirkweise hin an:
Ingwer: entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, schmerzlindernd, krampflösend, beruhigend, belebend, kurbelt den Stoffwechsel an. Wirkt bei Magenbeschwerden, Reisekrankheit, Erkältungen, Kopfschmerzen, Rheuma, Arteriosklerose. Trägt zur seelischen Gesundheit bei, hilft Blockaden abzubauen, lässt die Lebensenergie fließen.Kamille: entzündungshemmend krampflösend, beruhigend auf den Magen, ausgleichend.Malve: schleimlösend, adstringierend, entzündungshemmend. Die Schleimstoffe der Malve helfen vor allem bei Erkältungskrankheiten und Magen/Darmbeschwerden. Die Schleimstoffe ummanteln sozusagen die gereizten Stellen im Körper und lassen sie so heilen. Vielleicht tun sie das auch bei einer gereizten Psyche?Pfefferminze: krampflösend, gallenflussfördernd, antimikrobiell, antiviral und harntreibend. Wirkt beruhigend bei Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen und bei Muskel- und Nervenschmerzen, Reizdarm und Magenverstimmungen. Minze beruhigt und belebt und hat eine kühlende Wirkung. Der Hauptwirkstoff ist Menthol.Ringelblumen: antibakteriell, desinfizierend, heilend, beruhigend, krampflösend.Salbei: bakteriostatisch, fungistatisch,virustatisch, adstringierend, entzündungshemmend, antioxidativ, schweißhemmend, blutstillend. Salbei stärkt das Nervensystem, mildert Stress und löst Verkrampfungen. Er verhilft zu Ausgeglichenheit und Entspannung und behebt chronische Ermüdungserscheinungen.Schafgarbe: Durch ihre entkrampfenden Eigenschaften hat sie eine beruhigende Wirkung und kann, durch die Durchblutungsförderung gleichzeitig aber auch anregend wirken. Zudem hat Schafgarbe Einfluss auf die Seele. Sie beruhigt und hilft Ungleichgewicht zu beseitigen.Zitronenmelisse: krampflösend und hilft bei Magen-Darm- und Menstruationsbeschwerden. Sie verringert die Auswirkungen von chronischem Stress wie Ängstlichkeit, Anspannung und Schlaflosigkeit. Die beruhigende Wirkung beruht auf der vermehrten Bildung des Neurotransmitters GABA im Gehirn, welches die Aktivität der Nervenzellen im Gehirn senkt. Seine hemmende und beruhigende Wirkung auf die Synapsen im Gehirn sorgt dafür, dass Stress- und Angst-Signale nur noch abgeschwächt verarbeitet werden. Gaba in konzentrierter Form ist tatsächlich ein Bestandteil von KO-Tropfen. Und die sorgen wiederum für Knockouts und Willenlosigkeit.
Fast alle wilden Kräuter besitzen beruhigende Eigenschaften. Jede Pflanze hat einen eigenen Wirkstoffkomplex. In meinem Fall hat wahrscheinlich die Zitronenmelisse in Kombination mit den anderen Kräutern für die Müdigkeit und den tiefen Schlaf gesorgt. Zudem haben die Pflanzen jetzt im Frühling ihre höchste Heilkraft und frisch zubereitet sowieso.
Ich hatte die Tage abends einen ähnlichen Tee bereitet und habe daraufhin so tief wie selten geschlafen.
Bei der Zubereitung von Tees, Salben, Mundwasser etc. mit frischen Kräutern ist die Dosierung genauso wichtig wie bei anderen Medikamenten. So einen Schlaftee z.B. kann man als Kur gerne verwenden. Ich rate davon ab, diese Drogen täglich innerlich zu konsumieren.
Selbstbemächtigung bedeutet hier das sorgsame Abwägen, welche Substanzen wir für uns wählen. Was tut gut? Was ist zuviel? Was hilft? Wo ist’s zuviel? Was sollten wir lassen?
Fotos: Monika Rauch und Pixabay – herzlichen Dank!
An freien Tagen ist die Küche mein Revier. Ich liebe es, zu schnippeln, brutzeln und zu backen. Aus den Kräutern und Blüten stelle ich Ölauszüge und Tinkturen her. Oder bereite eine Salbe vor.
Ölauszüge: Kräuter werden langsam bis maximal 70°C in Olivenöl erwärmt und noch ein paar Tage ziehen gelassen. Bei Ölauszügen werden die fettlöslichen Bestandteile der Pflanze ausgezogen, dann abgeseiht. Tinkturen: Weiche Kräuter werden mit ca. 40%igen Alkohol im Schraubglas angesetzt und über 4-6 Wochen ausgezogen, dann abgeseiht. Bei Tinkturen werden die wasserlöslichen Bestandteile aus der Pflanze gezogen.Natron oder Bittersalz feinmörsern und die getrockneten Löwenzahnblüten dazugeben und so lange zerstoßen, bis alles pulverisiert ist. Später wird es ins warme Cremegemisch eingerührt – ergibt eine Creme gegen rissige Hände.Beim Brot nehme ich gerne eine Mischung aus verschiedenen Vollkornmehlen, Wasser, Salz und Sauerteig. Seinen guten Geschmack erhält das Brot vom liebevollen Falten, von Wärme und von Kälte und natürlich den Zutaten. Ein gutes Brot braucht einen ganzen Tag. Für unser Familienessen gibt’s ein ofenwarmes Brot mit Butter, Salat aus Spitzkohlstreifen, Romana und einer Dressing mit Creme fraiche. Dazu Ofen-Paprika-Gemüse mit Olivenöl und Fleur de Sel. 😋 Und weils ein besonderer Tag ist, werden Lammspieße vom Grill serviert.
Angeregt durch meine Kräuterfrau-Ausbildung, laufe ich mit offenen Augen durch die Natur und sammele Kräuter, Blüten und Blätter von verschiedenen Bäumen. Meist trockne ich ich erstmal meine Beute und verarbeite sie an diesen besonderen Tagen.
Wenn’s ums Kochen und Backen geht, hab‘ ich meistens verschiedenen Mehl- und Gemüsesorten und andere Zutaten vorrätig. So kann ich nach neuen Rezepten schauen oder mir selbst was ausdenken.
Ich liebe diese Tage. Ich starte erst, wenn die Küche „ordentlich“ ist. Zwischendurch spüle ich, so dass meine Männer keine Krise bekommen, wenn sie nach der Mahlzeit aufräumen dürfen. 🙄