Dunkle Zeit

Die Tage werden kürzer und eigentlich will ich mich ins Haus verkriechen. Und uneigentlich überwinde ich mich manchmal und werde damit belohnt, dass meine Stimmung friedlich wird. 

Eine kurze Runde am Dörnigheimer Mainufer

Das ist der Reigen der Natur: Pflanzen sterben ab und werfen ihren Samen aus. Oder sie ziehen ihre Kraft in die Wurzel, damit sie sich im Frühling wieder voll entfalten können. Tiere fressen sich eine Schutzschicht an, ziehen in den Süden oder gehen in den Winterschlaf.

Nur wir Menschen gehen mit aller Gewalt unseren „Geschäften“ nach, ohne auch nur einen Moment inne zu halten und zu schauen, ob uns das entspricht,  was wir da so treiben. Gerade jetzt beginnt sie wieder, die besinnliche Weihnachtszeit. Da wird gefeiert, gefressen und gekauft – wie im Rausch. Und mal ehrlich, richtig zufrieden macht das auch nicht immer. Im Innern aber treibt uns der Wunsch nach Gemeinsamkeit, Ruhe und Erholung. Das Genießen möchte ich auch nicht verdammen, es macht ja durchaus Spaß, etwas Leckeres zu essen und über Weihnachtsmärkte zu schlendern. Kennen wir unsere tiefsten Bedürfnisse?Stülpen wir uns den Konsum über, um nicht ins tiefe Gefühl zu kommen?

Was wir als Kinder gerne gemacht haben,  passt  anscheinend nicht in unsere Zeit: Vielleicht sollten wir wieder singen, uns Geschichten erzählen, rausgehen, um ein Feuer tanzen, Plätzchen backen, uns einkuscheln, lesen, die Ernte verarbeiten, Tagebuch schreiben und Gedichte, in die Sauna gehen und mit lieben Menschen zusammen sein?

Diese Dinge galten viele Jahrhunderte, wahrscheinlich Jahrtausende als richtig. Seit der Industrialisierung und der Aufklärung aber, haben wir uns „denaturalisiert“. Wir vertrauen der Forschung mehr als unserem Gefühl und folgen anscheinend anderen Gesetzen. Trotzdem sind wir, was wir sind: Naturwesen. Eine tiefe Sehnsucht nach unserer wahren Natur erfasst immer mehr Menschen. Das sieht man auch in den sozialen Netzwerken: Einfaches Leben, Upcycling, draußen sein, spirituelle Anschauungen, kochen mit gesunden Lebensmitteln etc. spricht immer mehr Menschen (Follower) an.

Eigentlich brauchen wir wenig: Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, genügend gute Nahrung, sauberes Wasser, frische Luft, Bewegung, Musik,  Freunde, Familie, Tiere – Natur eben. Jeder sollte seinen Begabungen nachgehen dürfen, um ein sinnerfülltes Leben zu haben.

Dunkle Zeit

Wenn bunt die Blätter flattern
und leis' Kastanien plattern.
Die Beeren am Strauch sind für Vögelchens Bauch.

Der Tisch so reich gedeckt,vom Igelchen entdeckt.
Die Nuss versteckt das Eichhorn gut, wenn es die nur finden tut!

Die Rüben am Rand vom Feld bringen Zucker für wenig Geld.
Im Keller lagern Äpfel fein, sie werden bald im Kuchen sein.

Dann bläst der Wind die Blätter fort. Nass und kalt wirds an manchem Ort.
Sanft legt sich übers Land Nebel mit ruhiger Hand.

Nach innen ziehen wir uns ein Stück  in uns selbst zurück.
Langsam geht die Welt zur Ruh und Schnee decket die Landschaft zu.

Drinnen im Haus  knistert das Feuer und 
versteckt sich die Maus.
Alt und Jung sind ohne Hast, von den Schultern fällt die Last.

Die glänzende Weihnachtszeit macht die Herzen weit.
Unterm Weihnachtsbaum erfüllt sich mancher Traum.

Kalt und kälter in den rauen Nächten schwirren Wesen, uns zu knechten.
Vorräte sich zu Ende neigen - es herrscht tiefes Schweigen.

Endlich zum Jahresende kommt die Sonnenwende. 
Klirrende Kälte und Sonnenschein bringen Bewegung hinein.

Bei der Fassenacht wird Radau gemacht. Und mit müden Knochen wird ans Licht gekrochen.

Langsam erwacht das Leben, alles sprießt dem Licht entgegen.
So die helle Zeit beginnt, die dunkle aber – verrinnt.

Monika Rauch

Ich wünsche Euch allen eine sinnbringende, erfüllende und ruhige dunkle Zeit, damit Ihr mit voller Kraft im Hellen erwachen könnt.

Selbstbemächtigung = sich de Natur hingeben

Monika

Fotos: Monika Rauch und Pixabay

Tour de Pfalz

Pfälzische Weinstraße

Diesmal verschlug es uns über ein langes Wochenende in die Pfalz. Die Sonne kam eher weniger raus, dafür hatten wir ein paar nette Städtchen entdeckt – und natürlich den Wein, der hier vorzüglich gedeiht.

Bad Dürkheim

hat eine nette Innenstadt, einen Kurpark und als Hauptattraktion ein riesiges Weinfass, welches ein Restaurant beherbergt.

Deidesheim

Auf dem Weg nach Landau sind wir durch das entzückende Städtchen gefahren und legten spontan einen Stopp ein:

Landau

Nachdem wir Deidesheim erkundet hatten, schauten wir uns das Städtchen Landau an,  welches auch sehr hübsch ist, allerdings nicht ganz so beschaulich:

Erlebnislandschaft Erdekaut

„Das Landschaftsschutzgebiet wurde 1985 eingerichtet. Der Name leitet sich her von der pfälzischen Bezeichnung Kaut für „Grube“ und verweist auf den vormaligen Abbau von Tonerde, der sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. In Spitzenzeiten waren 800 Bergleute beschäftigt. ..“ Wikipedia

Wir hatten einen schönen, wenn auch trüben, Tag mit viel Natur.

Nachmittags fuhren wir nach Grünstadt und genossen einen guten Tropfen vom Winzer Gaul in der Eckbar.

Die kleine Herbsttour tat der Seele gut, wir entdeckten einen für uns unbekannten Landstrich und konnten dabei gut entspannen.

Selbstbemächtigung = auf Entdeckungsreise gehen

Der eine gute Moment

Ein Vormittag mit schweren Themen verdüsterte etwas mein Gemüt. Ich hatte das tiefe Bedürfnis, rauszugehen.

So lief ich durch das nahegelegene Naturschutzgebiet und genoss das satte Grün. Der Wind fegte durch meine Kleidung und kurze Schauer prasselten auf meinen Kopf.

Und plötzlich kam – nur für einen winzigen Moment – die Sonne heraus und tauchte die Szenerie in goldenes Licht.

Der gute Moment

Das Grau der Stadt
Bedroht, macht matt.
Die finsteren Wolken
Durchbricht der eine warme Strahl
Erhellt das Grün im weiten Tal.

Pass auf, nimm ihn ins Herz –
Den einen guten Moment –
Er tilgt den Schmerz.



Monika Rauch

Ich hatte nur wenig Zeit und so war der kurze erhellende Moment genau richtig, um mir aufzuzeigen, wie schnell sich etwas klären kann, wenn er beleuchtet wird und man etwas von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet.

Selbstbemächtigung = gute Momente erkennen

Unterwegs mit dem Cabrio

Maintal – Rhön – Allgäu – Tirol – Voralberg – Allgäu – Blaubeuren – Maintal

Osterferien und wir hatten einen Plan! Ab dem 1. April durften wir das Cabriolet aktivieren und loslegen. Die Inspirationen für die Tour holten wir uns aus der Motorrad-Zeitschrift „Ride“.

Unser Reisealltag sah so aus: Übernachtung im Hotel – genauere Planung beim Frühstück – Tour – Snack am Mittag – reichhaltiges Abendessen – Kartenspielen – Schlafen.

Unsere Absicht war, zuerst ins Allgäu zu fahren und als Abschluss wollten wir etwas Wellness in der Rhön (im Sonnentauhotel) machen. Eigentlich. Uneigentlich regnete es die ersten Tage nach Ostern Bindfäden und es war bitterkalt. Wir sind ja flexibel,  so kehrten wir die Reiseroute kurzerhand um:

Bei Fladungen (nördlichste bayrische Stadt)

In der Rhön sind wir immer wieder gern. Daher hab ich schon einiges über die Region geschrieben:

https://monika-rauch.com/2023/04/10/fladungen/

https://monika-rauch.com/2023/04/05/rund-um-fladungen/

https://monika-rauch.com/2019/06/10/ostheim-vor-der-rhoen/

Das Leben in der Rhön ist rau. Der Wind fegt einem durch die Knochen und die Landschaft ist karst. Mir gefällt es hier gut, hier kann ich frei atmen.

Im schwarzen Moor

Über das Moor habe ich einen Extra-Blog geschrieben: https://monika-rauch.com/2024/04/04/im-schwarzen-moor/

Grenzgebiet Hohe Geba (Thüringen)

Auf der „Hohen Geba“ im ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet kann man wunderbar in die drei Bundesländer der Rhön blicken: Hessen, Bayern und Thüringen.

Memmingen (Westallgäu,Bayern)

Vor einiger Zeit war ich in Memmingen und wollte meinem Mann die schöne Kleinstadt zeigen. Übernachtet haben wir dort wieder in der Pension Erb. In meinem Blog erfahrt ihr mehr über den Ort: https://monika-rauch.com/2022/09/03/memmingen/

Unten rechts ist der Hexenturm mit Wärterhäuschen zu sehen. Die armen Frauen, die dort darben mussten!

Vom Westen ins Ostallgäu (Baden-Württemberg)

Wir sind viele schmale Landstraßen gefahren – die Sonne kam raus und beleuchtete die saftigen Wiesen.
Überall Löwenzahn!
Zwischenstopp im Glasmacherdorf Schmidsfelden
Übernachtet haben wir in Akam bei Immenstadt (Hotel zum Lustigen Hirschen, sehr empfehlenswert). Nachmittags fand ich ein ruhiges Plätzchen unter einer Rosskastanie.

Spritztour durch die Alpen in Österreich (Tirol, Vorarlberg) nach Wiggensbach (Westallgäu)

Ab ca. 1700 Höhenmetern waren die Skilifte noch teilweise in Betrieb.

Bergbrennerei und Gasthaus Löwen in Voralberg

Ein uraltes Haus, in dem ein Gasthof mit schönem Garten und hervorragender Küche untergebracht ist.
Hier wird destilliert: Gin und verschiedene andere Spirituosen.
Im Verkaufsraum darf gerne probiert werden. Nach zwei Kräuterschnaps-Pfützen war ich platt.

Zurück im Allgäu, übernachteten wir in Wiggensbach (Hotel Alpenherz) mit hervorragender Küche, tollem Ambiente, sowie einem kleinem Spa-Bereich.

Ostallgäu — Leukirch -— Blaubeuren — Maintal

Schönes Allgäu

Auf dem Nachhauseweg fuhren wir zur Allgäuer Genussmanufaktur in Leukirch. Das ist ein altes Fabrikgebäude in dem verschiedene Manufakturen untergebracht sind. Mit einem kleinen Eintritt von 3 Euro unterstützt man die Handwerker dort.

In der Kaffeerösterei duftet es wunderbar nach hochwertigem Kaffee, da kann man gleich ein Tässchen genießen, es gibt u.a. zwei Brauereien und eine Gin-Destillle.
In der Bibliothek kann man lesen oder an Veranstaltungen teilnehmen. Kaufen kann man hier z. B.  Keramik, Kräuterkram, Öle, Silberschmuck und hochwertige Wollartikel.
Dorfrundgang durch Leukirch

Stopp in Blaubeuren

Am Rand der Schwäbischen Alb, 20 km westlich von Ulm, liegt Blaubeuren die Perle der Schwäbischen Alb. … Der Blautopf spielt, neben der historischen Altstadt, eine zentrale Rolle: Sei es als Einstieg in ein riesiges Höhlensystem, das sich über 9,5 km unter der Schwäbischen Alb verzweigt. Der Blautopf war ebenso Inspiration und Schauplatz für die Historie der „schönen Lau“ des Lyrikers Eduard Mörike.

http://www.blaubeuren.de/

Die Stadt ist ein Besuch wert, allerdings möglichst nicht an einem Sonntag. So wie wir, hatten viele hundert anderer Menschen die gleiche Idee. Der Blautopf ist schon sehr sehenswert,  allerdings machte mir der Tripp keinen Spaß  – zuviel Gedränge, überteuerte Preise (z.B. 1 Kugel Eis = 1,80 Euro) und uns sind einige „muffeligen“ Menschen über den Weg gelaufen.Vielleicht stimmt es doch, was man über die Schwaben und Badenser so sagt? Böse Zungen behaupten nämlich, dass selbst eine Beerdigung in Baden lustiger sei, als der durchorganisierte Pflichthumor auf der schwäbischen „Fasnet“.

Wenn man die Menschenmassen ausklammert, ist es wirklich schön am Blautopf. Der blauschimmernde Teich ist der Einstieg für ein riesiges Unterwasser-Höhlensystem.

Fazit

Wir hatten eine tolle Woche mit Wellness und Sauna, ausschließlich gutem Essen, komfortablen Unterkünften und wunderschönen Landschaften. Bei unserer nächsten Tour werden wir uns mehr bewegen und weniger konsumieren. Also brauchen wir mehr Zeit, um in den Landschaften anzukommen. Die Idee ist, dass wir uns ein Ferienhaus mieten und von dort aus unsere Touren per Pedes und/oder mit dem Auto erkunden. Außerdem können wir uns so versorgen, wie wir Lust haben.

Unser Cabriolet samt meinem persönlichen Fahrer.

Selbstbemächtigung = sich von der Landschaft inspirieren lassen

Im schwarzen Moor

Auf der Langen Rhön, in der Nähe des Dreiländerecks von Hessen, Thüringen und Bayern, liegt das Schwarze Moor. Unter den Mooren der Hochrhön ist das Schwarze Moor eines der wenigen noch weitgehend naturnahen Hochmoore, zugleich auch deren Größtes. Dies hat schon früh dazu beigetragen, das Schwarze Moor unter Schutz zu stellen. Heutzutage zählt das Schwarze Moor zu den schönsten Geotopen Bayerns und ist als Kernzone im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön streng geschützt.

https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/tourismus-gastronomie-und-erholung/schaetze-der-rhoen/das-schwarze-moor

Pflanzen

Fakten

  • Im Hochmoor gibt es drei Zonen: Das Hoch- und das Niedermoor und die Randgebiete.
  • Ein Moor entsteht, wenn sich Wasser in einer Senke ansammelt und nicht abfließen kann. Das geschieht häufig,  wenn der Boden verdichtet ist z.B. durch eine Ton- oder Lehmschicht.
  • Durch einen Mangel an Sauerstoff im Moor werden Pflanzenteile nicht vollständig zersetzt und bilden pro Jahr einen Millimeter Torf.
  • Torf wird/wurde als Brenn- und Baumaterial, sowie als Blumenerde genutzt.
  • Torfabbau führt dazu, dass die Moorlandschaft verlandet.
  • Ein Moor hat eine wichtige Funktion im  Kreislauf der Natur – als Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten und als Wasserauffangbehälter bei starken Niederschlägen. Bei Hitze gibt es Feuchtigkeit ab und kühlt die Umgebung.
  • Das Schwarze Moor hat im Schnitt 200 Tage mit Niederschlägen (Regen, Schnee, Nebel) im Jahr.
  • Die Lebensbedingungen im Moor sind hart, daher gibt es hier nur ausgesuchte Pflanzen (s.o.) und Tiere (z.B. das Birkhuhn, Mader, Fuchs, Rehe, Hasen, Enten, Libellen …).
  • Fische haben keine Lebenschance – die Säure würde ihre Gräten zersetzen.
  • Das Moor mumifiziert. bedingt durch die Gerbsäure. Menschen- und Tierleichen bleiben Jahrhunderte lang erhalten. Daher werde ich mir gleich mal eine Moorpackung verordnen – vielleicht nutzt es ja was?
  • Das Moor kann tückisch sein – tritt man auf eine schwimmende Grasinsel, kann das der Untergang sein.
  • Früher wurden Verbrecher im Moor versenkt.
  • Oder Verbrechen vertuscht, indem man Tote im Moor verschwinden ließ.

Von oben betrachtet

Es lohnt sich, auf den Aussichtsturm im schwarzen Moor zu steigen und die Welt von oben zu betrachten:

Hier im Moor sind Vegetation und Wachstum langsam und spärlich, es ist aber ein einzigartiges Ökosystem, das  seinen Platz im Großen und Ganzen hat. Pflanzen und Tiere passen sich dem unwirtlichen Lebensbedingungen an und erstarken im Kleinen. 

Wir hatten einen einstündigen Spaziergang mir viel Wind und etwas Regen. Wir fanden es hier gar nicht gruselig und haben auch keine Moorleichen entdeckt. Im Gegenteil: Nach dem Spaziergang fühlten wir uns belebt und inspiriert.

Selbstbemächtigung = bei Widrigkeiten erstarken

Frühlingsspaziergang

mit Schrecken

Was für ein herrlicher Tag! Die Sonne schien und die Pflanzen streckten ihre zarten Blättchen aus dem Boden. Zeit, meine Kräutertouren wieder aufzunehmen.

Ich war unterwegs in Rodheim zu meiner Lieblingsstelle Richtung „Alter Berg“. Dort stehen an einem Bachlauf eine Reihe mit Pappeln. Seit Jahrzehnten prägen sie die Landschaft  – ein Blickfang in der sonst eher gleichförmigen Wetterau.

Eine Landschaftsmarke verschwindet

Was für ein Kahlschlag! Angeblich seien die Bäume von innen heraus verfault und in den Kronen wäre zu viel Totholz. Ich, als Laie, konnte allerdings in den Baumscheiben nichts Morsches erkennen. Gut, Totholz in den Kronen ist schwierig zu entfernen. Da machen wir gleich lieber den ganzen Baum weg. Wie praktisch. Die ganze Aktion sei mit dem NABU abgestimmt.

Von den herumliegenden Zweigen habe ich einige Knospen der Balsam- und der Schwarzpappel abgezwackt. Eigentlich benötigt man in der Gemmotherapie nur wenige Baumknospen, da sie das geballte Erbgut des Baumes in sich tragen.

Ich bin wirklich sehr betroffen über das Abholzen. Es mag Gründe dafür geben und gleichzeitig frage ich mich, welche anderen Interessen hinter dem Vorgehen stecken mögen. Vielleicht wird ja wieder aufgeforstet. Das bleibt abzuwarten.

Pappeln sind schnellwachsende Bäume, die es gerne feucht mögen. Sie können über 300 Jahre alt werden und gehören zur Familie der Weiden. Ihre Heilkraft haben sie hauptsächlich in den Knospen und in ihrer Rinde.

Nachdem ich mich von meinem Schrecken etwas erholt hatte,  wanderte ich weiter und ließ mich von der Natur wieder beruhigen.

Philosophisches

Es liegt anscheinend in unserer Natur, den Ast zu zersägen, auf dem wir sitzen. Wir betonieren die Landschaft zu, breiten uns aus, verpesten die Luft und zerstören Natur und unsere Mitlebewesen, als gäbe es kein Morgen mehr.  Dabei sind wir doch Natur – keine Automaten, an denen man drehen und schrauben kann! Wieso leugnen wir das wehement in unserer ach so hochentwickelten Gesellschaft? Wäre wirklich mal interessant, welches tiefsitzendes kollektives Trauma die Ursache dafür ist. Das „Habenwollen“  deutet auf ein großes gesellschaftliches Mangeldenken hin. Vielleicht finden wir uns selbst nicht, gerade weil wir uns von unserem Ursprung abgeschnitten haben? Und unsere Natur übertünchen wir mit allem, was es schönes Glitzerndes zum Kaufen und Ablenken gibt.

Natur ist stark und gewaltig, sie ist da. Es wird immer ein Morgen geben – nur vielleicht ohne uns?

Selbstbemächtigung = sich auf unser eigene Natur besinnen

Ein klarer Wintertag

Schon morgens zeichnete es sich ab, dass es ein schöner Wintertag würde – eiskalt aber mit strahlender Sonne. „Gut, dann werde ich heute einen längeren Spaziergang machen.“, so dachte ich. Allerdings musste ich vorher noch einige Kleinigkeiten erledigen:

  • aufräumen,
  • spülen
  • staubsaugen,
  • Wäsche waschen,
  • einkaufen (ja, ich war so bekloppt und ging an einem Samstag in einen total überfüllten Supermarkt),
  • mal schnell einige Bilder auf den PC ziehen, damit der Speicher etwas frei würde (ich wollte ja beim Spazierengehen fotografieren),
  • die Futterstellen mit Vogelfutter auffüllen,
  • zur Fußpflege fahren,
  • noch vergessene Eier besorgen) …

Plötzlich war es kurz vor vier und ich wollte nur noch nach Hause (denn die Einkäufe mussten ja noch hochgeschleppt und verräumt werden, die Wäsche wollte auch noch auf die Leine und kochen wollte ich auch noch).

Während der Autofahrt sah ich die Schneelandschaft, schob die Bedenken zur Seite und hielt an. Eine knappe Stunde lang stapfte ich durch den Schnee und wurde belohnt mit schönen Eindrücken:

Zuhause angekommen erledigte ich meine restlichen Arbeiten und war hoch zufrieden, dass ich mich doch noch überwunden hatte.

Eigentlich sollte ich alles stehen und liegen lassen und rausgehen. Aber ich verhindere mich wohl gerne mit den „wichtigen“ Arbeiten des Alltags.

Und Ihr so?

Selbstbemächtigung = Prioritäten setzen

Wurzelzeit

Wurzelgemüse ist etwas in Vergessenheit geraten, dabei stand es jahrhundertelang auf unserem Speiseplan. Besonders im Herbst und Winter wird nach dem nahrhaften Gemüse gegraben, wenn das oberirdische Grün schon abgestorben ist. Bei der allgemeinen Bezeichnung „Wurzeln“ differenziert man zwischen Knolle und Wurzel.

Bei der Knolle wird ein Rhizom ausgebildet. Die Wurzeln wachsen dabei an der Unterseite des Rizoms.

Meine Gartenschätze

Heilung durch Nahrung und Wurzelmedizin

Wurzeln und Knollen sind reich an Vitamin A, B und C, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium sowie Phosphor. Zudem enthalten sie viele Nahrungsfasern. Diese wiederum regulieren die Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.

Die meisten Wurzeln kann man essen und einige dienen nur als Medizin.

Alantwurzeln wirken verdauungsfördernd, appetitanregend, schleimlösend, steigern die Magensäureproduktion und lindern Blähungen. Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Inulin, Bitterstoffe, Schleimstoffe. Eingesetzt wird der Alant bei Husten, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Hildegard von Bingen empfahl die Gabe von Alantwein (oder Tinktur). Außerdem wurden früher kandierte Alantwurzeln als Süßigkeiten gereicht. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mitteln mit Alant eher verzichten, da er als hoch allergen eingestuft ist.

Alant

Arznei- Rhabarber wirkt abführend, gegen Durchfall und Verstopfung, da es die Darmperistaltik anregt. Ihre Eigenschaften sind zusammenziehend und entzündungshemmend. Wegen dieser Wirkung, besonders auf den Darm, ist vom Verzehr abzuraten. Hier sollte man auf den Speise-Rhabarber zurückgreifen. Die Wurzel des Arznei-Rhabarbers ist zudem eine Färberpflanze für das Farbspektrum gelb bis braun. Auch könnte man damit seine Haare blondieren. Dazu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Zudem hilft eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln gut bei Zahnfleischentzündungen und bei Aphthen im Mund.

Arznei-Rhabarber

Beinwell In der Wurzel stecken Allantoin, Rosmarinsäure, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Äußerlich (als Breiumschlag und Salbe) wirkt sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung. Beinwell hilft bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, Knorpelveränderungen und Knochenbrüchen. Beinwell wirkt wie ein starker Kleber und ist eine machtvolle Heilpflanze. Da die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte man sie beim Essen nur sehr sparsam einsetzen.

Beinwell

Karotten (Wurzeln) wirken Krebs vorbeugend, Cholesterinspiegel senkend, enthalten viel Vitamin A, stärken Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere, Augen, Haut und Herz.

Karotten

Kartoffeln (Knollen) wirken basenüberschüssig, d.h. sie wirken einer Übersäuerung entgegen, sie enthalten viel Vitamin C, sind mineralstoffreich, enthalten viel Kalium und sind daher gut fürs Herz und fürs Immunsystem. Kartoffelschalen enthalten u.a. Solanin – daraus kann man eine reichhaltige Fußcreme machen: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/

Kartoffeln

Knollensellerie starker Entzündungshemmer, senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, enthält viele Vitamine und Antioxidantien.

Knollensellerie

Löwenzahnwurzeln stärken Nieren, Leber, Milz, Darm, Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken harntreibend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend. Die gesäuberten kleingeschnittenen Wurzeln kann man als Tee aufgießen oder man kann sie als Kaffeeersatz nutzen. Dazu röstet man die Wurzelstückchen trocken in der Pfanne. Wenn diese braun sind, kann man sie zu Pulver vermahlen und wie Kaffee zubereiten.

Löwenzahn

Pastinaken Die essbaren Wurzeln senken den Cholesterinspiegel, fördern Verdauung und Nierentätigkeit, sind fiebersenkend, schmerzlindernd, kühlend, stärkend.

Pastinaken

Schwarzwurzeln sind schmackhaft, kalorienarm und haben viele Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Anteil von Inulin, einem Ballaststoff, wirkt sehr positiv auf das Verdauungssystem. Heilsam wirken sie auf Leber, bei Augen- und Herzkrankheiten und Epilepsie. Schwarzwurzeln gibt es in weiß (unter der Rinde) oder in lila. Die Rinde ist schwarz oder dunkel und färbt beim Arbeiten ab. Also lieber Handschuhe anziehen!

Schwarzwurzeln

Topinambur Die Wurzeln mit ihren knollenförmigen Verdickungen sind essbar. Sie wirken entzündungshemmend, Krebs vorbeugend, enthalten u. a. B-Vitamine und viel Inulin, (Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel stabil hält) und wirken positiv auf Bauchspeicheldrüse und Leber.

Topinambur

Natürlich gibt es noch andere Knollen und Wurzeln, die in unseren Breitengraden wachsen und die man kaufen kann. Dazu zählen Radieschen, Radi, Meerrettich, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Nelkenwurz …

Zubereiten kann man die essbaren Wurzeln und Knollen recht unterschiedlich – gedünstet, gekocht, mit Butter oder Bechamelsoße, paniert, gebraten und am liebsten als Suppe.

Wärmende Wintersuppe

Quer durch Garten und Kühlschrank

Alles, was der Vorrat hergibt, kommt in die Suppe und im Garten werden die Wurzeln ausgegraben. Wie gut, dass ich ungefähr weiß, wo im Sommer der Topinambur stand und die Pastinaken wachsen eh im Hochbeet. Das Gemüse wird geschält, geputzt, geschnippelt und in Wasser geköchelt bis es gar ist. z.B. Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Spitzkohl, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken, Topinambur. Als Würze kann man Suppenpulver und Muskatnuss verwenden, etwas Misopaste einrühren – lecker! Für frisches Grün sorgen Pastinakenkraut, ein paar Stengel Liebstöckel oder Petersilie. Et voilá – fertig ist eine leckere warme Mahlzeit.

Lecker Süppchen – bei uns kamen noch ein paar vegetarische Gartenklöschen hinein.

Philosophisches

Winterzeit ist Ruhezeit. Viele Pflanzen ziehen sich zurück und haben ihre Kraft in den Wurzeln. Graben wir nach ihnen, so können wir von ihrer Energie profitieren. Die Natur fordert uns auf, uns ebenso zurückzuziehen und uns ganz auf unseren Wesenskern zu konzentrieren. Im Frühjahr brechen die Triebe aus den Wurzeln hervor, die Pflanzen wachsen und füllen die Erde mit Leben. Genau darum macht die Winterruhe auch bei uns einen Sinn – damit wir erholt und kraftvoll unseren Weg beschreiten können.

Selbstbemächtigung = uns auf (unsere) Wurzeln konzentrieren

Tinktur – Essenz der Natur

Lateinisch tinctura = Färbung, zu: tinctum, Tinte

Lateinisch essentia = Wesenheit, Kern, Auszug, Extrakt (lat. Verb esse = existieren, sein)

Man könnte auch sagen, dass die Seele der Pflanze in die Tinktur übergeht.

Tinkturen sind in Alkohol (alternativ in Essig, Aceton, Wasser, Wein, Weingeist …) gelöste Wirkstoffe von Pflanzenteilen (oder tierischen Bestandteilen🤢). Soweit mir bekannt ist, nutzen Apotheken ungefähr 30% Pflanzenmaterial und 70% Alkohol. Meine Mischungen sind ungefähr halbe/halbe. Für meine Tinkturen nutze ich klaren 38-prozentigen Alkohol (Wodka, Doppelkorn). Bei festem Material (Wurzeln, Rinde) nehme ich 98-prozentiges Ethanol (Primasprit), das später verdünnt wird.

Bei einer Tinktur werden getrocknete Pflanzen verwendet und bei einer Urtinktur nimmt man frische Bestandteile.

Es war an der Zeit, meine (Ur-)Tinkturen abzusieben:

Duftveilchen

Die Duftveilchen-Urtinktur riecht sehr angenehm, hilft bei Husten und Halsentzündung.

Steinklee

Weißer Steinklee ist ein Venentherapeutikum und hilft bei Krampfadern, Hämorrhoiden und Ödemen.

Fichte

Fichtenzapfen und Fichtennadeln … diese hab ich über ein halbes Jahr in Wodka ausziehen lassen. Die Tinktur ist dunkelbraun und riecht sehr harzig. Ich werde sie nur äußerlich anwenden. Die Zapfen wirken bei Gelenks- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Weichteilrheuma, Verletzungen, Entzündungen oder eitrigen Wunden. Die jungen Fichtennadeltriebe zogen in einem anderen Behälter aus, der Geruch ist wesentlich feiner. Fichtennadeln wirken innerlich wegen ihrer ätherischen Öle gut bei Erkältungskrankheiten.

Rhabarber-Wurzeln

Die Urtinktur aus der Wurzel des Arznei-Rhabarbers zog ungefähr ein Jahr aus. UPPS! Innerlich wirkt die Wurzel als Abführmittel bei Verstopfungen und Durchfall und äußerlich bei Mund– und Zahnfleisch-Entzündungen oder bei Aphten im Mund. Die Wurzel wird auch als Färbemittel, besonders bei Wolle, verwendet. Das Farbspektrum geht von gelb bis rötlich-braun. Äh … nicht, dass ich nach einer Mundspühlung gelbe Zähne bekomme …

Beifuß

„Heilkraut der Frauen“ wurde der Beifuß früher gerne genannt, weil er positiv auf die Unterleibsorgane wirkt, aber auch gut bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann. Versuchsreihen mit Beifuß, insbesondere mit dem einjährigen, verzeichnen Heilerfolge bei Corona, Krebs, HIV und Borreliose.

Dosierung (bei erwachsenen, lebergesunden und alkoholUNabhängigen Menschen): bei akuten Beschwerden 3 – 5 x täglich 1 Teelöffel der Tinktur

Eine alte Kräuter-Weisheit besagt, dass Du das in Deiner Nähe findest, was Du gerade brauchst. Also Augen und Herz öffnen, damit Dir Heilung widerfahren kann!

Naturseele

Horchet, prüfet, fraget, welches Unheil Euch hier plaget.

Vertrauet und spüret, wohin es Euch führet.

Mit Mutter Erde Euch verbindet, dass sie Euch findet.

Denn sie dient, dass Euch nichts fehle – Naturessenz ist Seele.

Mit dankbarem Herzen nehmt an die Gabe, dass sie Euch labe.

Monika Rauch

Was mache ich eigentlich mit dem ganzen Kräuter-Kram, den ich im Laufe der Zeit so herstelle? Das frage ich mich tatsächlich oft auch. Die Tinkturen nutze ich selber oder verschenke sie im Familien- und Bekanntenkreis. Ich bin erstaunt, wie gut sie wirken – nichts wirkt aber bei jedem gleich. Daher verlasse ich mich auf meine Intuition und teste zusätzlich mittels „Swaytest“* aus.

*Swaytest: To „sway“ bedeutet auf Englisch „schwanken“ – d.h. ich stelle leise für mich eine Ja/nein-Frage, anschließend beobachte ich meinen Körper. Neige ich mich leicht nach vorne, bedeutet es Zustimmung/Zuneigung  also „ja“. Neige ich mich nach hinten bedeutet es Ablehnung/Distanzierung, d.h. „nein“.

Monika Rauch

Disclaimer: Letztendlich trägt jeder die Verantwortung für sein Tun selbst. Bei starken Krankheitssymptomen empfehle ich, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Meine Erfahrungen entspringen der traditionellen Volksheilkunde.

Selbstbemächtigung = Augen und Herz für die Essenzen der Pflanzen öffnen

Bilder: Monika Rauch und Pixabay