Wie Urlaub

Diese Woche durfte ich früher Feierabend machen. Ich war voller Tatendrang und verabredete mich mit meiner Freundin in die Eisdiele. Da ich noch Zeit hatte, fuhr ich nach Hochstadt zur Hartig. Die Hartig ist ein Naturschutzgebiet, das hauptsächlich aus Streuobstwiesen besteht. Da es auf einer Anhöhe liegt, kann man von hier weit ins Umland schauen, z.B. in den Spessart oder nach Frankfurt.

Auf der Hartig

Viele Apfelbäume und dazwischen eine Walnuss

Es war kalt und windig und fing auch noch an zu nieseln. Doch für mich war es einfach nur herrlich, die frische Luft einzusaugen und langsam die Anhöhe hinaufzuspazieren. Weil ich neugierig war auf die Wiesenkräuter, wich ich etwas vom Weg ab und schaute mich um. Hier soll der Wiesensalbei wachsen, den ich leider nicht entdeckte.

Misteln sind Schmarotzer, die dem Wirt den (Lebens-)Saft entziehen. In der Krebstherapie werden sie erfolgreich eingesetzt.
In Reih und Glied oder auch solitär.

Am Weinberg Beim Laufen entdeckte ich eine Hecke und war neugierig, was sich wohl dahinter verbirgt. Das musste untersucht werden! Ah, hier wachsen die Trauben vom Hochstädter Winzerverein:

Weinstöcke und Ausruhmöglichkeiten

Was wächst denn da?Unterwegs sammelte ich Vogelmiere zum Essen und Moose zum Basteln und Dekorieren. Ich entdeckte auch andere Pflanzen:

Storchschnabel, Hahnenfuß, Teufelsabbiss (?),Vogelmiere und Purpurnessel, Baumpilze, Meerrettich

Freundinnenplausch

Nachdem ich noch eine schnelle Runde einkaufen war, wurde es Zeit für meine langjährige Freundin. Und was bietet sich bei dem kalten Winterwetter an? Natürlich ein Eis beim Costa in Dörnigheim! Der Eissalon wurde renoviert, so dass es gemütlich und warm ist und das Eis schmeckt einfach nur lecker! Das Schönste war der Plausch mit meiner Freundin, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen habe. Jede von uns hat ihren „Schaff“ und obwohl wir nur wenige hundert Meter von einander entfernt wohnen, sehen wir uns selten. Aber dann gibt es keine Hemmschwelle und wir sprechen da weiter, wo wir vorher aufgehört hatten. Mir sind solche Treffen sehr kostbar. Wir nehmen uns jedes Mal vor, uns schneller wieder zu treffen. Meistens kommt das Leben dazwischen.

Eierlikör- und Krokantbecher – köstlich!

Kräuteriges

Vogelmiere (Stellaria media) Teppichartig breitet sie sich auf stickstoffhaltigen Böden aus und schützt dabei als lebende Mulchschicht vor Bodenerosionen. Selbst bei Minustemperaturen wächst sie weiter, auch unter Schneedecken. Anstatt sie als Unkraut zu bekämpfen, sollte man sie lieber aufessen und als Heilpflanze nutzen. Sie ist vitamin- und mineralstoffreich, enthält Saponine und Flavonoide. Geschmacklich hat sie eine feine nussige Note, ich finde sie äußerst lecker. Als Tee, Salbe oder Breiumschlag wirkt sie positiv bei Haut- und Stoffwechselerkrankungen (Gicht und Rheuma) und Entzündungen. Und sie findet in der Küche eine vielfältige Verwendung in Kräuterbutter, Suppen Quarkspeisen und Salaten.

Frankfurter grüne Soße

Zutaten Sahnequark, Schmand, frische Vogelmiere und Schnittlauch, Tiefkühlkräuter (Dill, Pimpinelle, Borretsch, Petersilie, Kerbel), kleingeschnittene Eier, Salz, Pfeffer, Senf. Dazu gibt es Pellkartoffeln.😋 https://monika-rauch.com/2021/09/16/gruene-sosse/

Pesto

Zutaten Vogelmiere, Knoblauch, Walnüsse, Parmesankäse, etwas Salz werden nacheinander in Olivenöl gemörsert. Das Pesto ist einige Tage haltbar, besonders, wenn’s mit einer Ölschicht bedeckt ist. Es schmeckt lecker zu Nudeln und Kartoffeln.

Irgendwann abends war ich zuhause und musste noch die Einkäufe verstauen. Weil es gerade so gut „flutschte“, bereitete ich schnell noch etwas zum Essen vor. Und natürlich musste ich die Küche aufräumen. Danach sank ich ermattet auf die Couch nieder und verfiel augenblicklich in Tiefschlaf.

Obwohl ich schon sehr früh arbeiten ging und das Programm nicht eben klein war, war dieser Tag ein Erlebnis und sehr erfüllend für mich – eben wie Urlaub.

Selbstbemächtigung = eingebunden sein in Natur und Freundschaft

Sylt im Winter

Einfach den Wind um die Nase wehen lassen, laufen, reden und zur Ruhe kommen. Das ist unser erklärtes Ziel. Es ist mild mit ca. 6°C, doch das Lüftchen ist recht rauh.

Abends, nach der Ankunft, gab es erst mal ein Matjes-Brötchen auf die Hand, lecker!

Morsum Kliff

Am östlichsten Zipfel von Sylt kann das Morsumer Kliff erwandert werden.
Blick aufs Wattenmeer
Nicht überall waren die Wege so gemütlich, zwischendurch gab es auch mal Matschepampe.
Gefährlich: Das rote Kliff wird stark unterspült, daher bricht bei starker Flut Land ins Meer.
Die Severin Kirche ist die älteste Kirche der Insel. Sie wurde vor über 800 Jahren auf einer Geest in Keitum errichtet. Ihr Mauerwerk beträgt geschätzte 80 cm. Das Beste ist, dass unter den Sitzbänken Heizungsrohre verlaufen – schön warm!

Bei Wenningstedt

„Alltagsmenschen“ der Künstlerinnen Christel & Laura Lechner
Über 240 Vogelarten wurden auf Sylt gezählt. Möwen sind Kulturfolger, d.h. sie leben meist von den Abfällen unserer Zivilisstion.

Bei Tinnum

Dünenlandschaft
Gegenlicht
Strandgut
Mit Licht

Schon wieder am Strand

Bodenfunde
Die Sonne kommt raus
Auf was warten die Möwen?
Ebbe

Deutschlands nördlichster Punkt Lister Ellenbogen

Halbinsel und Naturschutzgebiet sind 1200 Meter lang und hauptsächlich mit Vögeln, Schafen und Robben besiedelt.

Dünenlandschaft

Meerseite Bei gutem Wetter kann man von hier bis zur 4 Kilometer entfernten dänischen Nachbarinsel Rømø herüberschauen.

Links oben: Deutschlands nördlichster Punkt.

Hier ist das Baden gefährlich, da Wattenmeer und das offene Meer aufeinandertreffen und so gefährliche Strömungen entstehen. Allerdings ist das Revier wohl ideal zum Kite-Surfen.

Es sprudelt und strömt.
Fischfang und Tünnef in List

Keitum

Das alte gewachsene Dorf war einst Hauptort der Insel. Besonders im 18. Jahrhundert ließen sich viele ehemalige Kapitäne nieder. Die meisten Kapitäne begannen ihren beruflichen Werdegang auf Walfangflotten oder später in der Handelsschifffahrt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts spielte der Walfang auf Sylt eine große Rolle. Viele junge Männer verdingten sich als Walfänger und waren vom Frühjahr bis zum Herbst unterwegs. Manche kamen gar nicht mehr zurück, weil die Arbeit gefährlich und mitunter tödlich war. Und viele Sylter arbeiteten sich hoch und wurden Kapitän. Vorher war auf Sylt das Leben eher von Armut und Kargheit geprägt.

Reetgedeckte Friesenhäuser erzählen von Wohlstand durch Walfang und Handelsschiffahrt.

Im Sylt-Museum zeugen Exponate aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit von einer Jahrtausende alten Siedlungsgeschichte. (47 Megalithanlagen sind auf der Insel verteilt und können teilweise besichtigt werden.) Die jüngeren Siedler, die Friesen, sind die direkten Vorfahren der heutigen Sylter.

Sylt brachte einige bedeutende Künstler hervor. Die Bilder oben links und unten rechts stammen von Andreas Dirks (1965 – 1922), der auf Sylt aufwuchs.
Das Friesenhaus aus dem 18. Jahrhundert von Kapitän Hansen ist original eingerichtet.

Friesen auf Sylt „Im 8. Jahrhundert machten sich die Friesen aus ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet zwischen Nord-Holland und der Weser auf ins heutige Nordfriesland und wurden auch auf Sylt und deren Nachbarinseln sesshaft. Zur gleichen Zeit hatten Wikinger dort Stützpunkte eingerichtet, trieben wie die Friesen, mit hochseetüchtigen Schiffen Handel mit fremden Ländern und Kulturen. Die Wikinger verschwanden ca. 1.100 n. Chr. – die Friesen blieben.“

https://klingler-sylt.de/sylt-brauchtum-und-tradition/#:~:text=Im%208.,Sylt%20und%20deren%20Nachbarinseln%20sesshaft

Am Wattenmeer

Wir folgten einem Wanderweg entlang der Küste in Richtung Archsum.
Unterwegs winkte uns eine Alltagsfrau zu, an den Mauern blühte auch im Januar der Schneeball und vor dem Sylter Heimatmuseum liegen die Knochen eines gestrandeten Finnwals. Nach unserer Tour stärkten wir uns mit leckerer Friesentorte und Kaffee.

Unser Urlaub war nach einer Woche vorbei. Jeden Tag waren wir draußen, auch bei Regen. Geschlafen haben wir wie die Murmeltiere und gegessen haben wir zuviel. Und wir haben einiges über die Insel erfahren. Schön war’s!

Selbstbemächtigung = reif für die Insel sein und erholt zurückkehren

Über den Winter

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn – den Winter.

Kälte und Schnee können Rückzug, Ruhe und Geborgenheit bedeuten – aber auch Frieren, Bedürftigkeit und Einsamkeit.

Er ist da, der Winter, was hilft es, wenn wir uns vom Blues herunterziehen lassen?

Unsere Entscheidung, was wir daraus machen: Betrachten wir uns als Opfer der Gegebenheiten oder können wir uns auf die andere Seite wagen und dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen?

Klirrend kalt
Kahler Wald.
Scharfer Wind
Weinendes Kind.
Strahlende Sonne
Trauer statt Wonne.
Weißer Schnee
Alles tut weh.

Klirrend kalt
Schützender Wald.
Scharfer Wind
Jauchzendes Kind.
Strahlende Sonne
Freude und Wonne.
Weißer Schnee
Nichts tut mehr weh.
Früh am Morgen steh ich auf - 
zum Hundelauf.
Die Sonne gleißt im Schnee -
mir tun die Augen weh.
Es bellt der Hund -
tut Freude kund.
Ich bell zurück - kleines Winterglück.

Selbstbemächtigung = Sichtweisen ändern

Endlich Sonne

Nach einem milden November wurde es im Dezember doch kälter und lange Zeit war der Himmel trüb und verhangen. Das hatte sich auch auf meine Stimmung ausgewirkt. Kaum schien die Sonne, schnappte ich mir Rusty und machte einen langen Spaziergang. Gut, dass ich wasserundurchlässige Schuhe habe, denn die Wiesen sind recht feucht. Rusty war voller Lebensfreude, besonders als ich noch das eine oder andere Äpfelchen warf. Zwischendurch wälzte er sich im Gras und knatterte vor sich hin. Und ehrlich, am liebsten hätte ich es ihm nachgetan. Hab‘ mich aber gerade noch beherrschen können. Auch ohne, dass ich mich auf dem Boden gewälzt habe, tat mir die Natur sehr gut. Ich war rundum zufrieden.

Hab Sonne im Herzen...

Hab Sonne im Herzen,
ob’s stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit.

Hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag:
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut lässt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!

Cäsar Flaischlen (1864-1920)

Selbstbemächtigung = die Sonne ins Herz lassen

Mainpressionen

Am Main im November

Wenn ich es schaffe, gehe ich raus an die frische Luft. Besonders in der dunklen Jahreszeit hilft ein Spaziergang gegen trübe Gedanken, auch wenn die Sonne nicht scheint.

Die Tage war ich unten am Main und habe ein paar Eindrücke gesammelt:

Fluss des Lebens

Wie schön Du bist, Du Fluss des Lebens. 
Ruhig, tief und wild bist Du im Kern des Wesens.

Hier reißt Dein Strudel herunter, da plätscherst Du fröhlich und munter.

Dein Wasser trüb oder klar - in Dir lauert manchmal Gefahr.

Auch nährst Du Tiere und Pflanzen und Menschen am Ufer tanzen.

So tauch' ich ins Wasser und geb' mich dahin - Du Fluss des Lebens erweist mir Gewinn.



Selbstbemächtigung = Leben fließen lassen

Die Bilder sind in Maintal-Dörnigheim entstanden und die Texte entstammen meiner Feder.

Spätherbst-Gedichte

Einfach herrlich! Kennt Ihr das Gefühl, wenn man durch Wiesen und Felder läuft? Ich möchte mich ganz mit der Natur verbinden und habe das Gefühl, mich jetzt auf die Erde legen zu müssen. Mach‘ ich aber nicht. Warum eigentlich?

Blätter rascheln unter meinem Gewicht und Wind fegt frisch in mein Gesicht.

Ein kurzer Sonnenstrahl erhellt des Himmels Blau.
Ich knie mich hin, bin Schöpferin, bin Frau.
Hinter dem Tor ein Garten

Ich kann kaum erwarten

Bis ich die letzten Früchte seh'.

Am kahlen Baum noch rote Beeren, darunter brauner Klee.

In der Luft ein Hauch von Schnee.
Auf der Wiese springen Ziegen fröhlich hin und her.

Leben ist leicht - nicht schwer.
Wege geh'ich gern allein 
im Wind und Regen,
im Sonnenschein.

Gehe meinen Rhythmus
bleibe stehn,
muss mir die Welt ansehn.

Die Fesseln im Kopf, sie reißen entzwei,
egal, was von außen kommt, bin innen doch frei.

Selbstbemächtigung = Leben im Rhythmus

Die Fotos sind in Rodheim entstanden und die Texte in meiner Küche.

Flash Cooking

Es gibt Tage, da wird meine Küche zum Labor. Da wird gebacken, gebruzzelt, eingekocht und ausprobiert. So ein Tag war gestern: Zunächst setzte ich den Brotteig an und das Hagebuttemus entstand. Danach buk ich mal schnell zwei Kuchen. Zwischendurch räumte ich auf, duschte mich, machte den Haushalt, traf mich mit einem Freund, kaufte ein, ging essen und trank einen Verdauungsespresso am Abend – mit dem Ergebnis, dass ich bis 3.00 Uhr nachts noch fit war. Also machte ich in der Küche weiter:

Brot backen

Wenn der Sauerteigansatz blubbert, wird er mit Mehl, Wasser und Salz zu einem Teig verrührt. Dieser wird alle paar Stunden gefaltet und durchläuft eine Wärmephase sowie eine Kaltphase. Dieses Mal buk ich 4 Brote: Mit Koriander &Kümmel, Leinsamen, Salz&Pfeffer und Haferflocken. Ein gutes Brot braucht einen Tag. Gegen 2.30 Uhr stellte ich es zum Abkühlen auf’s Rost.

Hagebuttenmus

Die gewaschenen Hagebutten werden mit Wasser so lange geköchelt, bis sie weich sind. Danach werden sie gestampft und mit dem Kochwasser passiert. Ich musste das 2x wiederholen, damit alle Kerne draußen waren. Was für eine Arbeit! Die Kerne werden gewaschen und getrocknet für Kernletee. Das Mus wird zu Chutney und Konfitüre verarbeitet. Ich nehme dazu gerne Gelierzucker im Verhältnis 1:3.

Pflaumenmus

Aus den Zwetschgen wird Pflaumenmus. Dazu wird das kleingeschnittene Obst mit etwas Wasser und Gelierzucker so lange geköchelt, bis ein Mus entstanden ist.

Chutney

Mein erstes Chutney aus Zwiebeln, Paprika, Zwetschgen, Hagebuttenmus, Chilis, Salz, Zucker, Essig. Durch die Zugabe von Essig, Chilis und Zucker ist ein Chutney sehr lange haltbar, auch wenn das Glas bereits geöffnet wurde. Chutney schmeckt hervorragend zu Gemüse, Fisch, Fleisch, Käse.

Irgendwann stellte ich erschrocken fest, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist. Ich entschloss mich dazu, die Arbeit zuende zu bringen und jeden Arbeitsschritt zu genießen – auch das Aufräumen. Ich räume das meiste direkt im Anschluss auf und zwischendurch, wenn es passt. Für die Marmeladen und das Chutney nutzte ich das gleiche Geschirr, das dann halt gespült wird. Überhaupt … Hygiene ist beim Einmachen besonders wichtig. Die Ware soll schließlich haltbar sein.

Die sauberen Gläser werden ausgekocht, die Flächen „entbabbt“, das Geschirr gespült und der Sekt sorgt für die innere Desinfektion.

Was passiert eigentlich bei solchen Aktionen? Ich bin neugierig, will unbedingt testen, wie das Rezept umgesetzt wird. Es geht hauptsächlich ums Tun und zweitrangig um das Ergebnis. Ich bin voll und ganz bei der Sache, ich fokussiere mich. Gedanken kommen und gehen, nichts ist wichtiger als meine derzeitige Arbeit. Ich wirke und bin dabei vollkommen bei mir. Ich bin im „Flow“ und ruhe in mir. Und ich bin „geflasht“, will heißen ich bin inspiriert und dabei vollkommen motiviert. Die Zeit ist egal und ich lasse mich von ihr nicht einschränken. Das ist Glück.

Selbstbemächtigung = Glück finden

Beim Spanier in Hanau

Wir gehen gerne zum „Cedo“. Dort gibt es leckeres Essen und man fühlt sich wie im Spanienurlaub.

Rotwein & Tapas, z.B. Aioli, Oliven, gebratene Paprika

1971 wurde in Hanau das „Centro Espanol Demokratico Obrero“, kurz „Cedo“, gegründet – der spanische Arbeiterverein, dessen Vereinslokal als der „Spanier“ schlechthin gilt – bis heute. Das Lokal war und ist Kult. Seit der Gründung wurde am Erscheinungsbild und bei der Speisekarte wenig verändert. Es ist rustikal dort mit einfachem, leckerem Essen, ohne Schnickschnack und mit netten Menschen.

1971 regierte der Diktator Franco. Die spanischen Arbeiter, die hierher als Gastarbeiter kamen, nutzten die demokratischen Freiheiten und organisierten sich in Vereinen, die teilweise politisch orientiert waren.

Heute steht Cedo für die spanische Kultur in Hanau. https://www.cedo-hu.de/asociaci%C3%B3n-verein

Selbstbemächtigung = sich informieren und den Hintergrund (=Geschichte/n) erforschen

Kurzurlaub in Memmingen

Seit ich erfuhr, dass Wolf-Dieter Storl einen Vortrag in Memmingen hält, hatte ich den Wunsch, dabei zu sein. „Aber es ist ja so weit weg, also kann ich nicht hin!“ Aber, aber, aber … Irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ja trotzdem hingehen kann. Ich musste mich nur dazu entscheiden. Zunächst bestellte ich mir eine Eintrittskarte, dann organisierte ich eine kleine Pension (Pension Erb, mit richtig schönen Zimmern) und zum Schluss die Anreise mit der Bahn und die Abreise mit Blablacar. Die Anreise hat schon mal super geklappt.

Zunächst besichtigte ich die Stadt. Dazu gibt es von der eine kleine Faltkarte mit verschiedenen Rundgängen.

Eines der vielen Stadttore, das Westertor
Die evangelische St. Martins Kirche

Dr. Christoph Schappeler, wirkte zur Reformationszeit in der heutigen St. Martinskirche. Hier wurde reformiert, für Menschenrechte gekämpft und das führte zu den Bauernaufständen um 1525, die blutig niedergemetzelt wurden.

Bayrisches Kleinstadtflair

„Der Raum Memmingen ist bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt. Erste Bauten wurden aus der römischen Zeit nachgewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt fand 1128 statt. Bis 1191 war sie in welfischen, danach in staufischem Besitz, von 1268 bis 1803 Freie Reichsstadt. …“ (Wikipedia)

Immer am Bach entlang z.B. Sankt Martinskirche und das bemalte Steuerhaus.

Memmingen war eine Stadt des Handels, der Zünfte und der Räte. Besonders die feine Memminger Webware war über die Landesgrenzen hinaus begehrt. Im 16. Jahrhundert nahm der Einfluss der katholischen Kirche ab als Folge der Reformation, aber auch als Folge der Weltoffenheit, die der freie Handel mit sich bringt.

Oben links das Rathaus, mittig das Siebendächerhaus der Gerberzunft – hier konnten die Gerbware gut lüften, rechts das Weber-Zunfthaus. Unten mittig der Hexenturm.

Ich bin so froh, dass ich mich zu diesem Minitripp entschied: 1. Ich werde einen Vortrag über die Seele der Pflanzen hören. 2. Ich lasse mich auf öffentliche Verkehrsmittel ein. 3. Ich lerne Memmingen kennen. 4. Ich war/bin auf mich gestellt in Vertrauen auf mich selbst, z.B. beim Kartenlesen was nicht unbedingt meine Stärke ist.

Es ist ein Stück Freiheit, die ich mir erringe.

Selbstbemächtigung = alleine verreisen

Auszüge aus Zistrose und Oregano

Kräuter und Olivenöl aus Kreta, Weizenkorn aus Deutschland und saubere Gläser.

Kürzlich berichtete ich über meine Erfahrung mit Borrelien – siehe: https://monika-rauch.com/2022/07/31/meine-borreliose/. Dabei bin ich auf die starke Heilwirkung der Zistrose und des Oreganos gestoßen. Die Kräuter habe ich mir von Kreta mitgebracht, eigentlich als Tee und Gewürz und uneigentlich mache ich jetzt davon Auszüge. Mazerate kann man mit frischen oder getrockneten Pflanzen machen. Ein Tee ist ebenso ein Auszug/Mazerat auf Wasserbasis.

Ölauszug

2 bis 3 Stunden müssen die Kräuter bei ca. 70°C in Olivenöl ausziehen. Danach werde ich sie noch für 1 bis 2 Tage im Glas lassen und anschließend fein absieben. Das Oreganoöl werde ich hauptsächlich zum Würzen nutzen. Vom Öl der Zistrose möchte ich später eine Heilsalbe/Gesichtscreme rühren. Nur mal zur Info: Ein kleines Döschen Zistrosencreme kostet um die 25 Euro.

Alkoholische Auszug/Tinktur

Alkoholische Auszüge nennt man auch Tinkturen. Die Kräuter werden in hochprozentigem Alkohol ausgezogen. Fünf bis sechs Wochen bleiben sie im Glas an einem warmen Platz. Zwischendurch wird das Glas immer mal geschüttelt, sodass die Wirkstoffe besser gelöst werden können. Die Tinkturen werden tropfenweise über den Tag verteilt als Medizin genutzt, bei Bedarf. Man kann sie natürlich auch äußerlich, z.B. verdünnt als Auflage auf die Haut.

Wirkweisen

Oregano wirkt antibakteriell, antiviral und fungizid. Es fördert die Durchblutung, ist entzündungshemmend und schmerzstillend. [Ätherisches Oreganoöl wird auch als Pflanzenantibiotikum bezeichnet.] Oregano ist als Würzkraut in der Mittelmeerküche nicht wegzudenken. (Foto:Pixabay)
Kretischer Zistustee/Cistrose hat eine besonders gute Qualität: Seine rauen Blätter haben u.a. sehr viele Gerbstoffe, Polyphenole, Farbstoffe und Tannine. Seine Eigenschaften sind antibakteriell, antiviral, fiebersenkend, fungizid, krampflösend, verdauungsfördernd. So kann die Zistrose bei Grippe (Corona?), Borreliose, Magen-Darm-Beschwerden, Hautbeschwerden wie Aphten, Candida, Neurodermitis, bei Atemwegserkrankungen,
Rheuma, Arthrose usw. wirken. Zudem wirkt sie anregend für den Stoffwechsel und unterstützt bei der Ausleitung von Giftstoffen. (Foto: Pixabay)

Selbstbemächtigung = altes Wissen erhalten und weitergeben

Disclaimer Ich schreibe über traditionelle Verfahren, die Kraft der Kräuter zu nutzen. Und ich lege meine persönliche Sichtweise als Kräuterfrau dar. Bei gesundheitlichen Problemen ist die erste Adresse zur Hilfe immer ein/e Ärztin/Arzt oder Heilpraktiker/in.