Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück.
Langsam wird es ruhiger: Pflanzen ziehen sich in ihre Wurzeln zurück, Tiere gehen in den Winterschlaf, Vögel fliegen in den Süden … und wir?
Selbstbemächtigung = Rhythmus der Natur leben
Wenn ich es schaffe, gehe ich raus an die frische Luft. Besonders in der dunklen Jahreszeit hilft ein Spaziergang gegen trübe Gedanken, auch wenn die Sonne nicht scheint.
Die Tage war ich unten am Main und habe ein paar Eindrücke gesammelt:
















Wie schön Du bist, Du Fluss des Lebens.
Ruhig, tief und wild bist Du im Kern des Wesens.
Hier reißt Dein Strudel herunter, da plätscherst Du fröhlich und munter.
Dein Wasser trüb oder klar - in Dir lauert manchmal Gefahr.
Auch nährst Du Tiere und Pflanzen und Menschen am Ufer tanzen.
So tauch' ich ins Wasser und geb' mich dahin - Du Fluss des Lebens erweist mir Gewinn.
Selbstbemächtigung = Leben fließen lassen
Die Bilder sind in Maintal-Dörnigheim entstanden und die Texte entstammen meiner Feder.




Einfach herrlich! Kennt Ihr das Gefühl, wenn man durch Wiesen und Felder läuft? Ich möchte mich ganz mit der Natur verbinden und habe das Gefühl, mich jetzt auf die Erde legen zu müssen. Mach‘ ich aber nicht. Warum eigentlich?




Blätter rascheln unter meinem Gewicht und Wind fegt frisch in mein Gesicht.
Ein kurzer Sonnenstrahl erhellt des Himmels Blau.
Ich knie mich hin, bin Schöpferin, bin Frau.




Hinter dem Tor ein Garten
Ich kann kaum erwarten
Bis ich die letzten Früchte seh'.
Am kahlen Baum noch rote Beeren, darunter brauner Klee.
In der Luft ein Hauch von Schnee.




Auf der Wiese springen Ziegen fröhlich hin und her.
Leben ist leicht - nicht schwer.




Wege geh'ich gern allein
im Wind und Regen,
im Sonnenschein.
Gehe meinen Rhythmus
bleibe stehn,
muss mir die Welt ansehn.
Die Fesseln im Kopf, sie reißen entzwei,
egal, was von außen kommt, bin innen doch frei.
Selbstbemächtigung = Leben im Rhythmus
Die Fotos sind in Rodheim entstanden und die Texte in meiner Küche.
Dieses Jahr ist es so wunderbar mild im November und wenn man die Augen offen hält, kann man noch so einiges entdecken.




Natur zieht sich zurück - dunkle Zeit, stilles Glück.

Jeder einzelne Sonnenstrahl, jede Blüte und jedes Kraut nehme ich dankbar an. Ich freue mich, dass der Rückzug in den Winter langsamer als sonst vonstatten geht. Die Ruhe in der der Natur ist mir willkommen, denn sie lässt mich das alte Jahr verarbeiten und Kraft sammeln für eine neue Zeit.
Selbstbemächtigung = langsamer Rückzug
Es war Samstag und ich wollte mich eigentlich ausruhen. Gut, das Brot für die Woche sollte schon vorbereitet werden. Daher rührte ich mal eben den Ansatz an und stellte ihn in Heizungsnähe. Dann plazierte ich mich selbst neben die Heizung (und dem Anstellgut), um ein bisschen zu schreiben. Dabei sinnierte ich übers Frühstück. Da ich noch das Nachthemd anhatte und es draußen trüb war, suchte ich mir ein schnelles Rezept im Netz heraus. So musste ich mich von meinem warmen Plätzchen erheben und loslegen. Geht ja schnell, dachte ich. Aber irgendwie kam eins zum anderen und ich war fast den ganzen Tag auf den Beinen.


Das Anstellgut blubberte an der warmen Heizung ziemlich schnell ziemlich stark d.h. der Teig musste bereitet werden.


Beim Wursteln fielen mir getrocknete Brotreste in die Hände. Dank Suchmaschine fand ich ein Grundrezept für einen Brotkuchen.

Demnächst will ich mit den Pflanzenauszügen Salben und Cremes herstellen. Daher wird es Zeit, die Tinkturen und Öle von ihren Kräutern zu trennen.


Den ganzen Tag drinnen und das auch noch im Nachthemd! Was sollen denn die Leute sagen? Omg! Daher: Katzenwäsche, was Altes anziehen und raus in den Garten!

Wenn ich in der Küche werkele, putze ich zwischendurch die Flächen, spüle und räume auf. Trotzdem sieht es leicht nach Schlachtfeld aus.

Meinen Aktivtag unterbrach ich am Abend, um mich mit einer Freundin zu treffen. Später tranken wir noch einen Kaffee bei mir und verspeisten dazu ein Stück Brotkuchen. Naja, der Kaffee mobilisierte meine letzten Kräfte für die Restarbeiten. Total erschossen, aber glücklich, fiel ich in einen komatösen Tiefschlaf.
Was ist das, das ich wie eine Bekloppte schaffe und das in meiner Freizeit? Es kommt bei der Arbeit eins zum anderen, ich suche nach Rezepten, überlege mir einen Zeitplan und organisiere, damit alles gut läuft. Ich bin ganz bei der Sache und im Flow. Zudem bin ich hochzufrieden, dass ich alle möglichen „Reste“ gut verwerten konnte. Für mich ist das Selbstbemächtigung = Selbstversorgung + Selbstfürsorge.
Da ich immer mal solche „Anfälle“ habe, hier noch ein ähnlicher Artikel von mir: https://monika-rauch.com/2022/10/02/flash-cooking/

Seit längerer Zeit wartet das Schöllkraut auf seinen Einsatz. Ich hatte Blätter, Stengel und Blüten im August 2021 angesetzt und ganz hinten in den Schrank gestellt, damit man es nicht versehentlich innerlich konsumiert. Beim Aufräumen ist es mir in die Hände gefallen, und da es einwandfrei riecht und aussieht, werde ich es nutzen. Die Farbe ist gelb-grün. Da es leicht giftig und ätzend ist, ist es nur für die äußere (!) Anwendung gedacht.

Warnhinweis Extrakte des Schöllkrautes wurden einige Zeit in pharmazeutischen Magenmitteln (Iberogast) eingesetzt, aber vom Markt genommen, da sie in Verdacht stehen, Leberschäden hervorzurufen. Daher die Pflanze bitte nur äußerlich oder als homöopathisches Mittel nutzen!
Bitterstoffe, Alkaloide und Flavonoide erhöhen die Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes und des Unterleibes, sie wirken krampflösend, beruhigend und galletreibend. Äußerlich soll es, mehrmals täglich aufgetupft, gegen Warzen, Hühneraugen, Ekzeme, Schwielen und Schuppenflechte helfen. Hier helfen die antiviral wirkenden Alkaloide. Man kann den Milchsaft, der aus den Stengeln und Blättern tritt, direkt auftragen oder man nutzt eine Tinktur, die etwas schwächer wirkt. Da der Saft leicht ätzend ist, sollen die kranken Stellen nur punktuell betupft werden. Falls allergische Reaktionen, Jucken oder Brennen auftreten, sollte das Mittel abgesetzt werden.
Das Schöllkraut hat viele Eigenschaften. So empfehle ich auszusortieten: Was hilft, kann genutzt werden. Was vergiftet und verätzt, sollte man eben bleiben lassen. Wie im wahren Leben.
Selbstbemächtigung = was gut tut, nutzen und was vergiftet und ätzt, meiden.

Nach dem heißen Sommer
sind die Pflanzen im Kräutergarten noch mal richtig üppig gewachsen.
Eigentlich heißt es, die Kraft der Kräuter zöge sich in die Wurzeln zurück. Daher sei das Kraut nicht mehr so heilsam.
Uneigentlich sind sie Kräutlein saftiger als im Frühjahr. Daher ernte ich fleißig in den nächsten milden Tagen.
Bei Alant, Arznei-Rhabarber und Beinwell stimmt das auch. Die Pflanzen sind abgewelkt. Der Boden ist schön feucht, so dass ich von den Wurzeln etwas abspalten konnte.

Die lasse ich etwas trocknen und verarbeite sie später weiter.
Selbstbemächtigung = Geschenke der Natur erkennen
Die Quitte kommt ursprünglich aus dem Kaukasus und wird seit Jahrhunderten bei uns angebaut. Sie war ein wenig in Vergessenheit geraten und erlebt derzeit eine Renaissance.
Ich wurde mit Quitten reich beschenkt. Einige verschenkte ich weiter und den Rest verwertete ich selbst.
Quitten sind sehr gesund, sie enthalten Vitamin C, Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Sie können Magen- Darmbeschwerden und äußerlich rissige Haut und Sonnenbrand lindern.

Zunächst muss man den „Pelz“ abwaschen. Dieser feine Pelz hat durchaus einen Sinn, denn er schützt die Frucht im Sommer vor der Sonne.

Gelee Der abgekühlte Saft wird mit Gelierzucker (1:3) verrührt und dann einige Minuten lang geköchelt bis die Gelierung einsetzt.
Likör Eigentlich setzt man einen Likör mit den rohen Früchten an. Uneigentlich probiere ich zunächst die Herstellung mit den gegarten Früchten. Für den Likör nehme ich Obst, Rum und Zucker. Das Gesöff muss ca. 5 Wochen ausziehen und kann Weihnachten getestet werden.


Fruchtleder Der Trester wird püriert und mit Agavendicksaft oder Zucker gesüßt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gestrichen. Dort muss er stundenlang mit leicht geöffneter Backofentür bei ca. 60°C trocknen.

Abends, nach der Arbeit, wollte ich nur mal eben die Quitten entsaften und vielleicht den Gelee kochen. Als ich anfing, konnte ich einfach nicht aufhören. Denn wo sollte ich den Saft oder den Trester verwahren? Die Fruchtfliegen haben schon gelauert. Also machte ich immer weiter, eines führte zum anderen. Es wurde Mitternacht, bis ich so einigermaßen fertig war. Und dann musste auch noch gespült und aufgeräumt werden!

Selbstbemächtigung = Angebote aus der Natur nutzen

Nach dem dürren Sommer sind die Pflanzen wieder saftig grün und bilden Blüten und Beeren. Herrlich!

Habt einen schönen Feiertag!
Selbstbemächtigung = Leuchtpunkte erkennen