Ein Adventswochenende: Einkaufen – Backen – Kochen

Während der kalten Jahreszeit bin ich oft in der Küche anzutreffen. Und dafür kaufe ich möglichst regional ein. Ich liebe es, frische Zutaten zu verwenden.

Ausbeute – Seit langer Zeit waren wir mal wieder auf dem Hanauer Wochenmarkt. Alkohol gibt es am Weinstand, dort kann man auch an Stehtischen einen Sekt oder Wein verkosten – sehr fein. Da der Marktplatz mit dem Weihnachtsmarkt besetzt ist, findet der Wochenmarkt rund um den Freiheitsplatz statt. Die Sonne schien, es waren einige Menschen unterwegs, aber nirgends war es überfüllt.
Abendessen mit frisch gebackenem Brot und Kräuterbutter (Schnittlauch, Isop, Bohnenkraut, Knoblauch) mit einem Gläschen Wein dazu … 😋 Unten rechts seht Ihr eine Steckrübe, das ist eine alte Gemüsesorte. Wir nannten es früher „unterirdische Kohlrabi“. Dazu gab es schlabberiges Wellfleisch. Ich hasste es. Aber jetzt werde ich versuchen, es nach meinem Geschmack zu kochen. Mal sehen, welche Ideen der „Chefkoch“ hat …
Feldsalat mit Zwiebeln und Balsamicodressing, darüber werden warme gebratene Pilze gegeben. Meinen Feldsalat beziehe ich beim Gärtner Lapp bei uns um die Ecke. Der Salat ist schon gut vorgeputzt und sehr frisch.😋
Brötchen für den Sonntag: 600g Weizenmehl, 7g Trockenhefe (die Trockenhefe rühre ich mit warmem Wasser, etwas Mehl und 1 Teel. Zucker an und warte ca. eine halbe Stunde bis es blubbert),
1 Teel. Sauerteigansatz, 1 Eßl. Salz, Wasser, 1 Schuss Olivenöl – alles verrühren und mehrere Stunden warm stellen, zwischendurch kneten, über Nacht kalt stellen, Brötchen formen, etwas gehen lassen und insgesamt ca. 25 Minuten backen (5 Minuten ca. 250 °C + 20 Min. 180 – 200 °C in Dampfschwaden). Die Brötchen wurden sehr fest, aber aromatisch und saftig.
Schnelles Bananenbrot Meine liebe Arbeitskollegin gab mir das Rezept, nachdem ich von ihr eine Scheibe dieses leckeren, saftigen Brotes abstauben durfte. Hinzu kommen Studentenfutter und Zimt nach gusto. Ich hatte weniger Zucker, aber mehr Eier im Rezept. Sabines Brot war eindeutig saftiger. Beim nächsten Mal halte ich mich genau an die Vorgaben.

Mein Wochenende beginnt immer mit einer Tasse Kaffee. Dann setze ich mich neben die Heizung und döse in den Morgen.

Auch wenn der Küchenkram manchmal recht viel ist, ist mir fast jeder Handgriff ein Vergnügen. Das könnte daran liegen, dass ich gerne Neues ausprobiere und dann gespannt bin, ob es was wird. Es ging schon einiges daneben, das verbuche ich dann als „Lernen“ bzw. als „Erfahrungen sammeln“.😊

Selbstbemächtigung = kreatives Lernen

Alte Fasanerie in Hanau

Einfach mal hinfahren, es lohnt sich. Schön für Kinder, weil sie frei herumrennen können und weil es viele Spielmöglichkeiten hat. Schön für uns, weil wir dort die Weitläufigkeit mögen.

Lageplan

Selbstbemächtigung = rausgehen und sich wie die Kinder freuen

Apfel-Reste verwerten

Was kann man mit Garten-Äpfeln so alles anfangen? Sie sind schön sauer und etwas mürbe. Und ungespritzt. Fragt mich nicht, wie die Sorte heißt. Es ist eine alte Apfelsorte, vom Geschmack ähnlich wie ein Boskopf.

Also: Die Äpfel werden gewaschen und die faulen Stellen entfernt. Die Schale wird auf der Heizung oder im Dörrautomat getrocknet. Unter der Schale sitzen die meisten Vitamine, daher konserviere ich sie. Später geben sie zudem meinen Kräutertees eine säuerliche Note. Die Äpfel selbst sind im Brotkuchen „gelandet“ (siehe vorherigen Beitrag). Ach ja, da es sich hier um eine alte Apfelsorte handelt, hebe ich die Kerne auf. Vielleicht ziehe ich daraus ein paar Bäumchen. Wer weiß?

Selbstbemächtigung = das, was da ist, verwerten

Nieseltag

Freitag ist Rodheimtag und dazu gehört ein ordentlicher Gassigang mit Rusty. Ich hatte erst keine rechte Lust, weil es leicht nieselte. Rusty fand es zunächst auch nicht so prickelnd. Anfangs bieb er immer wieder stehen und blickte sehnsuchtsvoll gen Heimat.

Ein Nieseltag ist doch gar nicht so schlimm! Sich überwinden und rausgehen bringt schon was. Wenn man genau hinguggt und sich erlaubt, langsam durch die Lande zu streifen, ist’s gar nicht langweilig. Ich bin immer wieder erfüllt von dem, was Landschaft und Natur zu bieten haben.

Selbstbemächtigung = Natur zulassen

Nebeltag

Es kostet schon etwas Überwindung, rauszugehen in den wabernden, kalten Nebel. Aber Hundi will raus und ich eigentlich auch.

Boden und Luft sind gesättigt. Jeder Schritt geht tief, feuchte Luft durchdringt meine Kleidung und erfrischt meine Lunge.

Wenn ich dann unterwegs bin, beruhigt mich die Natur. Sie hüllt mich ein und führt mich auf mich zurück. Der Hund schnüffelt und ich atme tief und beobachte die vielen Einzelheiten, die sich mir offenbaren. Es ist kalt, keine Sonne in Sicht. Und trotzdem, es ist gut, wie es ist. Ich lasse die Bilder auf mich wirken, die verblassenden Farben, das Verwelken und letztendlich das Sterben. Es fühlt sich richtig an, denn ich weiß ja, dass das Sterben auf zukünftiges Leben weist.

Im trüben Licht, an kahlen Zweigen, offenbaren sich bisher unentdeckte Schönheiten.

Ich lasse sogar die Kräuter stehen, denn die haben sich in sich zurückgezogen. Die meiste Kraft steckt jetzt in den Wurzeln. Wenn man das als Metapher nimmt, steckt da auch ganz viel Wahrheit für uns Menschen drin: Wenn wir als natürliche Wesen den Rückzug (und sogar das Sterben) akzeptieren, dann können wir im Frühjahr mit Kraft, die aus unseren Wurzeln kommt, neu starten.

Gedimmte Farben: gelb – grün – rot – braun

Ja, im Winter, ab November, sterben die mehr Menschen als zu anderen Jahreszeiten. In dieser Zeit schließt sich der Jahreskreis und wahrscheinlich kann man da am besten loslassen, wenn es denn Zeit ist, zu gehen.

Liegengeblieben unter den Bäumen. Nein, keine Verschwendung, sondern Nahrung für viele Tiere, Vögel und Insekten. Auch ein Kreislauf.

Im November wird in den christlichen Kirchen der Verstorbenen gedacht im Hinblick auf die Auferstehung. Hier, in unserem Kulturkreis, begeht man die Feste Allerseelen und Ewigkeitssonntag (Totensonntag). Bald darauf folgen die Advents- und die Weihnachtstage. Die Lichter erhellen die Dunkelheit.

Ein Nebeltag im November zeigt uns tatsächlich das Leben im Sterben. Licht dringt immer in die Dunkelheit – eine schöne Verheißung! Eine Tatsache, die wir religiös, spirituell oder naturwissenschaftlich betrachten können. Wir können uns dem hingeben und müssen nicht dagegen ankämpfen. Wie tröstlich!

Selbstbemächtigung = den Nebel als Freund annehmen.

Beifuß (Artemisia vulgaris), Korbblütler

Beifuß wächst an Wegesrändern, Bahndämmen, Böschungen und in meinem Garten.

Beifuß war bei unseren Vorfahren ein geschätztes Kraut. Heute ist es in der Volksmedizin etwas in Vergessenheit geraten. Hauptsächlich wirkt es auf die untere Körperhäfte, z.B. bei Blasenentzündung, Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Koliken, Wurmbefall. Ebenso soll es bei Astma und Wassereinlagerungen helfen. Sie gilt hauptsächlich als Frauenpflanze, weil die Unterleibsorgane stimuliert und entkrampft werden z.B. bei Ausfluss und Eierstockentzündung. Den Geburtsvorgang kann es sanft unterstützen.

Beifuß wird als Tee, Tinktur, Ölauszug/Salbe, Gewürzmischung oder direkt als Büschel auf der Haut verwendet. Z.B. soll es als Wanderschuh-Einlage die müden Füße ermuntern, daher der Name. Auch ein Büschel unter dem Gürtel geschnallt, soll bei Unterleibsschmerzen helfen.

Ich hab‘ mich schon mal bevorratet. Man weiß ja nie …

Wichtige Inhaltsstoffe des Beifußes sind Bitterstoffe, die Sesquiterpenlactone  und ätherische Öle wie Kampfer und Thujon.

Neuere Forschungen befassen sich mit den Themen Krebs, Malaria und Borreliose. So soll Beifuss Krebszellen töten, das Artesiminin wirkt auf Krebszellen toxisch, ohne den gesunden Zellen zu schaden. Ebenso wird untersucht, in wie weit Beifuss bei Borreliose helfen kann. Bei Malaria existieren bereits Medikamente mit dem Wirkstoff Artesiminin.

Beifuß im Schamanismus Mit Beifuß läßt sichs gut „reisen“. Nicht nur wandern im eigentlichen Sinn, sondern Gedanken und Träume werden geklärt und die Stimmung gehoben. Dazu kann man ein Büschel unters Kopfkissen legen, das Kraut verräuchern oder gar rauchen. Wobei ich mit der Menge aufpassen würde.

Beifuß als Zauberpflanze Es wendet den bösen Blick ab, schützt vor dem Teufel und vor körperlichen Gebrechen, wenn man Beifußbüschel in den Haus-/Hof-/Stalleingang hängt.

Beifuß – ein Pioniergewächs Pionierpflanzen sind  Arten, die in neu geschaffenen Lebensräumen häufiger auftreten als in alten („reifen“) Lebensräumen (z.B. auf Rodeflächen, Müllhalden, Baustellen). Sie sind Pflanzen, die bisher vegetationsfreie Flächen erstbesiedeln und zeichnen sich besonders durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Neben Beifuß zählen z.B. Brennesseln und Holunder zu den Pionieren. Sie bereiten den Boden für andere,  nachfolgende Pflanzen vor.

Kulturgeschichtlich begleiten die Pionierpflanzen den Menschen seit Urzeiten. Sie dienen als Nahrung, Heil- und Zaubermittel.

Selbstbemächtigung = sich altes Wissen zunutze machen

Große Gassirunde

Vom Rodheimer Kreuzweg durch Felder und Steuobstwiesen

Endlich ein regenfreier Tag! Daher schnappte ich mir Rusty und los ging es:

Die ganze Woche war ich so gut wie gar nicht draußen. Es regnete, ich arbeitete meistens im Büro oder im Kinderdienst innen. Nach der Arbeit war es so dunkel und feucht, ich konnte mich einfach nicht aufraffen, rauszugehen.

Ich war regelrecht ausgehungert nach frischer Luft, nach Bewegung und Natur. Ich lief und lief und schaute und staunte. Ich versuchte, möglichst unbekannte Wege zu gehen. Dabei gehe ich immer langsam, atme bewußt und schaue mir alles genau an. Rusty mag das sehr. Er schnüffelt oder schleppt halb vergammelte Äpfel an, die ich dann werfe. Rusty wälzt sich im Gras und brummt dabei wollüstig. Und echt, ich habe oft das Bedürfnis, mich auf die Erde zu legen um mich mit ihr zu verbinden. Ist mir dann aber doch zu feucht. Und außerdem: Was sollen „die Leute“ denken?

Als sich die Sonne durch das trübe Herbstlicht brach, war ich überwältigt. Die Landschaft erstrahlte in ihrer Schönheit – ein Geschenk der Natur an mich.

Für die nächsten Tage habe ich mir vorgenommen, gleich nach der Arbeit eine Runde zu drehen oder im Garten zu arbeiten. Mal schauen …

Selbstbemächtigung = Kraft aus der Natur schöpfen