Als Mauerblümchen wird im übertragenen Sinne eine nur wenig beachtete Person genannt. Meist bezieht sich die Bezeichnung auf Mädchen oder Frauen, so auch in einer Erklärung, in der es heißt, ein Mauerblümchen sei ein Mädchen, das „beim Tanzen wenig oder gar nicht aufgefordert wird“.
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Das unscheinbare Mauerblümchen aber hat eine Stärke, die sich nur beim genaueren Betrachten erschließt. Vielleicht kann man es ihm sogar ein wenig gleich tun, damit man stärker durchs Leben geht.
Mit wohlwollendem Blick auf uns und andere, dem Überdenken der eigenen Handlungsweise und mit Liebe und auch mit Verzeihen können wir als zarte Pflänzchen einen starken Halt finden.
Diese Pflanzen habe ich in Fugen und auf Natursteinen entdeckt:



Einige Kräuter habe ich im Spätherbst in Südtirol gefunden. Dort leben sie in kleinen Felsspalten. Sie haben sie etwas mehr Platz für ihre Wurzeln als im Mauerwerk:


Die Verkleinerungsform „chen“ am der Blume sagt einiges über den Charakter der Blume aus: Sie ist klein und duckt sich anscheinend in ihrer „Ritze“. Genauer betrachtet aber hat sie durchaus ihre Funktion in der Natur: Sie begrünt Mauern und felsige Flächen. Dabei wurzelt sie tief in die Erde und schützt somit vor Erosion. Sie bietet einen Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten. Ihr Humus schaft wiederum frische Erde, sodass sich noch mehr „Pflänzchen“ ansiedeln können. Also bereiten Mauerblümchen fruchtbaren Boden für neue Generationen vor.

Ritzenliebe
Da hockst Du nur, Du kleines zartes Pflänzchen und krallst Dich fest an Deinen Platz.
So lock ich Dich: Willst Du mit mir tanzen, mein Liebchen und Blütchen, mein Schatz?
Nein, nein – ich pflück Dich nicht, ich schau Dich nur an. Deine Stärke zieht mich in Bann.
Auch wenn ich Dich nähme, Deine Wurzel würd bleiben und neu austreiben.
So leg ich den Samen im Mauerwerk aus und werd in den Ritzen dicht neben Dir sitzen.
Monika Rauch
Selbstbemächtigung = mit starken Wurzeln fest verankert sein

































