Lernen durch Leiden?

In unserer abendländischen Kultur herrschte bis vor kurzem Leidenszeit = Passionszeit. Diese beginnt mit dem Aschermittwoch, endet am Ostersamstag und dauert 40 Tage. Sie erinnert an das Leiden von Jesus Christus, der zum Tod am Kreuz verurteilt war.

Die Passionszeit wird auch Fastenzeit genannt. Diese Tradition ist schon seit dem 4. Jahrhundert bekannt. Menschen wurden zum Teil gezwungen, sich an die strengen Glaubensregeln der Kirche zu halten und verzichteten auf Fleisch und Wein. Heute verzichten viele Menschen in den Wochen vor Ostern bewusst auf Zucker, Fleisch, Alkohol, Zigaretten oder auch auf das Smartphone.

Der Verzicht auf ein paar Annehmlichkeiten des Lebens ist sicherlich manchmal etwas leidvoll oder lästig, hat aber nichts mit wirklichem Leiden zu tun. Er kratzt nur ein bisschen an der Oberfläche. Wirkliches Leiden ist schrecklich, lebensbedrohlich. Es gibt viele Lebensumstände, die Menschen in tiefes Leid versetzen: Tod und Trauer, schwere Erkrankungen, Unfälle, Hunger, Krieg, Verfolgungen aber auch Behinderungen, Einsamkeit. Es gibt Schicksalsschläge, die so leidvoll sind, dass man tatsächlich stirbt oder innerlich daran zerbrechen kann.

Einige von uns haben schlimmes Leid gesehen oder erlitten. Diese Erfahrungen gehören anscheinend zum Leben dazu. So kann ich von mir behaupten, dass mich meine schrecklichsten Erfahrungen immer ein Stückchen weiter in meiner Entwicklung vorangebracht haben. Rückblickend behaupte ich, dass ich aus jedem leidvollen Erleben einen Gewinn hatte. Aber das ist sicherlich keine tröstliche Aussage für Menschen, denen es schlecht geht. Außerdem habe ich aus vielen schönen Dingen noch viel mehr gelernt, ich brauche wirklich keine Leid-Lektion um etwas zu begreifen!

Noch weniger tröstlich ist es für mich, in eine Kirche zu gehen und hauptsächlich von Leid, Entsagung und Sünde zu hören. In vielen Liedern, in Gebeten und Predigttexten wird das Schwere zelebriert. Anscheinend müssen wir doch durchs Fegefeuer um geläutert zu werden? Und im modernen Alltag gibt es den „Ernst des Lebens“, wir müssen die „Schicksalsschläge“ über uns ergehen lassen, wir müssen ziemlich viel müssen, um zu überleben und in der Gesellschaft zu bestehen. Mit Angst vor Leid und Strafe wird gedroht. Wenn wir Spaß haben wollen, dann nur ganz dezent, wir werden ja sehen, wohin das führt.

Dieser Typ mit den Sandalen, ich meine Jesus von Nazareth, zog durch die Lande und predigte von Liebe und Vertrauen, er erzählte vom Wohlstand, der da ist, wenn man denn nur vertraut. Er erzählt von Gesundheit, die möglich ist. Er sagte zu dem Schwerkranken: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Es ist das Vertrauen in das schier Unmögliche, dass Jesus uns zeigen wollte.

Das, was uns Menschen in Leid und Not hilft, ist das Vertrauen in die große Kraft, die da ist, mag man es Gott oder sonst wie nennen. Ich glaube, wenn wir Menschen es schafften, an das Gute zu glauben und zu vertrauen, wird sich das Leid verabschieden. Wir müssen nicht leiden um zu lernen! Das Leben darf schön und leicht sein. Dazu können wir uns sofort die Erlaubnis geben. Ich wünsche mir, dass alle Religionen dieser Welt anfangen, von Liebe und (Selbst-)Vertrauen zu predigen, dass jedes Segnen die Menschen erleichtert und von ihren Sorgen befreit.

Ich würde sagen, wir sind umgeben von desillusionierten Menschen, von Politikern ohne Visionen, Ärzten ohne Hoffnung, Eltern ohne Rat, … und wir machen immer so weiter im Konzept. Viele zerschlagene Seelen, denen ein Stück fehlt. Wir sind das Leid gewohnt und denken, dass das normal sei. Leid wird uns sogar als Lösungsstrategie angeboten: „Wer nicht hören will, muss fühlen!“ Dabei sollte eine Strategie immer ins Positive führen und sich nicht mit dem kleineren Übel begnügen. Es wird Zeit, dass wir von innen heraus heilen, d.h. dass wir wieder ganz werden.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche und denken Sie daran: Das Leben ist schön!

Alt = Ausgedient?

Der menschliche Körper soll auf eine Lebenszeit von etwa 130 Jahren ausgerichtet sein, heißt es. Wenn man nicht vorher stirbt. Trotzdem gibt es einige ältere Menschen, die mit 70/80 Jahren keine Perspektiven mehr haben. Alt bedeutet für viele: „Wir setzen uns jetzt hin und warten auf den Tod. Was soll es da noch groß geben?“Mit Ende der Berufszeit besinnen sich viele Menschen auf das, was sie in der Ruhezeit alles erledigen wollen: Reisen, sich ehrenamtlich engagieren, endlich Zeit für Reparaturen und Garten haben, die Enkelkinder betreuen, ins Theater gehen, vielleicht ein Seniorenstudium an der Uni, die Welt genießen. Gut ist, wenn man eine/n PartnerIn hat, dann macht alles doppelt so viel Spaß. Außerdem ist ein fester Freundkreis wichtig.

Schwierig wird es, wenn Freunde oder Partner sterben oder man selbst erkrankt. Dann hat man mit der Trauer, mit Einsamkeit und Lebensängsten zu kämpfen. Der Körper macht nicht mehr richtig mit und bei manchen auch der Geist.

Das, was Sie aus Ihrem Leben machen, liegt in Ihrer Verantwortung

Meine Mutter würde gleich protestieren, ich solle erstmal in ihr Alter kommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das leben, was die Gesellschaft von uns erwartet: In Rente gehen, ein bisschen Spaß haben, krank werden, sterben. Das Wort ist sehr mächtig, und wir tun gerne das, was man uns sagt. Wir erfüllen die Prophezeiung sozusagen. Wir sind das, was wir denken. Kreisen unsere Gedanken um Krankheit und Leid, lässt das Leid nicht lange auf sich warten. Sie können also überlegen, ob sie tatsächlich der gesellschaftlichen Erwartung entsprechen wollen oder ob Sie eigene Pläne haben.

Eigene Pläne zu haben, ist in jedem Alter wichtig. Anfangen kann man damit, seine eigenen Wünsche aufzuschreiben, z.B. ein gutes Essen, Gesundheit, eine Reise, eine alte Freundin treffen, neue Freunde finden. Diese Liste sollte man in Greifnähe haben um sie zu ergänzen oder zu verändern. Wenn Sie sich über ihre eigenen Ziele im Klaren sind, werden Sie automatisch nach Wegen suchen, wie Sie diese erfüllen können. Das Leben kann so wieder spannend werden.

Eine Bekannte sagte kürzlich zu mir: „Alt werden ist nichts für Feiglinge.“ Sie hat sicherlich recht, gibt es doch viele herbe Schläge, von denen ich oben schon berichtete. Und trotzdem: Behalten Sie die Macht über sich, setzen Sie sich ihre Krone auf, auch wenn Sie krank im Bett liegen. Behalten Sie Ihre Würde. Ich habe einige Tipps zusammengetragen um gut „durchzukommen“ – so haben Sie im Alter noch lange nicht „ausgedient“:

  • Lieben Sie sich selbst so wie Sie sind.
  • Seien Sie positiv.
  • Suchen Sie sich Weggefährten.
  • Versuchen Sie so oft wie möglich, raus an die frische Luft zu kommen.
  • Freuen Sie sich über das, was Sie bereits in Ihrem Leben geleistet haben.
  • Lassen Sie andere an Ihrem Erfahrungsschatz teilhaben.
  • Arbeiten Sie im Garten oder auf dem Balkon.
  • Suchen Sie sich eine Aufgabe.
  • Dankbar sein.
  • Kreativ sein: malen, basteln, singen, backen, kochen …

Diese Liste ließe sich bestimmt noch gut ergänzen: Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion und schreiben Ihre Vorschläge oder Ihre Kommentare. Verantwortung übernehmen bedeutet immer, sich seiner Selbst und seiner eigenen Mächtigkeit bewusst zu sein. Gerne begleite ich Sie bei diesem Prozess.

Ihre Monika Rauch




Schlagen ist keine Lösung

In der Praxis begegnen mir Fälle, wo Mütter und Väter ihre Kinder schlagen. Sie lieben ihre Kinder und trotzdem … sie hauen zu, wenn es ihnen zu viel wird: Auf der Arbeit, mit dem/der EhepartnerIn oder Geldsorgen … und dann noch das Kind, dass nicht begreift, dass es funktionieren muss, will es in dieser Welt bestehen.

Eltern schlagen, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Es ist eine Strategie, die sie meist selbst erfahren und unter der sie gelitten haben. Und trotzdem setzen sie sie ein. Ich schreibe hier nicht über die Eltern, die ihre Kinder vorsätzlich quälen und misshandeln.

In Deutschland gilt seit dem Jahr 2000 das Verbot der Prügelstrafe. Im §1631 Abs. 2 BGB heißt es: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Missachtet man dieses Gesetz, drohen Geld- oder Freiheitsstrafen.

In anderen Ländern, darunter auch in einigen US-Bundesstaaten, ist die Prügelstrafe erlaubt und teilweise ausdrücklich erwünscht. So wird dort auch an den Schulen und anderen Institutionen geschlagen. Übrigens: In Frankreich wurde erst im November 2018 ein Gesetz gegen die Prügelstrafe erlassen.

Studien belegen, dass in Ländern mit Verbot der Prügelstrafe die Gewaltbereitschaft rückläufig ist. Aber was nutzt das dem geschlagenen Kind? Kinder erzählen in der Regel erstmal nicht, wenn sie geschlagen werden. Sie schützen instinktiv ihre Eltern, aus Liebe. Wenn der Druck zu groß ist, „verraten“ sie sich.

Körperliche Gewalt wird oft verdrängt oder bagatellisiert nach dem Motto: „Das hat noch niemanden geschadet.“ Aber Schlagen, auf dem Po oder Kopf, mit Gegenständen oder mit der Hand, wird immer Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen haben: Z.B. Angst und Mißtrauen, eingeschränkte Lösungsstrategien bei Konflikten, mangelnder Selbstwert, Aggressionen und autoaggressives Verhalten. Wenn ich mit Kindern rede, die geschlagen werden, erlebe ich eine tiefe Verletztheit und Traurigkeit, sie rechtfertigen das Verhalten der Eltern, weil sie ja nicht „brav“ waren und fühlen sich schuldig, sie sehnen sich nach Liebe und können sich, so wie sie sind, nicht annehmen.

Ebenso hat das Schlagen immer Auswirkungen auf das Verhalten der Eltern: Hilflosigkeit, mangelnder Selbstwert, schlechtes Gewissen, Störung in der Beziehung zum Kind – dadurch wird man aggressiv, d.h. die Gewaltbereitschaft ist erhöht … und der Kreis schließt sich.

Körperliche Gewalt ist in unserer Gesellschaft noch oft anzutreffen: Prügeleiein auf dem Schulhof, bei Streit in der Kita ist Schlagen eine der verbreitetsten Strategien, Massenschlägereien bei Demos und Fußballspielen … das sind teilweise reine Gewaltorgien. Man sieht es, zuckt die Schultern und kümmert sich um seine eigenen Angelegenheiten. Schlagen ist also auch ein gesellschaftliches Problem.

Es gibt bereits einige staatlicher Förderprogramme, die auf dieses Thema abzielen. Ich denke, es muss wesentlich mehr investiert werden, um das Land zu „befrieden“ auch im Hinblick auf die vielen Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen.

  • Sensibilisierung der Gesellschaft: Dazu sollten Aufklärungen in Schulen und Kitas erfolgen, sowie Kampagnen über soziale Medien und TV laufen. Ein Aufschrei sollte durch das Land gehen, wenn Gewalt im Spiel ist! Eine Gesellschaft fern von Gleichgültigkeit, eine Gesellschaft mit Mitgefühl.
  • Eltern stärken, Familien entlasten. Nicht verurteilen, sondern aufklären und unterstützen. Eltern mit Halt.
  • Kinder schützen bzw. ihnen Schutzraum bieten. Kindern Lösungsstrategien anbieten. Kinder lieben.

Schlagen ist keine Lösung, manchen mag es als Ventil dienen, zurück bleibt ein schales Gefühl: Das war unrecht. Was tun wir, wenn wir uns eingeengt fühlen, von allem verlassen, hilflos, traurig, müde, ausgelaugt, voller Wut?

Strategien für schwierige Situationen sind: Nachdenken, reden, zuhören, Vereinbarungen aushandeln, Genugtuung fordern, sich Zeit nehmen, Ruhe suchen. Das Wichtigste aber ist, dass Kinder (und überhaupt: alle Menschen!) die Macht über sich selbst zurückholen. Das beinhaltet, dass wir uns bewusst werden, dass wir ganz gemeint sind und dass wir die innere Freiheit haben, unser Leben nach dem auszurichten, was wir sind. In der Traumapädagogik nennt man das Selbstbemächtigung.

siehe: https://monika-rauch.com/methoden/



Freiheit den Unterdrückten!

Weltfrauentag, was für ein Hype! Weltweit werden Filme und Dokumentationen gezeigt, Vorträge gehalten, es wird gebetet und gesungen, um auf Ungerechtigkeit und Unterdrückung gegenüber Frauen hinzuweisen. Es stimmt, es herrscht viel Leid. Aber nicht nur bei Frauen, ebenso bei Kindern, Männern, Andersdenkenden und -fühlenden. Da gibt es natürlich auch die besonderen Tage, z.B. den Weltkindertag. Und den Vatertag für Männer. 😉

Aber hilft ein Tag mit viel Wind und Bohei tatsächlich dem eigentlichen Anliegen, d.h. genügend Nahrung, Gerechtigkeit und Freiheit für ALLE? Mit diesen Welt-Dingsda-Tagen wird mal ein bisschen aufgemuckt und dann geht es weiter im Konzept. Natürlich machen diese Tage auf besondere Problematiken aufmerksam. Bei uns im Land hat sich schon viel Positives entwickelt und doch ist mir das nicht genug.

Ich denke, es ist höchste Zeit, mal konkret zu werden! Aber wie? Ich denke, dass ALLE Menschen es lernen sollten, auf ihre innere Stimme zu hören, auf ihr Gewissen, auf ihre Intuition. Das ist schwierig, weil fast alle Systeme dieser Welt das genau NICHT wollen: Das Schulsystem möchte angepasste Schüler, die sich das Wissen, was sie gar nicht interessiert, eingetrichtern lassen. Das Krankensystem will, dass wir regelmäßig zum Zahnarzt und zur Vorsorge gehen, auch wenn wir gar keine Probleme haben. Viele politische Systeme wollen keine Freidenker, auch viele Demokratien nicht. Die Pharmazie will keine Gesunden und wir haben Lobbyisten, die das unterstützen. …

Ich behaupte mal, wer sein Leben so lebt, wie es gemeint ist, wird als gefährlich eingestuft. Sein Leben freiheitlich zu leben, bedeutet nicht unbedingt, dass man z.B. lauthals gegen ein ungerechtes System aufbegehrt. Das wäre besonders in den Entwicklungsländern fatal. Ich meine, dass jeder Mensch dazu fähig ist, seine Macht über sich selbst wieder zurückzuholen. Wir sollten uns dessen bewusst sein, dass wir alle das können. Dann sind wir klar und authentisch und spiegeln das nach außen. Dann sind wir stark und nicht mehr Spielball fremder Systeme. Ein Ruck ginge durch die Welt, würden wir das alle tun!

Let´s start!

Falls Sie Unterstützung auf Ihrem Weg suchen, finden Sie auf meiner Website Hilfestellungen: https://monika-rauch.com/methoden/

Demaskierung





Faschingsdienstag, noch einen Tag feiern, dann ist es vorbei! Ab morgen gehen wir in Sack und Asche. Dann wird gebüßt. Bis Ostern. OMG!

Wir maskieren uns schon gerne, nicht nur an Fasching. Weil’s Spaß macht und oft um nicht zu zeigen, wie es um uns steht. Wir gehen mit der Zeit, wollen cool sein, begehrt und gefragt. Dabei gaukeln wir gerne vor, was wir gar nicht sind: Blond, hellhäutig, sportlich, unbehaart, behaart,  normalsichtig, schlank, … Leider ist das nur Maskerade, die uns vom Eigentlichen ablenkt. Eine Demaskierung wäre vielleicht gar nicht so verkehrt: Wir setzen unsere Masken ab und zeigen unser wahres Gesicht. Aber um das ertragen zu können, sollten wir vorher aufräumen: Schauen, was wir im Leben wollen, unseren Lebenssinn finden und somit tiefe Befriedigung erlangen. Mit Liebe und Nachsicht für uns selbst, fängt er an, der Weg der Demaskierung – „Maskenfasten“ sozusagen.

Ich wünsche Ihnen einen spannende Zeit.
Ihre Monika Rauch

Unsere tiefste Angst

Kürzlich schaute ich mir eine Passage des Aktuellen Sportstudios an. Oliver Kahn wurde interviewt. Ich weiß nicht genau, um welchen Verein es gerade ging, ich hörte nur Kahns Aussage: „Das ist die Angst vor dem Gewinnen …“ Ich war elektrisiert. Ja, das kenne ich nur zu gut, von mir und von vielen lieben Mitmenschen; die Angst vor einem Gewinn. Aus Angst, vielleicht etwas falsch zu machen, also eine Fehlentscheidung zu treffen, bleiben wir lieber in unserer Komfortzone. Dabei wissen wir, dass Angst lähmt.

Einige Beispiele:

  • Jeder Arbeitstag ist eine Qual – und trotzdem bleiben wir.
  • Oder man arbeitet als Metzger und ißt vegan.
  • Kinder (und nicht nur Kinder) werden Opfer und meinen, das sei ihre Schuld.
  • Kinder bekommen Bauchweh, wenn sie in die Schule müssen.
  • Lehrer werden krank.
  • Mit dem PartnerIn hat man sich nichts mehr zu sagen, aber man hat gemeinsam Kinder, ein Haus, ein Pferd, eine Jacht.
  • Seit vielen Jahren engagieren wir uns im Verein und das ist nur noch mühsam.
  • Wir bekommen eine Krankheit nach der anderen, meinen aber, dass das nichts mit uns zu tun hat.
  • Wir würden gerne künstlerisch tätig sein und finden keine Zeit.
  • Wir würden gerne verreisen und bleiben zu Hause.
  • Unsere Vorsätze zum Jahresbeginn enden am 2. Februar.
  • Wir erlernen einen Beruf weil er gute Erfolgsaussichten hat.
  • Eine Diät jagt die andere und wir nehmen nicht ab.
  • Wir halten in steter Treue zu unseren Eltern, obwohl sie uns misshandelten und noch heute missachten.
  • Wir kümmern uns um alles und jedes und missachten unsere eigenen Bedürfnisse.
  • Wir wohnen auf dem Land obwohl wir die Stadt lieben, oder umgekehrt.
  • Man ist schon 80 Jahre alt – daher ist eh alles zu spät.

Wir verharren, obwohl wir uns auf den Weg machen sollten. Wir verschließen die Augen und hoffen, dass der Spuk schon irgendwann vorbei ist. Wir machen weiter, weil die anderen das von uns erwarten, bleiben im Job, weil wir extra Punkte angesammelt haben. Wir bleiben dick und/oder krank, weil wir irgendeinen Vorteil davon haben. Wir stellen uns nicht unserer Vergangenheit, weil das zu sehr schmerzt. Und dabei zeigen wir unseren Kindern wie das Spiel der Welt funktioniert.

Und jetzt? Sollen wir alle Zelte abbrechen, den unliebsame Mitmenschen ade sagen, Job kündigen und alle Verantwortung hinter uns lassen? Oder sollen wir uns gesund und schlank zaubern? Oder uns zum Psychologen auf die Couch legen? Und was geben wir unseren Kindern mit auf den Weg?

Manchmal ist das Verabschieden von bestimmten Personen oder Situationen einfach nötig. Wer in einer narzistischen Beziehung steckt oder körperlich genötigt wird, sollte schnellstens Reißaus nehmen. Meistens aber hilft eine innere neue Ausrichtung auf das, was man wirklich will. Dazu gehören zum Beispiel das Loslassen von alten Geschichten, Auflösen von hinderlichen Glaubenssätzen, Auflösung von kindlichen Ängsten und das Vertrauen in das eigene Tun. Genau wie wir unseren Kindern vertrauen können, dass sie ihren Weg schon finden werden. Wenn wir es schaffen, unsere Angst aufzulösen, dann wird es immer einen Gewinn geben, nämlich das Erlangen unserer inneren Freiheit und das Erstarken unserer Persönlichkeit.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche und möchte noch einen Text von Marianne Williamson aus „Return to love“ anhängen:

„Unsere tiefste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.
Unsere tiefste Angst ist, dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.

Es ist unser Licht – nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt.
Wir fragen uns: Wer bin ich, um brillant, großartig, talentiert und kraftvoll zu sein? Frage Dich lieber: Was machst Du eigentlich, um all das nicht zu sein?

Du bist ein Kind Gottes. Dein zögerliches Spiel hilft der Welt nicht. Es wird nichts erhellt, wenn Du Dich kleiner machst, damit sich andere nicht verunsichert fühlen.

Wir wurden geboren, um den Glanz Gottes, der in uns ist, offenkundig zu machen. Dieses Licht, das in allen von uns ist. Und wenn wir es leuchten lassen, geben wir anderen die Erlaubnis dasselbe zu tun.“

Achtung, Urheberrecht! Blog: Monika Rauch, Zitierter Text: Marianne Williamson, Foto: Pixabay


Der Mensch ist ganz gemeint

Ein Kind wird geboren. Alles ist dran: Arme, Beine, Augen, Ohren …

Manchmal ist das nur die halbe Wahrheit. Vielleicht fehlt dem Kind doch etwas? Es könnte sein, dass die Schwangerschaft von Sorgen überschattet war: „Wie soll das nur werden? Schaffe ich das finanziell? Was sagen die Leute? Soll ich das Kind überhaupt bekommen?“

Mittlerweile gibt es Forschungen, die belegen, dass sich eine negative Stimmung schon auf das ungeborene Kind übertragen kann. Sorgen und Ängste kommen beim Kind an. So kann es sein, dass sich bereits vor der Geburt Anteile vom Kind abspalten – ihm fehlt etwas.

Das Kind wächst heran und im Laufe seines Lebens erlebt es einiges. Vielleicht wird es geärgert.

  • abgelehnt
  • geschlagen
  • missbraucht
  • geärgert
  • krank

Oder es fühlt sich allein gelassen, ungeliebt, nicht verstanden. Unter diesen Bedingungen ist es schwierig, Liebe und Vertrauen zu entwickeln. Das Urvertrauen ist schon abhanden gekommen, Anteile der kindlichen Seele gehen verloren.

Zudem neigen wir Menschen dazu, die Sorgen der anderen, z.B. der Eltern, zu übernehmen. So tragen wir auch noch manche Päckchen mit uns herum, die gar nicht zu uns gehören: Fremde Seelenanteile sollen unsere Löcher auffüllen. Leider passen die nicht ganz.

Wir kennen das Gefühl der inneren Leere wahrscheinlich alle. Eine tiefe Sehnsucht, die wir gestillt haben möchten. Uns fehlt etwas, aber wir können es nicht benennen.

Manche versuchen die Löcher wieder aufzufüllen: Der/die neue PartnerIn soll uns ganz machen, oder wir versuchen die Leere mit Essen, Alkohol, Arbeit, Sport aufzufüllen.

Es gibt nur eine Lösung, sich die verlorenen Seelenanteile zurückzuholen und die fremden loszuwerden: Die bedingungslose Liebe! Liebe, an die keine Erwartung geknüpft ist. Liebe, die gibt und nicht fordert. Liebe, die Verständnis, Toleranz und Vertrauen zu allen Menschen beinhaltet. Liebe zu sich selbst.

Ich behaupte, dass wir alle ganz gemeint sind. Wir haben ein Recht auf Vollständigkeit. Mit der Vollständigkeit, kommt auch das Selbstvertrauen zurück: Wir suchen nach neuen Zielen und finden neue Wege. So kann das Leben leicht werden.

Wenn Sie sich ihr Geburtsrecht zurückerobern möchten, helfen intensive Gespräche mit Familie und Freunden oder diverse Bücher und Filme. Ich empfehle Ihnen die Methoden SEA-Balance und Baby-Healing.

Haben Sie eine gute Woche,

Ihre Monika Rauch

 

 

 

 

 

 

 

Was haben Kritik und Liebe miteinander zu tun?

Es fängt ja schon früh an: Kaum fahre ich als stolze Mutter mein Kind im Kinderwagen spazieren, kommt jemand Bekanntes (oder auch Unbekanntes), steckt seinen Kopf in den Kinderwagen und sagt mit sorgenvoller Miene: „Was für ein süßes Kind! Aber ist es nicht ein wenig zu klein/schwer/unbeweglich/zahnlos…?“ So geht das dann weiter: Als Eltern bekommt man so manchen wohlmeinenden Ratschlag: „In seinem Alter müsste es sich aber schon drehen.“ „Was, es läuft noch nicht und die Schuhe kann es auch noch nicht binden?“ Als leicht verstörte bis schwer verunsicherte Eltern geht´s ab zum Arzt. Der wird schon wissen, ob sich alles normal entwickelt. Wie gut, dass es die Fachleute gibt, die haben ja schließlich studiert!

Die nächsten Stationen sind die Betreuungseinrichtungen, da achtet der Erzieher, ob sich das Kind standardmäßig entwickelt – wenn nicht: Ab zum Arzt, Logopäden, Ergotherapeuten und evtl. in die psychologische Beratungsstelle! Und wir wissen ja: Das sind Fachleute, die es schließlich gelernt haben. Und dann kommt das Kind in die Schule. Nach anfänglicher Schonfrist in Form schriftlicher Bewertungen, gibt es die ersten Noten. Und uns als Eltern wird langsam klar, dass unser Kind zu den favorisierten Gewinnertypen, zu den erduldeten Mittelmäßigen oder den Leistungsschwachen gehört.

Ich glaube, dass alle Eltern ihre Kinder lieben. Wir sorgen uns, wollen, dass unser Kind ein gutes Leben hat und einen Beruf, der Wohlstand bringt (und uns eventuell ein wenig zur Rente beisteuert). Daher bekommt es bereits im Kindergarten Englischunterricht und muss natürlich gut in der Schule sein. Mit schlechten Leistungen wird es das Kind nicht weit bringen; denken wir.

Das mag in gewisser Weise sogar stimmen. Ich bin aber der Meinung, dass ein Kind ein „erfolgreiches“ Leben führt, wenn es bedingungslos geliebt wird. Wenn bereits ein kleines Baby Kritik ausgesetzt ist und wir als Eltern ohne Vertrauen in die Wesenheit des Kindes sind, wird es das spüren und es vielleicht sogar leben.

Ein gesagtes Wort ist sehr mächtig!

Lassen wir dem Kind all unsere Liebe gepaart mit Vertrauen angedeihen, wird es sich so entwickeln wie es gemeint ist. Ein geliebter, vertrauensvoller Mensch wird die Beschäftigung finden, die er liebt und somit seine Sache automatisch gut machen; also der Menschheit dienen.

Im Erwachsenenalltag geht es weiter mit der Kritik:

  • Rezensionen: Bücher, Filme, Kosmetik-Produkte, Möbel … Besonders im Internet können Sie sich aussuchen, was allen Ansprüchen genügt und was das vermeintlich Beste ist.
  • Bewertungen in Reiseportalen sollen dem Kunden es erleichtern, den passenden Urlaubsort zu finden.
  • Likes und Dislikes in den sozialen Netzwerken zeigen, wer oder was gut oder schlecht auf dieser Welt ist.
  • Zeugnisse aller Art bezeugen, wie wertvoll ein Kind/Mitarbeiter/Mensch ist.

Diese ganze Bewerterei bringt mich echt durcheinander! Nachdem ich die 10. Reisebewertung und die 20. Buchrezension gelesen habe, bin ich am Ende unsicherer als vorher. Ich gebe zu: Ich orientiere mich auch daran, aber gleichzeitig gehe ich mittlerweile wieder ins Reisebüro und lasse mich beraten, lese die Inhaltsangabe der Bücher und schaue mir die Menschen, mit denen ich zu tun habe, genau an. Bei allem was ich tue, versuche ich mich auf mein Bauchgefühl, also auf meinen Instinkt, zu verlassen. Außerdem versuche ich kritisch mit jeder Nachricht umzugehen. Weiß ich wirklich, ob diese Meldung so stimmt und/oder ob die Nachrichtenagentur gut recherchiert hat?

Zwischendurch hole ich mir immer mal wieder eine „Klatsche“ ab (wie eine gute Freundin zu sagen pflegt): Ich lasse mir dann gerne mal von den falschen Leuten Ratschläge erteilen, wohl in der Hoffnung auf eine Streicheleinheit, in der Art: „Das hast du aber fein gemacht!“ Kürzlich z.B. habe ich einem Bekannten einen frischgedruckten Flyer gezeigt. Ich hatte mir wochenlang über Gestaltung und Text einen Kopf gemacht. Der Bekannte meinte nur lapidar: „Man (wer ist das?) schreibt heute nicht mehr „Schönheit“ sondern „Noblesse“. Klatsch! Das tat weh. Kein erhofftes Lob über die Gestaltung und die tollen Texte.

Das sind die Destruktiven, von denen es leider so einige gibt und die bestimmt auch eine leidvolle Geschichte mit sich herumtragen. Ich lerne, mich von diesen Menschen innerlich abzugrenzen und es nicht persönlich zu nehmen. Aber wie schafft es ein Kind, und später ein erwachsener Mensch mit all den Verletzungen klarzukommen?

Das geht meiner Meinung nach, einzig und allein, mit bedingungsloser Liebe. Liebe zu sich selbst ist der erste Schritt, um liebevoll mit anderen umzugehen. Lieben wir uns selbst, haben wir auch Selbstvertrauen. Und Selbstvertrauen hilft uns, einen Sinn im Leben zu entdecken und unseren ureigenen Weg zu gehen. Gehen wir Eltern mit uns liebevoll und selbstbewusst um, spiegeln wir das unseren Kindern. Sie lernen von uns als Vorbild.

Noch ein paar Worte zur positiven, wohlmeinenden Kritik: Es ist immer schwierig für jemanden, kritisiert zu werden. Alte Verletzungen kommen zutage, man fühlt sich leicht missverstanden, nicht gesehen im eigenen Sosein, mitunter sogar vernichtet. Kritik ist nicht immer vermeidbar, z.B. im beruflichen Kontext oder in der Pädagogik: Wenn ein Chef/ein Pädagoge sorgsam mit seinen Mitmenschen umgeht und diese in die Prozesse mit einbezieht, könnte es gelingen, eine erwünschte Korrektur vorzunehmen. Dazu sollten die Gespräche auf Augenhöhe geführt werden.

Hier schließt sich der Kreis: Eigenliebe, Liebe, Vertrauen und Sensiblität holen das Beste aus den Menschen heraus – so kann auch Kritik etwas bewirken.

Hausaufgabe: Wann kritisierst Du und wen? Was fühlst Du wenn Du kritisiert wirst? Gibt es Unterschiede in der Art der Kritik? Wenn Du meinst, jede Kritik voll und ganz zu verdienen, könnte es sein, dass Du Dir selbst nicht genügend wert bist. Es gibt viele Bücher, youtube-Filme zum Thema Selbstwert, oder Du kommst in die neue Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/kuenstlertreff.de/

Wie soll ich die Macht über mich zurückholen?

Ich habe doch Macht über mich, oder?

Das möchte ich doch sehr hoffen! Wir sind selbstbestimmte Wesen und versuchen uns immer weiter zu optimieren: Schneller, höher, besser. Wir agieren und agieren, weil wir in der Gesellschaft bestehen möchten. Wir möchten anerkannt werden, geliebt, gesehen. Und manchmal strampeln wir uns ab, aber eine innere Befriedigung stellt sich nicht ein.

Wir suchen die Anerkennung im Außen: Ein Partner, der uns endlich die Erfüllung bringt, der liebevoll, fürsorglich, aufopfernd, verstehend ist. Oder der Beruf, der uns fordert und wo wir zeigen können, was in uns steckt. Oder ein Ehrenamt, das uns total erfüllt und leider manchmal auch erschöpft. Bei Krankheit vertrauen wir dem Arzt, der uns vielleicht mit einer Diagnose verurteilt, das zu leben, was er prophezeit.

Leider, selten, tritt das ein, was wir erwarten. Das Lob, die Anerkennung, die Liebe, die Gesundheit, wonach uns so sehr dürstet.

Was hat das mit Macht zu tun? Wir geben alles und suchen die Erfüllung im Außen. Wir bemächtigen die Anderen „es“ für uns zu tun: Uns aufzufüllen. Die Lösung kann, meiner Meinung nach, nur im Innern zu finden sein: Wir sollten versuchen, uns selbst aufzufüllen mit Liebe zu uns selbst. Indem wir es lernen, uns selbst zu lieben, anzuerkennen, zu akzeptieren mit allen Facetten, gewinnen wir die Macht über uns zurück.

Natürlich sollten wir nach einer harmonischen Beziehung streben, einen erfüllenden Job, ein tolles Ehrenamt haben und einen guten Arzt (Ärztin).

Es kommt auf das „wie“ an: Lieben wir uns selbst, sorgen wir automatisch für uns und fangen an zu fragen: Wohin führt mich mein Weg? Gibt es einen Sinn im Leben? Habe ich eine Berufung? … Fangen wir an zu fragen, ergeben sich mitunter Antworten, die uns Korrekturen vornehmen lassen. Vielleicht erkennen wir, dass der Job alles andere als erfüllend ist, oder dass die Partnerschaft, Freundschaft nicht eben das Gelbe vom Ei ist. Vielleicht finden wir dann den Mut zu gehen – Schritte vorzunehmen, die lebensverändernd sind. Das heißt nicht immer, sich bei Beziehungsproblemen z.B. zu trennen, aber man könnte sich innerlich anders aufstellen. Oder man sucht sich einen anderen Arzt, der ganzheitlich arbeitet, also den Mensch mit seinem Seelenleben in die Behandlung mit einbezieht, oder …

Also: Haben wir wirklich die Macht über uns? Das kann nur jeder für sich selbst beantworten. Wenn Sie sich auf den Weg der Selbstbemächtigung machen und es irgend wo hakt, unterstütze ich Sie gerne dabei.

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