Wetterauer Feierabend

Manchmal schaffe ich es, früher vom Job wegzukommen. Dann fahre ich nach Rodheim, hole meinen Lieblingshund ab und gehe spazieren. Ich habe meine Stellen und bin erstaunt, was die Natur für mich bereit hält. Ich klappere die Wiesen und Weiden nach Kräutern und schönen Motiven ab:

Noch fließt in den Gräben das Wasser.
Findest Du eine Feder, könnte Dein Schutzengel in der Nähe sein.
Langsam fängt der Raps an zu blühen.
Jeder Baum ist anders. Auch wenn sie knorrig oder schief da stehen, sie passen wunderbar in die Landschaft.
Hanfweide/Korbweide: Aus den langen Ruten lassen sich Körbe flechten.
Wetterau
Rusty durchschnüffelt die Umgebung und wartet geduldig auf mich.

Nur ein kurzer Spaziergang lässt mich herunterfahren. Vielleicht sollte ich mir beim nächsten Mal eine Decke mitnehmen …

Frühlingsstimmung

Abends, nach der Arbeit, sitze ich einen Moment im Garten und lass‘ den Frühling auf mich einwirken: Das Licht, die Farben, die Düfte, das Brummen der Bienen und Zwitschern der Vögel. Es ist warm, aber nicht heiß. Alles ist klar und frisch, ausgeruht vom Winter und voller Erwartung, was der Sommer bringen mag.

Blüten des Zierapfels

Dabei fahre ich wunderbar runter. Sonnenstrahlen kitzeln meine Haut und ich wache erfrischt wieder auf …

Wege zur Selbstbemächtigung

Immer wieder gerne auf der Hartig

Typische Landschaftsbilder: Windmühlen und Apfelbäume.

Die Streuobstwiesen „Auf der Hartig“ laden zu abwechslungsreichen Spaziergängen mit Fernblicken nach Frankfurt und in den Main-Kinzig-Kreis ein. Hier gibt es noch alte Apfelsorten wie „Goldparmäne“,
„Chaboulais“ und „Gute Luise“. Der Arbeitskreis Streuobst (http://www.streuobst-maintal.de/) und der Obst- und Gartenbauverein (https://www.ogv-hochstadt.de/) sorgen für den Erhalt und die Pflege des Kulturlandes. Z.B. kann man Baumschnittkurse belegen oder Vorträge über die heimische Tier- und Pflanzenwelt besuchen – soweit es die Pandemievorschriften derzeit zulassen.

Das Schützenhäuschen – ein Wahrzeichen des Weinanbaus, der hier bis vor 100 Jahren stattfand. Mittlerweile gibt es wieder einen Winzerverein, der die alte Tradition aufleben lässt. https://www.ersterhochstaedterwinzerverein.de/vereinsgeschichte_des_ersten_hochstaedter_winzervereins_in_hochstadt_am_main
Burenziegen als Landschaftspfleger – sinnvoll gegen die „Verbuschung“ – sie fressen sogar Brombeertriebe. Burenziegen wurden in Südafrika gezüchtet. Daher der Name.
Maintal-Hochstadt

Von den Streuobstwiesen hier kommt auch das hessische „Stöffche“ (Apfelwein), das von einigen Keltereien produziert wird. Außerdem gibt es den richtigen Wein, der vom Winzerverein vinifiziert wird. Genießen kann man die Weine und Säfte auf den vielen Hochstädter Festen oder in den Gasthäusern und Schenken der Umgebung.

Himmelblau

Wanderung von Rodheim vor der Höhe durch den Alteberg Richtung Okarben und Petterweil

Ein sonniger Tag im April Endlich wird es wärmer. Die Natur entfaltet sich mit voller Macht. Wir laufen durch den lichten Wald und lassen uns dabei die Sonne ins Gesicht scheinen. Zartes Grün umhüllt die vormals kahlen Zweige. Besonders Kirschen und Schlehen stehen in voller weißer Blüte. Kräuter und Blumen schießen aus dem Boden und versorgen uns mit Nahrung und Heilkräften.

Und immer wieder inszeniert die Sonne mit ihrem besonderen Licht eine blaue Kulisse, die die Schönheit und Vollkommenheit der Natur unterstreicht:

Wetterau -weites Land.
„Vor“ dem alten Berg – Richtung Osten von Rodheim aus.
„Hinterm“ Alten Berg Richtung Okarben.
Klötzl-Teich, Rusty am Bach und Biber hat’s da auch.
Der Alteberg (aale Bersch, alter Berg) wird von den Karbenern Lilienwald genannt.
Pfadfinderlager Lilienwald
Hochstände und viel Landschaft
Baumpilze – sie sind steinhart. Der Pilz im Grünen ist weich und hat ordentlich Sporen gestaubt.

Für was steht die Farbe Blau? Himmelblau z.B. vermittelt Leichtigkeit und Jugendlichkeit. In vielen Religionen ist Blau Ausdruck des überirdisch Göttlichen. Blau wirkt harmonisierend, erweiternd und beruhigend. Helleres Blau steht für Aufgeschlossenheit und Klarheit. So ist das ja tatsächlich auch mit dem Frühling. In dieser Jahreszeit ist alles frisch und klar und bereit für das weitere Jahr.

Mit all seinen Farben fordert uns der Frühling auf, die alte Müdigkeit abzulegen und bereit zu sein für Wachstum und Gedeihen – auf allen Ebenen. Da wir zur Natur gehören, unterliegen wir als Menschen genauso den Naturgesetzen wie Tiere und Pflanzen. Das dürfen wir nicht vergessen.

Wo bist Du blau?

Den Berg hoch ins Zauberreich

Kennt Ihr das kleine Land bei Bergen? Ihr braucht nur etwas Mut und Fantasie, wenn Ihr verzaubert werden möchtet.

Gleich am Anfang begrüßte uns der weise Schrat und erklärte mit strenger Mine die Regeln: „Lauft langsam. Öffnet Eure Augen. Fühlt den Wind. Riecht den Duft. Schaut, aber mischt Euch nicht ein. Lasst die anderen ihr Tagwerk tun. Ihr dürft nur den einen Weg gehen – nämlich Euren. Und ganz wichtig: Vertraut! Dann wird Euch Schönes widerfahren.“
Mit klopfenden Herzen gingen wir durch das Tor der schwarzen Dornen. Es raschelte und klapperte und wir hörten genau zu: „Wir sind wehrhafte Beschützer der Felder und Weiden und allem, was da lebt. Seid achtsam mit der Natur!“ Die Knospen wisperten uns zu: „Schaut, wie perfekt wir sind. Wir tragen bereits alles in uns.“ Als Beweis verströmen sie einen milden Duft.
Frische Böen fegten uns zwischen die Beine und trieben uns den Berg hoch. „Ha, ha, versucht mal auf dem Weg zu bleiben!“ Wir lachten zurück und liefen einfach weiter, denn wir waren stärker als der Wind.
Ungeahntes weites Land zeigte seine raue Schöheit. Wir atmeten tief ein und dabei öffnete sich unser Herz.
Oben auf dem Berger Berg empfing uns die kluge Pferdedame Charlotte: „Ihr dürft mich gerne streicheln, das mag ich wirklich sehr. Aber passt auf mein Pony auf, ich komm‘ gerade vom Friseur!“ Erst zaghaft, dann immer mutiger, ließen wir uns auf die Nähe ein. Es war unglaublich: Jede zärtliche Berührung kam doppelt zu uns zurück. Wir verabschiedeten uns von Charlotte und beobachteten, wie fleißige Wichtelmänner die Strohhalme rollten. Die mächtige Strobe weit hinten rief uns zu: „Geht weiter, lasst sie in Ruh‘ ihr Tagwerk tun!“
Die beiden Sträucher standen ganz nah am Weg: „Was meint Ihr, wer wir sind? Das weiß doch jedes Kind. Im Herbst, wenn wir unsre Früchte tragen, könnt Ihr erneut uns fragen. Aber jetzt geht. Es dämmert schon, wie Ihr seht.“

Als wir beim Auto waren, drehten wir uns noch einmal um. Ein sanfter Schleier umhüllte das Land. Und oben blinkte ein Stern: „Behaltet uns in Euren Herzen. Erinnert Euch. Folgt Eurem Weg nun ohne Schmerzen. Besucht uns wieder. Jederzeit. Dann halten wir für Euch die Früchte bereit!“

Fotos und Texte: Monika Rauch

Schwarzdorn/Schlehe

Schon öfter habe ich über die Schlehe geschrieben. Nun  machte mich meine Mutter darauf aufmerksam, dass der Winter erst dann ginge, wenn die Schlehen verblüht seien. Meine Mutter hat die Weisheit von Ihrer Schwiegermutter und das würde im Dorf auch so erzählt werden.

Meine Idee dazu ist, dass die Schlehen vielleicht Kälte benötigen, um lange blühen zu können.

Dieses Jahr ist’s ganz schön kalt und die Schlehen blühen schon geraume Zeit …

Ich habe bisher keine Überlieferung finden können, deshalb kreiere ich meinen eigenen Spruch dazu:

„Blüht der Schwarzdorn lange zart, bleibt der Winter länger hart.“

Kennt Ihr diese Weisheit oder sogar einen Spruch dazu? Habt Ihr andere Sprüche zu Natur und Pflanzen auf Lager?



Kurz vor der Kirschblüte

Kirschendorf Ockstadt

Das Wetter war etwas trüb und es sollte regnen. Daher ging unser Ausflug in die Nähe. Das Wetter hielt, und wir waren doch wieder 2 Stunden unterwegs. Die Tour war abwechslungsreich, so konnten wir einen erschöpften aber glücklichen Hund nach Hause bringen.

Bald ist alles weiß.

„Der Friedberger Stadtteil Ockstadt ist für seine Kirschen weit über die Grenzen der Region bekannt. Das liegt sicherlich auch an den 42.000 Kirschbäumen, die sich rund 500 Eigentümer teilen, die meisten freilich besitzen nur wenige Bäume Den klassischen Obstanbau im Nebenerwerb betreiben noch rund 50 Ockstädter Kirschenbauer. …“ (https://tourismus.wetterau.de/natur/aktivitaeten/wandern/wetterausflug/zu-den-ockstaedter-kirschen/)

Kirschplantagen und andere Bäume
Blick nach Ockstadt und Friedberg
Renaturierung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz
Rusty, unser treuer Begleiter … er liebt übrigens Wasser … und Stöckchen.

Pandemiebedingt hatte ich meinen Osterurlaub zuhause bzw. bei meiner Mutter (meinem zweiten Zuhause) verbracht. Ich klapperte mit meinem Mann und mit Freundinnen, mit und ohne Rusty, unsere Umgebung ab und entdeckte viel Neues. Zwischendurch habe ich im Haus und Garten geschafft und alte/neue Rezepte gekocht und gebacken. Es war eine tolle Woche!

EXPERIMENT: Eiweißbrot mit Sauerteig

Alles zerkleinern, mit Wasser, Salz, 3 Teelöffel Anstellgut verrühren, warm stellen. Immer mal rühren, dann kalt stellen und backen. Bin gespannt ...

Experiment Teil II

Da der Teig mir zu pampig war und überhaupt nicht aufgegangen ist (nach 4 Stunden Wärme), mischte ich Quark unter, stellte ihn kühl  und buk ihn abends bei ca. 200 °C für  50 Minuten. Im Ofen war ein Gefäß mit Wasser, für genügend Dampf. Außerdem hatte ich den Teig mit Sesam und Mohn bestreut.

Fazit: Die Brötchen sind außen  knusprig,  aber innen seehr weich. Ich habe sie eingefroren für später als Wegzehrung für meine Kräutertouren. Heute Mittag gibt es eines mit Lachs.

Und: Ich probiere es noch mal mit Sauerteig, aber mit weniger Nüssen (ist mir zu süßlich).

Rezept: Cashewkerne, Mandeln, Weizenkleie, Sesam, Sojamehl, Salz, Wasser, 4 Teelöffel Sauerteig-Anstellgut + Magerquark zerkleinern und vermengen, warm und kalt ruhen lassen, mit Saaten bestreuen. Bei ca. 200°C ca. 50 Minuten backen.

Bingenheimer Ried

Standort: Echzell/ Wetterau. Der Parkplatz läßt sich über Google Maps gut finden.

Naturschutzgebiet mit Feuchtwiesen, Auen, vielen Störchen, Gänsen, Enten, Wattvögeln, Rindern, Rehen, Bibern, Nutrias und seltenen Pflanzen. Unser Auto stellten wir am Parkplatz Bingenheimer Ried ab und liefen einmal um das Gebiet herum, wir waren etwa zwei Stunden unterwegs für ca. zehn Kilometer. Unterwegs gab kleine Stationen mit Erklärungen, außerdem gab es auch ein paar Bänke, die zum Verweilen einluden. Das raue Aprilwetter mit Wind, Sonnenschein und ein paar Schneeflocken ließ uns denken, wir seien am Wattenmeer.

Wir sahen viele verschieden Vogelarten und zwei Sprünge Rehe, die über die Felder liefen. Da ich mit dem Handy fotografiere, konnte ich keine guten Fotos davon machen. Dafür lagen aber einige Fotografen mit riesigen Objektiven auf der Lauer.

Hier gibt es über 50 Storchenpaare.

Das Ried ist etwas Besonderes. Ich war sehr bewegt von der Vielfalt dort. Die Mitglieder vom NABU leisten eine klasse Arbeit. Hier der Link ihrer Homepage: http://www.nabu-bingenheim.de/verein/chronik/

Fotos: Monika Rauch