Frühlingsspaziergang

mit Schrecken

Was für ein herrlicher Tag! Die Sonne schien und die Pflanzen streckten ihre zarten Blättchen aus dem Boden. Zeit, meine Kräutertouren wieder aufzunehmen.

Ich war unterwegs in Rodheim zu meiner Lieblingsstelle Richtung „Alter Berg“. Dort stehen an einem Bachlauf eine Reihe mit Pappeln. Seit Jahrzehnten prägen sie die Landschaft  – ein Blickfang in der sonst eher gleichförmigen Wetterau.

Eine Landschaftsmarke verschwindet

Was für ein Kahlschlag! Angeblich seien die Bäume von innen heraus verfault und in den Kronen wäre zu viel Totholz. Ich, als Laie, konnte allerdings in den Baumscheiben nichts Morsches erkennen. Gut, Totholz in den Kronen ist schwierig zu entfernen. Da machen wir gleich lieber den ganzen Baum weg. Wie praktisch. Die ganze Aktion sei mit dem NABU abgestimmt.

Von den herumliegenden Zweigen habe ich einige Knospen der Balsam- und der Schwarzpappel abgezwackt. Eigentlich benötigt man in der Gemmotherapie nur wenige Baumknospen, da sie das geballte Erbgut des Baumes in sich tragen.

Ich bin wirklich sehr betroffen über das Abholzen. Es mag Gründe dafür geben und gleichzeitig frage ich mich, welche anderen Interessen hinter dem Vorgehen stecken mögen. Vielleicht wird ja wieder aufgeforstet. Das bleibt abzuwarten.

Pappeln sind schnellwachsende Bäume, die es gerne feucht mögen. Sie können über 300 Jahre alt werden und gehören zur Familie der Weiden. Ihre Heilkraft haben sie hauptsächlich in den Knospen und in ihrer Rinde.

Nachdem ich mich von meinem Schrecken etwas erholt hatte,  wanderte ich weiter und ließ mich von der Natur wieder beruhigen.

Philosophisches

Es liegt anscheinend in unserer Natur, den Ast zu zersägen, auf dem wir sitzen. Wir betonieren die Landschaft zu, breiten uns aus, verpesten die Luft und zerstören Natur und unsere Mitlebewesen, als gäbe es kein Morgen mehr.  Dabei sind wir doch Natur – keine Automaten, an denen man drehen und schrauben kann! Wieso leugnen wir das wehement in unserer ach so hochentwickelten Gesellschaft? Wäre wirklich mal interessant, welches tiefsitzendes kollektives Trauma die Ursache dafür ist. Das „Habenwollen“  deutet auf ein großes gesellschaftliches Mangeldenken hin. Vielleicht finden wir uns selbst nicht, gerade weil wir uns von unserem Ursprung abgeschnitten haben? Und unsere Natur übertünchen wir mit allem, was es schönes Glitzerndes zum Kaufen und Ablenken gibt.

Natur ist stark und gewaltig, sie ist da. Es wird immer ein Morgen geben – nur vielleicht ohne uns?

Selbstbemächtigung = sich auf unser eigene Natur besinnen

Kraniche

Fotos: Pixabay

Sie kommen wieder, ihre Schreie locken mich aus dem Haus und mein Herz jubelt. Kennt Ihr das auch? Wenn sie kommen, ziehen sie den Frühling ins Land. Wenn sie gehen, kommt der Winter hinterher.

Dieses Jahr sind sie ca. 14 Tage früher als sonst unterwegs. Für mich ein Zeichen, dass der Winter schon vorbei ist.

Seinen Namen verdankt er dem althochdeutschen „kranuh“ = griechisch „Geranos“ = „Kranich“, was aus den Wurzeln „gera–“, „gra–“ stammt = „rufen, schreien“.

Wenn die Kraniche rufen, eile ich hervor.    

Wenn die Kraniche kommen, strebt mein Herz zu ihnen empor.

Wenn die Kraniche ziehen, grüße ich ins ferne Land.

Denn sie werden wieder kommen – ein starkes Band.

Monika Rauch

Schamanische Bedeutung

Für Dich

Erscheint ein Kranich in Deinem Leben, z.B. im Traum (oder ganz real), bedeutet es, dass Du einen neuen Lebensabschnitt begrüßen darfst. Es ist Zeit für Veränderung, d.h. passe auf, was geändert werden will. Sei aufmerksam für Dich und Deine Bedürfnisse. Sei wachsam, damit sich Dein Schicksal in neue Bahnen lenkt und Du das Glück, dass Dir zusteht, auch ergreifst.

Siehst Du einen ruhenden, stundenlang in einer Position verharrenden Kranich, wird Dir aufgezeigt, dass Du Dich innerlich beruhigen darfst, um mit Kraft aus der Ruhe heraus zu agieren. Meditation ist dabei sehr hilfreich.

Als sehr fürsorgliche Eltern sind Kraniche ein Hinweis darauf, dass Du Deine Kinder mit „langer Leine“, aber wachsam, begleiten sollst. Kranichkinder sind Nestflüchter, die von ihren Eltern über ein Jahr lang begleitet werden, auch während der langen Flugreisen.

In der Partnerschaft wählen Kraniche einen Partner fürs Leben. Kranichpaare sind das Sinnbild für Treue. Erscheint Dir ein Kranichpaar, solltest Du Deine Beziehungen (in der Partnerschaft, beruflich oder bei Deinen Freunden) auf Treue überprüfen. D.h. frage Dich, bei wem Du treu sein kannst und willst. Frage Dich auch, wer Dir treu ist. Treu sein bedeutet auch, zu fragen, was Du verteidigen würdest und wo es sich für Dich nicht lohnt. „Drum prüfe, wer sich ewig bindet.“

Ein kämpfender Kranich zeigt Dir, dass es ohne Gewalt geht: Der Kranich richtet sich in voller Größe auf und „tanzt“ mit seinem Gegner. Wenn er den eher rituellen Kampf gut zu kämpfen weiß, behält er sein Revier und/oder seine Braut und kann sein Leben sicher fortführen. Es geht darum, dass Du Dich nicht auf verletzende Scharmützel einlassen solltest, sondern Dich würdevoll, fast tänzerich, behaupten darfst.

Fürs Kollektiv

Sehr früh im Jahr und sehr dicht hintereinander ziehen die Kraniche ins Land, um zu ihren Brut- und Futterplätzen zu gelangen. Die Tiere machen mit ihren trompetenartigen Warnschreien auf sich aufmerksam. Sie warnen vor Raubvögeln und vor dem Einschlafen während des Fluges. Wenn wir das für uns als Kollektiv betrachten, wird klar: Wacht auf, seid wachsam, was mit Euch geschieht.

Film über Balz und Tanz der Kraniche https://youtu.be/qnOo2mB90-Y?si=P8uJ5PVAgdpybONS

Fotos = Pixabay

Wissenswertes

Der Kranich (Grus grus), auch Grauer Kranich oder Eurasischer Kranich, ist ein Vertreter der Familie der Kraniche (Gruidae). In Europa kommt er weitgehend als einzige Kranichart vor; erst ab der Schwarzmeerregion beginnt das Verbreitungsgebiet des Jungfernkranichs. Kraniche bewohnen Sumpf- und Moorlandschaften in weiten Teilen des nördlichen und östlichen Europa, aber auch einige Gebiete im Norden Asiens. Sie nehmen das ganze Jahr über sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung auf. Der Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, so dass die Art zurzeit nicht gefährdet ist.

Die Schönheit der Kraniche, ihre spektakulären Balztänze und ihr gut zu beobachtender Zug haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“. In der Heraldik ist der Kranich das Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit. In der Dichtung steht der Kranich symbolisch für das Erhabene in der Natur.

Wikipedia

Selbstbemächtigung = wachsam und würdevoll durch’s Leben tanzen

Margarine selber machen

Mal ehrlich: Ich liebe Butter!Aber: Fast alle Buttersorten sind mit Mineralölen belastet🤢. Außerdem möchte ich den Konsum von tierischen Produkten reduzieren. Margarine schmeckt mir nicht wirklich und wenn man die Inhaltsstoffe von Margarine betrachtet, finde ich die Mineralöle in der Butter fast schon wieder lecker: Neben vielen Füllstoffen findet man in der Margarine gehärtete Fette (meistens das gesundheitsschädigende Palmfett). Also ist der größte Teil der Margarinesorten keine wirkliche Alternative – mag die Werbung auch etwas Anderes vorgaukeln.

Hab‘ im Internet recherchiert – die Rezepte sind ziemlich ähnlich:

  • 3 Teile Bio-Pflanzenöl (möglichst kaltgepresstes),
  • 1 Teil Bio Kakaofett (kann man als Pastillen kaufen),
  • optional etwas Salz, Gewürze, Kräuter.

Bei ca. 30°C im Wasserbad schmelzen, würzen und im Kühlschrank aushärten lassen. Danach aufschlagen und in ein Schraubglas füllen.

Morgen wird es getestet. Ich werde es als rutschfeste Unterlage für mein Pausenbrot nutzen, wahrscheinlich mit Rohkost belegt.

Selbstbemächtigung = Grundnahrungsmittel selbst herstellen

Schnelles Weißbrot

Wir bekommen Frühstücksbesuch und haben kein Brot im Haus …

Abends setzte ich einen schnellen hellen Teig an:

ca. 500 g Weißmehl,
1 Teelöffel Trockenhefe +  1 Prise Zucker,
2 Teelöffel frischen Sauerteig (hab ich immer im Kühlschrank),
2 Teelöffel Salz,
einen guten Schuss Olivenöl
+ Wasser

Daraus knetete ich mit der Hand einen Teig, den ich erst warm stellte, faltete und dann kalt stellte.

Am Morgen kam er mir dann doch etwas mickrig vor, so bereitete ich einen schnellen Teig aus Mehl, Hefe, Salz, Quark, Distelöl, Wasser zu.

Beide Teige positionierte ich in einem gewässerten Römertopf.

Damit dieser nicht zerbricht, wird er kalt in den Ofen gestellt. So gibt er Feuchtigkeit ab und der Teig kann aufgehen. Nach ca. 40 Minuten bei 200°C wird der Deckel entfernt und das Brot backt ca. 20 Minuten nach.

Mit dem Ergebnis waren wir sehr zufrieden,  beide Brote waren sehr lecker. Ich selbst bevorzuge das „Übernachtbrot“: der Sauerteig hat einen etwas kräftigeren Geschmack und die Struktur des Teiges ist feiner. Außerdem ist ein Brot, welches länger gärt, bekömmlicher – das Gluten im Mehl hat länger Zeit, umgebaut zu werden.

Backt Ihr schon Brot oder zögert Ihr noch?

Selbstbemächtigung = sich selbst gut versorgen

Ein klarer Wintertag

Schon morgens zeichnete es sich ab, dass es ein schöner Wintertag würde – eiskalt aber mit strahlender Sonne. „Gut, dann werde ich heute einen längeren Spaziergang machen.“, so dachte ich. Allerdings musste ich vorher noch einige Kleinigkeiten erledigen:

  • aufräumen,
  • spülen
  • staubsaugen,
  • Wäsche waschen,
  • einkaufen (ja, ich war so bekloppt und ging an einem Samstag in einen total überfüllten Supermarkt),
  • mal schnell einige Bilder auf den PC ziehen, damit der Speicher etwas frei würde (ich wollte ja beim Spazierengehen fotografieren),
  • die Futterstellen mit Vogelfutter auffüllen,
  • zur Fußpflege fahren,
  • noch vergessene Eier besorgen) …

Plötzlich war es kurz vor vier und ich wollte nur noch nach Hause (denn die Einkäufe mussten ja noch hochgeschleppt und verräumt werden, die Wäsche wollte auch noch auf die Leine und kochen wollte ich auch noch).

Während der Autofahrt sah ich die Schneelandschaft, schob die Bedenken zur Seite und hielt an. Eine knappe Stunde lang stapfte ich durch den Schnee und wurde belohnt mit schönen Eindrücken:

Zuhause angekommen erledigte ich meine restlichen Arbeiten und war hoch zufrieden, dass ich mich doch noch überwunden hatte.

Eigentlich sollte ich alles stehen und liegen lassen und rausgehen. Aber ich verhindere mich wohl gerne mit den „wichtigen“ Arbeiten des Alltags.

Und Ihr so?

Selbstbemächtigung = Prioritäten setzen

Wurzelzeit

Wurzelgemüse ist etwas in Vergessenheit geraten, dabei stand es jahrhundertelang auf unserem Speiseplan. Besonders im Herbst und Winter wird nach dem nahrhaften Gemüse gegraben, wenn das oberirdische Grün schon abgestorben ist. Bei der allgemeinen Bezeichnung „Wurzeln“ differenziert man zwischen Knolle und Wurzel.

Bei der Knolle wird ein Rhizom ausgebildet. Die Wurzeln wachsen dabei an der Unterseite des Rizoms.

Meine Gartenschätze

Heilung durch Nahrung und Wurzelmedizin

Wurzeln und Knollen sind reich an Vitamin A, B und C, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium sowie Phosphor. Zudem enthalten sie viele Nahrungsfasern. Diese wiederum regulieren die Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.

Die meisten Wurzeln kann man essen und einige dienen nur als Medizin.

Alantwurzeln wirken verdauungsfördernd, appetitanregend, schleimlösend, steigern die Magensäureproduktion und lindern Blähungen. Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Inulin, Bitterstoffe, Schleimstoffe. Eingesetzt wird der Alant bei Husten, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Hildegard von Bingen empfahl die Gabe von Alantwein (oder Tinktur). Außerdem wurden früher kandierte Alantwurzeln als Süßigkeiten gereicht. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mitteln mit Alant eher verzichten, da er als hoch allergen eingestuft ist.

Alant

Arznei- Rhabarber wirkt abführend, gegen Durchfall und Verstopfung, da es die Darmperistaltik anregt. Ihre Eigenschaften sind zusammenziehend und entzündungshemmend. Wegen dieser Wirkung, besonders auf den Darm, ist vom Verzehr abzuraten. Hier sollte man auf den Speise-Rhabarber zurückgreifen. Die Wurzel des Arznei-Rhabarbers ist zudem eine Färberpflanze für das Farbspektrum gelb bis braun. Auch könnte man damit seine Haare blondieren. Dazu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Zudem hilft eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln gut bei Zahnfleischentzündungen und bei Aphthen im Mund.

Arznei-Rhabarber

Beinwell In der Wurzel stecken Allantoin, Rosmarinsäure, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Äußerlich (als Breiumschlag und Salbe) wirkt sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung. Beinwell hilft bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, Knorpelveränderungen und Knochenbrüchen. Beinwell wirkt wie ein starker Kleber und ist eine machtvolle Heilpflanze. Da die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte man sie beim Essen nur sehr sparsam einsetzen.

Beinwell

Karotten (Wurzeln) wirken Krebs vorbeugend, Cholesterinspiegel senkend, enthalten viel Vitamin A, stärken Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere, Augen, Haut und Herz.

Karotten

Kartoffeln (Knollen) wirken basenüberschüssig, d.h. sie wirken einer Übersäuerung entgegen, sie enthalten viel Vitamin C, sind mineralstoffreich, enthalten viel Kalium und sind daher gut fürs Herz und fürs Immunsystem. Kartoffelschalen enthalten u.a. Solanin – daraus kann man eine reichhaltige Fußcreme machen: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/

Kartoffeln

Knollensellerie starker Entzündungshemmer, senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, enthält viele Vitamine und Antioxidantien.

Knollensellerie

Löwenzahnwurzeln stärken Nieren, Leber, Milz, Darm, Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken harntreibend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend. Die gesäuberten kleingeschnittenen Wurzeln kann man als Tee aufgießen oder man kann sie als Kaffeeersatz nutzen. Dazu röstet man die Wurzelstückchen trocken in der Pfanne. Wenn diese braun sind, kann man sie zu Pulver vermahlen und wie Kaffee zubereiten.

Löwenzahn

Pastinaken Die essbaren Wurzeln senken den Cholesterinspiegel, fördern Verdauung und Nierentätigkeit, sind fiebersenkend, schmerzlindernd, kühlend, stärkend.

Pastinaken

Schwarzwurzeln sind schmackhaft, kalorienarm und haben viele Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Anteil von Inulin, einem Ballaststoff, wirkt sehr positiv auf das Verdauungssystem. Heilsam wirken sie auf Leber, bei Augen- und Herzkrankheiten und Epilepsie. Schwarzwurzeln gibt es in weiß (unter der Rinde) oder in lila. Die Rinde ist schwarz oder dunkel und färbt beim Arbeiten ab. Also lieber Handschuhe anziehen!

Schwarzwurzeln

Topinambur Die Wurzeln mit ihren knollenförmigen Verdickungen sind essbar. Sie wirken entzündungshemmend, Krebs vorbeugend, enthalten u. a. B-Vitamine und viel Inulin, (Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel stabil hält) und wirken positiv auf Bauchspeicheldrüse und Leber.

Topinambur

Natürlich gibt es noch andere Knollen und Wurzeln, die in unseren Breitengraden wachsen und die man kaufen kann. Dazu zählen Radieschen, Radi, Meerrettich, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Nelkenwurz …

Zubereiten kann man die essbaren Wurzeln und Knollen recht unterschiedlich – gedünstet, gekocht, mit Butter oder Bechamelsoße, paniert, gebraten und am liebsten als Suppe.

Wärmende Wintersuppe

Quer durch Garten und Kühlschrank

Alles, was der Vorrat hergibt, kommt in die Suppe und im Garten werden die Wurzeln ausgegraben. Wie gut, dass ich ungefähr weiß, wo im Sommer der Topinambur stand und die Pastinaken wachsen eh im Hochbeet. Das Gemüse wird geschält, geputzt, geschnippelt und in Wasser geköchelt bis es gar ist. z.B. Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Spitzkohl, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken, Topinambur. Als Würze kann man Suppenpulver und Muskatnuss verwenden, etwas Misopaste einrühren – lecker! Für frisches Grün sorgen Pastinakenkraut, ein paar Stengel Liebstöckel oder Petersilie. Et voilá – fertig ist eine leckere warme Mahlzeit.

Lecker Süppchen – bei uns kamen noch ein paar vegetarische Gartenklöschen hinein.

Philosophisches

Winterzeit ist Ruhezeit. Viele Pflanzen ziehen sich zurück und haben ihre Kraft in den Wurzeln. Graben wir nach ihnen, so können wir von ihrer Energie profitieren. Die Natur fordert uns auf, uns ebenso zurückzuziehen und uns ganz auf unseren Wesenskern zu konzentrieren. Im Frühjahr brechen die Triebe aus den Wurzeln hervor, die Pflanzen wachsen und füllen die Erde mit Leben. Genau darum macht die Winterruhe auch bei uns einen Sinn – damit wir erholt und kraftvoll unseren Weg beschreiten können.

Selbstbemächtigung = uns auf (unsere) Wurzeln konzentrieren

Tinktur – Essenz der Natur

Lateinisch tinctura = Färbung, zu: tinctum, Tinte

Lateinisch essentia = Wesenheit, Kern, Auszug, Extrakt (lat. Verb esse = existieren, sein)

Man könnte auch sagen, dass die Seele der Pflanze in die Tinktur übergeht.

Tinkturen sind in Alkohol (alternativ in Essig, Aceton, Wasser, Wein, Weingeist …) gelöste Wirkstoffe von Pflanzenteilen (oder tierischen Bestandteilen🤢). Soweit mir bekannt ist, nutzen Apotheken ungefähr 30% Pflanzenmaterial und 70% Alkohol. Meine Mischungen sind ungefähr halbe/halbe. Für meine Tinkturen nutze ich klaren 38-prozentigen Alkohol (Wodka, Doppelkorn). Bei festem Material (Wurzeln, Rinde) nehme ich 98-prozentiges Ethanol (Primasprit), das später verdünnt wird.

Bei einer Tinktur werden getrocknete Pflanzen verwendet und bei einer Urtinktur nimmt man frische Bestandteile.

Es war an der Zeit, meine (Ur-)Tinkturen abzusieben:

Duftveilchen

Die Duftveilchen-Urtinktur riecht sehr angenehm, hilft bei Husten und Halsentzündung.

Steinklee

Weißer Steinklee ist ein Venentherapeutikum und hilft bei Krampfadern, Hämorrhoiden und Ödemen.

Fichte

Fichtenzapfen und Fichtennadeln … diese hab ich über ein halbes Jahr in Wodka ausziehen lassen. Die Tinktur ist dunkelbraun und riecht sehr harzig. Ich werde sie nur äußerlich anwenden. Die Zapfen wirken bei Gelenks- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Weichteilrheuma, Verletzungen, Entzündungen oder eitrigen Wunden. Die jungen Fichtennadeltriebe zogen in einem anderen Behälter aus, der Geruch ist wesentlich feiner. Fichtennadeln wirken innerlich wegen ihrer ätherischen Öle gut bei Erkältungskrankheiten.

Rhabarber-Wurzeln

Die Urtinktur aus der Wurzel des Arznei-Rhabarbers zog ungefähr ein Jahr aus. UPPS! Innerlich wirkt die Wurzel als Abführmittel bei Verstopfungen und Durchfall und äußerlich bei Mund– und Zahnfleisch-Entzündungen oder bei Aphten im Mund. Die Wurzel wird auch als Färbemittel, besonders bei Wolle, verwendet. Das Farbspektrum geht von gelb bis rötlich-braun. Äh … nicht, dass ich nach einer Mundspühlung gelbe Zähne bekomme …

Beifuß

„Heilkraut der Frauen“ wurde der Beifuß früher gerne genannt, weil er positiv auf die Unterleibsorgane wirkt, aber auch gut bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann. Versuchsreihen mit Beifuß, insbesondere mit dem einjährigen, verzeichnen Heilerfolge bei Corona, Krebs, HIV und Borreliose.

Dosierung (bei erwachsenen, lebergesunden und alkoholUNabhängigen Menschen): bei akuten Beschwerden 3 – 5 x täglich 1 Teelöffel der Tinktur

Eine alte Kräuter-Weisheit besagt, dass Du das in Deiner Nähe findest, was Du gerade brauchst. Also Augen und Herz öffnen, damit Dir Heilung widerfahren kann!

Naturseele

Horchet, prüfet, fraget, welches Unheil Euch hier plaget.

Vertrauet und spüret, wohin es Euch führet.

Mit Mutter Erde Euch verbindet, dass sie Euch findet.

Denn sie dient, dass Euch nichts fehle – Naturessenz ist Seele.

Mit dankbarem Herzen nehmt an die Gabe, dass sie Euch labe.

Monika Rauch

Was mache ich eigentlich mit dem ganzen Kräuter-Kram, den ich im Laufe der Zeit so herstelle? Das frage ich mich tatsächlich oft auch. Die Tinkturen nutze ich selber oder verschenke sie im Familien- und Bekanntenkreis. Ich bin erstaunt, wie gut sie wirken – nichts wirkt aber bei jedem gleich. Daher verlasse ich mich auf meine Intuition und teste zusätzlich mittels „Swaytest“* aus.

*Swaytest: To „sway“ bedeutet auf Englisch „schwanken“ – d.h. ich stelle leise für mich eine Ja/nein-Frage, anschließend beobachte ich meinen Körper. Neige ich mich leicht nach vorne, bedeutet es Zustimmung/Zuneigung  also „ja“. Neige ich mich nach hinten bedeutet es Ablehnung/Distanzierung, d.h. „nein“.

Monika Rauch

Disclaimer: Letztendlich trägt jeder die Verantwortung für sein Tun selbst. Bei starken Krankheitssymptomen empfehle ich, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Meine Erfahrungen entspringen der traditionellen Volksheilkunde.

Selbstbemächtigung = Augen und Herz für die Essenzen der Pflanzen öffnen

Bilder: Monika Rauch und Pixabay

Freilichtmuseum Hessenpark in Neu Anspach

Um den Novemberblues zu entkommen, sind wir in den Taunus gefahren, um mal wieder durch den Hessenpark zu laufen. Wir hatten Glück: Die Sonne kam heraus und zudem ganz es noch im vorderen Bereich einen Bauernmarkt.

Hier geht’s zur Homepage des Hessenparks: https://www.hessenpark.de/

Und das sind unsere Eindrücke:

Kramladen: Manche der ausgestellten Produkte kenne ich noch aus meiner Kindheit – ich komme wohl ins museale Alter.
Beim Korbflechter – ab und an werden hier Vorführungen veranstaltet. Dieser Korbflechter kommt aus Nordhessen.
Hier gibt es einige Tiere: Esel, Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse Rinder und das deutsche Sattelschwein. Es ist vom Aussterben bedroht. Es hat zuviel Speck und wächst zu langsam für die Bedarfe unserer Industriegesellschaft. Es muss ja alles schnell gehen – nicht wahr?
Pechofen

Ein Pechofen (auch Teerofen oder Schmeerofen) ist eine Anlage zur Herstellung von Holzteer und Holzessig, die bei einem Verschwelen von harzhaltigem Holz entstehen.

Die Anlagen wurden auch Pechhütten genannt. Johann Christoph Adelung beschreibt sie so: eine Hütte oder ein Gebäude, in einem Walde, in welchem das Harz zu Pech gebrannt wird. Einen Pechofen verortet Adelung in einer Pechhütte: ein viereckiger Ofen in der Pechhütte, in welchem das Harz in besondern Töpfen zu Pech gebrannt wird. …

https://youtu.be/drMw7P0xHmM?si=pcsjn_rFKf1esE6l
Rechts im Bild ein Niederwald.
Bockwindmühle

Bei der Bockwindmühle sitzt der gesamte Mühlenkörper auf dem Bock oder Kreuzwerk und kann mit Hilfe des Sterzes, eine Art schräg abfallenden Ruderbalken, bequem um die eigene Achse gedreht werden. So lassen sich die Flügelflächen der Mühle jederzeit in den Wind drehen.

https://www.planet-wissen.de/kultur/architektur/muehlen/pwiewindmuehlentypen100.html
Holländer-Windmühle und alte Mähdrescher
Nach dem Spaziergang haben wir noch ein paar Kleinigkeiten auf dem Markt gekauft, z.B. Sauerkraut und Essiggurken aus dem Spreewald. Die waren so schön knackig, dass wir sie gleich verputzt haben. Und oben flogen die Kraniche gen Süden – der Winter naht.

Dieser Sonnentag vermittelte viele schöne Eindrücke und versorgte uns zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Vitamin D. 😊

Selbstbemächtigung = sich mit neuen Eindrücken auffüllen, von essigsauer über sonnig bis lehrreich

Hier geht’s zum Pflanzenmarkt im Hessenpark, dieses Video habe ich auf Youtube veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=UJVr9bdRZCo

Herbstleuchten

Raus will ich
Ins Grüne gehn,
Luft einsaugen
Farben sehn.
Laufen dabei
Schritt um Schritt,
Allein mit mir
Mit festem Tritt.
Ruh breitet sich
Im Herzen aus -
Die gute alte Mittagspaus.

Leuchtender Herbst
Lädt mich ein
Glücklichzusein.
Selbstbemächtigung