Das schöne Vorfrühlingswetter lud mich und meine Freundin ein, auf Wanderschaft zu gehen. Diesmal sind wir durch den Wald gelaufen zwischen Rodheim – Okarben und Petterweil. Wir Rodheimer nennen den Wald „Alter Berg“ (= Aale Bersch) und die Karbener sagen „Lilienwald“. Lilien haben wir keine gesehen, dafür aber ganz viel Natur:
Start war in Rodheim MagnolienGanz viel PestwurzVorm WaldNaturschutzgebiet Durch den Wald
Auf der anderen Seite
Eigentlich wollte ich rechtzeitig zum Essen um 18:00 Uhr bei meiner Mutter sein – aber beim Ausruhen und Plauschen auf einer Bank mit Blick auf die Auenlandschaft hatten wir etwas die Zeit vergessen, was einen Rüffel meiner Mutter zur Folge hatte. Der Tag war einfach wunderbar und das anschließende Abendessen mit meiner Mami ebenso.
Selbstbemächtigung = entspannt die Heimat erschließen
Als Mauerblümchen wird im übertragenen Sinne eine nur wenig beachtete Person genannt. Meist bezieht sich die Bezeichnung auf Mädchen oder Frauen, so auch in einer Erklärung, in der es heißt, ein Mauerblümchen sei ein Mädchen, das „beim Tanzen wenig oder gar nicht aufgefordert wird“.
Wikipedia.de
Das unscheinbare Mauerblümchen aber hat eine Stärke, die sich nur beim genaueren Betrachten erschließt. Vielleicht kann man es ihm sogar ein wenig gleich tun, damit man stärker durchs Leben geht.
Mit wohlwollendem Blick auf uns und andere, dem Überdenken der eigenen Handlungsweise und mit Liebe und auch mit Verzeihen können wir als zarte Pflänzchen einen starken Halt finden.
Diese Pflanzen habe ich in Fugen und auf Natursteinen entdeckt:
Einige Kräuter habe ich im Spätherbst in Südtirol gefunden. Dort leben sie in kleinen Felsspalten. Sie haben sie etwas mehr Platz für ihre Wurzeln als im Mauerwerk:
Die Verkleinerungsform „chen“ am der Blume sagt einiges über den Charakter der Blume aus: Sie ist klein und duckt sich anscheinend in ihrer „Ritze“. Genauer betrachtet aber hat sie durchaus ihre Funktion in der Natur: Sie begrünt Mauern und felsige Flächen. Dabei wurzelt sie tief in die Erde und schützt somit vor Erosion. Sie bietet einen Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten. Ihr Humus schaft wiederum frische Erde, sodass sich noch mehr „Pflänzchen“ ansiedeln können. Also bereiten Mauerblümchen fruchtbaren Boden für neue Generationen vor.
Sie schaffen es aus Ritzen und Steinen empor – welch eine Kraft!
Ritzenliebe
Da hockst Du nur, Du kleines zartes Pflänzchen und krallst Dich fest an Deinen Platz.
So lock ich Dich: Willst Du mit mir tanzen, mein Liebchen und Blütchen, mein Schatz?
Nein, nein – ich pflück Dich nicht, ich schau Dich nur an. Deine Stärke zieht mich in Bann.
Auch wenn ich Dich nähme, Deine Wurzel würd bleiben und neu austreiben.
So leg ich den Samen im Mauerwerk aus und werd in den Ritzen dicht neben Dir sitzen.
Monika Rauch
Selbstbemächtigung = mit starken Wurzeln fest verankert sein
Endlich mal wieder ein Kurzurlaub! Reiseziel war ein Hotel in Weißenstadt im Fichtelgebirge. Leider war ich ziemlich erkältet, so konnte ich keine anstrengenden Touren laufen – und doch habe ich einiges gesehen und konnte das genießen.
Das Fichtelgebirge liegt in Nordostbayern in Deutschland und erstreckt sich über die Landkreise Wunsiedel, Bayreuth, Hof und Kulmbach. Das Mittelgebirge grenzt im Norden an das Vogtland, im Osten an das Egerland (Tschechien), im Süden an die Fränkische Schweiz und im Westen an das Obermainische Hügelland. Der höchste Berg ist der Schneeberg (1.051 m). Wichtige Flüsse wie die Saale, Eger, Naab und die Quellflüsse des Mains entspringen hier.
Das Fichtelgebirge ist eine reizvolle Urlaubs- und Erholungsregion mit weitläufigen Fichtenwäldern, markanten Granitbergen mit eindrucksvollen Felstürmen und Steinformationen.
Die Gesteinsblöcke, die überall in den Wäldern zu finden sind, regen zu allerlei Sagen an, z.B. diese:
Die Sage vom Riesen auf dem Schneeberg
Bild: Pixabay
Vor langer Zeit lebte auf dem höchsten Berg des Fichtelgebirges, dem Schneeberg (1.051 m), ein gewaltiger Riese. Er war so groß, dass er mit wenigen Schritten die umliegenden Täler durchqueren konnte.
Obwohl er furchteinflößend aussah, war der Riese gutmütig und tat den Menschen nichts Böses. Doch er hatte eine merkwürdige Angewohnheit: Wenn ihm langweilig war, spielte er mit riesigen Felsbrocken. Er hob sie hoch, warf sie in die Luft oder rollte sie den Berg hinunter ins Tal. Oft donnerte es dann so laut, dass die Menschen glaubten, ein Unwetter ziehe auf.
Eines Tages jedoch übertrieb es der Riese. Ein besonders großer Felsen rollte mit solcher Wucht ins Tal, dass er mehrere Bäume entwurzelte und einen Bach staute. Die Bewohner der umliegenden Dörfer fürchteten sich sehr und baten die Götter um Hilfe.
Daraufhin erschien ein alter, weiser Mann auf dem Schneeberg. Er sprach ein mächtiges Wort und plötzlich erstarrte der Riese. Seine Gestalt verwandelte sich in Felsen und wurde eins mit dem Berg. Bis heute sollen die großen Granitblöcke auf dem Schneeberg Überreste des versteinerten Riesen sein.
Manche Wanderer berichten, dass sie bei starkem Wind manchmal ein tiefes Grollen hören – als ob der Riese im Inneren des Berges noch immer schlafe.
Am Felsenlabyrinth
Die Luisenburg, in der Nähe von Wunsiedel, ist Europas größtes Felsenlabyrinth und Nationales Geotop. Leider konnten wir nicht rein wegen der Winterschließung. Aber auch am Rande konnten wir sehen, welche Kräfte hier gewirkt haben:
Da hat der Riese ganze Arbeit geleistet!Mystisch
Bergbau im Fichtelgebirge
Bereits seit dem frühen Mittelalter betrieb man im Fichtelgebirge Erzbergbau. Abgebaut wurden vor allem Gold, Zinn, Eisen, Minerale, Erden und Steine (Basalt, Braunkohle, Diabas, Granit, Lehm, Speckstein, Ton, Torf). In jüngerer Zeit entdeckte man Uranerzlagerstätten. In Hammerwerken (siehe Ortsnamenendungen mit -hammer) an den Fichtelgebirgsflüssen, in Schmelzöfen und Schmiedebetrieben erfolgte die Weiterverarbeitung der Metalle. Die Wälder des Gebirges lieferten das erforderliche Holz für die Herstellung von Holzkohle. Im 30jährigen Krieg ging der Bergbau danieder, die Erzlagerstätten waren weitgehend ausgebeutet. Alexander v. Humboldt versuchte im 18. Jahrhundert den Bergbau nochmals zu beleben. Viele Städte und Orte (z.B. Wunsiedel, Weißenstadt, Arzberg, Fichtelberg-Neubau, Goldkronach) verdanken ihre Entstehung dem Bergbau.
Quelle: Bayern-Fichtelgebirge.de
Pflanzen und Tiere
Man bezeichnet das Fichtelgebirge als Drehscheibe der Artenvielfalt. Große zusammenhängende Wälder bieten scheuen Waldbewohnern mit weiträumigen Lebensraumansprüchen ausreichend Platz und Ruhe. Hier leben Luchse, Europäische Wildkatzen, Auerhühner, Schwarzstörche, Sperlings- und Raufußkauze, Uhus und Rothirsche. Auch gibt es hier eine Population von Kreuzottern, den einzigen Giftschlangen Deutschlands. Es gibt einige Spinnenarten, Insekten und viele Kleintiere, die hier ihren Rückzugsort gefunden haben. An und in den Gewässern tummeln sich unter anderem Eisvogel, Wasseramsel und Biber. In den sauberen Bächen konnte die Flussperlmuschel überleben, in ihrem Umfeld gibt es Feuersalamander.
Das Fichtelgebirge ist für seine Ureinwohner bekannt. Hier lebt die letzte natürliche Population von Auerhühnern Bayerns außerhalb der Alpen. (Bilder: Pixabay)In den Moorgebieten wachsen Pflanzen, die gut mit saurem Boden klarkommen: Binsen, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Fichten uvm.Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist eine Pionierpflanze, die höchstens um die 120 Jahre alt werden kann. Sie ist anderen Laubbäumen auf ausgesprochen nassen, grundwasserbeeinflussten oder zeitweise überschwemmten oder sumpfigen Standorten überlegen und bildet dort auch Reinbestände, wie im Spreewald südlich von Berlin. Im Volksglauben wird sie mit dem Teufel und Hexerei in Verbindung gebracht, da sie an unwirtlichen Standorten gedeiht. Erlenholz ist äußerst beständig im Wasser. Es wurde in der Jungsteinzeit für Pfahlbauten verwendet. Auch Venedig wurde auf Eichen- und Erlenholz errichtet. Heilwirkung: Die Schwarzerlenknospen zeigen eine entzündungshemmende Wirkung. Sie lindern Infektionen im Atem- und Verdauungstrakt und helfen bei Allergien mit Ekzemen. Das Knospen stärken das Immunsystem und beugen so beispielsweise grippalen Infekten vor.Baumschwämme sind Pilze, die sich von Holz ernähren. Sie schädigen zwar gesunde Bäume, sorgen aber auch für den Abbau von toten Bäumen. Ihr Geflecht befindet sich im Innern der Stämme. Sichtbar sind lediglich die Fruchtkörper der Pilze. Dieser Baum ist eine abgestorbene Rotbuche.
Weißenstadt
Im Stadtgebiet von Weißenstadt gibt es noch etwa 200 Felsenkeller. Sie dienten der Lagerung von Feldfrüchten sowie Bier und Eis. Zudem findet man sehr viele Scheunen außerhalb des Weißenstädter Ortkerns. Sie sind eine städtebauliche Besonderheit. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1823 wurden die Scheunen aus der Stadt gelagert. Sie reihen sich am Rande der Altstadt und prägen noch heute das Ortsbild.
Am Fichtelsee
Im März bei 14°C und Sonnenschein ist der See noch gefroren. Ein Rundweg führt um den See.
Über die Jahrhunderte intensiven Torfabbaus schrumpfte das Hochmoor. Im Jahr 1607 wurde ein Damm gebaut – der Fichtelsee entstand. Ein kleiner abgetrennter Teil konnte als Moor erhalten bleiben.
Ente beim Schlittern
Die Bezeichnung „Fichtel“ stammt eher nicht von den vielen Fichten und Nadelbäumen, sondern von der alten Bezeichnung „Vyth“, von der sich später der Name „Vichtelberg“ ableitete und aus dem dann „Fichtel“ wurde. In alten oder regionalen Schreibweisen könnte „Vyth“ eine Variante von „Vith“, „With“ oder „Wyth“ sein, möglicherweise mit Bezug auf Wälder (engl. wood) oder Wasser (wyth in alten Sprachen).
Übergang zum kleinen HochmoorMoorDer alte Damm trennt den See vom Hochmoor.
Mit dem Lift auf den Ochsenkopf (1.024 m ü.NN.)
Mit der Gondel ging es bequem nach oben. Unten links sieht man die Quelle des Weißen Mains.
Der Name Ochsenkopf wird 1495 in Bergwerksakten genannt. Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel in der Nähe eines Stolleneingangs war vermutlich der Namensgeber für den ganzen Berg. Heute gibt es hier zwei Gondellifte und einige Schlepplifte. Etwas unterhalb der Bergstation befindet sich die Quelle des Weißen Mains, der sich bei Kulmbach mit dem Roten Main zum Strom Main (an dem ich lebe) vereint.
Es war ein sonniges und inspirierendes Wochenende, an dem ich viel gesehen und gelernt habe, trotz langer Regenerationspausen. Zunächst wollte ich zuhause bleiben und bin froh, dass ich zu der Reise überredet wurde. Als ich wieder zuhause war, war ich fast wieder auf dem Damm.
Selbstbemächtigung = reisen, lernen, gesund werden
Schwarzkümmelöl wird seit Jahrhunderten in verschiedenen Kulturen sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet. Hier eine Übersicht der traditionellen Anwendungen.
Innere Anwendung
Immunstärkend
Magen-Darm-Beschwerden: verdauungsanregend, lindernd bei Blähungen und anderen Magenbeschwerden
Atemwege: hilft bei Erkältungen, Asthma oder Allergien
Entzündungshemmend
Dosierung: 1–2 Teelöffel täglich, pur oder mit Honig vermischt
Äußere Anwendung
Hautpflege: hilft bei trockener, gereizter, entzündlicher Haut, z. B. bei Neurodermitis oder Akne
Haarpflege: fördert Haarwuchs und reduziert Schuppen
Massageöl: wird wegen seiner wärmende Eigenschaft gerne verwendet
Wundpflege: bei kleinen Hautverletzungen oder Ekzemen
Hagebutten (Rosa canina)
Hagebuttenöl (Wildrosenöl) hat traditionell ebenfalls einen hohen Stellenwert in der Naturheilkunde, sowohl innerlich als auch äußerlich. Hier eine Übersicht:
Innere Anwendung
Gelenkgesundheit: entzündungshemmend bei Arthrose und Rheuma
Immunsystem: hilft freie Radikale abzufangen
Herz-Kreislauf: kann Cholesterin regulieren und somit das Herz schützen
Haut von innen: Verbesserung des Hautbildes, Pflege bei trockener von innen heraus
Äußere Anwendung
Hautregeneration: traditioneller Einsatz bei Narben, Dehnungsstreifen und Pigmentflecken
Anti-Aging: durch ungesättigte Fettsäuren (wie Linolsäure, Linolensäure) und Antioxidantien (wie Vitamin E und Provitamin A) Reduzierung von Falten und Verbesserung der Hautelastizität
Entzündungshemmend/beruhigend: bei Hautproblemen wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen
Feuchtigkeit: spendet Feuchtigkeit bei trockener und rissiger Haut
Sonnenschäden: Regeneration nach starker UV-Belastung
Mistel (Viscum album)
Innere Anwendung
Kreislaufregulierend: ausgleichend bei niedrigem oder hohem Blutdruck
Immunsystem stärkend
Krebstherapie: In der anthroposophischen Medizin wird Mistel in Form von Injektionen unterstützend bei Krebserkrankungen verwendet, um das Immunsystem zu stärken und die Lebensqualität zu verbessern.
Nervensystem: wirkt beruhigend bei innerer Unruhe oder nervöser Erschöpfung.
Stoffwechsel: Anwendung als Tee bei leichten Stoffwechselstörungen und zur Entschlackung
Misteltee (aus den Blättern und Zweigen) – wichtig ist hier die kalte Zubereitung, da manche Wirkstoffe hitzeempfindlich sind.
Wichtig: Die Mistel enthält auch giftige Bestandteile, deshalb sollte sie immer mit Vorsicht und bestenfalls nach Rücksprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt angewendet werden. Insbesondere frische Beeren und größere Mengen können giftig sein.
Äußere Anwendung
Durchblutungsfördernd: Einsatz von Salben oder Umschläge bei Gelenkbeschwerden, rheumatischen Schmerzen oder Muskelverspannungen
Schmerzlindernd: Wickel oder Kompressen mit Misteltee können die Durchblutung anregen und Schmerzen lindern.
Wundheilung: selten Anwendung bei schlecht heilenden Wunden oder Hautentzündungen
Ölauszüge
Alle Pflanzen werden zu gleichen Teilen mit Olivenöl püriert und im Wasserbad für mindestens 2 Stunden bei 40° bis 70°C ausgezogen. Danach wird das Gemisch gefiltert. Das Hagebuttenöl verwende ich pur und die beiden anderen Ölauszüge werden zu Salben verarbeitet.
Salben herstellen
Mistelsalbe mit ätherischem Lorbeeröl (welches beruhigend, erdend und aufheiternd + antibakteriell, antiviral und pilzbekämpfend wirkt) Schwarzkümmelsalbe mit ätherischem Rosmarinöl (welches beruhigend, entspannend und belebend + entzündungshemmend und schmerzstillend wirkt)
Zur Salbenherstellung wird der Ölauszug erwärmt und darin wird Bienenwachs geschmolzen (10 bis 20 % der Flüssigkeit). Ein Teil des Bienwachses kann mit Kakao- oder Sheabutter ersetzt werden. Die Salbe wird in Döschen gefüllt und beschriftet. Hinzu kommen noch einige Tropfen ätherischer Öle. Diese erhöhen die Haltbarkeit der Salben, duften gut und haben noch eigene Heilwirkungen. Den abgefilterten Trester aller drei Pflanzen verwahre ich in einem Schraubglas auf. Diesen kann man als warme Packung gegen Hautirritationen oder athritische Schmerzen verwenden.
Die Salben sind von mir entwickelt worden, weil einige Bekannte und ich Mittel gegen Hauterkrankungen und Arthritis/Rheuma benötigen. Ich werde über die Wirkung berichten.
Selbstbemächtigung = den Heilungsprozess selbst in die Hand nehmen
Eigentlich wollte ich nur mal schnell auf ein paar nützliche Kräutlein hinweisen. Uneigentlich ist mittlerweile ein Jahr vergangen und daher wird’s Zeit, den Blog zu veröffentlichen. Ich war viel unterwegs und habe daher nach Jahreszeiten, Regionen, Kochrezepten und Heilsamen unterschieden:
Hinterwinter und Vorvorfrühling
Haselkätzchen liefern erste Pollen-Nahrung für Bienen und Insekten. Wir können uns ebenso bedienen. Denn aus den Kätzchen lässt sich z.B. ein Frühjahrs-Kur-Tee bereiten, der den Stoffwechsel in Gang bringt. Bitte achtsam pflücken, um den Lebewesen nicht die Nahrung zu stehlen. Auch die Gänseblümchen liefern erste Vitamine als erstes Grün im Essen oder als Tee. Zwiebelblüher und Winterjasmin erfreuen das Herz.
Frühling und Sommer
Wachstumswetter! In 2024 war es nicht zu heiß und trocken – das sind ideale Bedingungen für unsere Wildkräuter. Sie gedeihen üppig und vertreiben mit ihren Vitaminen, Bitter- und Mineralstoffen den Winter aus den Knochen. Ich richtete mein Augenmerk auf die saftigen jungen Pflanzen, die man auch verspeisen kann. Nebenbei sammelte ich auch Pflänzchen zum Verarbeiten.
Für die Weiterverarbeitung von Kräutern sollten nur junge, zarte und unbeschadete Blätter verwendet werden.
Heilsames mit Kräutern im Frühjahr
Oxymel mit Löwenzahn und frischen Fichtenspitzen
Löwenzahnblüten und die jungen Triebe der Fichte werden kleingeschnitten und mit Essig und Honig (1:3) zu einem Oxymel verarbeitet. Das steht jetzt zum Ausziehen für mindestens eine Woche im Kühlschrank. Es kann als Elexier zur Stärkung und gegen Erkältungen eingenommen werden oder als Bestandteil eines Salatdressings.
Löwenzahnwürze
Gewürzmischung aus getrockneten Löwenzahnblüten mit Salz und Pfeffer – alles fein gemörsert. Passt gut zu Fleisch, Fisch, Gemüse mit feiner Bitternote.
Improvisieren mit Kräutern
Während meiner sechswöchigen Reha am Starnberger See sammelte und trocknete ich eine Menge an Kräutern. Als Erinnerung konnte ich mir ein großes Glas „Voralpentee“ mit nach Hause nehmen.
Für die Spitzwegerichtinktur gegen Mückenstiche stibitzte ich etwas Essig aus dem Speisesaal. Die Behältnisse kaufte ich günstig im nahegelegenen Kik.Die antivirale kleine Braunelle ließ ich in Öl ausziehen, das Öl ist in Kombiation mit Teebaumöl ein hervorragendes Heilmittel gegen Herpes.
Kochen mit Wildkräutern
Am besten schmecken die Kräuter im Frühling, wenn sie noch weich und klein sind. Später im Jahr muss man schauen, ob sie nicht zu trocken oder bitter sind.
Salat
Wildkräuter sortieren, reinigen und klein schneiden, hier sind es u.a.: junger Spinat (aus dem Garten), Brennnesseln, Schafgarbe, Nelkenwurz, PortulakEinen Teil der Wildkräuter friere ich in Schraubgläsern ein.
Gemüse
Pastinaken und wilder Meerrettich – da musste ich gleich mal graben und hab‘ mir dabei mein Schippchen verbogen. Wurzeln soll man nur in den Monaten ausgraben, die ein „R“ im Wort haben. Für den Meerrettich war es schon zu spät – er war so faserig, dass ich ihn an den Kompost verfüttert habe. Möhrenstampf: Möhren, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, wilde Pastinaken, Petersilie werden angebraten und mit etwas Wasser geköchelt, gestampft mit selbstgemachter Gemüsebrühe abgeschmeckt – himmlisch! Dazu kann man vegane Bratlinge oder Bratwürste essen.
Grüne Soße
Grüne Soße: Wildkräuter fein klein schneiden, mit Quark, Sahne, Joghurt, Senf, Salz, Pfeffer verrühren. Dazu passen Eier und Salzkartoffeln. Ich schnippele die Eier in die Soße. Mehr über grüne Soße steht hier: https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/Wildkräuter und alles, was sonst der Kühlschrank hergibt
Bärlauchpesto
Bärlauch zerkleinern und mit Olivenöl pürieren, dazu kommen etwas Salz, Nüsse und/oder Samen und italienischen Hartkäse. Die Masse wird in ein Glas gefüllt und mit Öl bedeckt. Hält einige Wochen im Kühlschrank und passt zu Pasta, Fleisch, Fisch …
Wichtiger Hinweis: Um Vergiftungen zu vermeiden, bitte nur pflücken und konsumieren, was man zu 100 % kennt.
Quer durch Deutschland
Wir waren viel unterwegs und es ist spannend, welche regionalen Unterschiede es gibt. Das liegt an der Bodenbeschaffenheit (lehmig, sandig, mit Ton ohne …), dem Klima, der Höhe und der Umweltfaktoren. Auffälig ist, dass belastete Böden sich mittels Kräutern regenerieren können. Es gibt Kräuter, die besondere „Reinigungsfunktionen“ haben. Z.B. sind Binsen wasserreinigend. Es gibt viele Kräuter, die in unserem gesamten europäischen Raum zu finden sind in unterschiedlichen Ausprägungen.
Rhön in Hessen und Thüringen
Diese Pflänzchen entdeckte ich in der thüringischen Rhön – hier gibt es eine größere Vielfalt als bei uns im Rhein-Main-Gebiet.Im Schwarzen Moor in der Rhön ist – bedingt durch den sauren Boden und dem rauen Klima – das Wachstum sehr beschränkt.
Alpen/Allgäu/Oberbayern
Bei unserer Kurztour durch die Berge fand ich diese Pflänzchen.Diese Pflänzchen fand ich im Allgäu.
Herbst und Winter = ernten + verarbeiten
Kräuter aufbewahren
Der Lavendel wird in dekorative Bündel gebunden. Blätter und lose Samen werden in Schraubgläser gefüllt. Getrocknete Kräuter werden von den Stengeln gestreift, gerebelt und in Gläser gefüllt. Im Oxymel werden Kräuter zu ca. 1/4, Essig zu 1/4 und Honig zu 2/4 ausgezogen. Ich habe hier Tannenspitzen vom Frühjahr beigefügt. Sie wirken schleimlösend, gegen Husten und Erkältungen und stärkend.
Die Heilwirkung der Rosskastanie nutzen
Die Rosskastanie enthält so viele Saponine (Seifenstoffe), dass man mit ihr eine „Rosskur“ machen kann. Der Name Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verweist auf ihre heilende Wirkung. Früher wurden mit Rosskastanienextrakten Pferde gegen Husten und Würmer behandelt. Heute nutzt man ihre Heilkraft auf Blutgefäße: Sie hemmt den Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen, dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Spannkraft der Venen. Sie kommt bei Wadenkrämpfen, ziehenden Schmerzen in den Beinen, Schwere- und Spannungsgefühlen und auch bei Hämorrhoiden zum Einsatz. Die Frucht der Rosskastanie kann zerkleinert (in einem Säckchen) als Waschmittel dienen.Eine Tinktur aus überfahrenen Kastanien – nach dem Waschen wurden sie noch etwas mehr zerkleinert und mit Wodka angesetzt – bereits nach kurzer Zeit lösten sich die Saponine. Die Tinktur (äußerlich angewendet) hilft bei Venenleiden und schweren Beinen.Hier habe ich u.a. eine Venensalbe mit Auszügen von Rosskastanienblüten und Pappelknospen gemacht.
Beeren, Haselnüsse und Früchte
Liköre für Weihnachten
Wildbeeren- und Nusslikör
Weißdorn und Feuerdorn habe ich mit Zucker und Wodka angesetzt. Die klein gehackten Nüsse setzte ich mit braunem Rum und Rohrzucker an. Ich habe es ca. 7 Wochen ausziehen lassen. Danach wurde es abgesiebt und in Flaschen gefüllt. Beim Likör sollten es ca. 100 g Zucker je Liter Flüssigkeit sein.
Mandarinenlikör
Hier habe ich Mandarinen mit etwas Schale und Zucker aufgekocht, abgesiebt, Wodka dazugegeben und in Flaschengefüllt. Und ich ich habe mit dem Rest vom Wodka getrocknete (gekaufte) Schwedenkräuter zu einer Tinktur angesetzt. Die hilft für gegen alles.
Wissen erweitern
Kräuter für die Seele
Mindestens zweimal im Jahr erweitere ich mein Wissen. Diesmal ging es um Kräuter für die Seele. Da war ich bei meiner Ausbilderin Hildegard Kita im Vogelsberg.
Beruhigende und sedierende KräuterBeruhigendes Oxymel = Auszug aus Kalifornischem Mohn, Honig und EssigLiteratur
Traditionelles Räuchern
In einem Kurs zum Ende des Jahres lernte ich einiges über das Räuchern mit Kräutern wie Beifuß und Salbei. Es geht dabei um Reinigung und Schutz.
Jahresende
In der dunklen Zeit des Jahres hab‘ ich mich zurückgezogen, Salben gekocht, Tees gemixt und getrunken – ab und an auch ein Glas Rotwein. Kerzenlicht und Kräuter verräuchern gehörten ebenso dazu.
Und gerade beginnt der Jahresreigen von vorne … Ich bin gespannt auf das, was das neue Jahr bereit hält. Wir bekommen eine neue Regierung und werden vom amerikanischen Präsidenten gut auf die Probe gestellt. Ich versuche, mich nicht von Angst leiten zu lassen. Eher will ich schauen, welche Chancen sich ergeben – für mich und auch für unser Land. Am Ende ist es der Kreislauf der Natur vom Geborenwerden, Wachstum und Vergehen, der uns trägt.
Wenn die Sonne scheint, muss ich raus – auch in der kalten Jahreszeit.
Auch wenn ich die Wege schon oft gegangen bin, ist es jedesmal etwas anders: das Licht, die Düfte und die Geräusche. Die Natur berührt tief und erdet mich.
Maintaler Ansichten
Am Dörnigheimer MainuferRichtung Hanau Main-KunstAuf der Hartig bei Hochstadt – in der Mitte das SchützenhäuschenAn den Surfseen in der grünen MitteAm Berger Hang
Wintergedicht
Wintersonne
Grübelnd in Gedanken ich spazier' - ins Gestern und Morgen mich verlier'.
Schützend aber zieht mich Stück für Stück die Natur ins Jetzt zurück:
Kaltes Land im Sonnenlicht, mir den Frühling sanft verspricht.
Magisch zieht der Fluss mich an – Enten schwimmen ihre Bahn.
Kleine Knospen an den Bäumen lassen mich vom Frühjahr träumen.
Erste Kräuter sprießen, die werde ich im Tee genießen.
Fröhlich trällern Vögel ihre Lieder – bringen die Erinnerung wieder.
Sicher und heiter geh' ich stärker meiner Wege weiter.
Monika Rauch
Pflanzenkraft
Im Spätwinter (oder Vorfrühling?) strecken sich die ersten Kräuter und Blüten dem Licht entgegen:
Mein Kräuterherz freut sich: Pimpinelle, Schaumkraut, Vogelmiere, Ehrenpreis – jetzt sprießen sie und sind kleine Vitaminpakete. Sie pimpen bei mir die erste grüne Soße im Jahr auf.Aus Haselkätzchen kann ein vitalisierender Tee bereitet werden. Gänseblümchen liefern ebenfalls viele wertvolle Pflanzenstoffe. Winterjasmin und die ersten Zwiebelblüher erfreuen das Herz.Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge
Selbstbemächtigung = sich im Sonnenlicht auffüllen
Wanderung von Bergen-Enkheim über den Berger Hang nach Maintal-Bischofsheim, Hochstädter Hartig, bis nach Dörnigheim
Wir (mein Mann und ich) haben beschlossen, unsere Deutschland- bzw. RMV-Tickets intensiver zu nutzen. Also blieb das Auto zuhause und wir fuhren mit den „Öffentlichen“ von Maintal-Dörnigheim nach Bergen-Enkheim Ost und wanderten von dort zurück nach Hause.
Entlang am Hang
Gugg in Richtung Frankfurt
Pflanzen
Samen der ClematisWinterjasminWinterjasmin vom NahenTannenzapfenHaselkätzchen: Pollenlieferant für frühe Bienchen – aus den Kätzchen lässt sich ein Entschlackungstee bereiten.Gänseblümchen Hyazinthen?Winterlinge – ein HahnenfußgewächsHirschkolben-Sumach/Essigbaum– aus dem Samen wird der Sumach hergestellt, das in der orientalischen Küche für saure Würzung sorgt.Ackerrettich als Gründünger von Ackerböden – die Pflanze ist in allen Teilen essbar und hat, je nach Sorte, unterschiedliche Schärfegrade.
An Bischofsheim vorbei in Richtung Hochstadt
Bischemer GartenUnsere Kinder hätte es früher gefreut.Ziegengehege Lecker Essen – ich meine für die Ziegen.Irgendwo zwischen Bischem und Hochstadt
Auf der Hartig
Das Naturschutzgebiet ist gleichzeitig auch ein Maintaler Lärmschutzareal.Hochstadt in Sicht!Es gluckert und rauscht.Beim Bauern Schmidt – ein Hofladen am OrtsrandEisautomat SchweinetrogHochstadt etwas näher
Die meiste Zeit über liefen wir durch die Natur im hellen Sonnenschein. Als wir zuhause waren, taten die Füße zwar etwas weh, aber wir waren hoch zufrieden.
Das Mittagsschläfchen zog sich dann doch bis zum Abend. Schön war’s! Danach gab’s den ersten Tee mit Haselkätzchen:
Inhaltsstoffe von Haselkätzchen sind: Flavonoide – Diese sekundären Pflanzenstoffe wirken antioxidativ und können positive Effekte auf die Gesundheit haben. Tannine – Gerbstoffe, die für einen leicht bitteren Geschmack sorgen und in unterschiedlichen Konzentrationen vorkommen. Ätherische Öle – Sie sind in geringen Mengen vorhanden und verleihen den Haselkätzchen ihr Aroma. Vitamine und Mineralstoffe – Enthalten sind kleine Mengen an Vitaminen wie Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Kalium und Kalzium.
Es war ein guter Tag, obwohl wir nur die Wanderschuhe anzogen, Wasser und Bananen einpackten und loszogen. Es war ganz einfach: Die Sonne beleuchtete die Natur, wir bewegten uns und waren ein Teil von ihr.
Sonne, Bewegung und Natur bewirken viel:
Stresslevel sinkt und sorgt für Entspannung.
Stärkung des Immunsystems
Guter Schlaf
Laune verbessert sich
Depressionen lindern sich
Stärkung des Gedächtnisses, der Konzentration und der Orientierung
Mein letzter Beitrag ist schon etwas her. Heute war ich auch in der grünen Mitte unterwegs. Und schaut doch mal wie sich das Licht verändert! Obwohl ich im Dezember zu einer ähnlichen Zeit unterwegs war, ist es heuer viel heller.
KopfweidenOb die kleine Bachschleuse noch funktioniert?HalbgefrorenesBiberalarm!Der Mülleimer sollte nicht mit drauf, ist trotzdem schön!Wohnraum für ZauneidechsenDiesen Teich kannte ich bisher noch nicht.ÜberschwemmungsgebietAm Ausgangspunkt aus einem anderen Winkel fotografiert.
Wenn ich die Bilder anschaue – und sie wirken in mir nach – muss ich an ein Lied aus dem evangelischen Gesangbuch denken:
Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.
Paul Gerhard um 1650
Ich gehe meiner Wege und werde ruhiger, besonders wenn ich draußen bin. Es klären sich die Gedanken, ich nehme die Schwingung der Natur in mich auf und vertraue darauf: Das, was mir gerade Sorgen bereitet, wird sich klären.
So gehe ich zuversichtlich in die neue Woche mit der Februarsonne im Herzen und der Gewissheit: Alles ist gut so wie es gerade ist.
Ich musste einfach raus, hatte einen regelrechten Lufthunger. Kennt Ihr das auch?
Was ist die Grüne Mitte? Die Grüne Mitte ist ein etwa zwei Quadratkilometer großes Gebiet, das zwischen den Stadtteilen Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt liegt.
Die Grüne Mitte hat eine wichtige Funktion als Naherholungs- und Freizeitgebiet für die Stadtteile. Sie ist aber auch durch ihre Wegstruktur eine attraktive Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrern und zu Fuß um in die anderen Stadtteile zu gelangen. Die Landwirtschaft nutzt viele Flächen als Weideland oder mäht die Wiesen als Grünfutter. Das Gebiet zeichnet sich durch eine attraktive, abwechslungsreiche Landschaft aus. Es befinden sich dort Streuobstwiesen, eine Flugsanddüne, Feuchtgrünland, Seen, Bachläufe und vieles mehr, außerdem ist sie ist ein Rückzugsgebiet für Vögel und andere Tiere und es wachsen dort seltene Pflanzen.
Schafe transportieren in ihrem Fell und mit dem Kot Samen und Insekten von A nach B.Schafe werden als Fleisch- und Milchlieferant und für die Produktion von Wolle genutzt. Ich mag sie einfach nur, sie haben etwas Friedliches.Viel WasserBiber am Werk – die größten Nagetiere im europäischen Raum bauen mit den gefällten Stämmen, sowie Schlamm und Pflanzenmaterial, Staudämme, um genügend Wassertiefe für ihren Lebensraum zu erhalten.Kleine Schleuse – ob die noch genutzt wird?Die Hagebutten haben viel Vitamin C und dienen Vögeln und Kleintieren als Nahrungsquelle.Strecke Frankfurt-Hanau Maintal-HochstadtAm Bahndamm entlangWieder am Surfsee Baumkreis – da liegt Magie in der Luft.
Nach der Runde fuhr ich nach Hause und legte mich gleich ins Bett – ein Sonntag eben.
Euch wünsche ich einen guten Start in den nächsten Tag oder die nächste Woche oder das nächste Projekt oder so!