Mauerblümchen – Ritzenliebe

Als Mauerblümchen wird im übertragenen Sinne eine nur wenig beachtete Person genannt. Meist bezieht sich die Bezeichnung auf Mädchen oder Frauen, so auch in einer Erklärung, in der es heißt, ein Mauerblümchen sei ein Mädchen, das „beim Tanzen wenig oder gar nicht aufgefordert wird“.

Wikipedia.de

Das unscheinbare Mauerblümchen aber hat eine Stärke, die sich nur beim genaueren Betrachten erschließt. Vielleicht kann man es ihm sogar ein wenig gleich tun, damit man stärker durchs Leben geht.

Mit wohlwollendem Blick auf uns und andere, dem Überdenken der eigenen Handlungsweise und mit Liebe und auch mit Verzeihen können wir als zarte Pflänzchen einen starken Halt finden.

Diese Pflanzen habe ich in Fugen und auf Natursteinen entdeckt:

Links unten könnte Schöllkraut sein
Links unten: Farn – daneben: Storchschnabel

Einige Kräuter habe ich im Spätherbst in Südtirol gefunden. Dort leben sie in kleinen Felsspalten. Sie haben sie etwas mehr Platz für ihre Wurzeln als im Mauerwerk:

Die Verkleinerungsform „chen“ am der Blume sagt einiges über den Charakter der Blume aus: Sie ist klein und duckt sich anscheinend in ihrer „Ritze“. Genauer betrachtet aber hat sie durchaus ihre Funktion in der Natur: Sie begrünt Mauern und felsige Flächen. Dabei wurzelt sie tief in die Erde und schützt somit vor Erosion. Sie bietet einen Lebensraum für Kleintiere, Vögel und Insekten. Ihr Humus schaft wiederum frische Erde, sodass sich noch mehr „Pflänzchen“ ansiedeln können. Also bereiten Mauerblümchen fruchtbaren Boden für neue Generationen vor.

Sie schaffen es aus Ritzen und Steinen empor – welch eine Kraft!

Ritzenliebe

Da hockst Du nur, Du kleines zartes Pflänzchen und krallst Dich fest an Deinen Platz.

So lock ich Dich: Willst Du mit mir tanzen, mein Liebchen und Blütchen, mein Schatz?

Nein, nein – ich pflück Dich nicht, ich schau Dich nur an. Deine Stärke zieht mich in Bann.

Auch wenn ich Dich nähme, Deine Wurzel würd bleiben und neu austreiben.

So leg ich den Samen im Mauerwerk aus und werd in den Ritzen dicht neben Dir sitzen.

Monika Rauch

Selbstbemächtigung = mit starken Wurzeln fest verankert sein

Unser Garten

Unser Garten ist in stetem Wandel. Ich pflanze an, säe aus, experimentiere und lerne dabei. Bin noch nicht mal eine „Halb-Profitöse“, bin aber mit Freude dabei.

Kräuterbeet

In unserem Garten, besonders im Kräuterbeet, haben sich einige Pflänzchen vermehrt, die ich bisher noch gar nicht im jungen Stadium kannte . Im Herbst knappe ich immer mal ein paar Samen von Wildblumen ab und werfe sie ins Beet, wahrscheinlich kommen daher die Nachtkerzen und die wilden Möhre. Den Samen hatte ich allerdings schon vor zweü Jahren ausgestreut.

Manche wilde Pflänzchen ernte ich mit Wurzeln und versuche sie zu „kultivieren“.

Von rechts nach links: Storchenschnabel und Klettlabkraut zum Wurzelziehen, Gänseblümchen, Nachtkerze, Feldsalat?, ein Stück Kräutergarten, Schaumkraut, Braunelle, wilde Möhre, Gäbsedistel, Efeu, ?, Gänseblümchen, rote Johannisbeere, Nachtkerze, Oregano, Pippau oder Distel.

Ich versuche, möglichst viele heimische Pflanzen in den Garten zu holen, besonders ins Kräuterbeet, aber auch zwischen den „normalen“ Blumen.

Sommerküche

Im Frühjahr 2020 habe ich zwei neue Küchen bekommen: eine neue aus hellem Eichenholz im Haus und eine Sommerküche. Mein Mann hat dafür den Schuppen mit Fliesenresten, günstigen Bodenfliesen aus dem Bauhaus und Farben vorangegangener Renovierungen verschönert. Als Herd haben wir ein Campinggestell mit Gasanschluss konstruiert. Wasser und Strom waren eh schon im Schuppen, also wurden Durchlauferhitzer, Spülbecken, Armaturen und einen Kühlschrank erneuert und Teile der alten Holzküche drumherum gebaut.

Im Sommer leben wir wir im Garten, es ist einfach schön, dort zu schnippeln und brutzeln, lange Abende zu sitzen, mit Freunden oder unseren Kindern zu palavern. Das möchten wir gar nicht mehr missen.

Gartenhaus mit Sommerküche, der Süßkirschbaum und die noch einigermaßen intakte Tujahecke.

Vogelbesuch

In diesem Jahr sind wesentlich weniger Vögel bei uns zu Besuch. Daher habe ich Futter- und Wasserstellen errichtet und Nistkästen aufgehängt. Die Vögel, die das gerne annehmen, sind Tauben, die überall ihren „Dreck“ hinterlassen und freche Elstern, die die kleineren Vögel abschrecken. Die Elstern sind schon irgendwie clever, denn regelmäßig schaukeln sie ein Futterhäuschen so stark, dass Futter auf den Boden fällt. Das wird dann gleich aufgepickt.

Gartenteich

Letztes Jahr hatte ich eine alte Plastikwanne mit Steinen und Wasserpflanzen ausgestattet. Leider ist der Kunststoff über den Winter porös geworden. Daher besorgten wir uns einen Holzbottich und siedelten die Pflanzen um und kauften noch einige hinzu:

Hochbeete

In meinen Hochbeeten wachsen das Jahr über Pastinaken, Kohlrabi, Zwiebeln, Salate, Gurken,Tomaten, 
Kapuzzinerkresse und andere Kräuter.

Erntezeit

Im Spätsommer und im frühen Herbst ist der Tisch reich gedeckt und ich freue mich aufs Verarbeiten.

Das war ein vergangenes Gartenjahr und ich schreibe gerade einen neuen Gartenblog. Also wird dieser schnell – sozusagen „post mortem“ veröffentlicht.

Selbstbemächtigung = in und mit der Natur leben

Mein Kräuterjahr 2024

Eigentlich wollte ich nur mal schnell auf ein paar nützliche Kräutlein hinweisen.  Uneigentlich ist mittlerweile ein Jahr vergangen und daher wird’s Zeit, den Blog zu veröffentlichen. Ich war viel unterwegs und habe daher nach Jahreszeiten, Regionen,  Kochrezepten und Heilsamen unterschieden:

Hinterwinter und Vorvorfrühling

Haselkätzchen liefern erste Pollen-Nahrung für Bienen und Insekten. Wir können uns ebenso bedienen. Denn aus den Kätzchen lässt sich z.B. ein Frühjahrs-Kur-Tee bereiten, der den Stoffwechsel in Gang bringt. Bitte achtsam pflücken, um den Lebewesen nicht die Nahrung zu stehlen. Auch die Gänseblümchen liefern erste Vitamine als erstes Grün im Essen oder als Tee.  Zwiebelblüher und Winterjasmin erfreuen das Herz.

Frühling und Sommer

Wachstumswetter! In 2024 war es nicht zu heiß und trocken – das sind ideale Bedingungen für unsere Wildkräuter. Sie gedeihen üppig und vertreiben mit ihren Vitaminen, Bitter- und Mineralstoffen den Winter aus den Knochen. Ich richtete mein Augenmerk auf die saftigen jungen Pflanzen, die man auch verspeisen kann. Nebenbei sammelte ich auch Pflänzchen zum Verarbeiten.

Für die Weiterverarbeitung von Kräutern sollten nur junge, zarte und unbeschadete Blätter verwendet werden.

Heilsames mit Kräutern im Frühjahr

Oxymel mit Löwenzahn und frischen Fichtenspitzen

Löwenzahnblüten und die jungen Triebe der Fichte werden kleingeschnitten und mit Essig und Honig (1:3) zu einem Oxymel verarbeitet. Das steht jetzt zum Ausziehen für mindestens eine Woche im Kühlschrank. Es kann als Elexier zur Stärkung und gegen Erkältungen eingenommen werden oder als  Bestandteil eines Salatdressings.

Löwenzahnwürze

Gewürzmischung aus getrockneten Löwenzahnblüten mit Salz und Pfeffer – alles fein gemörsert. Passt gut zu Fleisch, Fisch, Gemüse mit feiner Bitternote.

Improvisieren mit Kräutern

Während meiner sechswöchigen Reha am Starnberger See sammelte und trocknete ich eine Menge an Kräutern. Als Erinnerung  konnte ich mir ein großes Glas  „Voralpentee“ mit nach Hause nehmen.

Für die Spitzwegerichtinktur gegen Mückenstiche stibitzte ich etwas Essig aus dem Speisesaal. Die Behältnisse kaufte ich günstig im nahegelegenen Kik.
Die antivirale kleine Braunelle ließ ich in Öl ausziehen, das Öl ist in Kombiation mit Teebaumöl ein hervorragendes Heilmittel gegen Herpes.

Kochen mit Wildkräutern

Am besten schmecken die Kräuter im Frühling,  wenn sie noch weich und klein sind. Später im Jahr muss man schauen, ob sie nicht zu  trocken oder bitter sind.

Salat

Wildkräuter sortieren, reinigen und klein schneiden, hier sind es u.a.: junger Spinat (aus dem Garten), Brennnesseln, Schafgarbe, Nelkenwurz, Portulak
Einen Teil der Wildkräuter friere ich in Schraubgläsern ein.

Gemüse

Pastinaken und wilder Meerrettich – da musste ich gleich mal graben und hab‘ mir dabei mein Schippchen verbogen. Wurzeln soll man nur in den Monaten ausgraben, die ein „R“ im Wort haben. Für den Meerrettich war es schon zu spät – er war so faserig, dass ich ihn an den Kompost verfüttert habe.
Möhrenstampf: Möhren, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, wilde Pastinaken, Petersilie werden angebraten und mit etwas Wasser geköchelt, gestampft  mit selbstgemachter Gemüsebrühe abgeschmeckt – himmlisch! Dazu kann man vegane Bratlinge oder Bratwürste essen.

Grüne Soße

Grüne Soße: Wildkräuter fein klein schneiden, mit Quark, Sahne, Joghurt, Senf, Salz, Pfeffer verrühren. Dazu passen Eier und Salzkartoffeln. Ich schnippele die Eier in die Soße. Mehr über grüne Soße steht hier: https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/
Wildkräuter und alles,  was sonst der Kühlschrank hergibt

Bärlauchpesto

Bärlauch zerkleinern und mit Olivenöl pürieren, dazu kommen etwas Salz, Nüsse und/oder Samen und italienischen Hartkäse. Die Masse wird in ein Glas gefüllt und mit Öl bedeckt. Hält einige Wochen im Kühlschrank und passt zu Pasta, Fleisch, Fisch …

Wichtiger Hinweis: Um Vergiftungen zu vermeiden,  bitte nur pflücken und konsumieren, was man zu 100 % kennt.

Quer durch Deutschland

Wir waren viel unterwegs und es ist spannend, welche regionalen Unterschiede es gibt. Das liegt an der Bodenbeschaffenheit (lehmig, sandig, mit Ton ohne …), dem Klima, der Höhe und der Umweltfaktoren. Auffälig ist, dass belastete Böden sich mittels Kräutern regenerieren können. Es gibt Kräuter, die besondere „Reinigungsfunktionen“ haben. Z.B. sind Binsen wasserreinigend. Es gibt viele Kräuter, die in unserem gesamten europäischen Raum zu finden sind in unterschiedlichen Ausprägungen.

Rhön in Hessen und Thüringen

Diese Pflänzchen entdeckte ich in der thüringischen Rhön – hier gibt es eine  größere Vielfalt als bei uns im Rhein-Main-Gebiet.
Im Schwarzen Moor in der Rhön ist – bedingt durch den sauren Boden und dem rauen Klima – das Wachstum sehr beschränkt.

Alpen/Allgäu/Oberbayern

Bei unserer Kurztour durch die Berge fand ich diese Pflänzchen.
Diese Pflänzchen fand ich im Allgäu.

Herbst und Winter = ernten + verarbeiten

Kräuter aufbewahren

Der Lavendel wird in dekorative Bündel gebunden. Blätter und lose Samen werden in Schraubgläser gefüllt. 
Getrocknete Kräuter werden von den Stengeln gestreift, gerebelt und in Gläser gefüllt. Im Oxymel werden Kräuter zu ca. 1/4, Essig zu 1/4 und Honig zu 2/4 ausgezogen. Ich habe hier Tannenspitzen vom Frühjahr beigefügt. Sie wirken schleimlösend, gegen Husten und Erkältungen und stärkend.

Die Heilwirkung der Rosskastanie nutzen

Die Rosskastanie enthält so viele Saponine (Seifenstoffe),  dass man mit ihr eine „Rosskur“ machen kann. Der Name Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verweist auf ihre heilende Wirkung. Früher wurden mit Rosskastanienextrakten Pferde gegen Husten und Würmer behandelt. Heute nutzt man ihre Heilkraft auf Blutgefäße: Sie hemmt den Austritt von Flüssigkeit aus den Gefäßen, dichtet die Gefäßwände ab und erhöht die Spannkraft der Venen. Sie kommt bei Wadenkrämpfen, ziehenden Schmerzen in den Beinen, Schwere- und Spannungsgefühlen und auch bei Hämorrhoiden zum Einsatz. Die Frucht der Rosskastanie kann zerkleinert (in einem Säckchen) als Waschmittel dienen.
Eine Tinktur aus überfahrenen Kastanien – nach dem Waschen wurden sie noch etwas mehr zerkleinert und mit Wodka angesetzt – bereits nach kurzer Zeit lösten sich die Saponine. Die Tinktur (äußerlich angewendet) hilft bei Venenleiden und schweren Beinen.
Hier habe ich u.a. eine Venensalbe mit Auszügen von Rosskastanienblüten und Pappelknospen gemacht.

Beeren, Haselnüsse und Früchte

Liköre für Weihnachten

Wildbeeren- und Nusslikör

Weißdorn und Feuerdorn habe ich mit Zucker und Wodka angesetzt. Die klein gehackten Nüsse setzte ich mit braunem Rum und Rohrzucker an. Ich habe es ca. 7 Wochen ausziehen lassen. Danach wurde es abgesiebt und in Flaschen gefüllt. Beim Likör sollten es ca. 100 g Zucker je Liter Flüssigkeit sein.

Mandarinenlikör

Hier habe ich Mandarinen mit etwas Schale und Zucker aufgekocht, abgesiebt, Wodka dazugegeben und in Flaschengefüllt. Und ich ich habe mit dem Rest vom Wodka getrocknete (gekaufte) Schwedenkräuter zu einer Tinktur angesetzt. Die hilft für gegen alles.

Wissen erweitern

Kräuter für die Seele

Mindestens zweimal im Jahr erweitere ich mein Wissen. Diesmal ging es um Kräuter für die Seele. Da war ich bei meiner Ausbilderin Hildegard Kita im Vogelsberg.

Beruhigende und sedierende Kräuter
Beruhigendes Oxymel = Auszug aus Kalifornischem Mohn, Honig und Essig
Literatur

Traditionelles Räuchern

In einem Kurs zum Ende des Jahres lernte ich einiges über das Räuchern mit Kräutern wie Beifuß und Salbei. Es geht dabei um Reinigung und Schutz.

Jahresende

In der dunklen Zeit des Jahres hab‘ ich mich zurückgezogen, Salben gekocht,  Tees gemixt und getrunken – ab und an auch ein Glas Rotwein. Kerzenlicht und Kräuter verräuchern gehörten ebenso dazu.

Und gerade beginnt der Jahresreigen von vorne … Ich bin gespannt auf das, was das neue Jahr bereit hält. Wir bekommen eine neue Regierung und werden vom amerikanischen Präsidenten gut auf die Probe gestellt. Ich versuche, mich nicht von Angst leiten zu lassen. Eher will ich schauen, welche Chancen sich ergeben – für mich und auch für unser Land. Am Ende ist es der Kreislauf der Natur vom Geborenwerden, Wachstum und Vergehen, der uns trägt.

Selbstbemächtigung = auf die Natur vertrauen

Alles Gute, Eure Monika im März 2025

Ab durch die (grüne) Mitte

Ein Spaziergang in der Wintersonne

Ich musste einfach raus,  hatte einen regelrechten Lufthunger. Kennt Ihr das auch?

Was ist die Grüne Mitte?
Die Grüne Mitte ist ein etwa zwei Quadratkilometer großes Gebiet, das zwischen den Stadtteilen Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt liegt.

Die Grüne Mitte hat eine wichtige Funktion als Naherholungs- und Freizeitgebiet für die Stadtteile. Sie ist aber auch durch ihre Wegstruktur eine attraktive Verbindung für Radfahrerinnen und Radfahrern und zu Fuß um in die anderen Stadtteile zu gelangen. Die Landwirtschaft nutzt viele Flächen als Weideland oder mäht die Wiesen als Grünfutter. Das Gebiet zeichnet sich durch eine attraktive, abwechslungsreiche Landschaft aus. Es befinden sich dort Streuobstwiesen, eine Flugsanddüne, Feuchtgrünland, Seen, Bachläufe und vieles mehr, außerdem ist sie ist ein Rückzugsgebiet für Vögel und andere Tiere und es wachsen dort seltene Pflanzen.

Quelle: http://www.maintal.de

Schaut selbst:

Nach der Runde fuhr ich nach Hause  und legte mich gleich ins Bett – ein Sonntag eben.

Euch wünsche ich einen guten Start in den nächsten Tag oder die nächste Woche oder das nächste Projekt oder so!

Selbstbemächtigung =  draußen sein

Dunkle Zeit

Die Tage werden kürzer und eigentlich will ich mich ins Haus verkriechen. Und uneigentlich überwinde ich mich manchmal und werde damit belohnt, dass meine Stimmung friedlich wird. 

Eine kurze Runde am Dörnigheimer Mainufer

Das ist der Reigen der Natur: Pflanzen sterben ab und werfen ihren Samen aus. Oder sie ziehen ihre Kraft in die Wurzel, damit sie sich im Frühling wieder voll entfalten können. Tiere fressen sich eine Schutzschicht an, ziehen in den Süden oder gehen in den Winterschlaf.

Nur wir Menschen gehen mit aller Gewalt unseren „Geschäften“ nach, ohne auch nur einen Moment inne zu halten und zu schauen, ob uns das entspricht,  was wir da so treiben. Gerade jetzt beginnt sie wieder, die besinnliche Weihnachtszeit. Da wird gefeiert, gefressen und gekauft – wie im Rausch. Und mal ehrlich, richtig zufrieden macht das auch nicht immer. Im Innern aber treibt uns der Wunsch nach Gemeinsamkeit, Ruhe und Erholung. Das Genießen möchte ich auch nicht verdammen, es macht ja durchaus Spaß, etwas Leckeres zu essen und über Weihnachtsmärkte zu schlendern. Kennen wir unsere tiefsten Bedürfnisse?Stülpen wir uns den Konsum über, um nicht ins tiefe Gefühl zu kommen?

Was wir als Kinder gerne gemacht haben,  passt  anscheinend nicht in unsere Zeit: Vielleicht sollten wir wieder singen, uns Geschichten erzählen, rausgehen, um ein Feuer tanzen, Plätzchen backen, uns einkuscheln, lesen, die Ernte verarbeiten, Tagebuch schreiben und Gedichte, in die Sauna gehen und mit lieben Menschen zusammen sein?

Diese Dinge galten viele Jahrhunderte, wahrscheinlich Jahrtausende als richtig. Seit der Industrialisierung und der Aufklärung aber, haben wir uns „denaturalisiert“. Wir vertrauen der Forschung mehr als unserem Gefühl und folgen anscheinend anderen Gesetzen. Trotzdem sind wir, was wir sind: Naturwesen. Eine tiefe Sehnsucht nach unserer wahren Natur erfasst immer mehr Menschen. Das sieht man auch in den sozialen Netzwerken: Einfaches Leben, Upcycling, draußen sein, spirituelle Anschauungen, kochen mit gesunden Lebensmitteln etc. spricht immer mehr Menschen (Follower) an.

Eigentlich brauchen wir wenig: Ein Dach über dem Kopf, Wärme im Winter, genügend gute Nahrung, sauberes Wasser, frische Luft, Bewegung, Musik,  Freunde, Familie, Tiere – Natur eben. Jeder sollte seinen Begabungen nachgehen dürfen, um ein sinnerfülltes Leben zu haben.

Dunkle Zeit

Wenn bunt die Blätter flattern
und leis' Kastanien plattern.
Die Beeren am Strauch sind für Vögelchens Bauch.

Der Tisch so reich gedeckt,vom Igelchen entdeckt.
Die Nuss versteckt das Eichhorn gut, wenn es die nur finden tut!

Die Rüben am Rand vom Feld bringen Zucker für wenig Geld.
Im Keller lagern Äpfel fein, sie werden bald im Kuchen sein.

Dann bläst der Wind die Blätter fort. Nass und kalt wirds an manchem Ort.
Sanft legt sich übers Land Nebel mit ruhiger Hand.

Nach innen ziehen wir uns ein Stück  in uns selbst zurück.
Langsam geht die Welt zur Ruh und Schnee decket die Landschaft zu.

Drinnen im Haus  knistert das Feuer und 
versteckt sich die Maus.
Alt und Jung sind ohne Hast, von den Schultern fällt die Last.

Die glänzende Weihnachtszeit macht die Herzen weit.
Unterm Weihnachtsbaum erfüllt sich mancher Traum.

Kalt und kälter in den rauen Nächten schwirren Wesen, uns zu knechten.
Vorräte sich zu Ende neigen - es herrscht tiefes Schweigen.

Endlich zum Jahresende kommt die Sonnenwende. 
Klirrende Kälte und Sonnenschein bringen Bewegung hinein.

Bei der Fassenacht wird Radau gemacht. Und mit müden Knochen wird ans Licht gekrochen.

Langsam erwacht das Leben, alles sprießt dem Licht entgegen.
So die helle Zeit beginnt, die dunkle aber – verrinnt.

Monika Rauch

Ich wünsche Euch allen eine sinnbringende, erfüllende und ruhige dunkle Zeit, damit Ihr mit voller Kraft im Hellen erwachen könnt.

Selbstbemächtigung = sich de Natur hingeben

Monika

Fotos: Monika Rauch und Pixabay

Wund- und Schmerzsalbe

mit Fichtenharz und Weide

Beim Laufen entdeckte ich eine Fichte mit vor Harz triefenden Zapfen. Zwei davon erntete ich vorsichtig, zerkleinerte sie und ließ sie einige Stunden in heißem Olivenöl aus. Normalerweise erntet man das Harz von Bäumen, indem man es vorsichtig von der Rinde abschabt. Bäume produzieren Harz um Wunden zu verschließen. Das Harz schützt vor Pilzen, Bakterien und Viren. Es legt sich wie eine zweite Haut über die Wunde und schützt sie dadurch. Beim Sammeln muss man darauf achten, dass man keine alten Wunden aufreißt.

Fichte (Picea)

Das Harz der Fichte wirkt u.a. antiseptisch, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und krampfmildernd.

Links ein Bild der Blaufichte, die früher oft als Weihnachtsbaum verwendet wurde. Heute nimmt man eher Tannen, denn diese haben weichere Nadeln und rieseln weniger. „Die Fichte sticht – die Tanne nicht.“ Ein weiteres Merkmal der Fichte ist, dass die Zapfen hängen. Bei Tannen stehen die Zapfen wie Kerzen am Baum und zerbröseln, wenn sie abfallen. Fichten und Tannen sind eng miteinander verwandt und haben ähnliche heilwirksame Inhaltsstoffe.

Weide (Salix)

Weide (Salix) – es gibt verschiedene Weidenarten, die ähnlich in ihren Heilwirkungen sind. Das linke Foto zeigt eine Trauerweide.

Das darin enthaltene Salicin besitzt schmerzlindernde und entzündungshemmende  Eigenschaften und dient als sanfte Alternative zu Salicylsäure. Tatsächlich wurde Salicin im 19. Jahrhundert zur Entwicklung von Aspirin verwendet. Weide scheint die Schmerzen langsamer zu lindern als Aspirin, aber ihre Wirkung kann länger anhalten. Zum warmen Harz-Öl gebe ich noch getrocknete Ästchen und Blätter der Weide hinzu und lasse es für einige Stunden mit ausziehen. Danach wird  das Öl gefiltert bis alle Rückstände entfernt sind.

Zusätzlich kann man noch Kaffeepulver mit ins Öl geben, ich habe mich diesmal dagegen entschieden. Kaffee wirkt u.a. Haut stimulierend.

Zubereitung Schmerzsalbe

Der Ölauszug aus Weide und Fichtenharz wird mit Bienenwachs, Kakaobutter, etwas Lanolin (insgesamt 15 – 20 % Festmasse im Verhältnis zum Öl) erwärmt. Wenn sich die festen Bestandteile aufgelöst haben, kommen einige Tropfen ätherische Öle hinzu (ca. 15 Tropfen auf 100 ml). Diesmal entschied ich mich für Fichte und Strohblume. Die Strohblume wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und fördert die Hautheilung. Die noch flüssige Salbe wird in Tigel abgefüllt. Nach dem Abkühlen werden die Döschen verschlossen und beschriftet.

Anwendung

Die Salbe lindert  Spannungsschmerzen (z.B. bei Rückenproblemen), Muskelkater, blaue Flecke … In nordischen Ländern (z.B. im finnischen Lappland) wird seit Jahrhunderten eine Fichtenharzsalbe zur Behandlung von akut und chronisch infizierten Wunden, Geschwüren, Druckgeschwüren, kleinen Abszessen, eiternden Verbrennungen, Nagelpilz und Nagelbettentzündungen verwendet. Ich werde testen, ob meine (teilweise aufgekratzte) Neurodermitis am Handgelenk darauf anspricht. Bei offenen Wunden würde ich mich vorsichtig herantasten.

Selbstbemächtigung = alte Wunden heilen lassen

Fotos: Monika Rauch und Pixabay

Samhain – ein altes Fest im November

Samhain markiert in der Nacht auf den 1. November den Beginn der dunklen Jahreszeit und den Abschluss der Erntezeit. Samhain ist ein Mondfest und fällt eigentlich auf Dunkelmond-Neumond rund um den Novemberanfang. Der Neumond ist hier wichtig, da das neue Jahr in der Dunkelheit anfängt. Das Wort Samhain beinhaltet den Wortstamm „sam“, was  auf das Sammeln der Vögel für den Flug in Richtung Süden hinweisen könnte. Ebenso weist es auf das Versammeln/Zurückziehen nach innen/ins Haus. Das Wort könnte man auch mit „Vereinigung“ (nämlich der Lebenden mit den Toten) übersetzen. In der keltischen Überlieferung sind die Tage um Samhain den Ahnen und der Ungeborenen gewidmet. In  christlich geprägten Gesellschaften gedenkt man ebenso im November der Toten, z.B. am 1. „Allerheiligen/Allerseelen“, am 2. „El dia del muertos“ in Mexiko oder am 24.  „Ewigkeitssonntag“. Am 31. Oktober feiert die evangelische Kirche den Reformationstag. Da geht es um die Erneuerung der alten Kirchenstruktur, die Martin Luther mit dem Anschlag seiner 95 Thesen angestoßen hat. Und auch das Thema Erneuerung  passt wunderbar in diese Zeit.

Es heißt, an diesen Tagen seien die Schleier zur Anderswelt besonders dünn, so dass unser Gedenken und Wünschen besser   ankommt. Aber auch die guten und bösen Geister, Feen und Trolle können leichter ihr Unwesen treiben. Daher entzündeten unsere Vorfahren große Feuer, die von den Druiden gesegnet wurden. Von den Feuern konnte sich jeder etwas der Glut mit in seine Heimstatt nehmen um sicherer zu sein. Auch sollen Verkleidungen, Weissagungen und Opfergaben zu den alten Traditionen gehört haben.

In Halloween findet das Fest seine moderne Fortsetzung. Kinder vertreiben sich den Herbsttag mit der Forderung nach Süßem, sonst gibt es „Saures“ – mit den Süßigkeiten können sie sich einen Vorrat für die dunkle Jahreszeit anlegen.

Wie können wir diese mystische Zeit für uns nutzen?

Zunächst können wir unserer Vorfahren gedenken, und uns im Stillen bei Ihnen bedanken oder versuchen unseren Frieden mit Ihnen zu schließen, wenn es Streit gab.

Ich sitze gerne draußen und entfache ein kleines Feuer oder zünde eine Kerze an. Ich lasse das Jahr Revue passieren und überlege mir, was ich gerne ändern möchte und welche Ziele ich mir für die Zukunft stecke. Das, was ich in diesem Jahr erreicht, erfahren und gelernt habe, würdige ich, indem ich mich dafür bedanke.

Schön ist es auch, kleine Zettel zu schreiben mit Wünschen oder mit dem, was man loslassen möchte. Wenn man die Zettel verbrennt, kann die Wirkung sehr befreiend sein.

Das Räuchern von aromatischen Kräutern ist eine alte Tradition: Geister mögen den Geruch nicht und werden von Haus und Hof vertrieben, auch mittels Zaubersprüche.

Es ist Zeit, Frieden zu schließen mit der Vergangenheit und zu verzeihen. Das Alte hat so keine Macht mehr über uns und wir können uns getrost in unser Sein zurückziehen – wie die Pflanzen, die Ihre Kraft jetzt in die Wurzeln stecken.

Unsere Ahnen sind unsere Wurzeln, denn sie haben uns geprägt,  d.h. ihre Gene an uns weitergegeben und manche haben uns auch ein Stück auf unserem Weg begleitet. Wenn wir Ihrer gedenken, würdigen wir gleichzeitig auch unsere Geschichte.

Samhain läutet nicht nur die dunkle Zeit ein, das Fest mahnt uns, wachsam zu sein und im übertragenen Sinn die alten Geister ziehen zu lassen.

Selbstbemächtigung =  die dunkle Jahreszeit als Chance sehen

Bilder: Pixabay, herzlichen Dank!

Tour de Pfalz

Pfälzische Weinstraße

Diesmal verschlug es uns über ein langes Wochenende in die Pfalz. Die Sonne kam eher weniger raus, dafür hatten wir ein paar nette Städtchen entdeckt – und natürlich den Wein, der hier vorzüglich gedeiht.

Bad Dürkheim

hat eine nette Innenstadt, einen Kurpark und als Hauptattraktion ein riesiges Weinfass, welches ein Restaurant beherbergt.

Deidesheim

Auf dem Weg nach Landau sind wir durch das entzückende Städtchen gefahren und legten spontan einen Stopp ein:

Landau

Nachdem wir Deidesheim erkundet hatten, schauten wir uns das Städtchen Landau an,  welches auch sehr hübsch ist, allerdings nicht ganz so beschaulich:

Erlebnislandschaft Erdekaut

„Das Landschaftsschutzgebiet wurde 1985 eingerichtet. Der Name leitet sich her von der pfälzischen Bezeichnung Kaut für „Grube“ und verweist auf den vormaligen Abbau von Tonerde, der sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. In Spitzenzeiten waren 800 Bergleute beschäftigt. ..“ Wikipedia

Wir hatten einen schönen, wenn auch trüben, Tag mit viel Natur.

Nachmittags fuhren wir nach Grünstadt und genossen einen guten Tropfen vom Winzer Gaul in der Eckbar.

Die kleine Herbsttour tat der Seele gut, wir entdeckten einen für uns unbekannten Landstrich und konnten dabei gut entspannen.

Selbstbemächtigung = auf Entdeckungsreise gehen

Wurzelzeit

Wurzelgemüse ist etwas in Vergessenheit geraten, dabei stand es jahrhundertelang auf unserem Speiseplan. Besonders im Herbst und Winter wird nach dem nahrhaften Gemüse gegraben, wenn das oberirdische Grün schon abgestorben ist. Bei der allgemeinen Bezeichnung „Wurzeln“ differenziert man zwischen Knolle und Wurzel.

Bei der Knolle wird ein Rhizom ausgebildet. Die Wurzeln wachsen dabei an der Unterseite des Rizoms.

Meine Gartenschätze

Heilung durch Nahrung und Wurzelmedizin

Wurzeln und Knollen sind reich an Vitamin A, B und C, Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium sowie Phosphor. Zudem enthalten sie viele Nahrungsfasern. Diese wiederum regulieren die Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung.

Die meisten Wurzeln kann man essen und einige dienen nur als Medizin.

Alantwurzeln wirken verdauungsfördernd, appetitanregend, schleimlösend, steigern die Magensäureproduktion und lindern Blähungen. Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Inulin, Bitterstoffe, Schleimstoffe. Eingesetzt wird der Alant bei Husten, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Hildegard von Bingen empfahl die Gabe von Alantwein (oder Tinktur). Außerdem wurden früher kandierte Alantwurzeln als Süßigkeiten gereicht. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten auf Mitteln mit Alant eher verzichten, da er als hoch allergen eingestuft ist.

Alant

Arznei- Rhabarber wirkt abführend, gegen Durchfall und Verstopfung, da es die Darmperistaltik anregt. Ihre Eigenschaften sind zusammenziehend und entzündungshemmend. Wegen dieser Wirkung, besonders auf den Darm, ist vom Verzehr abzuraten. Hier sollte man auf den Speise-Rhabarber zurückgreifen. Die Wurzel des Arznei-Rhabarbers ist zudem eine Färberpflanze für das Farbspektrum gelb bis braun. Auch könnte man damit seine Haare blondieren. Dazu liegen mir keine Erfahrungswerte vor. Zudem hilft eine Tinktur aus Rhabarberwurzeln gut bei Zahnfleischentzündungen und bei Aphthen im Mund.

Arznei-Rhabarber

Beinwell In der Wurzel stecken Allantoin, Rosmarinsäure, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Äußerlich (als Breiumschlag und Salbe) wirkt sie entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung. Beinwell hilft bei Muskel-, Sehnen- und Faszienverletzungen, Knorpelveränderungen und Knochenbrüchen. Beinwell wirkt wie ein starker Kleber und ist eine machtvolle Heilpflanze. Da die Pflanze Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte man sie beim Essen nur sehr sparsam einsetzen.

Beinwell

Karotten (Wurzeln) wirken Krebs vorbeugend, Cholesterinspiegel senkend, enthalten viel Vitamin A, stärken Milz, Magen, Leber, Lunge, Darm, Niere, Augen, Haut und Herz.

Karotten

Kartoffeln (Knollen) wirken basenüberschüssig, d.h. sie wirken einer Übersäuerung entgegen, sie enthalten viel Vitamin C, sind mineralstoffreich, enthalten viel Kalium und sind daher gut fürs Herz und fürs Immunsystem. Kartoffelschalen enthalten u.a. Solanin – daraus kann man eine reichhaltige Fußcreme machen: https://monika-rauch.com/2022/04/04/kartoffelsalbe/

Kartoffeln

Knollensellerie starker Entzündungshemmer, senkt den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und den Blutdruck, enthält viele Vitamine und Antioxidantien.

Knollensellerie

Löwenzahnwurzeln stärken Nieren, Leber, Milz, Darm, Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken harntreibend, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend. Die gesäuberten kleingeschnittenen Wurzeln kann man als Tee aufgießen oder man kann sie als Kaffeeersatz nutzen. Dazu röstet man die Wurzelstückchen trocken in der Pfanne. Wenn diese braun sind, kann man sie zu Pulver vermahlen und wie Kaffee zubereiten.

Löwenzahn

Pastinaken Die essbaren Wurzeln senken den Cholesterinspiegel, fördern Verdauung und Nierentätigkeit, sind fiebersenkend, schmerzlindernd, kühlend, stärkend.

Pastinaken

Schwarzwurzeln sind schmackhaft, kalorienarm und haben viele Vitamine und Mineralstoffe wie z.B. Vitamin E, Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen. Der hohe Anteil von Inulin, einem Ballaststoff, wirkt sehr positiv auf das Verdauungssystem. Heilsam wirken sie auf Leber, bei Augen- und Herzkrankheiten und Epilepsie. Schwarzwurzeln gibt es in weiß (unter der Rinde) oder in lila. Die Rinde ist schwarz oder dunkel und färbt beim Arbeiten ab. Also lieber Handschuhe anziehen!

Schwarzwurzeln

Topinambur Die Wurzeln mit ihren knollenförmigen Verdickungen sind essbar. Sie wirken entzündungshemmend, Krebs vorbeugend, enthalten u. a. B-Vitamine und viel Inulin, (Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel stabil hält) und wirken positiv auf Bauchspeicheldrüse und Leber.

Topinambur

Natürlich gibt es noch andere Knollen und Wurzeln, die in unseren Breitengraden wachsen und die man kaufen kann. Dazu zählen Radieschen, Radi, Meerrettich, Petersilienwurzeln, Rote Beete, Nelkenwurz …

Zubereiten kann man die essbaren Wurzeln und Knollen recht unterschiedlich – gedünstet, gekocht, mit Butter oder Bechamelsoße, paniert, gebraten und am liebsten als Suppe.

Wärmende Wintersuppe

Quer durch Garten und Kühlschrank

Alles, was der Vorrat hergibt, kommt in die Suppe und im Garten werden die Wurzeln ausgegraben. Wie gut, dass ich ungefähr weiß, wo im Sommer der Topinambur stand und die Pastinaken wachsen eh im Hochbeet. Das Gemüse wird geschält, geputzt, geschnippelt und in Wasser geköchelt bis es gar ist. z.B. Brokkoli, Kartoffeln, Zwiebeln, Spitzkohl, Möhren, Knollensellerie, Pastinaken, Topinambur. Als Würze kann man Suppenpulver und Muskatnuss verwenden, etwas Misopaste einrühren – lecker! Für frisches Grün sorgen Pastinakenkraut, ein paar Stengel Liebstöckel oder Petersilie. Et voilá – fertig ist eine leckere warme Mahlzeit.

Lecker Süppchen – bei uns kamen noch ein paar vegetarische Gartenklöschen hinein.

Philosophisches

Winterzeit ist Ruhezeit. Viele Pflanzen ziehen sich zurück und haben ihre Kraft in den Wurzeln. Graben wir nach ihnen, so können wir von ihrer Energie profitieren. Die Natur fordert uns auf, uns ebenso zurückzuziehen und uns ganz auf unseren Wesenskern zu konzentrieren. Im Frühjahr brechen die Triebe aus den Wurzeln hervor, die Pflanzen wachsen und füllen die Erde mit Leben. Genau darum macht die Winterruhe auch bei uns einen Sinn – damit wir erholt und kraftvoll unseren Weg beschreiten können.

Selbstbemächtigung = uns auf (unsere) Wurzeln konzentrieren

Tinktur – Essenz der Natur

Lateinisch tinctura = Färbung, zu: tinctum, Tinte

Lateinisch essentia = Wesenheit, Kern, Auszug, Extrakt (lat. Verb esse = existieren, sein)

Man könnte auch sagen, dass die Seele der Pflanze in die Tinktur übergeht.

Tinkturen sind in Alkohol (alternativ in Essig, Aceton, Wasser, Wein, Weingeist …) gelöste Wirkstoffe von Pflanzenteilen (oder tierischen Bestandteilen🤢). Soweit mir bekannt ist, nutzen Apotheken ungefähr 30% Pflanzenmaterial und 70% Alkohol. Meine Mischungen sind ungefähr halbe/halbe. Für meine Tinkturen nutze ich klaren 38-prozentigen Alkohol (Wodka, Doppelkorn). Bei festem Material (Wurzeln, Rinde) nehme ich 98-prozentiges Ethanol (Primasprit), das später verdünnt wird.

Bei einer Tinktur werden getrocknete Pflanzen verwendet und bei einer Urtinktur nimmt man frische Bestandteile.

Es war an der Zeit, meine (Ur-)Tinkturen abzusieben:

Duftveilchen

Die Duftveilchen-Urtinktur riecht sehr angenehm, hilft bei Husten und Halsentzündung.

Steinklee

Weißer Steinklee ist ein Venentherapeutikum und hilft bei Krampfadern, Hämorrhoiden und Ödemen.

Fichte

Fichtenzapfen und Fichtennadeln … diese hab ich über ein halbes Jahr in Wodka ausziehen lassen. Die Tinktur ist dunkelbraun und riecht sehr harzig. Ich werde sie nur äußerlich anwenden. Die Zapfen wirken bei Gelenks- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Weichteilrheuma, Verletzungen, Entzündungen oder eitrigen Wunden. Die jungen Fichtennadeltriebe zogen in einem anderen Behälter aus, der Geruch ist wesentlich feiner. Fichtennadeln wirken innerlich wegen ihrer ätherischen Öle gut bei Erkältungskrankheiten.

Rhabarber-Wurzeln

Die Urtinktur aus der Wurzel des Arznei-Rhabarbers zog ungefähr ein Jahr aus. UPPS! Innerlich wirkt die Wurzel als Abführmittel bei Verstopfungen und Durchfall und äußerlich bei Mund– und Zahnfleisch-Entzündungen oder bei Aphten im Mund. Die Wurzel wird auch als Färbemittel, besonders bei Wolle, verwendet. Das Farbspektrum geht von gelb bis rötlich-braun. Äh … nicht, dass ich nach einer Mundspühlung gelbe Zähne bekomme …

Beifuß

„Heilkraut der Frauen“ wurde der Beifuß früher gerne genannt, weil er positiv auf die Unterleibsorgane wirkt, aber auch gut bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt werden kann. Versuchsreihen mit Beifuß, insbesondere mit dem einjährigen, verzeichnen Heilerfolge bei Corona, Krebs, HIV und Borreliose.

Dosierung (bei erwachsenen, lebergesunden und alkoholUNabhängigen Menschen): bei akuten Beschwerden 3 – 5 x täglich 1 Teelöffel der Tinktur

Eine alte Kräuter-Weisheit besagt, dass Du das in Deiner Nähe findest, was Du gerade brauchst. Also Augen und Herz öffnen, damit Dir Heilung widerfahren kann!

Naturseele

Horchet, prüfet, fraget, welches Unheil Euch hier plaget.

Vertrauet und spüret, wohin es Euch führet.

Mit Mutter Erde Euch verbindet, dass sie Euch findet.

Denn sie dient, dass Euch nichts fehle – Naturessenz ist Seele.

Mit dankbarem Herzen nehmt an die Gabe, dass sie Euch labe.

Monika Rauch

Was mache ich eigentlich mit dem ganzen Kräuter-Kram, den ich im Laufe der Zeit so herstelle? Das frage ich mich tatsächlich oft auch. Die Tinkturen nutze ich selber oder verschenke sie im Familien- und Bekanntenkreis. Ich bin erstaunt, wie gut sie wirken – nichts wirkt aber bei jedem gleich. Daher verlasse ich mich auf meine Intuition und teste zusätzlich mittels „Swaytest“* aus.

*Swaytest: To „sway“ bedeutet auf Englisch „schwanken“ – d.h. ich stelle leise für mich eine Ja/nein-Frage, anschließend beobachte ich meinen Körper. Neige ich mich leicht nach vorne, bedeutet es Zustimmung/Zuneigung  also „ja“. Neige ich mich nach hinten bedeutet es Ablehnung/Distanzierung, d.h. „nein“.

Monika Rauch

Disclaimer: Letztendlich trägt jeder die Verantwortung für sein Tun selbst. Bei starken Krankheitssymptomen empfehle ich, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Meine Erfahrungen entspringen der traditionellen Volksheilkunde.

Selbstbemächtigung = Augen und Herz für die Essenzen der Pflanzen öffnen

Bilder: Monika Rauch und Pixabay