Durch Zufall habe ich riesige Hecken wildwachsender Brombeeren entdeckt und bin dann mal auf Beutezug gegangen:
Selbstbemächtigung = die Fülle der Natur annehmen

Schon letztes Jahr waren wir in Ahornach in Taufers im Hotel Moosmair und sind dieses Mal auch wieder dort untergekommen. Der Ort liegt rund 1400 Meter hoch, so dass man einen fantastischen Blick ins Tal und auf die Berge rings herum hat.
Wir sind nicht gerade das, was man passionierte Wanderer nennt. Eher ist unser Bewegungsapparat schon etwas in die Jahre gekommen. Trotzdem haben wir Lust, die Gegend per Pedes zu erkunden.
Am Ankunftstag strahlte die Sonne und wir wollten uns die gut 5 Kilometer Entfernung mit ca. 200 Metern Höhenunterschied zum Roanerhof etwas „einlaufen“. 200 Höhenmeter sind wirklich nicht viel, aber wir kamen schon ganz schön ins Schnaufen. Mein Körper fuhr von Null auf hundert hoch, mein Herz pumpte und ich musste immer wieder stehen bleiben, um nicht zu kollabieren. Aber, am Ziel angekommen, waren alle Strapazen vergessen. Wir genossen die herrliche Aussicht, die Sonne auf der Haut, das laue Lüftchen und natürlich ein Bierchen mit einer leckeren Flädlesuppe. Der Rückweg war etwas leichter, da es sanft bergab ging. Nach der Tour gab es ein paar Saunagänge und wir waren herrlich entspannt.












Über die Einfachheit
Das kleine Museum unseres Hotels zeigt die Entwicklungsgeschichte vom Bauernhof zum Gasthof. Gleichzeitig vermitteln die Bilder und Ausstellungsstück e wie die Menschen im Ahrntal gelebt haben und heute noch leben und „ticken“.
Die Natur bestimmte das Leben: mit dem ersten Hahnenschrei aufstehen, die Tiere versorgen, die Felder bestellen, säen und ernten. Männer und Frauen teilten sich die Arbeit. Im Winter lebte man von den Vorräten, reparierte, flickte, webte, schnitzte und stickte und erzählte sich Geschichten. Es kehrte Ruhe ein und man tankte Kraft für das neue Jahr. Manchmal wurde das Essen knapp und das Holz reichte nicht, d.h. frieren, Krankheiten und Hunger gab es in manchen Jahren. Trotzdem haderte man nicht, sondern nahm die Herausforderungen an.
Ob der harten Arbeit könnte man meinen, die Menschen fühlten sich vom Schicksal gebeutelt und führten ein freudloses Dasein. Das Gegenteil war der Fall – die Menschen hier nahmen ihr „Los“ an und lebten gläubig und dankbar für das, was sie hatten. Eine einheimische junge Frau erzählte mir, dass ihre Großmutter gerne von früher erzählte. Zum Beispiel, wenn sie sich als Kind einmal so richtig satt essen konnte, dankbar lehnte sie sich zurück, rieb sich über den Bauch und war einfach zufrieden.


Zufrieden sein, besonders nach einem reichhaltigen Essen? Ich esse mich immer satt, das ist normal. Und hier im Urlaub gibt es abends ein Sechsgängemenue. Echt, das kann man mal machen, auf die Dauer macht das mir keinen Spaß mehr. Eigentlich fühle ich mich übersättigt und bin nicht zufrieden, sondern fühle mich eher schlecht. Ich denke, unsere gesamte Gesellschaft hat sich "überfressen" im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Wir sind "bekifft" vom Konsum, dabei können wir uns nicht mehr richtig freuen oder dankbar sein. Wir ballern uns mit Äußerlichkeiten zu und dringen dabei nicht mehr zu unserem inneren Kern vor. Dabei werden wir immer unzufriedener, obwohl es uns doch so gut geht. Komische Entwicklung: Wir lenken uns von uns selber ab und verlieren uns dabei. Allerdings merken immer mehr Menschen, dass es so nicht weitergehen kann. Manche suchen ihre spirituelle Seite, essen bewusst anders, engagieren sich im Umweltschutz oder entscheiden sich für ein einfacheres abgespecktes Leben.

Rund 40 Kilometer von Ahornach, am Tor zu den Dolomiten, liegt der See. Die Schönheit der Natur führt dazu, dass es hier in der Hauptsaison vor Touristen nur so wimmelt. Jetzt im Herbst ist es aber „überschaubar“.















Der letzte Ort im Ahrntal Richtung Österreich ist Rein in Taufers. Hier hat es einige schöne Täler und unser Ziel war die Knuttenalm.






















In Brixen ist’s schon eindeutig italienischer als im nördlichen Teil Südtirols: das Flair, das südländische Aussehen der Menschen, die Sprache und auch die Temperaturen sind um einige Grade höher.








Das Augustiner Chorherrenstift Neustift gilt als eine der größten Klosteranlagen Tirols und ist bis heute Mittelpunkt von Bildung, Kunst und Weinkultur. Wir waren kurz dort, weil man im Laden sehr leckere Äpfel und andere Spezialitäten kaufen kann. Und in der kleinen Wirtschaft kann man es gut aushalten.








An diesem Tag wollten wir eigentlich nur ein bisschen ebenerdig laufen und vielleicht Rast in einem der Almen machen. Unser Auto parkten wir am Langlaufzentrum und marschierten los. Schon nach 30 Minuten war die letzte Jausenstation erreicht. Das war etwas arg kurz, also entschieden wir uns, hoch zur Furtalm zu laufen. Sind ja nur ca. eine Stunde zu laufen. Die Tour dauerte dann doch länger, weil wir einmal falsch abgebogen sind und wieder zurück mussten. Unterwegs sind uns einige Rehe über den Weg gelaufen und auf der Furtalm war es sehr idyllisch. Alles in allem waren wir fast vier Stunden unterwegs.
















Jetzt sind bereits viele Monate nach dem Urlaub vergangen und ich habe vergessen, den Blog abzuschließen und zu veröffentlichen. Gerade überlegen wir, wo wir dieses Jahr im Herbst Urlaub machen. Natürlich in Südtirol, vielleicht an einem anderen Ort …
Selbstbemächtigung = vom vergangenen Augenblick profitieren
Heute Morgen haben mich drei Pflanzen erfreut, die über Nacht (bzw. am frühen Morgen) erblüht sind. Die Farbe Gelb symbolisiert die Sonne, die Licht und Wärme schenkt und zum Wachstum anregt. Gelb vitalisiert und hebt sie Stimmung. Sie regt zum inneren Wachstum an. Farbkreis Gelb ist als Primärfarbe im Farbkreis die hellste Farbe – Lila oder Violett sind Gegenfarben oder Komplementärfarben zu Gelb. Das bedeutet ä, dass beide Farben nebeneinander die Intensität gegenseitig unterstützen.






Selbstbemächtigung = sich vom Gelb inspirieren lassen
Rusty ist tot, ohne Vorwarnung. Er schien fit und vital zu sein. Nach dem letzten Gassigang mit meiner Mutter bekam er Krämpfe und Schaum vor dem Mund und ist nach ca. 2 Stunden auf dem Weg in die Tierklinik gestorben. Die Ärzte vermuten, dass er einen Giftköder gefressen hat, gespickt mit Koffein.







Wir bleiben zurück, voller Trauer. Ich, die ihn mit auf Kräutertouren und Spaziergänge mit meinem Mann und Freundinnen nahm. Wenn ich nach Rodheim fuhr, freute er sich unbändig. Er stand schon am Hoftor, als ich 100 Meter vor unserem Haus in die Straße bog. Er war mein Herzenshund. Tiefe Gefühle für ein Tier kannte ich zuvor gar nicht. Er erwischte mich voll mit seiner bedingungslosen Liebe, mein Schatz. Ich weine, während ich schreibe, bin traurig.
Das Schlimmste ist es, meine Mama in ihrer Trauer zu sehen. Er war ihr „Bub“. Täglich ging sie tapfer mit ihm und ihrem Wägelchen 2 bis 3 mal spazieren. Sie passte auf ihn auf und er auf sie. Manchmal war er etwas eigenwillig, trotzdem war er immer zur Stelle, wenn sie rief. Mama versorgte ihn gut und er gab ihr so viel Liebe.
Rusty war bekannt wie ein bunter Hund. Kinder liebten ihn und die Hundebesitzer im Ort kennen sich sowieso. Dankbar sind wir für die große Anteilnahme der Menschen, die Rusty kannten. Das tat meiner Mutter sehr gut.








































Vor ca. einem halben Jahr wurde er bissig, scheinbar unberechenbar. Hunde beißen nur, wenn sie im Streß sind und/oder Schmerzen haben. Er biss meiner Schwester und meinem Neffen heftig in die Hand und griff einen Paketboten an, der auf unser Grundstück kam. Glücklicherweise hatte der Mann nur einen leichten Kratzer und einen Riss in der Hose. Er reichte eine Anzeige bei der Polizei ein, was berechtigt ist. Letzte Woche kam eine Aufforderung zum Wesenstest. Das bleibt ihm glücklicherweise erspart. Wir waren besorgt um Rusty und schalteten eine Hundetrainerin ein. Mama schloss das Tor regelmäßig ab, damit niemand so einfach auf unser Grundstück kam und anfangs bekam er unterwegs einen Maulkorb. Überhaupt vermieden wir stressige Situationen und erklärten ihn immer, wenn wir ihn an- oder ableinten falls er Gehörprobleme hätte. D.h. wir versuchten, seinen Stress zu reduzieren. Er wurde (wieder) sehr ruhig und folgsam. Es gab aber auch Momente, wo er nicht laufen wollte oder wo er für ein paar Minuten zitterte. Wenn ich kam, legte er sich nach der freudigen Begrüßung auf den Rücken und ich hielt ihm die „Pünktchen“. Das sind bestimmte Stellen an seinem Körper, die ich sanft hielt. Es beruhigte ihn und sein Stress floss ab. Danach schüttelte er sich, legte sich hin und war entspannt.
Vielleicht war Rusty krank und zeigte uns seinen Schmerz nicht. Das liegt an der wölfischen Natur der Hunde. Wenn sie ihren Schmerz zeigten, wurden sie vom Rudel zurückgelassen, was den Hungertod bedeutete. Für mich wäre es beruhigender, wenn er eines natürlichen Todes gestorben wäre. Die Ärzte tippen aber zu 90% auf Vergiftung. Kürzlich wurde genau in der Gegend, wo meine Mutter lief, ein Giftköder gefunden. In der Umgebung von Rodheim sind schon einige Hunde ermordet wurden, mit Gift oder Köder mit Rasierklingen bespickt. Da wird auch leider nichts untersucht, das sind ja „nur“ Tiere, also Sachen. Wir haben auf eine Obduktion und auf eine Anzeige verzichtet. Das Schlimmste ist, daß wir uns nicht von ihm verabschieden konnten.
Rusty hat einen festen Platz in meinem Herzen. Ich träume viel von ihn und bin ihm so dankbar für seine Treue. Es fällt schwer, ihn gehen zu lassen. Ich überlege mir mittlerweile, einen Hund zuzulegen, das braucht noch etwas Zeit, denn dafür sollte das Netzwerk bereit stehen. Aber, wer weiß?
Noch einige Worte zum Thema Hundemörder. Ich frage mich, wer so etwas tut. Wie groß muss die Wut sein, wenn man sich an Tieren auslässt? Bringt so jemand auch Menschen um? Schlägt der-/diejenige seine/n Partner/in oder die Kinder? Oder ist er/sie total verklemmt und hat keine Freunde? Oder ist der/diejenige ein ganz „normaler“ Mensch? Ich wünsche nur, dass das Morden aufhört und dass, wer auch immer so etwas tut, eine Therapie aufsucht.
Bitte verschwendet in Euren Kommentaren keine Energie an den Täter. Zuspruch und Trost leite ich gerne an meine Mutter weiter.
Selbstbemächtigung = Tierliebe zulassen
Morgens ist die Welt noch frisch und unberührt und es lohnt sich, die Umgebung zu erkunden. So viele Eindrücke: Wasserplätschern und seichter Wind, Vogelgezwitscher und Bienensummen, weiße, gelbe und violette Farbtupfer im linden Grün und duftende Blüten – herrlich! Unterwegs traf ich noch einen alten Bekannten auf ein Schwätzchen. So konnte der Tag gut starten.

„Die Grüne Mitte ist ein etwa zwei Quadratkilometer großes Gebiet, das zwischen den Maintaler Stadtteilen Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt liegt. Die Grüne Mitte hat eine wichtige Funktion als Naherholungs- und Freizeitgebiet für die Stadtteile. Sie ist aber auch durch ihre Wegstruktur eine attraktive Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrern und zu Fuß um in die anderen Stadtteile zu gelangen. Die Landwirtschaft nutzt viele Flächen als Weideland oder mäht die Wiesen als Grünfutter. Das Gebiet zeichnet sich durch eine attraktive, abwechslungsreiche Landschaft aus. Es befinden sich dort Streuobstwiesen, eine Flugsanddüne, Feuchtgrünland, Seen, Bachläufe und vieles mehr, außerdem ist sie ist ein Rückzugsgebiet für Vögel und andere Tiere und es wachsen dort seltene Pflanzen. …“
https://www.maintal.de/seite/419014/arbeitsgemeinschaft-gr%C3%BCne-mitte.html




















Selbstbemächtigung = Natur wirken lassen
Oberhalb des Städtchens Maintal-Hochstadt lohnt sich ein Spaziergang im Naherholungsgebiet Hartig. Hier hat’s einen sagenhaften Blick auf die Skyline von Frankfurt. Und gerade ist die Apfelblüte in vollem Gange. Anschließend kann man im Café Pearson & Puppe (meine Empfehlung) oder in einem der vielen Restaurants auf der Hauptstraße für’s „leibliche Wohl“ sorgen.
Wenn Ihr noch ein paar Bilder von Hochstadt haben wollt, schaut mal auf meine anderen Blogs:
https://monika-rauch.com/2021/12/08/alleine-raus/
https://monika-rauch.com/2021/04/25/immer-wieder-gerne-auf-der-hartig/
https://monika-rauch.com/2023/02/03/wie-urlaub/
Selbstbemächtigung = sich nah erholen
Urlaub! Die paar freie Tage nutzen wir für einen Wellness-Aufenthalt in der Rhön. Hier ist’s klimatechnisch etwas rauer als bei uns im Rhein-Main-Gebiet – es gefällt uns, wenn der Wind die Köpfe freibläst. Wir haben ein nettes Hotel mit einem schönen Wellnessbereich. Also gehen wir nachmittags in die Sauna und vormittags geht’s auf Wanderschaft.
Mir persönlich dient dieser Urlaub, meinen Rhythmus zu finden. D.h. ich entschleunige und versuche, eine Strategie zu entwickeln, die mir im normalen Alltag weiterhilft. Bewegung und Natur unterstützen mich dabei.
Selbstbemächtigung = Unterstützung in der Natur finden
Es wurde Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang mit meiner Freundin und unserem Lieblingshund. Diesmal ging es zum Alten Berg, dem kleinen Waldstück zwischen Nieder Wöllstadt und Petterweil. Wir starteten in Rodheim bei der Feuerwehr und hielten uns links parallel zur Landstraße nach Wöllstadt. Vorbei an einem Bauernhof, an Gärten, furchterregenden Wachhunden, neugierigen Ziegen und fruchtbaren Feldern, gelangten wir schließlich an unser Ziel. Während des Laufens unterhielten wir uns angeregt und bewunderten die üppige Natur. Wir sahen ein großes Rudel Rehe über die Felder flitzen, Gänse, Hasen und einen Gabelweiher. Und in den Feldern zwitscherten die Lerchen. Es war erhebend. Nach dem Spaziergang war das Engegefühl, was ich in letzter Zeit öfter im Brustbereich habe, verschwunden. Ich fühlte mich locker und frei.
Selbstbemächtigung = sich von der Natur heilen lassen
Drei Dinge wollte ich: Laufen, Kräuter sammeln und neues Terrain erkunden. Das Örtchen Büdesheim gehört seit der Gebietsreform 1970 zur Gemeinde Schöneck und somit dem Main-Kinzig-Kreis an. Geografisch gehört Büdesheim zur Heldenberger Wetterau. Es hat hier u.a. ein altes Schloß und ein neues, zwei Kirchen und eine Mühle. An eben dieser stellte ich mein Auto ab und lief den geteerten Weg zwischen dem Erlenbach und den Bahnschienen. Nach ca. einem Kilometer zweigte ein Feldweg links in Richtung des Baches ab. Dort erwarteten mich überschwemmte Wiesen mit Schwänen, Enten, Gänsen und Störchen. Über mir kreisten Milane und in Bäumen und Büschen zwitscherten die Singvögel.

















Beim Laufen war ich total „geflasht“. Die Natur bot mir wesentlich mehr an, als ich erwartete: Ich sah, hörte, roch, schmeckte und spürte und zugleich bewegte ich mich.
Und ein paar Kräutlein boten sich mir auch, hier die genießbaren;




Und die, die man lieber stehen läßt, weil sie giftig oder unbekannt sind:




Diese kleine Exkursion war ein richtiges „Erlebnis“. Dazu brauchte es gar nicht viel, ich hab lediglich die Natur in mein Herz gelassen. Und weit weg von zuhause war ich auch nicht.
Selbstbemächtigung: Natur erleben