Einfach mal hinfahren, es lohnt sich. Schön für Kinder, weil sie frei herumrennen können und weil es viele Spielmöglichkeiten hat. Schön für uns, weil wir dort die Weitläufigkeit mögen.
Selbstbemächtigung = rausgehen und sich wie die Kinder freuen

Was kann man mit Garten-Äpfeln so alles anfangen? Sie sind schön sauer und etwas mürbe. Und ungespritzt. Fragt mich nicht, wie die Sorte heißt. Es ist eine alte Apfelsorte, vom Geschmack ähnlich wie ein Boskopf.
Also: Die Äpfel werden gewaschen und die faulen Stellen entfernt. Die Schale wird auf der Heizung oder im Dörrautomat getrocknet. Unter der Schale sitzen die meisten Vitamine, daher konserviere ich sie. Später geben sie zudem meinen Kräutertees eine säuerliche Note. Die Äpfel selbst sind im Brotkuchen „gelandet“ (siehe vorherigen Beitrag). Ach ja, da es sich hier um eine alte Apfelsorte handelt, hebe ich die Kerne auf. Vielleicht ziehe ich daraus ein paar Bäumchen. Wer weiß?
Selbstbemächtigung = das, was da ist, verwerten
Letzte Woche kaufte ich viel zu viel Brot beim Bäcker ein. Jetzt schmeckt es schon nicht mehr und ich backe eh lieber selbst. Brot wegwerfen galt schon im Mittelalter als Frevel. Wie bereichernd sind doch das Internet und die guten alten Kochbücher! Hab‘ das Wort „Brotkuchen“ eingegeben und wurde fündig. Es gibt sehr viele traditionelle Rezepte, die ich meinen Bedarfen anpasse. Da ich eh Apfelkuchen backen wollte, gibt es einen Brot-Apfel-Kuchen (mit in Rum eingelegten Rosinen). Meine angebrochenen Nüsse kann ich auch noch verwursteln. Die Äpfel sind eine alte säuerliche Sorte. Bin gepannt:




Reste verwerten kann echt spannend sein! Aus trockenem Brot kann man auch Semmelknödel, einen süßen oder herzhaften Brotauflauf, Brotsalat, Brotpudding, Paniermehl, Croutons etc. machen. Man muss also nix wegwerfen und schont Ressourcen. Außerdem macht es Spaß!
Selbstbemächtigung = das, was da ist, verwerten

Selbstbemächtigung = mit der Natur leben
Freitag ist Rodheimtag und dazu gehört ein ordentlicher Gassigang mit Rusty. Ich hatte erst keine rechte Lust, weil es leicht nieselte. Rusty fand es zunächst auch nicht so prickelnd. Anfangs bieb er immer wieder stehen und blickte sehnsuchtsvoll gen Heimat.


















Ein Nieseltag ist doch gar nicht so schlimm! Sich überwinden und rausgehen bringt schon was. Wenn man genau hinguggt und sich erlaubt, langsam durch die Lande zu streifen, ist’s gar nicht langweilig. Ich bin immer wieder erfüllt von dem, was Landschaft und Natur zu bieten haben.
Selbstbemächtigung = Natur zulassen
Die Mischung kann man bei allen möglichen Gerichten verwenden, z.B. für








Beifuß, Bohnenkraut und Pfeffer machen schwere Speisen leichter verdaulich.
Über die Wirkung von Beifuß könnt Ihr hier mehr erfahren: https://monika-rauch.com/2021/11/11/beifuss-artemisia-vulgaris-korbbluetler/
Bohnenkraut ist ein Lippenblütler und mit Thymian und Oregano verwandt. Es intensiviert nicht nur den Geschmack von Bohnen, sondern passt hervorragend zu „schweren“ Gerichten. Das liegt an seinen Inhaltsstoffen wie Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öle. Bohnenkraut beugt Blähungen vor. Der Gerbstoffanteil hat darüber hinaus krampflösende Wirkung hilft bei Durchfall. Wir wollen aber mal nicht hoffen, dass die Gerichte so was bewirken.😊
Pfeffer enthält über zweihundert verschiedene Inhaltsstoffe. Maßgeblich ist das Piperin, das bei Erkältungen, Grippe, Verdauungsproblemen, Diabetes, Muskelschmerz und rheumatische Erkrankungen wirkt. Übrigens ist Piperin auch im Bohnenkraut enthalten. Bohnenkraut wir in manchen Regionen auch Pfefferkraut genannt.
Seine Eigenschaften sind verdauungsanregend, antidiabetisch, antikarzinogene und antiasthmatisch. Außerdem fördert Piperin die Aufnahme von Nährstoffen.
Von der Würzmischung habe ich als Nebensatz im Zusammenhang mit Beifuß gelesen. Sie soll traditionell im europäischen Raum dem fetthaltigen Winteressen eine würzige Komponente geben und es bekömmlicher machen. Ich bin gespannt, ich werde mich beim nächsten Eintopf vorsichtig herantasten.
Selbstbemächtigung = Würze im Leben finden
Am Wochenende überkommt mich oft die Lust zu kochen und zu backen. Meistens passe ich die Rezepte meinen Bedarfen und Zutaten an. Die Rezepte habe ich teilweise von meiner Familie oder ich hole mir Anregungen aus dem Netz.
Diesmal richtete ich den „Grasgrün-Salat“ mit Feldsalat an. Ok, das Dressing war etwas dickflüssig und hat den Salat beinahe „erschlagen“. Der Salat war so reichhaltig, dass keine Beilage nötig war. Man kann ihn aufpeppen mit Geflügel- Lamm- oder Steakstreifen oder Eiern, Lachs, Schafskäse.
Zum Rezept geht’s hier entlang: ☆♧◇♡♤ https://monika-rauch.com/2021/10/23/grasgruen-salat/

Dann probierte ich mich noch an einem Lowcarb-Käsekuchen. Also … er ist etwas „platt“ geraten und der äußere Rand hing am Backring fest. Vom Geschmack her könnte er noch etwas mehr Süße vertragen. Beim nächsten Mal muß eine kleinere Backform her oder das doppelte Rezept.


Selbstbemächtigung = ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren.
Es kostet schon etwas Überwindung, rauszugehen in den wabernden, kalten Nebel. Aber Hundi will raus und ich eigentlich auch.

Wenn ich dann unterwegs bin, beruhigt mich die Natur. Sie hüllt mich ein und führt mich auf mich zurück. Der Hund schnüffelt und ich atme tief und beobachte die vielen Einzelheiten, die sich mir offenbaren. Es ist kalt, keine Sonne in Sicht. Und trotzdem, es ist gut, wie es ist. Ich lasse die Bilder auf mich wirken, die verblassenden Farben, das Verwelken und letztendlich das Sterben. Es fühlt sich richtig an, denn ich weiß ja, dass das Sterben auf zukünftiges Leben weist.

Ich lasse sogar die Kräuter stehen, denn die haben sich in sich zurückgezogen. Die meiste Kraft steckt jetzt in den Wurzeln. Wenn man das als Metapher nimmt, steckt da auch ganz viel Wahrheit für uns Menschen drin: Wenn wir als natürliche Wesen den Rückzug (und sogar das Sterben) akzeptieren, dann können wir im Frühjahr mit Kraft, die aus unseren Wurzeln kommt, neu starten.

Ja, im Winter, ab November, sterben die mehr Menschen als zu anderen Jahreszeiten. In dieser Zeit schließt sich der Jahreskreis und wahrscheinlich kann man da am besten loslassen, wenn es denn Zeit ist, zu gehen.

Im November wird in den christlichen Kirchen der Verstorbenen gedacht im Hinblick auf die Auferstehung. Hier, in unserem Kulturkreis, begeht man die Feste Allerseelen und Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Bald darauf folgen die Advents- und die Weihnachtstage. Die Lichter erhellen die Dunkelheit.
Ein Nebeltag im November zeigt uns tatsächlich das Leben im Sterben. Licht dringt immer in die Dunkelheit – eine schöne Verheißung! Eine Tatsache, die wir religiös, spirituell oder naturwissenschaftlich betrachten können. Wir können uns dem hingeben und müssen nicht dagegen ankämpfen. Wie tröstlich!
Selbstbemächtigung = den Nebel als Freund annehmen.

Beifuß war bei unseren Vorfahren ein geschätztes Kraut. Heute ist es in der Volksmedizin etwas in Vergessenheit geraten. Hauptsächlich wirkt es auf die untere Körperhäfte, z.B. bei Blasenentzündung, Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Koliken, Wurmbefall. Ebenso soll es bei Astma und Wassereinlagerungen helfen. Sie gilt hauptsächlich als Frauenpflanze, weil die Unterleibsorgane stimuliert und entkrampft werden z.B. bei Ausfluss und Eierstockentzündung. Den Geburtsvorgang kann es sanft unterstützen.
Beifuß wird als Tee, Tinktur, Ölauszug/Salbe, Gewürzmischung oder direkt als Büschel auf der Haut verwendet. Z.B. soll es als Wanderschuh-Einlage die müden Füße ermuntern, daher der Name. Auch ein Büschel unter dem Gürtel geschnallt, soll bei Unterleibsschmerzen helfen.

Wichtige Inhaltsstoffe des Beifußes sind Bitterstoffe, die Sesquiterpenlactone und ätherische Öle wie Kampfer und Thujon.
Neuere Forschungen befassen sich mit den Themen Krebs, Malaria und Borreliose. So soll Beifuss Krebszellen töten, das Artesiminin wirkt auf Krebszellen toxisch, ohne den gesunden Zellen zu schaden. Ebenso wird untersucht, in wie weit Beifuss bei Borreliose helfen kann. Bei Malaria existieren bereits Medikamente mit dem Wirkstoff Artesiminin.
Beifuß im Schamanismus Mit Beifuß läßt sichs gut „reisen“. Nicht nur wandern im eigentlichen Sinn, sondern Gedanken und Träume werden geklärt und die Stimmung gehoben. Dazu kann man ein Büschel unters Kopfkissen legen, das Kraut verräuchern oder gar rauchen. Wobei ich mit der Menge aufpassen würde.
Beifuß als Zauberpflanze Es wendet den bösen Blick ab, schützt vor dem Teufel und vor körperlichen Gebrechen, wenn man Beifußbüschel in den Haus-/Hof-/Stalleingang hängt.
Beifuß – ein Pioniergewächs Pionierpflanzen sind Arten, die in neu geschaffenen Lebensräumen häufiger auftreten als in alten („reifen“) Lebensräumen (z.B. auf Rodeflächen, Müllhalden, Baustellen). Sie sind Pflanzen, die bisher vegetationsfreie Flächen erstbesiedeln und zeichnen sich besonders durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Neben Beifuß zählen z.B. Brennesseln und Holunder zu den Pionieren. Sie bereiten den Boden für andere, nachfolgende Pflanzen vor.
Kulturgeschichtlich begleiten die Pionierpflanzen den Menschen seit Urzeiten. Sie dienen als Nahrung, Heil- und Zaubermittel.
Selbstbemächtigung = sich altes Wissen zunutze machen