Naturverbunden mit sich ins Reine kommen mit Pflanzen & Kräutern, Kunst & Kultur; Küche & Garten, Reisen & Abenteuer, Pädagogik & Lebensweisheit
Autor: Monika Rauch
Ich bin Kräutermoni, Reisetante, Pädagogin, Poetin, Sängerin, Brotbäckerin, Gärtnerin und noch vieles mehr. Ich schaue positiv aufs Leben, nach dem Motto: "Ich mach mir die Welt widewidewide wie sie mir gefällt." Gerne nehme ich Euch mit auf meine Reise durch das Leben. Meine Fotos und Texte sind meine Sicht der Dinge.
Mein letzter Beitrag ist schon etwas her. Heute war ich auch in der grünen Mitte unterwegs. Und schaut doch mal wie sich das Licht verändert! Obwohl ich im Dezember zu einer ähnlichen Zeit unterwegs war, ist es heuer viel heller.
KopfweidenOb die kleine Bachschleuse noch funktioniert?HalbgefrorenesBiberalarm!Der Mülleimer sollte nicht mit drauf, ist trotzdem schön!Wohnraum für ZauneidechsenDiesen Teich kannte ich bisher noch nicht.ÜberschwemmungsgebietAm Ausgangspunkt aus einem anderen Winkel fotografiert.
Wenn ich die Bilder anschaue – und sie wirken in mir nach – muss ich an ein Lied aus dem evangelischen Gesangbuch denken:
Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Paul Gerhard um 1650
Ich gehe meiner Wege und werde ruhiger, besonders wenn ich draußen bin. Es klären sich die Gedanken, ich nehme die Schwingung der Natur in mich auf und vertraue darauf: Das, was mir gerade Sorgen bereitet, wird sich klären.
So gehe ich zuversichtlich in die neue Woche mit der Februarsonne im Herzen und der Gewissheit: Alles ist gut so wie es gerade ist.
Ich musste einfach raus, hatte einen regelrechten Lufthunger. Kennt Ihr das auch?
Was ist die Grüne Mitte? Die Grüne Mitte ist ein etwa zwei Quadratkilometer großes Gebiet, das zwischen den Stadtteilen Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt liegt.
Die Grüne Mitte hat eine wichtige Funktion als Naherholungs- und Freizeitgebiet für die Stadtteile. Sie ist aber auch durch ihre Wegstruktur eine attraktive Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrern und zu Fuß um in die anderen Stadtteile zu gelangen. Die Landwirtschaft nutzt viele Flächen als Weideland oder mäht die Wiesen als Grünfutter. Das Gebiet zeichnet sich durch eine attraktive, abwechslungsreiche Landschaft aus. Es befinden sich dort Streuobstwiesen, eine Flugsanddüne, Feuchtgrünland, Seen, Bachläufe und vieles mehr, außerdem ist sie ist ein Rückzugsgebiet für Vögel und andere Tiere und es wachsen dort seltene Pflanzen.
Schafe transportieren in ihrem Fell und mit dem Kot Samen und Insekten von A nach B.Schafe werden als Fleisch- und Milchlieferant und für die Produktion von Wolle genutzt. Ich mag sie einfach nur, sie haben etwas Friedliches.Viel WasserBiber am Werk – die größten Nagetiere im europäischen Raum bauen mit den gefällten Stämmen, sowie Schlamm und Pflanzenmaterial, Staudämme, um genügend Wassertiefe für ihren Lebensraum zu erhalten.Kleine Schleuse – ob die noch genutzt wird?Die Hagebutten haben viel Vitamin C und dienen Vögeln und Kleintieren als Nahrungsquelle.Strecke Frankfurt-Hanau Maintal-HochstadtAm Bahndamm entlangWieder am Surfsee Baumkreis – da liegt Magie in der Luft.
Nach der Runde fuhr ich nach Hause und legte mich gleich ins Bett – ein Sonntag eben.
Euch wünsche ich einen guten Start in den nächsten Tag oder die nächste Woche oder das nächste Projekt oder so!
Die Tage werden kürzer und eigentlich will ich mich ins Haus verkriechen. Und uneigentlich überwinde ich mich manchmal und werde damit belohnt, dass meine Stimmung friedlich wird.
Eine kurze Runde am Dörnigheimer Mainufer
Das ist der Reigen der Natur: Pflanzen sterben ab und werfen ihren Samen aus. Oder sie ziehen ihre Kraft in die Wurzel, damit sie sich im Frühling wieder voll entfalten können. Tiere fressen sich eine Schutzschicht an, ziehen in den Süden oder gehen in den Winterschlaf.
Nur wir Menschen gehen mit aller Gewalt unseren „Geschäften“ nach, ohne auch nur einen Moment inne zu halten und zu schauen, ob uns das entspricht, was wir da so treiben. Gerade jetzt beginnt sie wieder, die besinnliche Weihnachtszeit. Da wird gefeiert, gefressen und gekauft – wie im Rausch. Und mal ehrlich, richtig zufrieden macht das auch nicht immer. Im Innern aber treibt uns der Wunsch nach Gemeinsamkeit, Ruhe und Erholung. Das Genießen möchte ich auch nicht verdammen, es macht ja durchaus Spaß, etwas Leckeres zu essen und über Weihnachtsmärkte zu schlendern. Kennen wir unsere tiefsten Bedürfnisse?Stülpen wir uns den Konsum über, um nicht ins tiefe Gefühl zu kommen?
Was wir als Kinder gerne gemacht haben, passt anscheinend nicht in unsere Zeit: Vielleicht sollten wir wieder singen, uns Geschichten erzählen, rausgehen, um ein Feuer tanzen, Plätzchen backen, uns einkuscheln, lesen, die Ernte verarbeiten, Tagebuch schreiben und Gedichte, in die Sauna gehen und mit lieben Menschen zusammen sein?
Diese Dinge galten viele Jahrhunderte, wahrscheinlich Jahrtausende als richtig. Seit der Industrialisierung und der Aufklärung aber, haben wir uns „denaturalisiert“. Wir vertrauen der Forschung mehr als unserem Gefühl und folgen anscheinend anderen Gesetzen. Trotzdem sind wir, was wir sind: Naturwesen. Eine tiefe Sehnsucht nach unserer wahren Natur erfasst immer mehr Menschen. Das sieht man auch in den sozialen Netzwerken: Einfaches Leben, Upcycling, draußen sein, spirituelle Anschauungen, kochen mit gesunden Lebensmitteln etc. spricht immer mehr Menschen (Follower) an.
Eigentlich brauchen wir wenig: Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, genügend gute Nahrung, sauberes Wasser, frische Luft, Bewegung, Musik, Freunde, Familie, Tiere – Natur eben. Jeder sollte seinen Begabungen nachgehen dürfen, um ein sinnerfülltes Leben zu haben.
Dunkle Zeit
Wenn bunt die Blätter flattern und leis' Kastanien plattern. Die Beeren am Strauch sind für Vögelchens Bauch.
Der Tisch so reich gedeckt,vom Igelchen entdeckt. Die Nuss versteckt das Eichhorn gut, wenn es die nur finden tut!
Die Rüben am Rand vom Feld bringen Zucker für wenig Geld. Im Keller lagern Äpfel fein, sie werden bald im Kuchen sein.
Dann bläst der Wind die Blätter fort. Nass und kalt wirds an manchem Ort. Sanft legt sich übers Land Nebel mit ruhiger Hand.
Nach innen ziehen wir uns ein Stück in uns selbst zurück. Langsam geht die Welt zur Ruh und Schnee decket die Landschaft zu.
Drinnen im Haus knistert das Feuer und versteckt sich die Maus. Alt und Jung sind ohne Hast, von den Schultern fällt die Last.
Die glänzende Weihnachtszeit macht die Herzen weit. Unterm Weihnachtsbaum erfüllt sich mancher Traum.
Kalt und kälter in den rauen Nächten schwirren Wesen, uns zu knechten. Vorräte sich zu Ende neigen - es herrscht tiefes Schweigen.
Endlich zum Jahresende kommt die Sonnenwende. Klirrende Kälte und Sonnenschein bringen Bewegung hinein.
Bei der Fassenacht wird Radau gemacht. Und mit müden Knochen wird ans Licht gekrochen.
Langsam erwacht das Leben, alles sprießt demLicht entgegen. So die helle Zeit beginnt, die dunkle aber – verrinnt.
Monika Rauch
Ich wünsche Euch allen eine sinnbringende, erfüllende und ruhige dunkle Zeit, damit Ihr mit voller Kraft im Hellen erwachen könnt.
Beim Laufen entdeckte ich eine Fichte mit vor Harz triefenden Zapfen. Zwei davon erntete ich vorsichtig, zerkleinerte sie und ließ sie einige Stunden in heißem Olivenöl aus. Normalerweise erntet man das Harz von Bäumen, indem man es vorsichtig von der Rinde abschabt. Bäume produzieren Harz um Wunden zu verschließen. Das Harz schützt vor Pilzen, Bakterien und Viren. Es legt sich wie eine zweite Haut über die Wunde und schützt sie dadurch. Beim Sammeln muss man darauf achten, dass man keine alten Wunden aufreißt.
Fichte (Picea)
Das Harz der Fichte wirkt u.a. antiseptisch, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und krampfmildernd.
Links ein Bild der Blaufichte, die früher oft als Weihnachtsbaum verwendet wurde. Heute nimmt man eher Tannen, denn diese haben weichere Nadeln und rieseln weniger. „Die Fichte sticht – die Tanne nicht.“ Ein weiteres Merkmal der Fichte ist, dass die Zapfen hängen. Bei Tannen stehen die Zapfen wie Kerzen am Baum und zerbröseln, wenn sie abfallen. Fichten und Tannen sind eng miteinander verwandt und haben ähnliche heilwirksame Inhaltsstoffe.
Weide (Salix)
Weide (Salix) – es gibt verschiedene Weidenarten, die ähnlich in ihren Heilwirkungen sind. Das linke Foto zeigt eine Trauerweide.
Das darin enthaltene Salicin besitzt schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften und dient als sanfte Alternative zu Salicylsäure. Tatsächlich wurde Salicin im 19. Jahrhundert zur Entwicklung von Aspirin verwendet. Weide scheint die Schmerzen langsamer zu lindern als Aspirin, aber ihre Wirkung kann länger anhalten. Zum warmen Harz-Öl gebe ich noch getrocknete Ästchen und Blätter der Weide hinzu und lasse es für einige Stunden mit ausziehen. Danach wird das Öl gefiltert bis alle Rückstände entfernt sind.
Zusätzlich kann man noch Kaffeepulver mit ins Öl geben, ich habe mich diesmal dagegen entschieden. Kaffee wirkt u.a. Haut stimulierend.
ZubereitungSchmerzsalbe
Der Ölauszug aus Weide und Fichtenharz wird mit Bienenwachs, Kakaobutter, etwas Lanolin (insgesamt 15 – 20 % Festmasse im Verhältnis zum Öl) erwärmt. Wenn sich die festen Bestandteile aufgelöst haben, kommen einige Tropfen ätherische Öle hinzu (ca. 15 Tropfen auf 100 ml). Diesmal entschied ich mich für Fichte und Strohblume. Die Strohblume wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und fördert die Hautheilung. Die noch flüssige Salbe wird in Tigel abgefüllt. Nach dem Abkühlen werden die Döschen verschlossen und beschriftet.
Anwendung
Die Salbe lindert Spannungsschmerzen (z.B. bei Rückenproblemen), Muskelkater, blaue Flecke … In nordischen Ländern (z.B. im finnischen Lappland) wird seit Jahrhunderten eine Fichtenharzsalbe zur Behandlung von akut und chronisch infizierten Wunden, Geschwüren, Druckgeschwüren, kleinen Abszessen, eiternden Verbrennungen, Nagelpilz und Nagelbettentzündungen verwendet. Ich werde testen, ob meine (teilweise aufgekratzte) Neurodermitis am Handgelenk darauf anspricht. Bei offenen Wunden würde ich mich vorsichtig herantasten.
Mein Deo kommt mit wenigen Zutaten aus, ist schnell hergestellt, wirkt zuverlässig, ist hautfreundlich, erfrischt und riecht gut.
Zutaten
Frischer (oder getrockneter) Salbei
Wasser
Natron
Speisestärke
Ätherische Öle (hier Salbei und Lavendel)
Leere Deobehälter
Arbeitsschritte
Zunächst sammle ich ausgediente Deoroller und Sprühflaschen.
Diese reinige ich gründlich und desinfiziere sie, indem ich sie auskoche bzw. mit Alkohol auswische.
Frischer Salbei wird kleingeschnitten und in Wasser kurz aufgekocht.
Das Gemisch zieht für einige Stunden und wird abgesiebt.
Speisestärke (ca. 1 Teelöffel pro 200 ml) wird mit etwas Wasser glattgerührt und in das köchelnde Salbeiwasser eingerührt.
Nachdem das Gemisch etwas abgekühlt ist, kommt Natron dazu: 1 Teelöffel auf 100 ml Flüssigkeit. VORSICHT, es schäumt! Verrühren, bist alles gebunden ist.
Ätherische Öle (Salbei und Lavendel) hinzufügen – insgesamt ca. 20 – 30 Tropfen auf 100 ml.
Das Deo in die Behälter füllen und verschließen.
Vor Gebrauch empfiehlt es sich zu schütteln, falls sich die Feststoffe absetzen.
Salbei (Salvia officinalis)
Fotos: Pixabay – vielen Dank!
Salbei hat u.a. schweißmindernde, blutstillende, keimhemmende und verdauungsfördernde Eigenschaften. Da es astringierend (zusammenziehend) wirkt, kann man es gut als Grundlage für Deos verwenden.
Natron – (NaHCO₃ – Natriumhydrogencarbonat)
Foto: Pixabay – vielen Dank!
Natron ist ein weißes Pulver, das an feines Salz erinnert.
Es ist vielseitig einsetzbar. Im Deodorant verhindert es, dass Schweiß unangenehm riecht. Durch seine antibakterielle Wirkung verhindert es, dass die Bakterien auf der Haut den Schweiß zersetzen.
Ätherische Öle
Fotos: Pixabay – vielen Dank!
In seiner ursprünglichen Bedeutung steht das Wort „ätherisch“ für das Himmlische. Der Kern dieses Gedankens findet sich auch im heutigen Verständnis des Wortes wieder: ätherisch bedeutet vergeistigt, flüchtig. Ätherische Öle sind also flüchtige Stoffe. Sie werden vor allem in den Blättern, Blüten und Schalen von Pflanzen produziert und im Gewebe gespeichert. Die ätherischen Öle prägen den Duft einer Pflanze, locken so Insekten an oder wehren Parasiten ab. (aus: Kneipp.de)
Ätherisches Lavendelöl wirkt hautpflegend. Salbeiöl hat die oben beschriebe Wirkung. Darüber hinaus duften beide Öle sehr angenehm.
Deodorant versus Antitranspirant
Ein Deodorant dient dazu, das Auftreten von unangenehmen Schweißgerüchen zu überdecken oder zu verhindern, indem es dank seiner Inhaltsstoffe (Talkum, Kaolin, Magnesit…) Feuchtigkeit absorbiert und unangenehme Gerüche verhindert, indem es die Bakterien auf der Hautoberfläche abtötet. Das Parfüm darin übertüncht zudem unangenehme Gerüche.
Ein Antitranspirant verhindert die Bildung von Schweiß (meist mittels Aluminiumsalze). Abgestorbene Hautschüppchen verbinden sich mit den Salzen und bilden Pfropfen, die die Hautporen verstopfen. Zudem wirken die Salze bakterizid.
Ein Deo ist für den Körper sicherlich die bessere Wahl. Wenn ich es bedenke, ist das Salbei-Natron-Gemisch das optimale „Zwischending“ zwischen Deo und Antitranspirant.
Selbstbemächtigung = erkennen, dass für alles ein Kraut gewachsen ist
Samhain markiert in der Nacht auf den 1. November den Beginn der dunklen Jahreszeit und den Abschluss der Erntezeit. Samhain ist ein Mondfest und fällt eigentlich auf Dunkelmond-Neumond rund um den Novemberanfang. Der Neumond ist hier wichtig, da das neue Jahr in der Dunkelheit anfängt. Das Wort Samhain beinhaltet den Wortstamm „sam“, was auf das Sammeln der Vögel für den Flug in Richtung Süden hinweisen könnte. Ebenso weist es auf das Versammeln/Zurückziehen nach innen/ins Haus. Das Wort könnte man auch mit „Vereinigung“ (nämlich der Lebenden mit den Toten) übersetzen. In der keltischen Überlieferung sind die Tage um Samhain den Ahnen und der Ungeborenen gewidmet. In christlich geprägten Gesellschaften gedenkt man ebenso im November der Toten, z.B. am 1. „Allerheiligen/Allerseelen“, am 2. „El dia del muertos“ in Mexiko oder am 24. „Ewigkeitssonntag“. Am 31. Oktober feiert die evangelische Kirche den Reformationstag. Da geht es um die Erneuerung der alten Kirchenstruktur, die Martin Luther mit dem Anschlag seiner 95 Thesen angestoßen hat. Und auch das Thema Erneuerung passt wunderbar in diese Zeit.
Es heißt, an diesen Tagen seien die Schleier zur Anderswelt besonders dünn, so dass unser Gedenken und Wünschen besser ankommt. Aber auch die guten und bösen Geister, Feen und Trolle können leichter ihr Unwesen treiben. Daher entzündeten unsere Vorfahren große Feuer, die von den Druiden gesegnet wurden. Von den Feuern konnte sich jeder etwas der Glut mit in seine Heimstatt nehmen um sicherer zu sein. Auch sollen Verkleidungen, Weissagungen und Opfergaben zu den alten Traditionen gehört haben.
In Halloween findet das Fest seine moderne Fortsetzung. Kinder vertreiben sich den Herbsttag mit der Forderung nach Süßem, sonst gibt es „Saures“ – mit den Süßigkeiten können sie sich einen Vorrat für die dunkle Jahreszeit anlegen.
Wie können wir diese mystische Zeit für uns nutzen?
Zunächst können wir unserer Vorfahren gedenken, und uns im Stillen bei Ihnen bedanken oder versuchen unseren Frieden mit Ihnen zu schließen, wenn es Streit gab.
Ich sitze gerne draußen und entfache ein kleines Feuer oder zünde eine Kerze an. Ich lasse das Jahr Revue passieren und überlege mir, was ich gerne ändern möchte und welche Ziele ich mir für die Zukunft stecke. Das, was ich in diesem Jahr erreicht, erfahren und gelernt habe, würdige ich, indem ich mich dafür bedanke.
Schön ist es auch, kleine Zettel zu schreiben mit Wünschen oder mit dem, was man loslassen möchte. Wenn man die Zettel verbrennt, kann die Wirkung sehr befreiend sein.
Das Räuchern von aromatischen Kräutern ist eine alte Tradition: Geister mögen den Geruch nicht und werden von Haus und Hof vertrieben, auch mittels Zaubersprüche.
Es ist Zeit, Frieden zu schließen mit der Vergangenheit und zu verzeihen. Das Alte hat so keine Macht mehr über uns und wir können uns getrost in unser Sein zurückziehen – wie die Pflanzen, die Ihre Kraft jetzt in die Wurzeln stecken.
Unsere Ahnen sind unsere Wurzeln, denn sie haben uns geprägt, d.h. ihre Gene an uns weitergegeben und manche haben uns auch ein Stück auf unserem Weg begleitet. Wenn wir Ihrer gedenken, würdigen wir gleichzeitig auch unsere Geschichte.
Samhain läutet nicht nur die dunkle Zeit ein, das Fest mahnt uns, wachsam zu sein und im übertragenen Sinn die alten Geister ziehen zu lassen.
Selbstbemächtigung = die dunkle Jahreszeit als Chance sehen
Diesmal verschlug es uns über ein langes Wochenende in die Pfalz. Die Sonne kam eher weniger raus, dafür hatten wir ein paar nette Städtchen entdeckt – und natürlich den Wein, der hier vorzüglich gedeiht.
Bad Dürkheim
hat eine nette Innenstadt, einen Kurpark und als Hauptattraktion ein riesiges Weinfass, welches ein Restaurant beherbergt.
Evangelische StadtkircheEtwas düsterHier trank man gegen das schlechte Wetter an.Durch den KurparkVoll „touri“
Deidesheim
Auf dem Weg nach Landau sind wir durch das entzückende Städtchen gefahren und legten spontan einen Stopp ein:
Urige RestaurantsSchlosspark Altes Eichentor
Landau
Nachdem wir Deidesheim erkundet hatten, schauten wir uns das Städtchen Landau an, welches auch sehr hübsch ist, allerdings nicht ganz so beschaulich:
Federweißefest auf dem MarktplatzDas war mal ein echter Trödelladen!Einkehr – der Winzersekt war sowas von lecker!
Erlebnislandschaft Erdekaut
„Das Landschaftsschutzgebiet wurde 1985 eingerichtet. Der Name leitet sich her von der pfälzischen Bezeichnung Kaut für „Grube“ und verweist auf den vormaligen Abbau von Tonerde, der sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. In Spitzenzeiten waren 800 Bergleute beschäftigt. ..“ Wikipedia
WanderwegeHier hats viele Weiher.Schade, dass ich mich mit Pilzen nicht auskenne.Pfaffenhütchen
Wir hatten einen schönen, wenn auch trüben, Tag mit viel Natur.
Nachmittags fuhren wir nach Grünstadt und genossen einen guten Tropfen vom Winzer Gaul in der Eckbar.
Kirche von GrünstadtGugg aus dem Hotelfenster in Grünstadt-Asselheim.
Die kleine Herbsttour tat der Seele gut, wir entdeckten einen für uns unbekannten Landstrich und konnten dabei gut entspannen.
Wir gehen gerne in die Sauna oder ins Dampfbad und manchmal wird ein Salzpeeling zur Verfügung gestellt, was uns sehr gut gefällt.
Ein Salzpeeling wirkt mechanisch auf die Haut und entfernt Hautschuppen und Verschmutzungen, es kurbelt die Durchblutung an und macht die Haut rosig. Die Mineralien dringen tief in die Haut ein und liefern ihr Nähr- und Aufbaustoffe. Besonders bei Neurodermitis kann es positiv unterstützen. Das Öl pflegt und liefert ebenso Nährstoffe. Weidenrinde im Öl lindert Schmerzen, gut, z.B. wenn man „Rücken“ hat. Die ätherischen Öle regen alleine durch ihren Duft an und haben unterstützende Wirkungen. Bei empfindlicher Haut vorsichtig herausfinden, wie viel Peeling gut tut.
Als Geburtstagsgeschenk wollte ich meinem Mann ein solches Peeling kaufen … eine 400 g-Dose kostet um die 13 Euro.
Aber ich bin ja die #kräutermoni … sowas kann man bestimmt leicht selber machen.
Zutaten:
Grobes Meersalz
Olivenöl (ich hatte noch einen Rest Weidenrindenöl)
Einige Tropfen ätherische Öle (z.B. Zitrone, Orange, Grapefruit)
… mischen und in ein dekoratives Glas füllen.
Mein Mann freute sich sehr und meine Söhne haben gleich eine Bestellung aufgegeben:
Diesmal habe ich getrocknete Ringelblüten beigemischt – sie sind gut zur Beruhigung der Haut und hemmen Entzündungen.
In meinem Garten wachsen sooo viele Malven. Die Blüten und Blätter lindern bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Reizhusten, sowie bei Magen-Darm-Beschwerden. Zudem wirkt die Malve leicht blutdrucksenkend.
Am besten macht man einen kalten Auszug mit Wasser, damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht verloren gehen. Ich bevorzuge einen Auszug mit kaltem Wodka, das müsste auch funktionieren und konserviert zudem.
Die Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Gerbstoffe, Cumarine, Alkaloide und Schleimstoffe. Diese legen sich schützend (wie ein Verband) um die Schleimhäute.
Die Blüten lasse ich ca. vier Wochen ausziehen. Danach siebe ich sie ab und fülle die Tinktur in ein dunkles Fläschchen.
Die Malve ist eng verwandt mit der Stockrose, dem Eibisch und dem Hibiskus.
Feinstofflich weist die Malve auf Schutz und Abgrenzung hin.
Selbstbemächtigung = den Sommer in Flaschen füllen
Normalerweise lebe ich im Juni im Garten. Bei den frischen Temperaturen jedoch ziehe ich meine Küche vor. Gestern hatte ich meine „lange Nacht der Kräuter“, in der ich mir Zeit für meine „Aufträge“ nahm.
Um mich einzustimmen, kochte ich mir einen griechischen Bergtee mit ein paar Oliven- und Orangenblättern.
Haartonikum gegen Schuppen, zur Anregung des Haarwachstums und Hemmung von Haarausfall
Mein Sohn bat mich, etwas Kräuteriges gegen seine Kopfschuppen zu kreieren.
Schuppen äußern sich durch fettig weißlich-gelbe oder graue Hautschuppen auf der Kopfhaut und im Haar. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Kopfschuppen: Trockene Kopfhaut, eine Dermatitis, ein erhöhtes Vorkommen des Hautpilzes „Malassezia furfur“, Stylingprodukte, innere Faktoren wie Stress und Hormonschwankungen und Umwelteinflüsse. Meistens ist es eine Kombination verschiedener Faktoren.
Nach einigen Recherchen stellte ich ein Haartonikum zusammen:
Die Kräuter köcheln ca. 15 Minuten bei kleiner Flamme im Wasser mit geschlossenem Deckel. Nach dem Absieben wird der Sud ca. 1:1 mit Apfelessig gemischt. Anwendung Nach dem Haarewaschen in die Kopfhaut einmassieren, nicht ausspülen. Mit Wasser verdünnen, wenn die Kopfhaut angegriffen ist.
Zutaten
Wasser
Apfelessig – die Milchsäurebakterien entfernen Rückstände auf der Kopfhaut und bauen den Säureschutzmantel der Haut auf. Außerdem bringt der Essig Glanz für die Haare.
Brennnesselwurzeln – in der Kräuterheilkunde arbeitet man mit der Signaturenlehre. Diese besagt, dass Ähnlichkeiten darauf hinweisen, wo ein Kraut helfen kann. Die Wurzeln der Brennnessel sehen aus wie Haare und tatsächlich werden sie dort eingesetzt. In ihnen sind bis zu 20 % Mineralstoffe wie Kieselsäure und Kalium zu finden. Flavonoide schützen die Zellwände vor „freien Radikalen“. Die Inhaltsstoffe fördern das Wachstum und stärken die Haare. Entzündungen und Irritationen der Kopfhaut werden reduziert, Haarausfall kann gestoppt werden. Sie hemmen das Wachstum von Bakterien, enthalten viel Vitamin C, Eisen sowie Magnesium.
Zistrose – der kleine Strauch ist eine starke Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend), fungizid (pilztötend) bakterizid (bakterientötend) und antiviral (gegen Viren), was dazu führt, dass Hautwunden rascher heilen und Juckreiz gelindert wird. Die letzten beiden Eigenschaften lassen die Zistrose zu einem wichtigen Bestandteil der ganzheitlichen Therapie bei Neurodermitis werden. Die Haut wird gestrafft, was eine Schuppenbildung verhindern kann. Die starke antioxidative Wirkung ist auf ihren hohen Polyphenolgehalt zurückzuführen. Außerdem schützt die Pflanze vor UV-Strahlungen.
Rosmarin – das enthaltene ätherische Öl Eucalyptol (Cineol) fördert die Durchblutung der Kopfhaut und versorgt somit die Haarfollikel mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen. Es kann das Haarwachstum ankurbeln und Haarausfall lindern.
Ackerschachtelhalm – enthält Vitamine und Mineralien, darunter Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Riboflavin und Zink. Zusätzlich beinhaltet die Pflanze große Mengen an Silizium in Form von Kieselsäure (Siliziumoxid), die Haare, Haut und Nägel stärken. Die Pflanze hat einen hohen Gehalt an Flavonoiden, welche die Zellen schützen.
Geliebtes Hagebuttenöl
Es lohnt sich, im Herbst loszuziehen um Hagebutten zu sammeln. Ich trockne sie immer im Ganzen auf der Heizung oder im Dörrautomaten. Für mein Heilöl vermixe ich die trocknen Früchte mit Oliven- oder Madelöl und lasse sie warm ausziehen. Das Öl hilft bei verschiedenen Hauterkrankungen, gegen Rheuma und Arthritis.
Die getrockneten Pflanzen werden in Gläser gefüllt und beschriftet. Das Oxymel aus Tannenwipfeln, Essig und Honig zog 6 Wochen im Kühlschrank aus und wurde danach abgesiebt. Ich nehme es täglich esslöffelweise zur Immunstimmulierung ein.
Wenn ich unterwegs bin, sammle ich an geschützten Stellen meine Kräuter (wo ein Hund nicht so schnell hinpieselt, nicht an Äckern, die womöglich gespritzt werden und nicht direkt neben einer viel befahrenen Straße … ). Ich sammle nur einen Bruchteil des Bestandes und achte auf unbeschädigte Pflanzen. Ich sammle nur, was ich kenne und was nicht unter Naturschutz steht. Manchmal hilft mir meine Kräuterlehrerin bei der Bestimmung oder eine Pflanzenapp. Wenn es giftige Verwechsler gibt, lasse ich die Pflanze lieber stehen.
Der Abend war lang und hat mir viel Ruhe und Muße bei der Arbeit geschenkt.
Was man hier nicht sieht, sind die vielen zu reinigenden Utensilien. Die Küche muss noch aufgeräumt werden und das geht spät abends nicht immer so locker von der Hand.
Und trotzdem: Das ganze „Kräuterln“ macht einfach nur Spaß und ich lerne selbst sehr viel, wenn ich darüber schreibe.