Was für ein herrlicher Tag! Die Sonne schien und die Pflanzen streckten ihre zarten Blättchen aus dem Boden. Zeit, meine Kräutertouren wieder aufzunehmen.
Ich war unterwegs in Rodheim zu meiner Lieblingsstelle Richtung „Alter Berg“. Dort stehen an einem Bachlauf eine Reihe mit Pappeln. Seit Jahrzehnten prägen sie die Landschaft – ein Blickfang in der sonst eher gleichförmigen Wetterau.
Eine Landschaftsmarke verschwindet
Was für ein Kahlschlag! Angeblich seien die Bäume von innen heraus verfault und in den Kronen wäre zu viel Totholz. Ich, als Laie, konnte allerdings in den Baumscheiben nichts Morsches erkennen. Gut, Totholz in den Kronen ist schwierig zu entfernen. Da machen wir gleich lieber den ganzen Baum weg. Wie praktisch. Die ganze Aktion sei mit dem NABU abgestimmt.
Von den herumliegenden Zweigen habe ich einige Knospen der Balsam- und der Schwarzpappel abgezwackt. Eigentlich benötigt man in der Gemmotherapie nur wenige Baumknospen, da sie das geballte Erbgut des Baumes in sich tragen.
Ich bin wirklich sehr betroffen über das Abholzen. Es mag Gründe dafür geben und gleichzeitig frage ich mich, welche anderen Interessen hinter dem Vorgehen stecken mögen. Vielleicht wird ja wieder aufgeforstet. Das bleibt abzuwarten.
Pappeln sind schnellwachsende Bäume, die es gerne feucht mögen. Sie können über 300 Jahre alt werden und gehören zur Familie der Weiden. Ihre Heilkraft haben sie hauptsächlich in den Knospen und in ihrer Rinde.
Nachdem ich mich von meinem Schrecken etwas erholt hatte, wanderte ich weiter und ließ mich von der Natur wieder beruhigen.
Philosophisches
Es liegt anscheinend in unserer Natur, den Ast zu zersägen, auf dem wir sitzen. Wir betonieren die Landschaft zu, breiten uns aus, verpesten die Luft und zerstören Natur und unsere Mitlebewesen, als gäbe es kein Morgen mehr. Dabei sind wir doch Natur – keine Automaten, an denen man drehen und schrauben kann! Wieso leugnen wir das wehement in unserer ach so hochentwickelten Gesellschaft? Wäre wirklich mal interessant, welches tiefsitzendes kollektives Trauma die Ursache dafür ist. Das „Habenwollen“ deutet auf ein großes gesellschaftliches Mangeldenken hin. Vielleicht finden wir uns selbst nicht, gerade weil wir uns von unserem Ursprung abgeschnitten haben? Und unsere Natur übertünchen wir mit allem, was es schönes Glitzerndes zum Kaufen und Ablenken gibt.
Natur ist stark und gewaltig, sie ist da. Es wird immer ein Morgen geben – nur vielleicht ohne uns?
Selbstbemächtigung = sich auf unser eigene Natur besinnen
Mal ehrlich: Ich liebe Butter!Aber: Fast alle Buttersorten sind mit Mineralölen belastet🤢. Außerdem möchte ich den Konsum von tierischen Produkten reduzieren. Margarine schmeckt mir nicht wirklich und wenn man die Inhaltsstoffe von Margarine betrachtet, finde ich die Mineralöle in der Butter fast schon wieder lecker: Neben vielen Füllstoffen findet man in der Margarine gehärtete Fette (meistens das gesundheitsschädigende Palmfett). Also ist der größte Teil der Margarinesorten keine wirkliche Alternative – mag die Werbung auch etwas Anderes vorgaukeln.
Hab‘ im Internet recherchiert – die Rezepte sind ziemlich ähnlich:
3 Teile Bio-Pflanzenöl (möglichst kaltgepresstes),
1 Teil Bio Kakaofett (kann man als Pastillen kaufen),
optional etwas Salz, Gewürze, Kräuter.
Bei ca. 30°C im Wasserbad schmelzen, würzen und im Kühlschrank aushärten lassen. Danach aufschlagen und in ein Schraubglas füllen.
Morgen wird es getestet. Ich werde es als rutschfeste Unterlage für mein Pausenbrot nutzen, wahrscheinlich mit Rohkost belegt.
Selbstbemächtigung = Grundnahrungsmittel selbst herstellen
Wir bekommen Frühstücksbesuch und haben kein Brot im Haus …
Abends setzte ich einen schnellen hellen Teig an:
ca. 500 g Weißmehl, 1 Teelöffel Trockenhefe + 1 Prise Zucker, 2 Teelöffel frischen Sauerteig (hab ich immer im Kühlschrank), 2 Teelöffel Salz, einen guten Schuss Olivenöl + Wasser
Daraus knetete ich mit der Hand einen Teig, den ich erst warm stellte, faltete und dann kalt stellte.
Am Morgen kam er mir dann doch etwas mickrig vor, so bereitete ich einen schnellen Teig aus Mehl, Hefe, Salz, Quark, Distelöl, Wasser zu.
Beide Teige positionierte ich in einem gewässerten Römertopf.
Damit dieser nicht zerbricht, wird er kalt in den Ofen gestellt. So gibt er Feuchtigkeit ab und der Teig kann aufgehen. Nach ca. 40 Minuten bei 200°C wird der Deckel entfernt und das Brot backt ca. 20 Minuten nach.
Mit dem Ergebnis waren wir sehr zufrieden, beide Brote waren sehr lecker. Ich selbst bevorzuge das „Übernachtbrot“: der Sauerteig hat einen etwas kräftigeren Geschmack und die Struktur des Teiges ist feiner. Außerdem ist ein Brot, welches länger gärt, bekömmlicher – das Gluten im Mehl hat länger Zeit, umgebaut zu werden.
Diesmal habe ich einen Fußbalsam 🦶🏻mit Kartoffelschalen-, Kiefernnadel- und Beifußöl hergestellt. Hinzu kamen ätherisches Salbei- und Lorbeerblattöl.
Die Kräuter und die Kartoffelschalen plus Olivenöl ließ ich für einige Stunden im Wasserbad bei ca. 70°C ausziehen. Nach dem Abfiltern hatte ich ca. 450 ml Ölauszug. Diesen erwärmte ich und schmelzte darin Bienenwachs und Kakaobutter. Vom ätherischen Öl habe ich ca. 50 Tropfen in die Mischung laufen lassen. Danach füllte ich die noch flüssige Salbe in Tiegel und verschraubte sie nach dem Abkühlen.
Wurzelgemüse ist etwas in Vergessenheit geraten, dabei stand es jahrhundertelang auf unserem Speiseplan. Besonders im Herbst und Winter wird nach dem nahrhaften Gemüse gegraben, wenn das oberirdische Grün schon abgestorben ist. Bei der allgemeinen Bezeichnung „Wurzeln“ differenziert man zwischen Knolle und Wurzel.
Bei der Knolle wird ein Rhizom ausgebildet. Die Wurzeln wachsen dabei an der Unterseite des Rizoms.
Meine Gartenschätze
Heilung durch Nahrung und Wurzelmedizin
Wurzeln und Knollen sind reich an Vitamin A, B und C, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium sowie Phosphor. Zudem enthalten sie viele Nahrungsfasern. Diese wiederum regulieren die Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.
Die meisten Wurzeln kann man essen und einige dienen nur als Medizin.
Alantwurzeln wirken verdauungsfördernd, appetitanregend, schleimlösend, steigern die Magensäureproduktion und lindern Blähungen. Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Inulin, Bitterstoffe, Schleimstoffe. Eingesetzt wird der Alant bei Husten, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Hildegard von Bingen empfahl die Gabe von Alantwein (oder Tinktur). Außerdem wurden früher kandierte Alantwurzeln als Süßigkeiten gereicht. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mitteln mit Alant eher verzichten, da er als hoch allergen eingestuft ist.
Alant
Arznei- Rhabarber wirkt abführend, gegen Durchfall und Verstopfung, da es die Darmperistaltikanregt. Ihre Eigenschaften sind zusammenziehend und entzündungshemmend. Wegen dieser Wirkung, besonders auf den Darm, ist vom Verzehr abzuraten. Hier sollte man auf den Speise-Rhabarber zurückgreifen. Die Wurzel des Arznei-Rhabarbers ist zudem eine Färberpflanze für das Farbspektrum gelb bis braun. Auch könnte man damit seine Haare blondieren. Dazu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Zudem hilft eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln gut bei Zahnfleischentzündungen und bei Aphthen im Mund.
Arznei-Rhabarber
Beinwell In der Wurzel stecken Allantoin, Rosmarinsäure, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Äußerlich (als Breiumschlag und Salbe) wirkt sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung. Beinwell hilft bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, Knorpelveränderungen und Knochenbrüchen. Beinwell wirkt wie ein starker Kleber und ist eine machtvolle Heilpflanze. Da die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte man sie beim Essen nur sehr sparsam einsetzen.
Beinwell
Karotten (Wurzeln) wirken Krebs vorbeugend, Cholesterinspiegel senkend, enthalten viel Vitamin A, stärken Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere, Augen, Haut und Herz.
Karotten
Kartoffeln (Knollen) wirken basenüberschüssig, d.h. sie wirken einer Übersäuerung entgegen, sie enthalten viel Vitamin C, sind mineralstoffreich, enthalten viel Kalium und sind daher gut fürs Herz und fürs Immunsystem. Kartoffelschalen enthalten u.a. Solanin – daraus kann man eine reichhaltige Fußcreme machen: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/
Kartoffeln
Knollensellerie starker Entzündungshemmer, senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, enthält viele Vitamine und Antioxidantien.
Knollensellerie
Löwenzahnwurzeln stärken Nieren, Leber, Milz, Darm, Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken harntreibend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend. Die gesäuberten kleingeschnittenen Wurzeln kann man als Tee aufgießen oder man kann sie als Kaffeeersatz nutzen. Dazu röstet man die Wurzelstückchen trocken in der Pfanne. Wenn diese braun sind, kann man sie zu Pulver vermahlen und wie Kaffee zubereiten.
Löwenzahn
Pastinaken Die essbaren Wurzeln senken den Cholesterinspiegel, fördern Verdauung und Nierentätigkeit, sind fiebersenkend, schmerzlindernd, kühlend, stärkend.
Pastinaken
Schwarzwurzeln sind schmackhaft, kalorienarm und haben viele Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Anteil von Inulin, einem Ballaststoff, wirkt sehr positiv auf das Verdauungssystem. Heilsam wirken sie auf Leber, bei Augen- und Herzkrankheiten und Epilepsie. Schwarzwurzeln gibt es in weiß (unter der Rinde) oder in lila. Die Rinde ist schwarz oder dunkel und färbt beim Arbeiten ab. Also lieber Handschuhe anziehen!
Schwarzwurzeln
Topinambur Die Wurzeln mit ihren knollenförmigen Verdickungen sind essbar. Sie wirken entzündungshemmend, Krebs vorbeugend, enthalten u. a. B-Vitamine und viel Inulin, (Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel stabil hält) und wirken positiv auf Bauchspeicheldrüse und Leber.
Topinambur
Natürlich gibt es noch andere Knollen und Wurzeln, die in unseren Breitengraden wachsen und die man kaufen kann. Dazu zählen Radieschen, Radi, Meerrettich, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Nelkenwurz …
Zubereiten kann man die essbaren Wurzeln und Knollen recht unterschiedlich – gedünstet, gekocht, mit Butter oder Bechamelsoße, paniert, gebraten und am liebsten als Suppe.
Wärmende Wintersuppe
Quer durch Garten und Kühlschrank
Alles, was der Vorrat hergibt, kommt in die Suppe und im Garten werden die Wurzeln ausgegraben. Wie gut, dass ich ungefähr weiß, wo im Sommer der Topinambur stand und die Pastinaken wachsen eh im Hochbeet. Das Gemüse wird geschält, geputzt, geschnippelt und in Wasser geköchelt bis es gar ist. z.B. Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Spitzkohl, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken, Topinambur. Als Würze kann man Suppenpulver und Muskatnuss verwenden, etwas Misopaste einrühren – lecker! Für frisches Grün sorgen Pastinakenkraut, ein paar Stengel Liebstöckel oder Petersilie. Et voilá – fertig ist eine leckere warme Mahlzeit.
Lecker Süppchen – bei uns kamen noch ein paar vegetarische Gartenklöschen hinein.
Philosophisches
Winterzeit ist Ruhezeit. Viele Pflanzen ziehen sich zurück und haben ihre Kraft in den Wurzeln. Graben wir nach ihnen, so können wir von ihrer Energie profitieren. Die Natur fordert uns auf, uns ebenso zurückzuziehen und uns ganz auf unseren Wesenskern zu konzentrieren. Im Frühjahr brechen die Triebe aus den Wurzeln hervor, die Pflanzen wachsen und füllen die Erde mit Leben. Genau darum macht die Winterruhe auch bei uns einen Sinn – damit wir erholt und kraftvoll unseren Weg beschreiten können.
Selbstbemächtigung = uns auf (unsere) Wurzeln konzentrieren
Lateinisch essentia = Wesenheit, Kern, Auszug, Extrakt (lat. Verb esse = existieren, sein)
Man könnte auch sagen, dass die Seele der Pflanze in die Tinktur übergeht.
Tinkturen sind in Alkohol (alternativ in Essig, Aceton, Wasser, Wein, Weingeist …) gelöste Wirkstoffe von Pflanzenteilen (oder tierischen Bestandteilen🤢). Soweit mir bekannt ist, nutzen Apotheken ungefähr 30% Pflanzenmaterial und 70% Alkohol. Meine Mischungen sind ungefähr halbe/halbe. Für meine Tinkturen nutze ich klaren 38-prozentigen Alkohol (Wodka, Doppelkorn). Bei festem Material (Wurzeln, Rinde) nehme ich 98-prozentiges Ethanol (Primasprit), das später verdünnt wird.
Bei einer Tinktur werden getrocknete Pflanzen verwendet und bei einer Urtinktur nimmt man frische Bestandteile.
Es war an der Zeit, meine (Ur-)Tinkturen abzusieben:
Duftveilchen
Die Duftveilchen-Urtinktur riecht sehr angenehm, hilft bei Husten und Halsentzündung.
Steinklee
Weißer Steinklee ist ein Venentherapeutikum und hilft bei Krampfadern, Hämorrhoiden und Ödemen.
Fichte
Fichtenzapfen und Fichtennadeln … diese hab ich über ein halbes Jahr in Wodka ausziehen lassen. Die Tinktur ist dunkelbraun und riecht sehr harzig. Ich werde sie nur äußerlich anwenden. Die Zapfen wirken bei Gelenks- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Weichteilrheuma, Verletzungen, Entzündungen oder eitrigen Wunden. Die jungen Fichtennadeltriebe zogen in einem anderen Behälter aus, der Geruch ist wesentlich feiner. Fichtennadeln wirken innerlich wegen ihrer ätherischen Öle gut bei Erkältungskrankheiten.
Rhabarber-Wurzeln
Die Urtinktur aus der Wurzel des Arznei-Rhabarbers zog ungefähr ein Jahr aus. UPPS! Innerlich wirkt die Wurzel als Abführmittel bei Verstopfungen und Durchfall und äußerlich bei Mund– und Zahnfleisch-Entzündungen oder bei Aphten im Mund. Die Wurzel wird auch als Färbemittel, besonders bei Wolle, verwendet. Das Farbspektrum geht von gelb bis rötlich-braun. Äh … nicht, dass ich nach einer Mundspühlung gelbe Zähne bekomme …
Beifuß
„Heilkraut der Frauen“ wurde der Beifuß früher gerne genannt, weil er positiv auf die Unterleibsorgane wirkt, aber auch gut bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann. Versuchsreihen mit Beifuß, insbesondere mit dem einjährigen, verzeichnen Heilerfolge bei Corona, Krebs, HIV und Borreliose.
Dosierung (bei erwachsenen, lebergesunden und alkoholUNabhängigen Menschen): bei akuten Beschwerden 3 – 5 x täglich 1 Teelöffel der Tinktur
Eine alte Kräuter-Weisheit besagt, dass Du das in Deiner Nähe findest, was Du gerade brauchst. Also Augen und Herz öffnen, damit Dir Heilung widerfahren kann!
Naturseele
Horchet, prüfet, fraget, welches Unheil Euch hier plaget.
Vertrauet und spüret, wohin es Euch führet.
Mit Mutter Erde Euch verbindet, dass sie Euch findet.
Denn sie dient, dass Euch nichts fehle – Naturessenz ist Seele.
Mit dankbarem Herzen nehmt an die Gabe, dass sie Euch labe.
Monika Rauch
Was mache ich eigentlich mit dem ganzen Kräuter-Kram, den ich im Laufe der Zeit so herstelle? Das frage ich mich tatsächlich oft auch. Die Tinkturen nutze ich selber oder verschenke sie im Familien- und Bekanntenkreis. Ich bin erstaunt, wie gut sie wirken – nichts wirkt aber bei jedem gleich. Daher verlasse ich mich auf meine Intuition und teste zusätzlich mittels „Swaytest“* aus.
*Swaytest: To „sway“ bedeutet auf Englisch „schwanken“ – d.h. ich stelle leise für mich eine Ja/nein-Frage, anschließend beobachte ich meinen Körper. Neige ich mich leicht nach vorne, bedeutet es Zustimmung/Zuneigung also „ja“. Neige ich mich nach hinten bedeutet es Ablehnung/Distanzierung, d.h. „nein“.
Monika Rauch
Disclaimer: Letztendlich trägt jeder die Verantwortung für sein Tun selbst. Bei starken Krankheitssymptomen empfehle ich, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Meine Erfahrungen entspringen der traditionellen Volksheilkunde.
Selbstbemächtigung = Augen und Herz für die Essenzen der Pflanzen öffnen
Die getrockneten Kräuter müssen langsam mal in die Gläser. Nach so einer Aktion sieht die Küche aus wie ein Schlachtfeld und der Staubsauger freut sich.😱
Nachtkerzen
Nachtkerzenblätter für Tee (*beruhigend, bei Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden), Nachtkerzensamen für Öl oder als Müslizutat, (* Cholesterinspiegel und Hormonhaushalt regulierend, bei Herzkreislauferkrankungen, Haut regenerierend, entzündungshemmend).
Bei der Ernte muss man ganz vorsichtig vorgehen. Sonst streuen sich die vielen Samen unkontrolliert aus.
Brennnesseln
Brennnesseln, ein Superfood und Heilmittel, rechts sieht man die weiblichen Samenstände – Fotos: Monika Rauch und Pixabay
Brennnesselblätter für Tees („durchspülend“ bei Harnwegsinfekten, Stoffwechsel und Galle/Leber anregend, entgiftend), Brennesselwurzeln gut für Haare und Nägel, Brennnesselsamen fürs Müsli mit allen Inhaltsstoffen, die die Pflanze zu bieten hat (den Samen sammelte ich bereits im Frühherbst).
Brennnesseln mit Wurzeln, Stielen und BlätternGetrocknet und „eingetütet“
Ich bin eine zertifizierte Kräuterfrau – genauer gesagt, die Kräutermoni. Ich versuche, so viel wie möglich über die Pflanzen zu lernen. Dazu lese ich viel, fotografiere und schreibe meine Blogs darüber. So lerne ich, schreibe dabei eine Art Tagebuch und Ihr profitiert ebenso davon. Jetzt, in der dunkleren Jahreszeit, verlagere ich meine Arbeit nach innen. Abends oder am Wochenende, mit einer Tasse Tee „bewaffnet“, komme ich zur Ruhe und verrichte das Rebeln, Abfüllen, Rühren im Warmen. Dabei fahre ich innerlich runter – die Pflanzen helfen mir dabei mit ihrem Duft, Aussehen und der Haptik. Ich bin ganz beim Tun und komme dabei bei mir an.
Selbstbemächtigung = mit der Arbeit nach innen gehen
Raus will ich Ins Grüne gehn, Luft einsaugen Farben sehn. Laufen dabei Schritt um Schritt, Allein mit mir Mit festem Tritt. Ruh breitet sich Im Herzen aus - Die gute alte Mittagspaus.
Ich werde nochmal einen Streifzug durch meinen Garten machen und nach Salbei, Melisse, Beifuß, Minze etc. Ausschau halten und diese dazuschichten.
Die Pflanzen werden gesäubert, kleingeschnitten und abwechselnd mit Zucker in ein Glas geschichtet. Der Zitronensaft wird über die abschließende Schicht Zucker gegeben. Das Glas wird verschraubt und für mindestens drei Wochen dunkel gestellt. Nach einiger Zeit wird der Zucker flüssig und entzieht dem Pflanzenmaterial die Wirkstoffe. Um die Sache zu beschleunigen, kann man auch das Glas im Wasserbad vorsichtig erwärmen. Wenn die Mazeration abgeschlossen ist, wird der Sirup abgesiebt und in sterile Flaschen gefüllt. Der Sirup ist für ca. ein Jahr haltbar.
Dosierung
Vorbeugend 3 x täglich je einen Teelöffel bei Kindern und 3 x täglich einen Esslöffel bei Erwachsenen. Bei akuten Beschwerden die Dosis erhöhen und beobachten. Bei Kindern maximal 5 Teel. am Tag geben. Der Sirup kann auch als Süßungsmittel im Tee verwendet werden.
Selbstbemächtigung = die eigene Heilung selbst in die Hand nehmen
Disclaimer Ich schreibe über traditionelle Verfahren, die Kraft der Kräuter zu nutzen. Ich gebe keine Heilversprechen ab. Und ich lege meine persönliche Sichtweise als Kräuterfrau dar. Bei gesundheitlichen Problemen und/oder allergischen Reaktion ist die erste Adresse zur Hilfe immer ein/e Ärztin/Arzt oder Heilpraktiker/in.
Heute Morgen haben mich drei Pflanzen erfreut, die über Nacht (bzw. am frühen Morgen) erblüht sind. Die Farbe Gelb symbolisiert die Sonne, die Licht und Wärme schenkt und zum Wachstum anregt. Gelb vitalisiert und hebt sie Stimmung. Sie regt zum inneren Wachstum an. Farbkreis Gelb ist als Primärfarbe im Farbkreis die hellste Farbe – Lila oder Violett sind Gegenfarben oder Komplementärfarben zu Gelb. Das bedeutet ä, dass beide Farben nebeneinander die Intensität gegenseitig unterstützen.
Nachtkerze
Bei uns blühen die Nachtkerzen! Ich hab‘ den Samen vor 2 Jahren bei einer wilden Pflanze abgeknappst und in den Kräutergarten geworfen. Heilwirkung Die Nachtkerze wirkt hautheilend (entzündungshemmend), blutdrucksenkend und entspannend. Die wird eingesetzt bei Hauterkrankungen, zur Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und in der Frauenheilkunde(z.B. bei PMS).Aus den Samen kann man, in Öl ausgezogen, das wertvolle Nachtkerzenöl herstellen. Essbar Die Blüten sind essbar, sie haben einen leicht scharfen Geschmack. Sie können aber auch in den Kräutertee wandern. Im Herbst gräbt man die Wurzeln aus und kann sie zu verschiedenen Speisen verarbeiten. Symbolik Da die Nachtkerze nächtlich erblüht, symbolisiert sie spirituell das Licht im Dunkeln und steht für Neuanfänge und Entspannung.
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Bei mir sitzt es, wenig beachtet, in einem Blumenkübel. Heilwirkung Pfennigkraut hilft bei Husten, Magen-Darm-Erkrankungen sowie bei Durchfall. Dazu wird das Kraut getrocknet und als Tee getrunken, der bitter schmeckt. Äußerlich kann ein Umschlag aus frischen, zerstoßenen Blättern bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen, Geschwüren und Hautausschlägen helfen.
Feuerlilie (Lilium bulbiferum)
Die Zwiebelpflanze ist winterhart. Normalerweise hat die Pflanze eine orange-rote Farbe. Sie ist eine Randpflanze, die es gerne halbschattig mag und auf leicht kalkigem Boden wächst. Sie wächst im mitteleuropäischen, alpinen Raum und steht auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Heilwirkung Die Zwiebel ist, zumindest für Katzen, giftig. Daher würde ich sie nicht innerlich verwenden. Äußerlich soll die Pflanze die Narbenheilung und Wundheilung fördern.
Selbstbemächtigung = sich vom Gelb inspirieren lassen