Am alten Berg

im Lilienwald

Das schöne Vorfrühlingswetter lud mich und meine Freundin ein, auf Wanderschaft zu gehen. Diesmal sind wir durch den Wald gelaufen zwischen Rodheim – Okarben und Petterweil.  Wir Rodheimer nennen den Wald „Alter Berg“ (= Aale Bersch) und die Karbener sagen „Lilienwald“. Lilien haben wir keine gesehen, dafür aber ganz viel Natur:

Auf der anderen Seite

Eigentlich wollte ich rechtzeitig zum Essen um 18:00 Uhr bei meiner Mutter sein – aber beim Ausruhen und Plauschen auf einer Bank mit Blick auf die Auenlandschaft hatten wir etwas die Zeit vergessen, was einen Rüffel meiner Mutter zur Folge hatte. Der Tag war einfach wunderbar und das anschließende Abendessen mit meiner Mami ebenso.

Selbstbemächtigung = entspannt die Heimat erschließen

Heute ist ein guter Tag um glücklich zu sein!

Die Blumen hat mir heute mein Mann mitgebracht und ich freu‘ mich sehr darüber. 

Jeder Tag birgt eine Chance!

Liebe – immer!

Selbstbemächtigung = das Glück in den kleinen Dingen finden

Gelbe Affodill (Junkerlilie, Goldwurz, Asphodeline lutea)

Diese Pflanzen habe ich im Nationalpark Biokovo in Kroatien abgelichtet.


Pflanzentyp Mehrjährige Staude aus der Familie er Liliáceae (Liliengewächse)

Standort Trockenheitsresistent –  ist im zentralen und östlichen Mittelmeergebiet und in Vorderasien beheimatet, wächst auf steinigen Wiesen, an Felshängen oder in Zwergstrauchbeständen. Sie bevorzugt eher trockene, durchlässige, kalkhaltige, sandig-steinige Böden an warmen und sonnigen Standorten.

Verwendung Die Pflanze wird in der traditionellen Heilkunde besonders bei Hauterkrankungen, Verbrennungen und Hautreizungen verwendet. Sie besitzt zusammenziehende, schmerzstillende und abschwellende Wirkungen. Hauptsächlich wird die Wurzelknolle genutzt. In der Küche verwendet man Knolle und Blüten, da diese essbar sind (im Gegensatz zum weißen Affodill).

Mythlogie Der Gelbe Affodill symbolisiert Erneuerung und Wiedergeburt. In der Antike wurde er oft mit dem Jenseits in Verbindung gebracht. Lilien an sich stehen für Schönheit, Reinheit, Würde und Weiblichkeit.

Selbstbemächtigung = andere  Kulturen und deren „Gewächse“ kennenzulernen

Mauerblümchen – Ritzenliebe

Als Mauerblümchen wird im übertragenen Sinne eine nur wenig beachtete Person genannt. Meist bezieht sich die Bezeichnung auf Mädchen oder Frauen, so auch in einer Erklärung, in der es heißt, ein Mauerblümchen sei ein Mädchen, das „beim Tanzen wenig oder gar nicht aufgefordert wird“.

Wikipedia.de

Das unscheinbare Mauerblümchen aber hat eine Stärke, die sich nur beim genaueren Betrachten erschließt. Vielleicht kann man es ihm sogar ein wenig gleich tun, damit man stärker durchs Leben geht.

Mit wohlwollendem Blick auf uns und andere, dem Überdenken der eigenen Handlungsweise und mit Liebe und auch mit Verzeihen können wir als zarte Pflänzchen einen starken Halt finden.

Diese Pflanzen habe ich in Fugen und auf Natursteinen entdeckt:

Links unten könnte Schöllkraut sein
Links unten: Farn – daneben: Storchschnabel

Einige Kräuter habe ich im Spätherbst in Südtirol gefunden. Dort leben sie in kleinen Felsspalten. Sie haben sie etwas mehr Platz für ihre Wurzeln als im Mauerwerk:

Die Verkleinerungsform „chen“ am der Blume sagt einiges über den Charakter der Blume aus: Sie ist klein und duckt sich anscheinend in ihrer „Ritze“. Genauer betrachtet aber hat sie durchaus ihre Funktion in der Natur: Sie begrünt Mauern und felsige Flächen. Dabei wurzelt sie tief in die Erde und schützt somit vor Erosion. Sie bietet einen Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten. Ihr Humus schaft wiederum frische Erde, sodass sich noch mehr „Pflänzchen“ ansiedeln können. Also bereiten Mauerblümchen fruchtbaren Boden für neue Generationen vor.

Sie schaffen es aus Ritzen und Steinen empor – welch eine Kraft!

Ritzenliebe

Da hockst Du nur, Du kleines zartes Pflänzchen und krallst Dich fest an Deinen Platz.

So lock ich Dich: Willst Du mit mir tanzen, mein Liebchen und Blütchen, mein Schatz?

Nein, nein – ich pflück Dich nicht, ich schau Dich nur an. Deine Stärke zieht mich in Bann.

Auch wenn ich Dich nähme, Deine Wurzel würd bleiben und neu austreiben.

So leg ich den Samen im Mauerwerk aus und werd in den Ritzen dicht neben Dir sitzen.

Monika Rauch

Selbstbemächtigung = mit starken Wurzeln fest verankert sein

Unser Garten

Unser Garten ist in stetem Wandel. Ich pflanze an, säe aus, experimentiere und lerne dabei. Bin noch nicht mal eine „Halb-Profitöse“, bin aber mit Freude dabei.

Kräuterbeet

In unserem Garten, besonders im Kräuterbeet, haben sich einige Pflänzchen vermehrt, die ich bisher noch gar nicht im jungen Stadium kannte . Im Herbst knappe ich immer mal ein paar Samen von Wildblumen ab und werfe sie ins Beet, wahrscheinlich kommen daher die Nachtkerzen und die wilden Möhre. Den Samen hatte ich allerdings schon vor zweü Jahren ausgestreut.

Manche wilde Pflänzchen ernte ich mit Wurzeln und versuche sie zu „kultivieren“.

Von rechts nach links: Storchenschnabel und Klettlabkraut zum Wurzelziehen, Gänseblümchen, Nachtkerze, Feldsalat?, ein Stück Kräutergarten, Schaumkraut, Braunelle, wilde Möhre, Gäbsedistel, Efeu, ?, Gänseblümchen, rote Johannisbeere, Nachtkerze, Oregano, Pippau oder Distel.

Ich versuche, möglichst viele heimische Pflanzen in den Garten zu holen, besonders ins Kräuterbeet, aber auch zwischen den „normalen“ Blumen.

Sommerküche

Im Frühjahr 2020 habe ich zwei neue Küchen bekommen: eine neue aus hellem Eichenholz im Haus und eine Sommerküche. Mein Mann hat dafür den Schuppen mit Fliesenresten, günstigen Bodenfliesen aus dem Bauhaus und Farben vorangegangener Renovierungen verschönert. Als Herd haben wir ein Campinggestell mit Gasanschluss konstruiert. Wasser und Strom waren eh schon im Schuppen, also wurden Durchlauferhitzer, Spülbecken, Armaturen und einen Kühlschrank erneuert und Teile der alten Holzküche drumherum gebaut.

Im Sommer leben wir wir im Garten, es ist einfach schön, dort zu schnippeln und brutzeln, lange Abende zu sitzen, mit Freunden oder unseren Kindern zu palavern. Das möchten wir gar nicht mehr missen.

Gartenhaus mit Sommerküche, der Süßkirschbaum und die noch einigermaßen intakte Tujahecke.

Vogelbesuch

In diesem Jahr sind wesentlich weniger Vögel bei uns zu Besuch. Daher habe ich Futter- und Wasserstellen errichtet und Nistkästen aufgehängt. Die Vögel, die das gerne annehmen, sind Tauben, die überall ihren „Dreck“ hinterlassen und freche Elstern, die die kleineren Vögel abschrecken. Die Elstern sind schon irgendwie clever, denn regelmäßig schaukeln sie ein Futterhäuschen so stark, dass Futter auf den Boden fällt. Das wird dann gleich aufgepickt.

Gartenteich

Letztes Jahr hatte ich eine alte Plastikwanne mit Steinen und Wasserpflanzen ausgestattet. Leider ist der Kunststoff über den Winter porös geworden. Daher besorgten wir uns einen Holzbottich und siedelten die Pflanzen um und kauften noch einige hinzu:

Hochbeete

In meinen Hochbeeten wachsen das Jahr über Pastinaken, Kohlrabi, Zwiebeln, Salate, Gurken,Tomaten, 
Kapuzzinerkresse und andere Kräuter.

Erntezeit

Im Spätsommer und im frühen Herbst ist der Tisch reich gedeckt und ich freue mich aufs Verarbeiten.

Das war ein vergangenes Gartenjahr und ich schreibe gerade einen neuen Gartenblog. Also wird dieser schnell – sozusagen „post mortem“ veröffentlicht.

Selbstbemächtigung = in und mit der Natur leben

Schönes Fichtelgebirge

Endlich mal wieder ein Kurzurlaub! Reiseziel war ein Hotel in Weißenstadt im Fichtelgebirge. Leider war ich ziemlich erkältet, so konnte ich keine anstrengenden Touren laufen – und doch habe ich einiges gesehen und konnte das genießen.

Das Fichtelgebirge liegt in Nordostbayern in Deutschland und erstreckt sich über die Landkreise Wunsiedel, Bayreuth, Hof und Kulmbach. Das Mittelgebirge grenzt im Norden an das Vogtland, im Osten an das Egerland (Tschechien), im Süden an die Fränkische Schweiz und im Westen an das Obermainische Hügelland. Der höchste Berg ist der Schneeberg (1.051 m). Wichtige Flüsse wie die Saale, Eger, Naab und die Quellflüsse des Mains entspringen hier.

Das Fichtelgebirge ist eine reizvolle Urlaubs- und Erholungsregion mit  weitläufigen Fichtenwäldern, markanten Granitbergen mit eindrucksvollen Felstürmen und Steinformationen.

Die Gesteinsblöcke, die überall in den Wäldern zu finden sind, regen zu allerlei Sagen an, z.B. diese:

Die Sage vom Riesen auf dem Schneeberg

Bild: Pixabay

Vor langer Zeit lebte auf dem höchsten Berg des Fichtelgebirges, dem Schneeberg (1.051 m), ein gewaltiger Riese. Er war so groß, dass er mit wenigen Schritten die umliegenden Täler durchqueren konnte.

Obwohl er furchteinflößend aussah, war der Riese gutmütig und tat den Menschen nichts Böses. Doch er hatte eine merkwürdige Angewohnheit: Wenn ihm langweilig war, spielte er mit riesigen Felsbrocken. Er hob sie hoch, warf sie in die Luft oder rollte sie den Berg hinunter ins Tal. Oft donnerte es dann so laut, dass die Menschen glaubten, ein Unwetter ziehe auf.

Eines Tages jedoch übertrieb es der Riese. Ein besonders großer Felsen rollte mit solcher Wucht ins Tal, dass er mehrere Bäume entwurzelte und einen Bach staute. Die Bewohner der umliegenden Dörfer fürchteten sich sehr und baten die Götter um Hilfe.

Daraufhin erschien ein alter, weiser Mann auf dem Schneeberg. Er sprach ein mächtiges Wort und plötzlich erstarrte der Riese. Seine Gestalt verwandelte sich in Felsen und wurde eins mit dem Berg. Bis heute sollen die großen Granitblöcke auf dem Schneeberg Überreste des versteinerten Riesen sein.

Manche Wanderer berichten, dass sie bei starkem Wind manchmal ein tiefes Grollen hören – als ob der Riese im Inneren des Berges noch immer schlafe.

Am Felsenlabyrinth

Die Luisenburg, in der Nähe von Wunsiedel, ist Europas größtes Felsenlabyrinth und Nationales Geotop. Leider konnten wir nicht rein wegen der Winterschließung. Aber auch am Rande konnten wir sehen, welche Kräfte hier gewirkt haben:

Bergbau im Fichtelgebirge

Bereits seit dem frühen Mittelalter betrieb man im Fichtelgebirge Erzbergbau. Abgebaut wurden vor allem Gold, Zinn, Eisen, Minerale, Erden und Steine (Basalt, Braunkohle, Diabas, Granit, Lehm, Speckstein, Ton, Torf). In jüngerer Zeit entdeckte man Uranerzlagerstätten. In Hammerwerken (siehe Ortsnamenendungen mit -hammer) an den Fichtelgebirgsflüssen, in Schmelzöfen und Schmiedebetrieben erfolgte die Weiterverarbeitung der Metalle. Die Wälder des Gebirges lieferten das erforderliche Holz für die Herstellung von Holzkohle. Im 30jährigen Krieg ging der Bergbau danieder, die Erzlagerstätten waren weitgehend ausgebeutet. Alexander v. Humboldt versuchte im 18. Jahrhundert den Bergbau nochmals zu beleben. Viele Städte und Orte (z.B. Wunsiedel, Weißenstadt, Arzberg, Fichtelberg-Neubau, Goldkronach) verdanken ihre Entstehung dem Bergbau.

Quelle:  Bayern-Fichtelgebirge.de

Pflanzen und Tiere

Man bezeichnet das Fichtelgebirge als Drehscheibe der Artenvielfalt. Große zusammenhängende Wälder bieten scheuen Waldbewohnern mit weiträumigen Lebensraumansprüchen ausreichend Platz und Ruhe. Hier leben Luchse, Europäische Wildkatzen, Auerhühner, Schwarzstörche, Sperlings- und Raufußkauze, Uhus und Rothirsche. Auch gibt es hier eine Population von Kreuzottern, den einzigen Giftschlangen Deutschlands. Es gibt einige Spinnenarten, Insekten und viele Kleintiere, die hier ihren Rückzugsort gefunden haben. An und in den Gewässern tummeln sich unter anderem Eisvogel, Wasseramsel und Biber. In den sauberen Bächen konnte die Flussperlmuschel überleben, in ihrem Umfeld gibt es Feuersalamander.

Das Fichtelgebirge ist für seine Ureinwohner bekannt. Hier lebt die letzte natürliche Population von Auerhühnern Bayerns außerhalb der Alpen. (Bilder: Pixabay)
In den Moorgebieten wachsen Pflanzen, die gut mit saurem Boden klarkommen: Binsen, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Fichten uvm.
Die Schwarzerle (Alnus glutinosa) gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) und ist eine Pionierpflanze, die höchstens um die 120 Jahre alt werden kann. Sie ist anderen Laubbäumen auf ausgesprochen nassen, grundwasserbeeinflussten oder zeitweise überschwemmten oder sumpfigen Standorten überlegen und bildet dort auch Reinbestände, wie  im Spreewald südlich von Berlin. Im Volksglauben wird sie mit dem Teufel und Hexerei in Verbindung gebracht, da sie an unwirtlichen Standorten gedeiht. Erlenholz ist äußerst beständig im Wasser. Es wurde in der Jungsteinzeit für Pfahlbauten verwendet. Auch Venedig wurde auf Eichen- und Erlenholz errichtet.
Heilwirkung: Die Schwarzerlenknospen zeigen eine entzündungshemmende Wirkung. Sie lindern Infektionen im Atem- und Verdauungstrakt und helfen bei Allergien mit Ekzemen. Das Knospen stärken das Immunsystem und beugen so beispielsweise grippalen Infekten vor.
Baumschwämme sind Pilze, die sich von Holz ernähren. Sie schädigen zwar gesunde Bäume, sorgen aber auch für den Abbau von toten Bäumen. Ihr Geflecht befindet sich im Innern der Stämme. Sichtbar sind lediglich die Fruchtkörper der Pilze. Dieser Baum ist eine abgestorbene Rotbuche.

Weißenstadt

Im Stadtgebiet von Weißenstadt gibt es noch etwa 200 Felsenkeller. Sie dienten der Lagerung von Feldfrüchten sowie Bier und Eis. Zudem findet man sehr viele Scheunen außerhalb des  Weißenstädter Ortkerns. Sie sind eine städtebauliche Besonderheit. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1823 wurden die  Scheunen aus der Stadt gelagert. Sie reihen sich am Rande der Altstadt und prägen noch heute das Ortsbild.

Am Fichtelsee

Im März bei 14°C und Sonnenschein ist der See noch gefroren. Ein Rundweg führt um den See.

Über die Jahrhunderte intensiven Torfabbaus schrumpfte das Hochmoor. Im Jahr 1607 wurde ein Damm gebaut – der Fichtelsee entstand. Ein kleiner abgetrennter Teil konnte als Moor erhalten bleiben.

Ente beim Schlittern

Die Bezeichnung „Fichtel“ stammt eher nicht von den vielen Fichten und Nadelbäumen, sondern von der alten Bezeichnung „Vyth“, von der sich später der Name „Vichtelberg“ ableitete und aus dem dann „Fichtel“ wurde. In alten oder regionalen Schreibweisen könnte „Vyth“ eine Variante von „Vith“, „With“ oder „Wyth“ sein, möglicherweise mit Bezug auf Wälder (engl. wood) oder Wasser (wyth in alten Sprachen).

Übergang zum kleinen Hochmoor
Moor
Der alte Damm trennt den See vom Hochmoor.

Mit dem Lift auf den Ochsenkopf (1.024 m ü.NN.)

Mit der Gondel ging es bequem nach oben. Unten links sieht man die Quelle des Weißen Mains.

Der Name Ochsenkopf wird 1495 in Bergwerksakten genannt. Das in Fels eingemeißelte Stierhaupt auf dem Berggipfel in der Nähe eines Stolleneingangs war vermutlich der Namensgeber für den ganzen Berg. Heute gibt es hier zwei Gondellifte und einige Schlepplifte. Etwas unterhalb der Bergstation befindet sich die Quelle des Weißen Mains,  der sich bei Kulmbach mit dem Roten Main zum Strom Main (an dem ich lebe) vereint.

Es war ein sonniges und inspirierendes Wochenende,  an dem ich viel gesehen und gelernt habe, trotz langer Regenerationspausen. Zunächst wollte ich zuhause bleiben und bin froh, dass ich zu der Reise überredet wurde. Als ich wieder zuhause war, war ich fast wieder auf dem Damm.

Selbstbemächtigung = reisen, lernen, gesund werden

Mein Kräuterjahr 2024

Eigentlich wollte ich nur mal schnell auf ein paar nützliche Kräutlein hinweisen.  Uneigentlich ist mittlerweile ein Jahr vergangen und daher wird’s Zeit, den Blog zu veröffentlichen. Ich war viel unterwegs und habe daher nach Jahreszeiten, Regionen,  Kochrezepten und Heilsamen unterschieden:

Hinterwinter und Vorvorfrühling

Haselkätzchen liefern erste Pollen-Nahrung für Bienen und Insekten. Wir können uns ebenso bedienen. Denn aus den Kätzchen lässt sich z.B. ein Frühjahrs-Kur-Tee bereiten, der den Stoffwechsel in Gang bringt. Bitte achtsam pflücken, um den Lebewesen nicht die Nahrung zu stehlen. Auch die Gänseblümchen liefern erste Vitamine als erstes Grün im Essen oder als Tee.  Zwiebelblüher und Winterjasmin erfreuen das Herz.

Frühling und Sommer

Wachstumswetter! In 2024 war es nicht zu heiß und trocken – das sind ideale Bedingungen für unsere Wildkräuter. Sie gedeihen üppig und vertreiben mit ihren Vitaminen, Bitter- und Mineralstoffen den Winter aus den Knochen. Ich richtete mein Augenmerk auf die saftigen jungen Pflanzen, die man auch verspeisen kann. Nebenbei sammelte ich auch Pflänzchen zum Verarbeiten.

Für die Weiterverarbeitung von Kräutern sollten nur junge, zarte und unbeschadete Blätter verwendet werden.

Heilsames mit Kräutern im Frühjahr

Oxymel mit Löwenzahn und frischen Fichtenspitzen

Löwenzahnblüten und die jungen Triebe der Fichte werden kleingeschnitten und mit Essig und Honig (1:3) zu einem Oxymel verarbeitet. Das steht jetzt zum Ausziehen für mindestens eine Woche im Kühlschrank. Es kann als Elexier zur Stärkung und gegen Erkältungen eingenommen werden oder als  Bestandteil eines Salatdressings.

Löwenzahnwürze

Gewürzmischung aus getrockneten Löwenzahnblüten mit Salz und Pfeffer – alles fein gemörsert. Passt gut zu Fleisch, Fisch, Gemüse mit feiner Bitternote.

Improvisieren mit Kräutern

Während meiner sechswöchigen Reha am Starnberger See sammelte und trocknete ich eine Menge an Kräutern. Als Erinnerung  konnte ich mir ein großes Glas  „Voralpentee“ mit nach Hause nehmen.

Für die Spitzwegerichtinktur gegen Mückenstiche stibitzte ich etwas Essig aus dem Speisesaal. Die Behältnisse kaufte ich günstig im nahegelegenen Kik.
Die antivirale kleine Braunelle ließ ich in Öl ausziehen, das Öl ist in Kombiation mit Teebaumöl ein hervorragendes Heilmittel gegen Herpes.

Kochen mit Wildkräutern

Am besten schmecken die Kräuter im Frühling,  wenn sie noch weich und klein sind. Später im Jahr muss man schauen, ob sie nicht zu  trocken oder bitter sind.

Salat

Wildkräuter sortieren, reinigen und klein schneiden, hier sind es u.a.: junger Spinat (aus dem Garten), Brennnesseln, Schafgarbe, Nelkenwurz, Portulak
Einen Teil der Wildkräuter friere ich in Schraubgläsern ein.

Gemüse

Pastinaken und wilder Meerrettich – da musste ich gleich mal graben und hab‘ mir dabei mein Schippchen verbogen. Wurzeln soll man nur in den Monaten ausgraben, die ein „R“ im Wort haben. Für den Meerrettich war es schon zu spät – er war so faserig, dass ich ihn an den Kompost verfüttert habe.
Möhrenstampf: Möhren, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, wilde Pastinaken, Petersilie werden angebraten und mit etwas Wasser geköchelt, gestampft  mit selbstgemachter Gemüsebrühe abgeschmeckt – himmlisch! Dazu kann man vegane Bratlinge oder Bratwürste essen.

Grüne Soße

Grüne Soße: Wildkräuter fein klein schneiden, mit Quark, Sahne, Joghurt, Senf, Salz, Pfeffer verrühren. Dazu passen Eier und Salzkartoffeln. Ich schnippele die Eier in die Soße. Mehr über grüne Soße steht hier: https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/
Wildkräuter und alles,  was sonst der Kühlschrank hergibt

Bärlauchpesto

Bärlauch zerkleinern und mit Olivenöl pürieren, dazu kommen etwas Salz, Nüsse und/oder Samen und italienischen Hartkäse. Die Masse wird in ein Glas gefüllt und mit Öl bedeckt. Hält einige Wochen im Kühlschrank und passt zu Pasta, Fleisch, Fisch …

Wichtiger Hinweis: Um Vergiftungen zu vermeiden,  bitte nur pflücken und konsumieren, was man zu 100 % kennt.

Quer durch Deutschland

Wir waren viel unterwegs und es ist spannend, welche regionalen Unterschiede es gibt. Das liegt an der Bodenbeschaffenheit (lehmig, sandig, mit Ton ohne …), dem Klima, der Höhe und der Umweltfaktoren. Auffälig ist, dass belastete Böden sich mittels Kräutern regenerieren können. Es gibt Kräuter, die besondere „Reinigungsfunktionen“ haben. Z.B. sind Binsen wasserreinigend. Es gibt viele Kräuter, die in unserem gesamten europäischen Raum zu finden sind in unterschiedlichen Ausprägungen.

Rhön in Hessen und Thüringen

Diese Pflänzchen entdeckte ich in der thüringischen Rhön – hier gibt es eine  größere Vielfalt als bei uns im Rhein-Main-Gebiet.
Im Schwarzen Moor in der Rhön ist – bedingt durch den sauren Boden und dem rauen Klima – das Wachstum sehr beschränkt.

Alpen/Allgäu/Oberbayern

Bei unserer Kurztour durch die Berge fand ich diese Pflänzchen.
Diese Pflänzchen fand ich im Allgäu.

Herbst und Winter = ernten + verarbeiten

Kräuter aufbewahren

Der Lavendel wird in dekorative Bündel gebunden. Blätter und lose Samen werden in Schraubgläser gefüllt. 
Getrocknete Kräuter werden von den Stengeln gestreift, gerebelt und in Gläser gefüllt. Im Oxymel werden Kräuter zu ca. 1/4, Essig zu 1/4 und Honig zu 2/4 ausgezogen. Ich habe hier Tannenspitzen vom Frühjahr beigefügt. Sie wirken schleimlösend, gegen Husten und Erkältungen und stärkend.

Die Heilwirkung der Rosskastanie nutzen

Die Rosskastanie enthält so viele Saponine (Seifenstoffe),  dass man mit ihr eine „Rosskur“ machen kann. Der Name Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verweist auf ihre heilende Wirkung. Früher wurden mit Rosskastanienextrakten Pferde gegen Husten und Würmer behandelt. Heute nutzt man ihre Heilkraft auf Blutgefäße: Sie hemmt den Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen, dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Spannkraft der Venen. Sie kommt bei Wadenkrämpfen, ziehenden Schmerzen in den Beinen, Schwere- und Spannungsgefühlen und auch bei Hämorrhoiden zum Einsatz. Die Frucht der Rosskastanie kann zerkleinert (in einem Säckchen) als Waschmittel dienen.
Eine Tinktur aus überfahrenen Kastanien – nach dem Waschen wurden sie noch etwas mehr zerkleinert und mit Wodka angesetzt – bereits nach kurzer Zeit lösten sich die Saponine. Die Tinktur (äußerlich angewendet) hilft bei Venenleiden und schweren Beinen.
Hier habe ich u.a. eine Venensalbe mit Auszügen von Rosskastanienblüten und Pappelknospen gemacht.

Beeren, Haselnüsse und Früchte

Liköre für Weihnachten

Wildbeeren- und Nusslikör

Weißdorn und Feuerdorn habe ich mit Zucker und Wodka angesetzt. Die klein gehackten Nüsse setzte ich mit braunem Rum und Rohrzucker an. Ich habe es ca. 7 Wochen ausziehen lassen. Danach wurde es abgesiebt und in Flaschen gefüllt. Beim Likör sollten es ca. 100 g Zucker je Liter Flüssigkeit sein.

Mandarinenlikör

Hier habe ich Mandarinen mit etwas Schale und Zucker aufgekocht, abgesiebt, Wodka dazugegeben und in Flaschengefüllt. Und ich ich habe mit dem Rest vom Wodka getrocknete (gekaufte) Schwedenkräuter zu einer Tinktur angesetzt. Die hilft für gegen alles.

Wissen erweitern

Kräuter für die Seele

Mindestens zweimal im Jahr erweitere ich mein Wissen. Diesmal ging es um Kräuter für die Seele. Da war ich bei meiner Ausbilderin Hildegard Kita im Vogelsberg.

Beruhigende und sedierende Kräuter
Beruhigendes Oxymel = Auszug aus Kalifornischem Mohn, Honig und Essig
Literatur

Traditionelles Räuchern

In einem Kurs zum Ende des Jahres lernte ich einiges über das Räuchern mit Kräutern wie Beifuß und Salbei. Es geht dabei um Reinigung und Schutz.

Jahresende

In der dunklen Zeit des Jahres hab‘ ich mich zurückgezogen, Salben gekocht,  Tees gemixt und getrunken – ab und an auch ein Glas Rotwein. Kerzenlicht und Kräuter verräuchern gehörten ebenso dazu.

Und gerade beginnt der Jahresreigen von vorne … Ich bin gespannt auf das, was das neue Jahr bereit hält. Wir bekommen eine neue Regierung und werden vom amerikanischen Präsidenten gut auf die Probe gestellt. Ich versuche, mich nicht von Angst leiten zu lassen. Eher will ich schauen, welche Chancen sich ergeben – für mich und auch für unser Land. Am Ende ist es der Kreislauf der Natur vom Geborenwerden, Wachstum und Vergehen, der uns trägt.

Selbstbemächtigung = auf die Natur vertrauen

Alles Gute, Eure Monika im März 2025

Kräuternacht

Normalerweise lebe ich im Juni im Garten. Bei den frischen Temperaturen jedoch ziehe ich meine Küche vor. Gestern hatte ich meine „lange Nacht der Kräuter“, in der ich mir Zeit für meine „Aufträge“ nahm.

Um mich einzustimmen,  kochte ich mir einen griechischen Bergtee mit ein paar Oliven- und Orangenblättern.

Haartonikum gegen Schuppen, zur Anregung des Haarwachstums und Hemmung von Haarausfall

Mein Sohn bat mich, etwas Kräuteriges gegen seine Kopfschuppen zu kreieren.

Schuppen äußern sich durch fettig weißlich-gelbe oder graue Hautschuppen auf der Kopfhaut und im Haar. Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Kopfschuppen: Trockene Kopfhaut, eine Dermatitis, ein erhöhtes Vorkommen des Hautpilzes „Malassezia furfur“, Stylingprodukte, innere Faktoren wie Stress und Hormonschwankungen und Umwelteinflüsse. Meistens ist es eine Kombination verschiedener Faktoren.

Nach einigen Recherchen stellte ich ein Haartonikum zusammen:

Die Kräuter köcheln ca. 15 Minuten bei kleiner Flamme im Wasser mit geschlossenem Deckel. Nach dem Absieben wird der Sud ca. 1:1 mit Apfelessig gemischt. Anwendung Nach dem Haarewaschen in die Kopfhaut einmassieren, nicht ausspülen. Mit Wasser verdünnen, wenn die Kopfhaut angegriffen ist.

Zutaten

  • Wasser
  • Apfelessig – die Milchsäurebakterien entfernen Rückstände auf der Kopfhaut und bauen den Säureschutzmantel der Haut auf. Außerdem bringt der Essig Glanz für die Haare.
  • Brennnesselwurzeln –  in der Kräuterheilkunde arbeitet man mit der Signaturenlehre. Diese besagt,  dass Ähnlichkeiten darauf hinweisen, wo ein Kraut helfen kann. Die Wurzeln der Brennnessel sehen aus wie Haare und tatsächlich werden sie dort eingesetzt. In ihnen sind bis zu 20 %  Mineralstoffe wie Kieselsäure und Kalium zu finden. Flavonoide schützen die Zellwände vor „freien Radikalen“. Die Inhaltsstoffe fördern das Wachstum und stärken die Haare. Entzündungen und Irritationen der Kopfhaut werden reduziert, Haarausfall kann gestoppt werden. Sie hemmen das Wachstum von Bakterien, enthalten viel Vitamin C, Eisen sowie Magnesium.
  • Zistrose – der kleine Strauch ist eine starke Heilpflanze aus dem Mittelmeerraum. Sie wirkt adstringierend (zusammenziehend),  fungizid (pilztötend) bakterizid (bakterientötend) und antiviral (gegen Viren), was dazu führt, dass  Hautwunden rascher heilen und Juckreiz gelindert wird. Die letzten beiden Eigenschaften lassen die Zistrose zu einem wichtigen Bestandteil der ganzheitlichen Therapie bei Neurodermitis werden. Die Haut wird gestrafft, was eine Schuppenbildung verhindern kann. Die starke antioxidative Wirkung ist auf ihren hohen Polyphenolgehalt zurückzuführen. Außerdem schützt die Pflanze vor UV-Strahlungen.
  • Rosmarin –  das enthaltene ätherische Öl Eucalyptol (Cineol) fördert die Durchblutung der Kopfhaut und versorgt somit die Haarfollikel mit mehr Sauerstoff und Nährstoffen. Es kann das Haarwachstum ankurbeln und Haarausfall lindern.
  • Ackerschachtelhalm – enthält Vitamine und Mineralien, darunter Vitamin C, Vitamin E, Folsäure, Riboflavin und Zink. Zusätzlich beinhaltet die Pflanze große Mengen an Silizium in Form von Kieselsäure (Siliziumoxid), die   Haare, Haut und Nägel stärken. Die Pflanze hat einen hohen Gehalt an Flavonoiden, welche die Zellen schützen.

Geliebtes Hagebuttenöl

Es lohnt sich, im Herbst loszuziehen um Hagebutten zu sammeln. Ich trockne sie immer im Ganzen auf der Heizung oder im Dörrautomaten. Für mein Heilöl vermixe ich die trocknen Früchte mit Oliven- oder Madelöl und lasse sie warm ausziehen. Das Öl hilft  bei verschiedenen Hauterkrankungen,  gegen Rheuma und Arthritis.

Mehr Infos darüber in meinen Blogs:

https://monika-rauch.com/2022/01/16/hagebuttenoel/

https://monika-rauch.com/2023/09/29/kostbares-hagebuttenoel/

https://monika-rauch.com/2022/06/04/hagebutten-ringelblumen-creme/

Abfüllen und absieben

Die getrockneten Pflanzen werden in Gläser gefüllt und beschriftet. Das Oxymel aus Tannenwipfeln, Essig und Honig zog 6 Wochen im Kühlschrank aus und wurde danach abgesiebt. Ich nehme es täglich esslöffelweise zur Immunstimmulierung ein.

Wenn ich unterwegs bin, sammle ich an geschützten Stellen meine Kräuter (wo ein Hund nicht  so schnell hinpieselt, nicht an Äckern, die womöglich gespritzt werden und nicht direkt neben einer viel befahrenen Straße … ). Ich sammle nur einen Bruchteil des Bestandes und achte auf unbeschädigte Pflanzen. Ich sammle nur, was ich kenne und was nicht unter Naturschutz steht. Manchmal hilft mir meine Kräuterlehrerin bei der Bestimmung oder eine Pflanzenapp. Wenn es giftige Verwechsler gibt, lasse ich die Pflanze lieber stehen.

Der Abend war lang und hat mir viel Ruhe und Muße bei der Arbeit geschenkt.

Was man hier nicht sieht, sind die vielen zu reinigenden Utensilien. Die Küche muss noch aufgeräumt werden und das geht spät abends nicht immer so locker von der Hand.

Und trotzdem: Das ganze „Kräuterln“ macht einfach nur Spaß und ich lerne selbst sehr viel, wenn ich darüber schreibe.

Selbstbemächtigung = einfach tun

Neues aus der Kräuterküche

Endlich habe ich es geschafft, meine alkoholischen und öligen Pflanzenauszüge  abzusieben und weiterzuverarbeiten!

Tinkturen

Foto von Pixabay – herzlichen Dank!

Die Mazerate aus Löwenzahn- und Alantwurzel zogen seit Dezember 23 in Wodka aus.  Beide vermixte ich zu einer Wurzeltinktur. Sie kann (tropfenweise) bei Krankheiten der oberen Atemwege (starker Husten) und für die Produktion von Verdauungssäften eingesetzt werden.

Zudem habe ich  eine Tinktur aus Pappelknospen und eine aus jungen Frühjahrskräutern in dunkle Tropfflaschen abgefüllt.

Salben

Die Ölauszüge wurden mit Bienenwachs, Kakaobutter und ätherischen Ölen zu Salben verarbeitet. Pro 100 ml verwende ich ca 20 g Bienenwachs und 5 g Kakaobutter für die Cremigkeit. Meine Salbe ist ziemlich fest.

Sanfte Salbe für Kinder

Bei der sanften Heilsalbe verzichtete ich auf ätherische Öle, da es bei jungen Kindern und Allergikern zu Unverträglichkeiten und Atemproblemen führen kann. Für diese Salbe verwende ich Spitzwegerich (lindert Hautreizungen und Mückenstiche) und Gänseblümchen (bei blauen Flecken und Stoßverletzungen).

Venen-, Pappel- und Jucksalbe

Die drei ätherischen Öle waren ein Mitbringsel meines Sohnes aus Australien. Er weiß genau, was seiner Mutter gefällt. 😍

Bei der Salbe gegen Mückenstiche habe ich die Kindersalbe (Spitzwegerich + Gänseblümchen) genommen und diese mit kühlendem Minzöl ergänzt.

Die Pappelknospensalbe wurde mit ätherischem Bergamotteöl angerührt. Die Salbe hemmt Entzündungen und lindert Schmerzen. Sie kann zudem bei Rheuma und Gicht helfen.

Hauptbestandteile der Venensalbe sind Auszüge von Rosskastanien- und Pappelknospen in Olivenöl. Als ätherisches Öl wählte ich „White Cypress“ aus Australien.

Die Venensalbe wirkt stärkend auf die Venen, z.B. bei schweren Beinen und Hämorrhoiden. Zudem wirken die Inhaltsstoffe hautstraffend z.B. bei Zellulite, da sie entstauende, entschlackende und entwässernde Eigenschaften mitbringt. Sie kann bei Schwellungen, Wassereinlagerungen sowie bei Akne und öliger Haut und Ekzemen unterstützen.

Hier mein „Gesamtwerk“, das einige Stunden an Arbeit kostete und gleichermaßen tiefe Befriedigung in mir verschaffte.

Dieser Tag war wieder so ein Hyperaktivtag, neben der Salbenküche und dem bisschen Haushalt, buk ich noch ein Brot und bereitete mir einen frischen Wildkräutersalat zu. Dabei war ich sooo müde und wollte nur mal eben die Mazerate absieben …

Wie gut, dass ich mich aufgerafft habe, die Kräuter zu verarbeiten.  So erfuhr ich bereits während des Tuns ihre Heilkraft. Denn die Kräuter wirken durchaus feinstofflich:

So sorgt das Gänseblümchen für heitere Gelassenheit, die Frühjahrskräuter für einen frischen Geist, die Knospen der Pappel und der Kastanie für Aufbruchsstimmung – nur um einige zu nennen.

Selbstbemächtigung = von der Kräuterkraft profitieren

Der eine gute Moment

Ein Vormittag mit schweren Themen verdüsterte etwas mein Gemüt. Ich hatte das tiefe Bedürfnis, rauszugehen.

So lief ich durch das nahegelegene Naturschutzgebiet und genoss das satte Grün. Der Wind fegte durch meine Kleidung und kurze Schauer prasselten auf meinen Kopf.

Und plötzlich kam – nur für einen winzigen Moment – die Sonne heraus und tauchte die Szenerie in goldenes Licht.

Der gute Moment

Das Grau der Stadt
Bedroht, macht matt.
Die finsteren Wolken
Durchbricht der eine warme Strahl
Erhellt das Grün im weiten Tal.

Pass auf, nimm ihn ins Herz –
Den einen guten Moment –
Er tilgt den Schmerz.



Monika Rauch

Ich hatte nur wenig Zeit und so war der kurze erhellende Moment genau richtig, um mir aufzuzeigen, wie schnell sich etwas klären kann, wenn er beleuchtet wird und man etwas von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet.

Selbstbemächtigung = gute Momente erkennen