Es wurde Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang mit meiner Freundin und unserem Lieblingshund. Diesmal ging es zum Alten Berg, dem kleinen Waldstück zwischen Nieder Wöllstadt und Petterweil. Wir starteten in Rodheim bei der Feuerwehr und hielten uns links parallel zur Landstraße nach Wöllstadt. Vorbei an einem Bauernhof, an Gärten, furchterregenden Wachhunden, neugierigen Ziegen und fruchtbaren Feldern, gelangten wir schließlich an unser Ziel. Während des Laufens unterhielten wir uns angeregt und bewunderten die üppige Natur. Wir sahen ein großes Rudel Rehe über die Felder flitzen, Gänse, Hasen und einen Gabelweiher. Und in den Feldern zwitscherten die Lerchen. Es war erhebend. Nach dem Spaziergang war das Engegefühl, was ich in letzter Zeit öfter im Brustbereich habe, verschwunden. Ich fühlte mich locker und frei.
Drei Dinge wollte ich: Laufen, Kräuter sammeln und neues Terrain erkunden. Das Örtchen Büdesheim gehört seit der Gebietsreform 1970 zur Gemeinde Schöneck und somit dem Main-Kinzig-Kreis an. Geografisch gehört Büdesheim zur Heldenberger Wetterau. Es hat hier u.a. ein altes Schloß und ein neues, zwei Kirchen und eine Mühle. An eben dieser stellte ich mein Auto ab und lief den geteerten Weg zwischen dem Erlenbach und den Bahnschienen. Nach ca. einem Kilometer zweigte ein Feldweg links in Richtung des Baches ab. Dort erwarteten mich überschwemmte Wiesen mit Schwänen, Enten, Gänsen und Störchen. Über mir kreisten Milane und in Bäumen und Büschen zwitscherten die Singvögel.
Der Erlenbach entspringt in Büdesheim und mündet nach ca. 2,5 Kilometern in die Nidder.KorbweideStorchennestDie Phillipi-Mühle wurde im Jahr 1331 erstmalig erwähnt und wurde damals mit Wasserkraft angetrieben. Heute geschieht das elektronisch. Die Mühle beliefert Bäckereien und Industrien mit Weizen- und Roggenmehl in verschiedenen Mahlungen. Als Privatkunde kann man dort auch Mehl ab 10/25 Kilogramm erwerben.
Beim Laufen war ich total „geflasht“. Die Natur bot mir wesentlich mehr an, als ich erwartete: Ich sah, hörte, roch, schmeckte und spürte und zugleich bewegte ich mich.
Und ein paar Kräutlein boten sich mir auch, hier die genießbaren;
Nur das Scharbockskraut ernten, was noch keine Blüten angesetzt hat NelkenwurzEhrenpreis Taubnesseln
Und die, die man lieber stehen läßt, weil sie giftig oder unbekannt sind:
Teppichknörerich oder Flockenblume?Kerbel oder Schierling oder Hundspetersilie? Da lass‘ ich lieber die Finger von.LerchenspornHyazinthen
Diese kleine Exkursion war ein richtiges „Erlebnis“. Dazu brauchte es gar nicht viel, ich hab lediglich die Natur in mein Herz gelassen. Und weit weg von zuhause war ich auch nicht.
Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn – den Winter.
Kälte und Schnee können Rückzug, Ruhe und Geborgenheit bedeuten – aber auch Frieren, Bedürftigkeit und Einsamkeit.
Er ist da, der Winter, was hilft es, wenn wir uns vom Blues herunterziehen lassen?
Unsere Entscheidung, was wir daraus machen: Betrachten wir uns als Opfer der Gegebenheiten oder können wir uns auf die andere Seite wagen und dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen?
Klirrend kalt Kahler Wald. Scharfer Wind Weinendes Kind. Strahlende Sonne Trauer statt Wonne. Weißer Schnee Alles tut weh.
Klirrend kalt Schützender Wald. Scharfer Wind Jauchzendes Kind. Strahlende Sonne Freude und Wonne. Weißer Schnee Nichts tut mehr weh.
Früh am Morgen steh ich auf - zum Hundelauf. Die Sonne gleißt im Schnee - mir tun die Augen weh. Es bellt der Hund - tut Freude kund. Ich bell zurück - kleines Winterglück.
Nach einem milden November wurde es im Dezember doch kälter und lange Zeit war der Himmel trüb und verhangen. Das hatte sich auch auf meine Stimmung ausgewirkt. Kaum schien die Sonne, schnappte ich mir Rusty und machte einen langen Spaziergang. Gut, dass ich wasserundurchlässige Schuhe habe, denn die Wiesen sind recht feucht. Rusty war voller Lebensfreude, besonders als ich noch das eine oder andere Äpfelchen warf. Zwischendurch wälzte er sich im Gras und knatterte vor sich hin. Und ehrlich, am liebsten hätte ich es ihm nachgetan. Hab‘ mich aber gerade noch beherrschen können. Auch ohne, dass ich mich auf dem Boden gewälzt habe, tat mir die Natur sehr gut. Ich war rundum zufrieden.
Er kann so schön guggen, aber fürs Foto schaut er weg.Das Feuchtbiotop wird hier „Bombenloch“ genannt. Mein Bruder brachte von hier Salamander, Froschlaich, Sichtungen und Molche für sein Außen-Terrarium mit. Das war in den 70ern.Blick in den TaunusEin riesiger Vogel, seine Spannweite beträgt geschätzte 1,50 m. Sieht aus wie ein Flugsaurier … wird wohl ein Reiher sein.Bahnlinie zwischen Nieder-Rosbach und RodheimUnsere Tour startete Ecke Kreuzweg am Rand von Rodheim in Richtung des Beinarzwaldes/Rosbach. Später liefen wir über Feld- und Wiesenwege Richtung Köppern/Taunus und machten einen Bogen entlang des Beinarzes zurück und stießen auf den geteerten Feldweg parallel zu den Bahnschienen. Der Spaziergang dauerte knappe zwei Stunden.
Hab Sonne im Herzen...
Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit, ob der Himmel voll Wolken, die Erde voll Streit.
Hab Sonne im Herzen, dann komme was mag: das leuchtet voll Licht dir den dunkelsten Tag!
Hab ein Lied auf den Lippen mit fröhlichem Klang, und macht auch des Alltags Gedränge dich bang hab ein Lied auf den Lippen, dann komme was mag: das hilft dir verwinden den einsamsten Tag!
Hab ein Wort auch für andre in Sorg und in Pein und sag, was dich selber so frohgemut lässt sein: Hab ein Lied auf den Lippen, verlier nie den Mut, hab Sonne im Herzen, und alles wird gut!
Wenn ich es schaffe, gehe ich raus an die frische Luft. Besonders in der dunklen Jahreszeit hilft ein Spaziergang gegen trübe Gedanken, auch wenn die Sonne nicht scheint.
Die Tage war ich unten am Main und habe ein paar Eindrücke gesammelt:
Keine Champignons Feder = Engelsbotschaft 👼 FrauenhainEicheWeideMainuferweg Alte Kirche in Maintal-Dörnigheim
Fluss des Lebens
Wie schön Du bist, Du Fluss des Lebens. Ruhig, tief und wild bist Du im Kern des Wesens.
Hier reißt Dein Strudel herunter, da plätscherst Du fröhlich und munter.
Dein Wasser trüb oder klar - in Dir lauert manchmal Gefahr.
Auch nährst Du Tiere und Pflanzen und Menschen am Ufer tanzen.
So tauch' ich ins Wasser und geb' mich dahin - Du Fluss des Lebens erweist mir Gewinn.
Selbstbemächtigung = Leben fließen lassen
Die Bilder sind in Maintal-Dörnigheim entstanden und die Texte entstammen meiner Feder.
Einfach herrlich! Kennt Ihr das Gefühl, wenn man durch Wiesen und Felder läuft? Ich möchte mich ganz mit der Natur verbinden und habe das Gefühl, mich jetzt auf die Erde legen zu müssen. Mach‘ ich aber nicht. Warum eigentlich?
Blätter rascheln unter meinem Gewicht und Wind fegt frisch in mein Gesicht.
Ein kurzer Sonnenstrahl erhellt des Himmels Blau. Ich knie mich hin, bin Schöpferin, bin Frau.
Hinter dem Tor ein Garten
Ich kann kaum erwarten
Bis ich die letzten Früchte seh'.
Am kahlen Baum noch rote Beeren, darunter brauner Klee.
In der Luft ein Hauch von Schnee.
Auf der Wiese springen Ziegen fröhlich hin und her.
Leben ist leicht - nicht schwer.
Wege geh'ich gern allein im Wind und Regen, im Sonnenschein.
Gehe meinen Rhythmus bleibe stehn, muss mir die Welt ansehn.
Die Fesseln im Kopf, sie reißen entzwei, egal, was von außen kommt, bin innen doch frei.
Selbstbemächtigung = Leben im Rhythmus
Die Fotos sind in Rodheim entstanden und die Texte in meiner Küche.
Während unseres letzten Kretaurlaubes hab‘ ich einige die Blühpflanzen unter die Lupe genommen:
Woher hat das das Wandelröschen (Lantana camara) seinen Namen? Ganz einfach – es verändert seine Farben. Verschiedenen Rot- und Purpurtöne, Orange, Gelb, Weiß; mit zunehmender Blühdauer werden sie dunkler und verfärben sich, sodass die Blütenstände oft eine bunte Mischung von verschiedenen Farbtönen beinhalten. Volksheilkundlich wurde die Pflanze äußerlich gegen Lepra, Windpocken, Masern, Geschwüren verwendet. Die Frucht ähnelt der Brombeere, ist aber giftig. Ursprünglich kommt das Röschen aus Amerika und ist in vielen Ziergärten anzutreffen.Oleander (Nerium oleander)ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Hibiskus (Lubera) wirkt durstlöschend, abführend, harntreibend, gallentreibend, antibakteriell und krampflösend. Bleiwurz (Plumbago) stammt aus Südafrika und wird wegen ihrer blauen Farbe gerne als Zierstrauch gesetzt. Heilkundlich wird die Pflanze nicht verwendet.Der Zierstrauch stammt aus den Tropen Amerikas. Die Samen der Wunderblume sind giftig. „Die Wunderblume (Mirabilis)verdankt ihrem Namen höchstwahrscheinlich der wundersamen Eigenschaft, verschiedenfarbige Blüten an jeder einzelnen Pflanze zu tragen. Dies geht auf eine Besonderheit im Erbgut der Samen zurück.“ (mein-schoener-garten.de)Über den Tabak habe ich einen extra Blog geschrieben: https://monika-rauch.com/2022/07/24/tabak/
Im Sommer ist es auf Kreta ziemlich trocken. Lichtblicke in den Küstenregionen sind oft die blühenden Sträucher. Zum Beispiel säumen kilometerweit Oleandersträucher die Überlandstraßen, was sehr hübsch aussieht.
Selbstbemächtigung = nach Lichtblicken Ausschau halten
Wir gehen gerne zum „Cedo“. Dort gibt es leckeres Essen und man fühlt sich wie im Spanienurlaub.
Rotwein & Tapas, z.B. Aioli, Oliven, gebratene Paprika
1971 wurde in Hanau das „Centro Espanol Demokratico Obrero“, kurz „Cedo“, gegründet – der spanische Arbeiterverein, dessen Vereinslokal als der „Spanier“ schlechthin gilt – bis heute. Das Lokal war und ist Kult. Seit der Gründung wurde am Erscheinungsbild und bei der Speisekarte wenig verändert. Es ist rustikal dort mit einfachem, leckerem Essen, ohne Schnickschnack und mit netten Menschen.
1971 regierte der Diktator Franco. Die spanischen Arbeiter, die hierher als Gastarbeiter kamen, nutzten die demokratischen Freiheiten und organisierten sich in Vereinen, die teilweise politisch orientiert waren.
Seit ich erfuhr, dass Wolf-Dieter Storl einen Vortrag in Memmingen hält, hatte ich den Wunsch, dabei zu sein. „Aber es ist ja so weit weg, also kann ich nicht hin!“ Aber, aber, aber … Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ja trotzdem hingehen kann. Ich musste mich nur dazu entscheiden. Zunächst bestellte ich mir eine Eintrittskarte, dann organisierte ich eine kleine Pension (Pension Erb, mit richtig schönen Zimmern) und zum Schluss die Anreise mit der Bahn und die Abreise mit Blablacar. Die Anreise hat schon mal super geklappt.
Zunächst besichtigte ich die Stadt. Dazu gibt es von der eine kleine Faltkarte mit verschiedenen Rundgängen.
Eines der vielen Stadttore, das WestertorDie evangelische St. Martins Kirche
Dr. Christoph Schappeler, wirkte zur Reformationszeit in der heutigen St. Martinskirche. Hier wurde reformiert, für Menschenrechte gekämpft und das führte zu den Bauernaufständen um 1525, die blutig niedergemetzelt wurden.
Bayrisches Kleinstadtflair
„Der Raum Memmingen ist bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt. Erste Bauten wurden aus der römischen Zeit nachgewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt fand 1128 statt. Bis 1191 war sie in welfischen, danach in staufischem Besitz, von 1268 bis 1803 Freie Reichsstadt. …“ (Wikipedia)
Immer am Bach entlang z.B. Sankt Martinskirche und das bemalte Steuerhaus.
Memmingen war eine Stadt des Handels, der Zünfte und der Räte. Besonders die feine Memminger Webware war über die Landesgrenzen hinaus begehrt. Im 16. Jahrhundert nahm der Einfluss der katholischen Kirche ab als Folge der Reformation, aber auch als Folge der Weltoffenheit, die der freie Handel mit sich bringt.
Oben links das Rathaus, mittig das Siebendächerhaus der Gerberzunft – hier konnten die Gerbware gut lüften, rechts das Weber-Zunfthaus. Unten mittig der Hexenturm.
Ich bin so froh, dass ich mich zu diesem Minitripp entschied: 1. Ich werde einen Vortrag über die Seele der Pflanzen hören. 2. Ich lasse mich auf öffentliche Verkehrsmittel ein. 3. Ich lerne Memmingen kennen. 4. Ich war/bin auf mich gestellt in Vertrauen auf mich selbst, z.B. beim Kartenlesen was nicht unbedingt meine Stärke ist.
Auf ca. 830 m Seehöhe befindet sich im Nordosten Kretas diese fruchtbare Hochebene, wo seit Jahrhunderten Kartoffeln, Getreide und Obst angebaut wird. Um kein kostbares Ackerland zu vergeuden, kleben die ca. 20 Dörfer am Rand der Ebene an den Berghängen und so kann man eine bequeme Rundreise von Ort zu Ort machen. Es gibt viel Landschaft, und einige Sehenswürdigkeiten, z.B. die Geburtshöhle von Göttervater Zeuss. Wir sind nur durch die Dörfer gegondelt und haben geschaut. Wo die Touri-Massen waren, haben wir uns schön ferngehalten.
Über 4000 Windmühlen förderten einst das Wasser zu den Feldern. Heute übernehmen das meistens Elektropumpen. Glücklicherweise werden viele der teilweise verrotteten Mühlen restauriert.
Malerische Tavernen flankieren den Rundweg am Rande der Hochebene.
Natur, Schafe und der einzige Süßwassersee von Kreta.
Kapelle am Wegesrand
Olivenöl-Manufaktur
Auf dem Weg zur, bzw. von der Hochebene haben wir eine Olivenöl-Manufaktur entdeckt. Es ist ein Familienunternehmen, das ein kleines Museum im Fabrikationsgebäude eingerichtet hat. Ein junger Mann aus der Familie hat uns einiges erklärt, zudem stehen Tafeln mit Erklärungen und kleine Leinwände mit Filmen neben den Geräten.
Auf der einen Seite stehen die modernen Maschinen, die im Winter im Einsatz sind. Und auf der anderen Seite sieht man die traditionellen Geräte.
Früher wie heute: Die Oliven werden im November/Dezember geerntet, gereinigt und mit Kern gepresst. Die Masse wird bis max. 36°/38°C erwärmt und mittels Zentrifugalkraft ausgeschleudert und gesiebt. Das Wasser wird weiter verwendet, die trockene Maische dient als Brennmaterial und das Olivenöl kann genutzt werden – entweder in Reinform oder es findet sich in kosmetischen Produkten wieder.
Natürlich gibt es auch einen Shop. Da wir mit kleinem Gepäck reisen, können wir nicht viel mitnehmen – nur ein paar Oliven und Landwein für abends.😉
Selbstbemächtigung = die Welt staunend betrachten und lernen