Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück.
Langsam wird es ruhiger: Pflanzen ziehen sich in ihre Wurzeln zurück, Tiere gehen in den Winterschlaf, Vögel fliegen in den Süden … und wir?
Selbstbemächtigung = Rhythmus der Natur leben
Dieses Jahr ist es so wunderbar mild im November und wenn man die Augen offen hält, kann man noch so einiges entdecken.




Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück.

Jeder einzelne Sonnenstrahl, jede Blüte und jedes Kraut nehme ich dankbar an. Ich freue mich, dass der Rückzug in den Winter langsamer als sonst vonstatten geht. Die Ruhe in der der Natur ist mir willkommen, denn sie lässt mich das alte Jahr verarbeiten und Kraft sammeln für eine neue Zeit.
Selbstbemächtigung = langsamer Rückzug
Es war Samstag und ich wollte mich eigentlich ausruhen. Gut, das Brot für die Woche sollte schon vorbereitet werden. Daher rührte ich mal eben den Ansatz an und stellte ihn in Heizungsnähe. Dann plazierte ich mich selbst neben die Heizung (und dem Anstellgut), um ein bisschen zu schreiben. Dabei sinnierte ich übers Frühstück. Da ich noch das Nachthemd anhatte und es draußen trüb war, suchte ich mir ein schnelles Rezept im Netz heraus. So musste ich mich von meinem warmen Plätzchen erheben und loslegen. Geht ja schnell, dachte ich. Aber irgendwie kam eins zum anderen und ich war fast den ganzen Tag auf den Beinen.


Das Anstellgut blubberte an der warmen Heizung ziemlich schnell ziemlich stark d.h. der Teig musste bereitet werden.


Beim Wursteln fielen mir getrocknete Brotreste in die Hände. Dank Suchmaschine fand ich ein Grundrezept für einen Brotkuchen.

Demnächst will ich mit den Pflanzenauszügen Salben und Cremes herstellen. Daher wird es Zeit, die Tinkturen und Öle von ihren Kräutern zu trennen.


Den ganzen Tag drinnen und das auch noch im Nachthemd! Was sollen denn die Leute sagen? Omg! Daher: Katzenwäsche, was Altes anziehen und raus in den Garten!

Wenn ich in der Küche werkele, putze ich zwischendurch die Flächen, spüle und räume auf. Trotzdem sieht es leicht nach Schlachtfeld aus.

Meinen Aktivtag unterbrach ich am Abend, um mich mit einer Freundin zu treffen. Später tranken wir noch einen Kaffee bei mir und verspeisten dazu ein Stück Brotkuchen. Naja, der Kaffee mobilisierte meine letzten Kräfte für die Restarbeiten. Total erschossen, aber glücklich, fiel ich in einen komatösen Tiefschlaf.
Was ist das, das ich wie eine Bekloppte schaffe und das in meiner Freizeit? Es kommt bei der Arbeit eins zum anderen, ich suche nach Rezepten, überlege mir einen Zeitplan und organisiere, damit alles gut läuft. Ich bin ganz bei der Sache und im Flow. Zudem bin ich hochzufrieden, dass ich alle möglichen „Reste“ gut verwerten konnte. Für mich ist das Selbstbemächtigung = Selbstversorgung + Selbstfürsorge.
Da ich immer mal solche „Anfälle“ habe, hier noch ein ähnlicher Artikel von mir: https://monika-rauch.com/2022/10/02/flash-cooking/

Nach dem heißen Sommer
sind die Pflanzen im Kräutergarten noch mal richtig üppig gewachsen.
Eigentlich heißt es, die Kraft der Kräuter zöge sich in die Wurzeln zurück. Daher sei das Kraut nicht mehr so heilsam.
Uneigentlich sind sie Kräutlein saftiger als im Frühjahr. Daher ernte ich fleißig in den nächsten milden Tagen.
Bei Alant, Arznei-Rhabarber und Beinwell stimmt das auch. Die Pflanzen sind abgewelkt. Der Boden ist schön feucht, so dass ich von den Wurzeln etwas abspalten konnte.

Die lasse ich etwas trocknen und verarbeite sie später weiter.
Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur erkennen
Die Quitte kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird seit Jahrhunderten bei uns angebaut. Sie war ein wenig in Vergessenheit geraten und erlebt derzeit eine Renaissance.
Ich wurde mit Quitten reich beschenkt. Einige verschenkte ich weiter und den Rest verwertete ich selbst.
Quitten sind sehr gesund, sie enthalten Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Sie können Magen- Darmbeschwerden und äußerlich rissige Haut und Sonnenbrand lindern.

Zunächst muss man den „Pelz“ abwaschen. Dieser feine Pelz hat durchaus einen Sinn, denn er schützt die Frucht im Sommer vor der Sonne.

Gelee Der abgekühlte Saft wird mit Gelierzucker (1:3) verrührt und dann einige Minuten lang geköchelt bis die Gelierung einsetzt.
Likör Eigentlich setzt man einen Likör mit den rohen Früchten an. Uneigentlich probiere ich zunächst die Herstellung mit den gegarten Früchten. Für den Likör nehme ich Obst, Rum und Zucker. Das Gesöff muss ca. 5 Wochen ausziehen und kann Weihnachten getestet werden.


Fruchtleder Der Trester wird püriert und mit Agavendicksaft oder Zucker gesüßt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Dort muss er stundenlang mit leicht geöffneter Backofentür bei ca. 60°C trocknen.

Abends, nach der Arbeit, wollte ich nur mal eben die Quitten entsaften und vielleicht den Gelee kochen. Als ich anfing, konnte ich einfach nicht aufhören. Denn wo sollte ich den Saft oder den Trester verwahren? Die Fruchtfliegen haben schon gelauert. Also machte ich immer weiter, eines führte zum anderen. Es wurde Mitternacht, bis ich so einigermaßen fertig war. Und dann musste auch noch gespült und aufgeräumt werden!

Selbstbemächtigung = Angebote aus der Natur nutzen
Hopfen und Malz, Gott erhalt’s. Bierbrausegen
Hopfen (Humulus lupulus) gehört zur Familie der Hanfgewächse. Er ist zweihäusig, d.h. nur die weiblichen Hopfenzapfen werden wegen ihrer Heilkraft verarbeitet. Die Bitterstoffe Humulon und Lupulon werden in den Drüsenschuppen der Hopfenzapfen produziert und haben schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften. Weitere Inhaltsstoffe der Hopfenzapfen sind Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), Gerbstoffe, ätherisches Öl. Zudem haben sie einen östrogenhaltigen Wirkstoff, der bei Frauenleiden, z.B. Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden helfen kann.

Und … Hopfen ist ein wichtiger Bestandteil im Bier. Warum? Weil die Mönche, die das Bierbrauen betrieben, damit ihren Sexualtrieb zu unterdrücken versuchten. Ob’s geholfen hat? Bauch und Brüste gediehen/gedeihen auf alle Fälle prächtig. Vielleicht lag/liegt es an den Phytohormonen?

„Hopfen und Malz sind verloren.“ Bierbrauspruch, wenn beim Brauen eine Plörre entstanden ist und das Bier nicht mehr zu retten war.




Hopfen ist bitter. Daher hat Bier sein herbes Aroma.
Bitterkeit ist ein Geschmack, der heutzutage in Nahrungsmitteln kaum noch vorkommt. Er wurde aus den meisten Salaten und Gemüsen weggezüchtet. Bitterkeit macht aber ernährungstechnisch durchaus Sinn. Bitterstoffe wirken positiv auf unsere Organe: Sie regen Gallenfluss, Lebertätigkeit, Magensekretion an und beeinflussen die Bauchspeicheldrüsen-Funktion und die Blutbildung.
Zugleich haben die Bitterstoffe eine konservierende Wirkung.
Inhaltsstoffe des Hopfens vertreiben Mücken.

Hopfen ist eine sehr schnell wachsende dekorative Kletterpflanze. Sie kann bis zu 30 cm/Tag wachsen. Sie beschädigt aber nicht das Mauerwerk bzw. den Untergrund. Daher versuche ich es mal mit Stecklingen, um meinen Garten zu verschönern.


Ich bin wild entschlossen, Hopfen im Garten zu ziehen. Wenn es mit den Stecklingen nicht klappt, werde ich im Frühjahr Pflänzchen beim Händler meines Vertrauens bestellen. Aus den jungen Sprossen kann man übrigens ein spargelähnliches Gemüse zubereiten.
Selbstbemächtigung = sich von Bitterkeit anregen lassen, ohne zu verbittern
In den Gärten sieht es nach der langen Trockenperiode ziemlich trostlos aus. Selbst die Früchte sind nicht ganz so saftig wie sonst. Beim genauen Betrachten konnte ich aber ein paar Farbtupfer einfangen. Bei den unbekannteren Gewächsen habe ich noch etwas über deren Heilwirkung geschrieben:





Ich bin froh, dass die größte Hitze für dieses Jahr vorbei ist. Es hat die letzte Tage geregnet und langsam zieht der Herbst ein. Für mich die schönste Jahreszeit. Jetzt beginnt die Zeit der Ernte (und des Pflaumenkuchens😋).
Selbstbemächtigung = Farbtupfer im Leben erkennen
"Es raschelt und gluckert, wie duftet's im Haus, da segnet die Frau den Kräuterstrauß. Sie rebelt und füllt in die Gläser hinein, was heilsam wird sein. Und jedes Elexier dient Mensch und Tier." M.Rauch
Für meinen Urlaub hatte ich mir vorgenommen, die getrockneten Kräuter zu rebeln und die Mazerate abzufiltern und in Gläser zu füllen. Unsere Sommerküche hängt voller trockener Kräutersträuße, und die Gläser mit den Auszügen stehen im Haus verteilt. Gestern war mein letzter freier Tag und es war höchste Zeit! Außerdem war es draußen so heiß, dass es angenehm kühl war, im Haus zu arbeiten.

"Käutersalbe,Tee,Tinktur - hilft der Pflanzen Signatur. Kraut wächst gegen jedes Leid - Herz und Sinn mach' weit. Dienen, helfen, heilen ist in Dir geboren - nichts ist je verloren." M.Rauch

Ich bin froh, dass ich diese Arbeit getan habe. In der Sommerküche ist es aufgeräumt und ich habe einen schönen Schatz im Schrank. Die Arbeit mit Kräutern bringt mir tiefen Frieden und Freude. Ich bin mit Hingabe dabei und somit wird das Tun zum Segen für mich.
Selbstbemächtigung = sich der Aufgabe hingeben
nach Sebastian Copien
Im Sommer wohnen wir fast ausschließlich im Garten. Das macht richtig Spaß, weil das Leben „draußen“ einfach erdet und Erholung bringt. In unserer Gartenküche kochen wir mit Gas und Eisenpfannen. Damit kann man schön kross anbraten, was diesem Gericht gut bekommt.
Eigentlich esse ich sehr gerne Fleisch und uneigentlich habe ich ein schlechtes Gewissen, weil Tiere eine Seele haben. Wer Haustiere zuhause hat, weiß, was ich meine. Also schau‘ ich mich nach schmackhaften Rezepten um und habe den YouTubeKanal von Sebastian Copien entdeckt. Er freut sich bestimmt über neue Abonnenten, falls Ihr seinen Kanal mal besuchen mögt: https://youtu.be/F-nIy4mCm2E



Ich hab‘ mich nicht ganz ans Rezept gehalten, bin aber überrascht von dem super leckeren Ergebnis. Meinen Männern zuhause hat’s auch geschmeckt. Also ist fleischlos essen gar nicht so schwer, ich werde bestimmt öfter was nachkochen. Meinen Dank geht an Sebastian Copien, für den Kanal mache ich gerne Werbung ohne Auftrag.
Selbstbemächtigung = sich auf Neues einlassen

Nachtrag: Und wer räumt jetzt auf?